Bezahlen mit Fiatgeld wird immer leichter – Fluch oder Segen für Kryptowährungen?

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Auch Großunternehmen wie Google, Apple und Samsung verschlafen den Einstieg ins mobile Bezahlsystem nicht | © Depositphotos

Banken und Tech-Unternehmen arbeiten an noch bequemeren Methoden, Euros und Dollars auszugeben. Am 26. Juni startete Google Pay in Deutschland, Ende dieses Monats soll die App „Mobiles Bezahlen“ der Sparkasse an den Start gehen. Wie ist die Einführung von kontaktlosem Zahlen durch Großunternehmen für das Blockchain-Ökosystem zu werten?

An das Bezahlen mit Kreditkarten haben wir uns längst gewöhnt. Nun folgt der nächste Schritt in Richtung Geschwindigkeit und Bequemlichkeit. Zahlreiche etablierte Unternehmen arbeiten an der Verbreitung von kontaktlosem Bezahlen per Smartphone. Erst letzte Woche wurde die App Google Pay in Kooperation mit u.a. der Commerzbank in Deutschland gestartet. Auch Samsung Pay und Apple Pay wollen mobiles Zahlen vereinfachen. Gerüchte einer Zusammenarbeit von Apple mit der Sparkasse erhärteten sich nicht. Dafür wird das deutsche Bankhaus noch Ende Juli das eigene Angebot Mobiles bezahlen auf den Markt bringen.

Vielleicht gehört es schon bald zur Norm, dass man seinen Einkauf im Supermarkt bezahlt, in dem man nur flott das Handy über einen Scanner zieht. Damit entspricht das alte Argument der Krypto-Befürworter, Banken seien behäbig immer weniger der Realität. Aber zum Glück verbleiben die wirklich starken Argumente zugunsten von Kryptowährungen unangetastet.

Nur Kryptowährungen sind dezentral

So fließend und mühelos das kontaktlose Bezahlen auch für den Moment wirken mag. Man ist und bleibt der Laune der Konzerne ausgeliefert, die den Service jederzeit unter fadenscheinigen Vorwänden kündigen können. Paypal mag für 99% der Kunden Zahlungen tadellos verarbeiten. Doch wenn sie politisch unbequemen Stimmen wie WikiLeaks die Konten sperren können (so geschehen 2010), kann nicht wirklich von finanzieller Freiheit schwadroniert werden.

Beim Bitcoin-Netzwerk ist finanzielle Freiheit im Protokoll verwurzelt. Jeder Mensch mit Internetzugang kann sich ohne Registrierung Zugangsschlüssel generieren lassen und am Netzwerk teilnehmen. Gerade nach der NSA-Affäre im Jahre 2013 wurden dezentrale Systeme immer attraktiver.

Kein Grund sich auf den Lorbeeren auszuruhen

Besteht also kein Handlungsbedarf? Doch. Denn egal wie gut eine Technologie in der Theorie sein mag, sie verbreitet sich nicht von allein. Man muss die Menschen auch dafür begeistern können. Und gerade in Punkto Verständlichkeit und Zugänglichkeit muss noch eine Menge getan werden. Gerade in einem Land wie Deutschland, wo sich noch kein einziger Bitcoin-Automat befindet.

Vielleicht leistet die zunehmende Digitalisierung des Fiatgeldes auch einen Beitrag zur Akzeptanz von Kryptowährungen. Denn dadurch werden die Menschen des haptischen Geldes entwöhnt. Womöglich wird dadurch auch die Akzeptanz für alternative Währungen wie dem Bitcoin steigen. Auch wenn digitaler Zahlungsverkehr nun bei etablierten Unternehmen Priorität gewinnt, werden sie Bitcoin und Co. nur bedingt die Stirn bieten. Denn Bitcoins Stärke liegt in der Dezentralität der Technologie und der Deckelung der Coin-Anzahl. Zwei Eigenschaften, mit denen weder Google Pay noch seine institutionellen Wettbewerber glänzen können.

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