„Beginn einer neuen Ära“ – Deutsche Börse Group gründet Blockchain- und Krypto-Einheit

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Die Deutsche Börse stellt sich auf die Blockchain ein | © Depositphotos
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Die Deutsche Börse Group hat eine speziell auf Blockchain und Krypto-Anlagen ausgerichtete Einheit gegründet. Der Schritt steht im Kontext einer größeren Strategie der Gruppe zur Förderung von Zukunftstechnologien. 

Die Deutsche Börse Group ist Trägerin der Frankfurter Börse und Herausgeberin zahlreicher Wertpapier-Indizes. Gleichzeitig ist sie als Aktiengesellschaft selbst mit einer Marktkapitalisierung von rund 23 Milliarden Euro im DAX vertreten.

Chef der Blockchain-Einheit hat das Potential der Technologie erkannt

Nun hat die Gruppe eine 24-köpfige Einheit mit dem Namen „DLT, Crypto Assets and New Market Structures“ ins Leben gerufen. Durch diese soll die Sondierung und Erkundung von Möglichkeiten der Zukunftstechnologie für das Unternehmen gebündelt und besser koordiniert werden.

Der Leiter des Bereichs, Jens Hachmeister, gab dazu vor wenigen Tagen ein firmeninternes Interview, im dem er die Bedeutung von DLT (Distributed Ledger Technology)/Blockchain-Technologie betonte.

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Die digitale Wirtschaft sei “auf dem Weg zur Dezentralisierung“. Er sprach sogar vom „Beginn einer neuen Ära, die für die gesamte Branche disruptiv sein könnte“. Hachmeister nannte dabei zwar ICOs als wichtige Innovation, ging aber nicht konkret auf bestimmte Kryptowährungen ein.

Blockchain als Teil der Zukunftsstrategie

Die Gründung der neuen Einheit steht im größeren Zusammenhang der „Roadmap 2020“, einer langfristigen Strategie der Deutschen Börse, die Ende Mai vorgestellt worden war. Sie beinhaltet den Abbau von 350 bisherigen Stellen, während gleichzeitig eine dreistellige Zahl von Arbeitsplätzen in Zukunftsbereichen geschaffen werden sollen.

Als solche Bereiche nennt das Unternehmen an erster Stelle Blockchain, gefolgt von „Big Data-Analysen, Cloud sowie Robotik und Künstliche Intelligenz“. 270 Milliarden Euro sollen für die Innovationen investiert werden.

Partnerschaft für Wertpapierleihe-Plattform

Ein Teil des Geldes wurde schon Ende August für Anteile des Blockchain-Startups HQLAx ausgegeben. Bereits im März war eine Partnerschaft mit dem Unternehmen zum Aufbau einer DLT-Plattform für Wertpapierleihe bekannt gegeben worden.

Dieses Finanzgeschäft, im englischen als Securities Lending bekannt, ist beispielsweise für Leerverkäufe wichtig. Wenn ein Spekulant auf sinkende Kurse wetten will, borgt er sich bei einem großen Finanzinstitut die entsprechende Anleihe und verkauft sie „leer“ (da er ja nicht der wirkliche Besitzer ist). Wird das Wertpapier günstiger, kauft er es zurück, gibt es dem Verleiher wieder und hat einen Gewinn gemacht.

Wird die Deutsche Börse vielleicht eines Tages selbst eine Krypto-Exchange anbieten? Schreib uns deine Gedanken dazu in die Kommentarspalte!

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