Binance friert 93.000 Ether ein, die mit umstrittener Exchange WEX in Verbindung stehen

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© Bild via Depositphotos

Kunden der Kryptobörse WEX melden seit Juli Probleme, ihre Einlagen abzuheben. Wallets aus dem Umfeld der Firma transferierten außerdem zwischen August und Oktober hohe Beträge in Ether (ETH) an die Exchange Binance. Letztere hat die fragwürdigen Gelder nun vorübergehend eingefroren.

Binance, die weltweit größte Exchange, hat einen Betrag von 93.000 Ether (ETH) vorübergehend eingefroren. Die Umgerechnet gut 16 Millionen Euro stammten aus Wallets, die mit der umstrittenen Kryptobörse WEX in Zusammenhang stehen.

Zahlreiche WEX-Nutzer hatten seit Juli beklagt, ihre Kryptowährungen nicht mehr abheben zu können. Seitdem haben sich die Kurse auf der Exchange vom Rest des Marktes entkoppelt. Ein Bitcoin (BTC) ist auf WEX aktuell gut 8.500 US-Dollar wert, während der Preis laut CoinMarketCap nur bei gut 6.300 Dollar liegt. Ein weiteres schlechtes Zeichen ist die Inaktivität des Twitter-Kontos der Exchange. Dort wurde zum letzen Mal am 23. August etwas veröffentlicht.

Eine dunkle Vergangenheit

WEX war im September 2017 als eine Art Neuauflage der Exchange BTC-e gegründet worden. Diese war von 2011 bis zum Juli vergangenen Jahres im Geschäft gewesen, als amerikanische Behörden unter dem Vorwurf der Geldwäsche die Seite still legten. Der mutmaßliche Geschäftsführer Alexander Vinnik sitzt seitdem in Griechenland im Gefängnis. Russland, die USA und Frankreich fordern seine Auslieferung.

Ein Hoch auf die Transparenz der Blockchain

Dank der Nachverfolgbarkeit aller Transaktionen auf der Ethereum-Blockchain über Seiten wie Etherscan konnten besorgte WEX-Kunden den Verbleib von BTC-es ETH im Überblick behalten. Dadurch konnten sie auch eine Verbindung zu den zwei Wallets herstellen, die besagte 93.000 ETH zwischen August und Oktober aufgeteilt in 25 Transaktionen an Binance überwiesen hatten. Mit der Befürchtung, die WEX-Betreiber könnten einen Exit-Scam planen, wandten sich die Kunden an Binance.

Verweis auf die Behörden

Die Nachrichtenseite Coindesk berichtete am Dienstag unter Berufung auf die Binance-Sprecherin Leah Li, dass die Betreffenden Konten am 25. Oktober vorläufig eingefroren worden seien. Allerdings sei dies nur für eine kurze Zeit möglich, sofern keine offizielle behördliche Anordnung vorliege.

Nachdem ein Twitter-Nutzer namens John James am Montag den Vorwurf erhoben hatte, Binance mache sich potentiell der Beihilfe zur Geldwäsche schuldig, reagierte Changpeng Zhao, der Gründer und CEO der Exchange, persönlich: Die Betroffenen sollten sich an die Behörden wenden und Binance werde dann mit den Gesetzeshütern kooperieren. “Auch wir hassen es mit dem Chaos von anderen Exchanges zu tun zu haben“, schrieb er weiter.

Werden sich dezentralisierte Exchanges bald durchsetzen, sodass man sich nicht mehr auf zweifelhafte Betreiber wird verlassen müssen? Schreib uns deine Gedanken dazu in die Kommentarspalte!

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