Bitcoin bleibt umstritten: Kursziele, MSCI-Risiken und Altersvorsorge im Fokus

Autor: Coinkurier Redaktion

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Kategorie: Nachrichten

Zusammenfassung: Bitcoin-Kursziele bis 2030 bleiben umstritten, während Strategy eine mögliche MSCI-Exklusion abwehrt und Anleger Handelsplattformen nach Kosten, Sicherheit und Wallet-Übertragbarkeit prüfen sollten.

Wie belastbar sind Bitcoin-Kursziele, welche Folgen drohen Strategy durch eine mögliche MSCI-Exklusion und worauf kommt es bei der Auswahl einer Handelsplattform an? Der Pressespiegel beleuchtet die wichtigsten Debatten rund um Bitcoin, Krypto-Adoption und Altersvorsorge – von millionenschweren Prognosen bis zur realistischen Finanzplanung.

Bitcoin-Experten uneins über Kursziele, Indexrisiken und Altersvorsorge

BTC-ECHO: Eine Million US-Dollar bis 2030 „mathematisch unmöglich“

Viele Bitcoin-Experten erwarten laut BTC-ECHO bereits bis 2030 einen Kurs oberhalb der Millionenmarke. Markus Thielen, Forschungsleiter der Analysefirma 10x Research, sieht dieses Ziel jedoch deutlich skeptischer und spricht von einer möglicherweise „unüberwindbaren mathematischen Hürde“.

Seine Einschätzung begründet Thielen mit den erforderlichen Kapitalzuflüssen. Unter normalen Marktbedingungen sei das notwendige Kapital für einen Anstieg auf 1.000.000 US-Dollar pro Bitcoin schlicht nicht vorhanden. Die Analyse stützt sich auf einen Vergleich historischer Kapitalzuflüsse.

Damit stellt BTC-ECHO die Frage in den Raum, ob sich viele Bitcoin-Anhänger bei ihren langfristigen Prognosen vor allem von Wunschdenken leiten lassen. Eine konkrete alternative Kursprognose von Thielen wird in dem vorliegenden Beitrag nicht genannt.

„Mathematisch unmöglich“

Zusammenfassung: BTC-ECHO berichtet über die skeptische Einschätzung von Markus Thielen zu einem Bitcoin-Kurs von 1.000.000 US-Dollar bis 2030. Als entscheidendes Hindernis nennt er das unter normalen Marktbedingungen fehlende Kapital.

Blocktrainer: Strategy wehrt sich gegen mögliche MSCI-Exklusion

MSCI hat laut Blocktrainer in diesem Monat einen neuen Vorschlag veröffentlicht, der darauf abzielt, „nicht-operative Unternehmen“ aus den eigenen Indizes auszuschließen. Betroffen wären neben Strategy, dem größten börsennotierten Bitcoin-Halter, auch das japanische Unternehmen Metaplanet und ein Uran-Investor.

Es handelt sich dabei nicht um den ersten Vorstoß dieser Art. Im Oktober 2025 hatte MSCI bereits Anstrengungen unternommen, „Digital Asset Treasury Companies“ aus den Indizes auszuschließen. Im Januar dieses Jahres wurde anschließend bekannt, dass der Indexherausgeber zunächst davon absieht.

Die damalige Sorge vor einem Ausschluss von Strategy hatte Ende 2025 zu fallenden Kursen bei Bitcoin und der MSTR-Aktie beigetragen. Blocktrainer verweist dabei unter anderem auf eine Research-Note der Großbank JPMorgan, in der der potenzielle Verkaufsdruck vorgerechnet worden sei.

Strategy erklärte, Indexherausgeber sollten Märkte abbilden und Unternehmen nicht anhand ihrer Vermögenswerte diskriminieren. Zudem betonte das Unternehmen, weder Strategy noch Bitcoin würden MSCI benötigen.

„Bitcoin braucht MSCI nicht. Strategy ebenso wenig.“

Strategy-CEO Phong Le erklärte in einer Fragerunde mit Kleinanlegern, dass zwischen 3 und 4 % der derzeitigen Strategy-Aktien von einer Exklusion aus den MSCI-Indizes betroffen wären. ETFs, die MSCI-Indizes abbilden, müssten ihre MSTR-Aktien bei einer entsprechenden Anpassung verkaufen.

Le bezeichnete den erwarteten Verkaufsdruck jedoch als nicht wesentlich für Strategy. Für Bitcoin sei die Bedeutung seiner Einschätzung nach noch geringer und liege möglicherweise bei 0,1 %, wenn die von Strategy gehaltenen Bitcoin berücksichtigt würden.

Von einer MSCI-Exklusion betroffener Anteil der Strategy-Aktien3 bis 4 %
Von Phong Le genannte mögliche Bedeutung für Bitcoin0,1 %
Ende der KonsultationsphaseEnde September
Ankündigung der MSCI-EntscheidungMitte Oktober
Wahrscheinlichkeit einer Exklusion laut Polymarket80 %
Vor der Entscheidung im Januar eingepreiste Wahrscheinlichkeit77 %

Phong Le argumentierte außerdem, MSCI stehe mit seiner Position möglicherweise im Widerspruch zur US-Regierung, den Weltmärkten und anderen Indizes. Er verwies auf die SEC und das FASB und erklärte, Bitcoin sei ein operativer Vermögenswert.

Strategy will sich laut Le an der bis Ende September laufenden Konsultationsphase beteiligen. Das Unternehmen wolle besser verstehen, warum MSCI den Vorschlag unterbreite, und hoffe, dass MSCI ihn nicht weiterverfolgt.

Blocktrainer weist zugleich darauf hin, dass der Aktienkurs für das Geschäftsmodell von Strategy essenziell ist. Das Unternehmen habe bislang den größten Teil seines Kapitals durch die Ausgabe von MSTR-Aktien aufgenommen. Ein Verkaufsdruck von 3 bis 4 % der ausstehenden Aktien wäre demnach zwar kein Todesurteil, könne aber als Katalysator für einen weiteren Abverkauf wirken.

Eine weitere Gefahr bestehe darin, dass andere Indexherausgeber dem Vorgehen folgen könnten. Strategy ist laut Blocktrainer auch Bestandteil des Technologieindex Nasdaq 100, während das Unternehmen noch nicht in den S&P 500 aufgenommen wurde.

Zusammenfassung: Blocktrainer berichtet über den MSCI-Vorschlag und die Gegenargumente von Strategy-CEO Phong Le. Die mögliche Exklusion könnte 3 bis 4 % der Strategy-Aktien betreffen; MSCI will die Entscheidung bis Mitte Oktober bekannt geben.

Berliner Morgenpost: Trade Republic beliebteste Plattform in Studie

Die Berliner Morgenpost berichtet über eine Bearingpoint-Studie zur Nutzung von Kryptowährungen in Deutschland. Danach besitzen 13 Prozent der erwachsenen Bevölkerung Kryptowährungen, während weitere elf Prozent noch nicht investiert haben, sich einen Einstieg aber vorstellen können.

Damit hat laut der Studie knapp jeder vierte Erwachsene in Deutschland entweder bereits in Kryptowährungen investiert oder zieht dies zumindest in Betracht. Die Untersuchung wurde von Yougov im Auftrag von Bearingpoint zwischen dem 18. Juni und dem 30. Juli 2026 mit insgesamt 4149 Menschen in Deutschland durchgeführt.

Die Ergebnisse wurden nach Alter, Geschlecht und Region gewichtet und sind laut Bearingpoint repräsentativ für die erwachsene Wohnbevölkerung. Bitcoin ist unter den Krypto-Besitzern der am weitesten verbreitete Coin.

Kryptowährungen besitzende erwachsene Bevölkerung in Deutschland13 Prozent
Erwachsene mit möglichem Interesse an einem Einstiegelf Prozent
Bitcoin-Besitz unter Krypto-Besitzernrund drei Viertel
Ethereum-Besitz33 Prozent
Solana-Besitz23 Prozent
XRP-Besitz18 Prozent
Teilnehmer der Yougov-Umfrage4149 Menschen
Zeitraum der Befragung18. Juni bis 30. Juli 2026

Bei den Handelsplattformen liegt der Neobroker Trade Republic mit 17 Prozent an erster Stelle. Dahinter folgen Binance mit 16 Prozent, Bitpanda mit 11 Prozent, Coinbase mit 10 Prozent und Bison mit 7 Prozent.

Trade Republic17 Prozent
Binance16 Prozent
Bitpanda11 Prozent
Coinbase10 Prozent
Bison7 Prozent

Die Verbreitung von Kryptowährungen ist bei jüngeren Menschen besonders hoch. 21 Prozent der 18- bis 24-Jährigen besitzen digitale Vermögenswerte, bei den 25- bis 34-Jährigen sind es 28 Prozent.

Die Berliner Morgenpost betont, dass Beliebtheit nicht automatisch mit der besten Qualität gleichzusetzen ist. Die Bearingpoint-Studie bewertet weder Kosten noch Sicherheit oder Funktionsumfang der Anbieter.

Beim Vergleich von Bison und Trade Republic verweist die Berliner Morgenpost auf ExtraETF. Bison erhält dort das Urteil „Sehr gut“, Trade Republic die Bewertung „Empfehlung“. Bison biete eine größere Auswahl an Kryptowährungen und verlange keine feste Ordergebühr, während ExtraETF einen durchschnittlichen Spread von rund 1,25 Prozent ermittelt habe.

Bei Trade Republic nennt ExtraETF einen Spread von etwa 0,5 Prozent zuzüglich einer Fremdkostenpauschale von einem Euro pro Order. Finanztip empfiehlt für den Kauf von Bitcoin Bison, Bitvavo und Finst. Trade Republic erreicht den Angaben zufolge die von Finanztip festgelegte Empfehlungsschwelle nicht.

Die Berliner Morgenpost verweist außerdem auf Kriterien von Finanztip. Dazu gehören der Kauf und Verkauf von Bitcoins direkt gegen Euro, eine Einzahlungsmöglichkeit von einem deutschen Girokonto, die Übertragbarkeit auf ein eigenes Wallet sowie die Möglichkeit, Bitcoins auf Wunsch in einem Custodial-Wallet beim Anbieter zu lagern.

Zusammenfassung: Die Bearingpoint-Studie sieht Trade Republic mit 17 Prozent als beliebteste Handelsplattform unter den Befragten. Für die Auswahl eines Anbieters sollten laut Berliner Morgenpost jedoch unter anderem Gebühren, Spreads, Regulierung und die tatsächliche Übertragbarkeit der Kryptowährungen geprüft werden.

Der Aktionär: Bitcoin im Hot-Stock-Report neben Nvidia und SpaceX

Der Aktionär stellt in einem Hot-Stock-Report vier neue Empfehlungen vor und nennt dabei unter anderem Nvidia, SpaceX, Bitcoin, Xiaomi und OHB. Der Beitrag trägt die Überschrift „200 bis 3.000 % - 4 Hot-Stocks on Fire!“.

Im Mittelpunkt des begleitenden Marktüberblicks stehen außerdem Unternehmen aus den Bereichen künstliche Intelligenz, Spiele, Halbleiter, Cybersicherheit und Raumfahrt. Bei Bitcoin weist Der Aktionär auf einen bestehenden Interessenkonflikt hin.

Florian Söllner hält unmittelbar Positionen über Bitcoin oder darauf bezogene Derivate, die von einer durch die Publikation möglicherweise resultierenden Kursentwicklung profitieren können. Der Beitrag enthält keine konkrete Bitcoin-Kurszahl.

Bei den weiteren genannten Unternehmen berichtet Der Aktionär unter anderem von einem Gewinnanstieg von 33 Prozent bei Bandai Namco. Die Aktie liege im Depot 30 rund 25 Prozent vorne.

Für Palantir nennt der Beitrag ein Umsatzwachstum von 93 Prozent und ein Wachstum des Nettogewinns von 324 Prozent. Bei AMD seien die Gewinnschätzungen um 60 Prozent angehoben worden.

Almonty sei nach einem Anstieg von rund 2.000 Prozent kein Titel mehr, dem hinterhergelaufen werden müsse. Als spekulativ werden Butterfly Network, Quantinuum und Frequency Electronics bezeichnet.

Gewinnanstieg bei Bandai Namco33 Prozent
Vorsprung der Bandai-Namco-Aktie im Depot 30rund 25 Prozent
Umsatzwachstum bei Palantir93 Prozent
Wachstum des Nettogewinns bei Palantir324 Prozent
Anhebung der Gewinnschätzungen bei AMD60 Prozent
Anstieg bei Almontyrund 2.000 Prozent

Zusammenfassung: Der Aktionär führt Bitcoin in einem Hot-Stock-Report neben mehreren Aktien- und Technologietiteln auf. Eine konkrete Bitcoin-Prognose enthält der Beitrag nicht; zugleich wird der Interessenkonflikt des beteiligten Autors offengelegt.

Presseportal: Altersvorsorge mit Bitcoin verlangt mehr als einen Wunschkurs

Das Presseportal veröffentlicht eine Analyse von Christian Haag und Florian Sondershausen zur Nutzung von Bitcoin als Altersvorsorge. Die beiden Experten der Haag Sondershausen Consulting GmbH warnen davor, lediglich einen möglichen Bitcoin-Kurs zum Renteneintritt in einen Renditerechner einzutragen.

Nach ihrer Darstellung müssen Anleger zunächst den persönlichen Zeithorizont, den vorhandenen Bitcoin-Bestand und den monatlich investierbaren Betrag bestimmen. Ebenso wichtig seien liquide Rücklagen, damit bei unerwarteten Ausgaben nicht Bitcoin verkauft werden muss.

„Viele schauen bei Bitcoin nur darauf, was ihr Bestand irgendwann einmal wert sein könnte. Für die Altersvorsorge reicht das aber nicht.“

Ein Sparplan könne die Käufe über einen längeren Zeitraum verteilen. Bei niedrigeren Kursen würden für denselben Betrag mehr Bitcoin gekauft, bei höheren Kursen entsprechend weniger. Dadurch werde die Abhängigkeit vom perfekten Einstiegszeitpunkt reduziert.

Die Experten betonen zugleich, dass ein Sparplan langfristig durchgehalten werden müsse. Wer jeden verfügbaren Euro investiert und bei der nächsten unerwarteten Ausgabe Bitcoin verkaufen muss, habe wenig gewonnen.

Bitcoin entwickle sich nicht gleichmäßig nach oben. Auf Akkumulations- und Aufschwungphasen könnten Euphorie, deutliche Korrekturen und längere Seitwärtsbewegungen folgen. Das Bitcoin-Halving halbiere ungefähr alle vier Jahre die Menge der neu erzeugten Bitcoin pro Block.

„Der Markt interessiert sich am Ende nicht dafür, wann jemand in Rente gehen möchte.“

Statt mit einem einzigen Wunschkurs zu kalkulieren, sollten Anleger laut Presseportal ein vorsichtiges, ein mittleres und ein optimistisches Szenario durchspielen. Historische Marktzyklen könnten dabei Orientierung geben, die zukünftige Entwicklung aber nicht exakt berechenbar machen.

Auch Inflation, Steuern und Gebühren müssten berücksichtigt werden. Wer heute beispielsweise mit 3.000 Euro monatlich auskommt, werde in 20 oder 30 Jahren voraussichtlich einen höheren Betrag benötigen, um denselben Lebensstandard zu halten.

Beispiel für monatlichen heutigen Bedarf3.000 Euro
Genannte Zeiträume bis zum Ruhestand20 oder 30 Jahre

Die steuerlichen Folgen eines Bitcoin-Verkaufs hingen unter anderem von der individuellen Situation, dem Wohnsitz, der Haltedauer, der Art der Transaktion und der jeweils geltenden Rechtslage ab. Gebühren für Käufe, Verkäufe, Übertragungen und Verwahrung könnten sich über viele Jahre summieren.

Für die Entnahmephase sei entscheidend, wie viel Geld jährlich benötigt wird, wie viele Bitcoin dafür verkauft werden müssen und ob der Rentenbeginn in eine schwache Marktphase fällt. Teilverkäufe über mehrere Jahre könnten die Abhängigkeit von einem einzelnen Kurs reduzieren.

Ein zusätzlicher Sicherheitspuffer soll laut den Autoren längere schwache Marktphasen, steigende Lebenshaltungskosten und unerwartet hohe Ausgaben abfedern. Erst wenn Anspar- und Entnahmephase gemeinsam betrachtet werden, könne aus einem hohen Portfoliowert eine belastbare Altersvorsorge werden.

„Am Ende geht es nicht darum, sich irgendeinen Bitcoin-Preis für die Zukunft auszumalen.“

Zusammenfassung: Das Presseportal stellt die Planung einer Bitcoin-Altersvorsorge als Zusammenspiel von Zeithorizont, Bestand, Sparrate, Rücklagen, Inflation, Steuern, Gebühren und Entnahmen dar. Die Experten raten zu mehreren Szenarien und warnen davor, die gesamte Planung auf einen einzelnen zukünftigen Bitcoin-Kurs zu stützen.

Einschätzung der Redaktion

Die zentrale Erkenntnis ist die zunehmende Professionalisierung der Bitcoin-Debatte: Extreme Kursziele verlieren an Aussagekraft, wenn Kapitalbedarf, Liquidität und realistische Marktbedingungen nicht berücksichtigt werden. Gleichzeitig zeigen Indexrisiken und die wachsende Nutzung durch Privatanleger, dass Bitcoin stärker in traditionelle Finanzstrukturen eingebunden wird und dadurch neue Abhängigkeiten entstehen.

Für Anleger ist deshalb weniger die Suche nach einem maximalen Kursziel entscheidend als ein belastbarer Plan für Risiko, Sparrate, Rücklagen und spätere Entnahmen. Besonders bei der Altersvorsorge kann ein einzelnes optimistisches Szenario zu einer gefährlichen Fehlplanung führen.

Infobox: Bitcoin gewinnt an Relevanz, bleibt aber hochvolatil. Nachhaltige Entscheidungen erfordern realistische Szenarien, ausreichende Liquiditätsreserven und eine kritische Prüfung von Plattformen, Kosten und Abhängigkeiten.

Quellen: