Reaktion auf Assange-Verhaftung: WikiLeaks-Dokumente auf der Bitcoin Cash (BCH)-Blockchain verewigt

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Der Bitcoin Cash (BCH)-Entwickler Chris Troutner kopierte kürzlich zahlreiche von WikiLeaks veröffentlichte Dokumente in die BCH-Blockchain. Nun sind sie auf ewig in der Blockchain festgeschrieben.

Die Verhaftung des Enthüllungsjournalisten Julian Assange hat vergangene Woche auch unter Krypto-Fans für Entsetzen gesorgt. Viele zeigten ihre Solidarität mit dem WikiLeaks-Sprecher, indem sie seiner Organisation Bitcoin (BTC)-Spenden zukommen ließen.

Enthüllungsdokumente sicher auf BCH-Blockchain gespeichert

Der Bitcoin Cash (BCH)-Entwickler Chris Troutner dagegen unterstützte Wikileaks auf eine andere Weise: Er kopierte zahllose von WikiLeaks veröffentlichte Geheimdokumente sowohl in die BCH-Blockchain, als auch in das IPFS-Netzwerk und machte sie damit quasi unzensierbar.

IPFS steht für Inter-Planetary File System. Es handelt sich dabei um ein Protokoll, welches HTTP als Grundlage des Internets ersetzen will. Das Netz soll dadurch dezentraler und widerstandsfähiger werden. Protocol Labs, die Entwickler von IPFS, sind auch für die Kryptowährung Filecoin (FIL) verantwortlich. Diese soll eine zusätzliche Anreizstruktur für IPFS bieten.

Bekanntlich ist Sinn und Zweck der Blockchain, ein unveränderliches Grundbuch bereitzustellen. Wer einen Block manipulieren wollte, müsste auch alle darauf folgenden Blöcke umschreiben. Dies ginge nur mit über 50 Prozent der gesamten Hashpower – bei größeren Kryptowährungen nahezu unerreichbar.

Troutner hat damit also einen Beitrag dazu geleistet, dass Geheimdienste, Militärs und Co. ihre dunklen Geheimnisse nicht mehr unter den Teppich kehren können. Ironischerweise behaupten manche Browser, die von ihm eingerichtete Webseite WikiLeaks.Cash enthalte schädliche Programme. Fragt sich nur: Schädlich für wen?

Die Bitcoin-Blockchain: Ein umstrittenes Speichermedium

Die Frage, was alles auf der Blockchain einer Kryptowährung gespeichert werden dürfe, war für die Spaltung zwischen Bitcoin (BTC) und Bitcoin Cash (BCH) im Sommer 2017 von (de)zentraler Bedeutung. BCH-Anhänger vertreten die Ansicht, dass die Block-Größe nicht unnötig beschränkt werden solle.

Durch größere Blöcke könne man schließlich nicht nur viel mehr Transaktionen verarbeiten, sondern auch viele zusätzliche Daten auf der Blockchain speichern. Bitcoin SV (BSV) treibt diese Denkweise mit dem Metanet-Projekt auf die Spitze, welches das gesamte Internet in der BSV-Blockchain verankern soll.

Bitcoin (BTC)-Vertreter haben gegen solche Vorhaben einen großen Einwand: Die Dezentralität würde zerstört werden. Schließlich muss jeder, der eine Full Node betreiben will, die gesamte Bitcoin-Blockchain herunterladen. Bereits jetzt ist die BTC-Blockchain über 200 Gigabyte groß. Wenn sie unkontrolliert weiterwachsen würde, könnten sich irgendwann nur noch Großkonzerne einen vollwertigen Knotenpunkt leisten.

Sollten alle wichtigen Dokumente auf einer Blockchain gespeichert werden? Schreib uns Deine Gedanken dazu in die Kommentarspalte!

@Bild via Depositphotos

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