Bitcoin behauptet sich, während Altcoins schwächeln und Sparkassen Krypto einführen

Autor: Coinkurier Redaktion

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Kategorie: Nachrichten

Zusammenfassung: Bitcoin gewinnt an Dominanz, während Altcoins an Schwung verlieren; zugleich öffnen Sparkassen schrittweise den Kryptohandel und Märkte bleiben angespannt.

Bitcoin behauptet sich, während viele Altcoins an Dynamik verlieren und die Dominanz der größten Kryptowährung steigt. Gleichzeitig öffnen die Sparkassen schrittweise den Zugang zu digitalen Vermögenswerten, während Bitwise im KI-Boom wie auch im möglichen KI-Crash Chancen für Bitcoin sieht. Der Pressespiegel beleuchtet zudem die wichtigsten Bewegungen an Krypto- und Aktienmärkten.

Krypto und Börsen im Fokus: Bitcoin behauptet sich, Altcoins verlieren an Schwung

DAX startet mit Vorsicht in die neue Woche

Der DAX verabschiedete sich am Freitag mit einem Plus von 0,9 Prozent auf 25.622 Punkte ins Wochenende. Auf Wochensicht stand ein Gewinn von 2,1 Prozent zu Buche, zudem überwand der Leitindex die 100-Tage-Linie.

Zum Wochenstart wurde zunächst ein leichter Rückgang erwartet. Der Broker IG taxierte den DAX am frühen Montagmorgen 0,2 Prozent tiefer auf 25.576 Punkte. Rückenwind hatte zuvor die Aussage beziehungsweise Zurückhaltung von Fed-Chef Kevin Warsh geliefert, der sich in Bangkok nicht konkret zum Zinskurs äußerte und damit Wetten auf eine Zinserhöhung im Oktober dämpfte.

Im Mittelpunkt standen außerdem die Entwicklungen am Persischen Golf. Nach Angaben der iranischen Revolutionsgarden gerieten am Samstag zwei Öltanker nach Minentreffern in der Straße von Hormus in Brand; am Sonntag berichteten iranische Medien über die Explosion eines weiteren Tankers. Eine unabhängige Bestätigung dieser Angaben lag laut der Quelle nicht vor.

Der Brent-Preis hatte sich am Freitag um 3,7 Prozent auf 109,86 Dollar je Barrel verteuert. Zum Wochenstart gaben die Ölpreise im frühen Handel leicht nach, nachdem US-Präsident Donald Trump per Dekret Sanktionen und Zölle auf russische Energieexporte ausgesetzt hatte.

Die chinesische Wirtschaft wuchs im dritten Quartal um 4,5 Prozent zum Vorjahr. Volkswirte hatten 4,4 Prozent erwartet, nach 4,3 Prozent im Vorquartal. In Deutschland sollte am Vormittag der Auftragseingang für das Verarbeitende Gewerbe für August veröffentlicht werden.

Unternehmensseitig standen Quartalszahlen von Bawag und ein Strategie-Update von Norma auf dem Programm. Als wichtige Termine der Woche nannte Der Aktionär die Zahlen von Netflix am Dienstag sowie von SAP, Tesla und Meta am Mittwoch.

Bei den DAX-Einzelwerten führte Rheinmetall am Freitag mit einem Plus von 6,3 Prozent die Gewinnerliste an. BMW, Mercedes-Benz, Volkswagen und Fresenius folgten, während SAP mit einem Abschlag von 1,0 Prozent das Schlusslicht bildete. Continental, Qiagen, Infineon und MTU Aero Engines präsentierten sich ebenfalls schwach.

Am Rohstoff- und Kryptomarkt kostete ein Barrel Brent am Montagmorgen knapp 108 Dollar, WTI lag bei gut 100 Dollar. Gold wurde mit 4.183 Dollar je Feinunze gehandelt, Silber mit 57,71 Dollar und Bitcoin mit 82.582 Dollar.

Auch die US-Börsen hatten sich nach Xetra-Schluss eingetrübt. Der Nasdaq 100 verlor 2,5 Prozent auf 29.188 Punkte, der S&P 500 gab 1,1 Prozent auf 7.659 Punkte nach und der Dow Jones schloss 0,3 Prozent tiefer bei 52.002 Punkten. Der Halbleiterindex der Börse Philadelphia fiel den achten Tag in Folge.

Zusammenfassung: Der DAX steht nach einer starken Vorwoche vor einem vorsichtigeren Wochenstart. Ölpreise, geopolitische Risiken, Konjunkturdaten und die anlaufende Berichtssaison bestimmen das Marktbild.

Altcoins verlieren an Boden, Bitcoin-Dominanz steigt

Der Altcoin-Aufschwung hat laut Yahoo Finanzen Deutschland deutlich an Dynamik verloren. Fast die Hälfte der bei Binance gelisteten Altcoins lag wieder unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt; dieser Anteil stieg am 18. Oktober auf 48,4 Prozent, nachdem er Anfang Oktober noch unter 10 Prozent gelegen hatte.

Der 90-Tage-Altcoin-Season-Index von Blockchaincenter zeigte weiterhin einen neutralen Wert von 51. Der 30-Tage-Altcoin-Month-Index fiel dagegen auf 29 und lag damit nahe der Marke von 25, ab der die Bitcoin-Saison beginnt.

Die Entwicklung folgt auf eine Erholungsphase, die Ende August begonnen hatte. Damals notierten 81 Prozent der bei Binance gelisteten Altcoins unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt. Anfang Oktober war dieser Anteil auf weniger als 10 Prozent gesunken, sodass sich etwa 9 von 10 Altcoins der Börse in einem bestätigten Aufwärtstrend befanden.

Der Analyst Darkfost schätzte, dass in diesen zwei Monaten mehr als 814 Milliarden USD in Altcoins geflossen waren. In den vergangenen 15 Tagen hätten Altcoins jedoch mehr als 134 Milliarden USD verlassen. Schnelle Gewinnmitnahmen hätten vermutlich einen großen Teil dieses Abflusses ausgelöst.

Auch im Vergleich zu Bitcoin verloren die Altcoins an Stärke. Der 30-Tage-Index lag Ende September noch deutlich über der Schwelle von 75 für eine Altcoin-Saison und fiel anschließend auf 29. Der 90-Tage-Index hielt sich besser, weil die Gewinne aus August und September noch enthalten waren.

In den vergangenen 90 Tagen führte Bitway mit einem Gewinn von 2.993,3 Prozent die Top 50 an. Quant und NEAR Protocol folgten mit Zuwächsen von 199,3 Prozent und 163,3 Prozent, während Bitcoin 25,9 Prozent erreichte. Von den Top 50 hatten 7 Coins ihren Wert mehr als verdoppelt, Ethereum übertraf Bitcoin um 1,5 Punkte.

Der Altcoin Season Index hatte inzwischen 388 Tage lang keine Altcoin-Saison erreicht. Gleichzeitig stieg die Bitcoin-Dominanz auf etwa 60,7 Prozent, nachdem sie Ende September bei etwa 59 Prozent gelegen hatte. Laut Quelle erreichte die Dominanz damit im Tages-Chart den höchsten Stand seit mindestens Ende Mai.

Auf der Käuferseite lagen die Stablecoin-Bestände auf Ethereum-Basis bei 57,4 Milliarden USD. Im November 2025 hatten die Bestände noch bei fast 78 Milliarden USD gelegen. Kleinere Bestände bedeuten laut der Quelle weniger Stablecoin-Kapital für neue Käufe auf den Börsen.

„Die Geschichte zeigt jedoch: Gerade wenn das Interesse und die Entwicklung der Altcoins am niedrigsten sind, lohnt es sich, ein passendes Engagement in Betracht zu ziehen“, sagte Darkfost.

Zusammenfassung: Die kurzfristige Marktbreite bei Altcoins hat sich deutlich verschlechtert. Der 30-Tage-Index liegt bei 29, während Bitcoin mit einer Dominanz von etwa 60,7 Prozent wieder stärker im Mittelpunkt steht.

Sparkassen starten schrittweise den Kryptohandel

Die Sparkassen steigen schrittweise in den Handel mit Kryptoanlagen wie Bitcoin und Ethereum ein. Ab diesem Montag können erste Kunden Kryptowährungen über die bestehende Sparkassen-App handeln, wie der Deutsche Sparkassen- und Giroverband der Nachrichtenagentur dpa mitteilte.

Zum Start steht das Angebot bei den ersten teilnehmenden Sparkassen zur Verfügung. Pro Monat sollen 30 bis 40 weitere Häuser dazukommen. Einen einheitlichen bundesweiten Starttermin gibt es nicht; die jeweilige Sparkasse entscheidet selbst, wann sie das Angebot einführt.

Vorgesehen sind zunächst Bitcoin, Ethereum, Ripple, Solana und Polygon. Das Angebot wird vom Sparkassen-Wertpapieranbieter Dekabank bereitgestellt. Die Verwahrung der Kryptowerte erfolgt durch die Dekabank in Kooperation mit der Börse Stuttgart.

Der DSGV richtet das Angebot an Kundinnen und Kunden, die eigenständig Kryptowährungen kaufen, verkaufen und verwahren möchten. Eine Beratung oder aktive Bewerbung durch die Sparkassen in der Breite ist nicht vorgesehen.

„Das Interesse in der Gruppe ist groß, und Woche für Woche werden weitere Institute hinzukommen. Im ersten Halbjahr 2027 wollen wir bereits einen großen Teil der interessierten Sparkassen angebunden haben“, sagte Joachim Schmalzl, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des DSGV.

Als Grund für den Einstieg nannte Schmalzl die Nachfrage der Kunden und einen verlässlichen europäischen Rechtsrahmen. Ziel sei es, Kunden, die sich bewusst für Krypto entscheiden, einen Zugang in einem regulierten Umfeld zu ermöglichen.

Gleichzeitig betont der DSGV die Risiken. Kryptowährungen blieben aus Sicht der Sparkassen hochspekulative Anlagen. Kunden würden ausdrücklich auf starke Kursschwankungen und das Risiko eines Totalverlusts hingewiesen.

Für die breite langfristige Vermögensbildung stünden weiterhin Wertpapieranlagen, Sparpläne und Beratung im Vordergrund. Kryptowährungen seien insbesondere bei jungen Menschen beliebt; Smartphone-Banken wie N26, Trade Republic und Revolut bieten den Handel bereits seit geraumer Zeit an.

Zusammenfassung: Die Sparkassen führen den Kryptohandel nicht bundesweit gleichzeitig, sondern schrittweise ein. Zum Angebot gehören zunächst Bitcoin, Ethereum, Ripple, Solana und Polygon; zugleich weist der DSGV ausdrücklich auf Kursschwankungen und das Risiko eines Totalverlusts hin.

Bitcoin könnte laut Bitwise von KI-Boom und KI-Crash profitieren

Bitcoin könnte laut einer Einschätzung von Bitwise sowohl von einem KI-Boom als auch von einem KI-Crash profitieren. Matt Hougan, Investmentchef des Krypto-Vermögensverwalters Bitwise, sieht für die Kryptowährung unabhängig vom Ausgang der KI-Entwicklung langfristiges Kurspotenzial.

Ein erfolgreicher KI-Boom könnte die weltweite Produktivität stark erhöhen. Dienstleistungen könnten günstiger werden, Unternehmen effizienter arbeiten und die Wirtschaft kräftig wachsen. In einem solchen Szenario könnten knappe Vermögenswerte besonders gefragt sein.

Während künstliche Intelligenz immer mehr Güter und Dienstleistungen günstiger verfügbar machen könnte, blieben Gold, Immobilien und Bitcoin begrenzt. Hougan verweist dabei auf das auf 21 Millionen Einheiten beschränkte Angebot von Bitcoin.

Zusätzliche Nachfrage könnte durch KI-Agenten entstehen, die eigenständig Kryptowährungen für Zahlungen nutzen. Laut einer aktuellen Untersuchung von Chainalysis wurden auf der Blockchain Base bereits mehr als 138 Millionen Transaktionen über das Zahlungsprotokoll x402 registriert.

KI-Agenten können damit selbstständig Daten, Rechenleistung und andere digitale Dienstleistungen bezahlen. Zwar werden dafür überwiegend Stablecoins statt Bitcoin verwendet, die Entwicklung zeigt laut der Quelle jedoch, wie künstliche Intelligenz die Nutzung von Kryptowährungen und Blockchain-Technologie vorantreiben könnte.

Auch ein Platzen der KI-Blase könnte Bitcoin langfristig stärken. Ein Zusammenbruch milliardenschwerer KI-Investitionen könnte zunächst eine Finanzkrise ähnlich der von 2008 auslösen. In diesem Fall dürfte Bitcoin gemeinsam mit Aktien und anderen Risikoanlagen deutlich an Wert verlieren.

Anschließend erwartet Hougan massive staatliche Rettungsmaßnahmen und eine Lockerung der Geldpolitik. Die Wahrscheinlichkeit solcher Eingriffe schätzt er auf nahezu 100 Prozent. Sinkende Zinsen und eine starke Ausweitung der Geldmenge könnten Bitcoin danach zu einer kräftigen Erholung verhelfen.

„Genau für dieses Umfeld wurde Bitcoin geschaffen“, schreibt Hougan.

Auch bei moderatem Wirtschaftswachstum sieht der Bitwise-Manager gute Aussichten. Steigende Investitionen in Bitcoin-ETFs, zusätzliche Käufe durch Unternehmen und Staaten sowie die wachsende Staatsverschuldung könnten die Nachfrage weiter erhöhen.

Zusammenfassung: Bitwise sieht mehrere mögliche Wachstumstreiber für Bitcoin. Im KI-Boom wären Knappheit und neue Zahlungsanwendungen entscheidend, während nach einem KI-Crash staatliche Rettungsmaßnahmen, sinkende Zinsen und eine Ausweitung der Geldmenge wirken könnten.

Bitcoin und ausgewählte Kryptowährungen am Mittag

Am Mittag stieg der Bitcoin-Kurs um 1,00 Prozent auf 82.136,99 US-Dollar. Am Vortag war Bitcoin noch bei 81.323,09 US-Dollar gehandelt worden.

Der finanzen.net Top 10 Crypto-ETP lag laut Finanzen.net 2,9 Prozent im Minus. Seit dem Start des Produkts im September 2024 belief sich die Performance auf 15,9 Prozent.

KryptowährungKurs am MittagVeränderungVortagskurs
Bitcoin82.136,99 US-Dollar+1,00 Prozent81.323,09 US-Dollar
Litecoin59,31 US-Dollar+0,97 Prozent58,74 US-Dollar
Ethereum2.421,76 US-Dollar+1,12 Prozent2.394,89 US-Dollar
Bitcoin Cash275,31 US-Dollar+0,29 Prozent274,51 US-Dollar
Ripple1,298 US-Dollar+0,49 Prozent1,291 US-Dollar
Monero585,68 US-Dollar+3,01 Prozent568,56 US-Dollar
Cardano0,2208 US-Dollar0,2192 US-Dollar
Stellar0,1777 US-Dollar0,1768 US-Dollar
Tron0,3330 US-Dollar0,3333 US-Dollar
Binancecoin722,24 US-Dollar+0,85 Prozent716,18 US-Dollar
Dogecoin0,0793 US-Dollar0,0791 US-Dollar
Solana104,05 US-Dollar+0,91 Prozent103,11 US-Dollar
Avalanche9,834 US-Dollar+0,95 Prozent9,741 US-Dollar
Chainlink12,00 US-Dollar+0,42 Prozent11,95 US-Dollar
Sui0,9865 US-Dollar+1,16 Prozent0,9751 US-Dollar

Besonders deutlich legte Monero mit einem Plus von 3,01 Prozent auf 585,68 US-Dollar zu. Ethereum stieg um 1,12 Prozent auf 2.421,76 US-Dollar, während Sui um 1,16 Prozent auf 0,9865 US-Dollar zulegte.

Solana stieg von 103,11 US-Dollar auf 104,05 US-Dollar. Avalanche erhöhte sich um 0,95 Prozent auf 9,834 US-Dollar, Chainlink gewann 0,42 Prozent auf 12,00 US-Dollar und Binancecoin legte um 0,85 Prozent auf 722,24 US-Dollar zu.

Cardano, Stellar, Tron und Dogecoin zeigten dagegen nur geringe Bewegungen. Cardano wurde mit 0,2208 US-Dollar festgestellt, Stellar mit 0,1777 US-Dollar, Tron mit 0,3330 US-Dollar und Dogecoin mit 0,0793 US-Dollar.

Zusammenfassung: Bitcoin legte am Mittag auf 82.136,99 US-Dollar zu. Unter den aufgeführten Kryptowährungen verzeichnete Monero mit 3,01 Prozent den stärksten Anstieg, während mehrere kleinere Coins nur geringe Veränderungen zeigten.

Einschätzung der Redaktion

Die entscheidende Entwicklung ist die zunehmende Trennung zwischen Bitcoin und dem übrigen Kryptomarkt: Kapital konzentriert sich auf den etablierten Marktführer, während viele Altcoins ihre kurzfristige Dynamik verlieren. Das spricht für eine selektivere und risikobewusstere Marktphase statt für eine breit getragene Rally.

Der schrittweise Einstieg der Sparkassen erhöht zugleich die institutionelle Akzeptanz und senkt Zugangshürden. Er ist jedoch kein Qualitätssiegel für einzelne Kryptowährungen. Für Anleger bleiben Kursschwankungen, Liquiditätsrisiken und das Risiko eines Totalverlusts maßgeblich.

Die Verbindung von Bitcoin mit KI, Geldpolitik und geopolitischen Entwicklungen unterstreicht seine wachsende Bedeutung als spekulatives Makro-Asset. Sie macht den Kurs aber nicht berechenbarer: Sowohl technologische Euphorie als auch ein Vertrauensbruch an den Märkten können zunächst hohe Verluste auslösen.

Infobox: Bitcoin gewinnt relative Stärke und institutionelle Sichtbarkeit; bei Altcoins steigt dagegen der Selektions- und Risikodruck deutlich.

Quellen: