Bericht: So stark ist der Einfluss staatlicher Regulierungen auf den Krypto-Kurs

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Regulierungen haben ein starkes Einfluss auf Kryptowährungen. | © Depositphotos

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hat einen Bericht veröffentlicht, der die Reaktionen von Kryptomärkten auf staatliche Regulation behandelt. Demnach drücken besonders direkte Verbote und Einstufungen von Coins als Wertpapier den Preis. BIZ-Chef Agustín Carstens ist für seine abfälligen Äußerungen gegen Kryptowährungen bekannt.

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hat am Sonntag einen Bericht zur Regulation von Kryptowährungen herausgegeben. Bei der BIZ handelt es sich um eine wichtige Institution des internationalen Finanzsystems. Sie wird von 60 Zentralbanken kontrolliert, unter ihnen auch die Deutsche Bundesbank und gilt als Bank der Zentralbanken.

Kryptowährungen doch staatlich beeinflussbar

Für viele Anhänger des Bitcoins steht fest, dass das Digitalgeld von keiner Regierung der Welt gestoppt werden kann. Schließlich könne nicht mal die NSA eine ordnungsgemäß gesicherte Wallet hacken.

Der BIZ-Bericht möchte dieses Narrativ widerlegen. Regierungen könnten in Wahrheit einen großen Einfluss auf Kryptowährungen nehmen. Das lasse sich an den Reaktionen des Marktes auf neue Regulierungen, sowie an abweichenden Preisen in verschiedenen Ländern feststellen.

Verbote bewirken viel, Warnungen kaum etwas

Die Autoren untersuchten Meldungen bezüglich Krypto-Regulierungen zwischen dem Jahresbeginn 2015 und Juni 2018. Sie fanden heraus, dass Verbote des Digitalgeldes oder seine Unterstellung unter das Wertpapierrecht den Preis von Coins besonders stark in die Tiefe rauschen lassen.

Nachrichten über Anti-Geldwäsche-Maßnahmen oder die Bekämpfung von Terrorismusfinanzierung durch Kryptowährungen drückten den Kurs auch, aber weniger stark. Allgemein gehaltene Warnungen der Behörden oder Meldungen über die mögliche Ausgabe von digitalem Zentralbankgeld ließen die Kryptopreise dagegen unberührt.

National abweichende Preise

Der Bericht zeigt außerdem auf, dass es trotz der internationalen Natur des Bitcoins nationale Besonderheiten gibt. So war der Preis des Coins in Südkorea zeitweise deutlich höher als anderswo. Diese Diskrepanz wurde Kimchi-Prämie getauft (benannt nach dem dortigen Nationalgericht aus fermentiertem Gemüse).

Die Koreaner könnten nicht ohne Weiteres auf ausländische Handelsplätze ausweichen, weil dies ein Bankkonto in dem entsprechenden Staat erfordern würde. Um überhaupt auf den Kryptomarkt zugreifen zu können, sei also der Umweg über regulierte Instanzen unumgänglich.

Beliebtes Feindbild in der Krypto-Gemeinde

In der Vergangenheit war die BIZ mehrfach durch Krypto-feindliche Äußerungen aufgefallen. Agustín Carstens, seit dem vergangenen Dezember General Manager der Institution, nannte Bitcoin im Februar „eine Blase, ein Schneeballsystem und eine Umwelt-Katastrophe“. Als Schneeballsystem wird eine Betrugsmasche bezeichnet, bei der ein Krimineller Investoren astronomische Renditen verspricht, tatsächlich aber nur das Geld von neuen an ältere Investoren umverteilt. Das System scheitert zwangsläufig, sobald sich nicht mehr genügend frisches Kapital von leichtgläubigen Investoren auftreiben lässt.

Im Juli erzürnte Agustín dann viele Kryptofans mit seiner Forderung an junge Entwickler, sich sinnvolleren Innovationen als Kryptowährungen zuzuwenden. Man könne kein Geld aus dem Nichts schaffen und sollte es auch gar nicht erst versuchen. Für diese Aussage wurde er auf Twitter mit Hohn und Spott überschüttet. Er als Zentralbanker würde schließlich selbst Fiatgeld aus dem Nichts schaffen und habe nun Angst, dass sein Monopol fallen könne, ärgerten sich die Kritiker.

Sind Kryptowährungen tatsächlich ein Spielball staatlicher Regulatoren oder macht die BIZ nur wieder Stimmung gegen eine Technologie, die ihr gefährlich werden könnte? Schreib uns deine Gedanken dazu in die Kommentarspalte!

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