EILMELDUNG: 51%-Attacke bei jüngster Bitcoin Cash (BCH)-Hardfork

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Bei der Bitcoin Cash (BCH)-Hardfork am 15. Mai versuchte ein Angreifer, Coins zu stehlen, wurde aber durch eine Blockchain-Reorganisation zweier Mining-Pools daran gehindert. Für viele Beobachter machte diese 51%-Attacke die starke Zentralisierung von BCH deutlich.

Bitcoin Cash (BCH) führt zweimal im Jahr per Hardfork ein großes Update durch. Im Zuge eines solchen war am 15. November 2018 Bitcoin SV (BSV) von BCH abgespalten worden. Auch bei der jüngsten Hardfork vergangene Woche kam es zu Komplikationen. Diese wurden in einem am Freitag veröffentlichten Bericht von BitMEX Research ausführlich aufgearbeitet.

Offenbar hatte ein Fehler im Code dazu geführt, dass bis dato verlorene Coins plötzlich wieder zugänglich wurden und ein unbekannte Miner wollte sich diesen Schatz von 3.392 BCH (rund 1,2 Millionen Euro) in die eigene Tasche stecken. Die Mining-Pools BTC.com und BTC.TOP ließen den Angreifer jedoch nicht damit davonkommen. Sie nutzten ihre Hashpower dazu, zwei Blöcke zu überschreiben und damit den Diebstahl ungeschehen zu machen.

Diese Aktion sorgte in der Kryptogemeinde für Kontroversen. Christoph Bergmann von BitcoinBlog.de schrieb beispielsweise, BTC.top habe “in gewisser Weise die Rolle der Polizei übernommen” und “soziale Regeln auf der Blockchain” durchgesetzt.

Andere Kommentatoren sahen die Aktion deutlich weniger positiv: Wie Guy Swann, Moderator des Podcasts The Cryptoconomy, am Donnerstag auf Twitter schrieb, wurde BCH eindeutig Opfer einer 51%-Attacke durch die beiden Mining-Pools.

Kiarahpromise, nach eigenen Angaben eine “professionelle Sicherheitsforscherin”, bewertete den Vorfall schon zwei Tage nach Hardfork ähnlich: “Das ist eine 51%-Attacke. Die absolut schlimmstmögliche Attacke.” Sie warf den Minern vor, das Ideal des dezentralisierten und unzensierbaren Geldes nur dann hochzuhalten, wenn es gerade bequem sei.

Unabhängig davon, ob man die Handlungen der beiden Mining-Pools nun als Attacke bewertet oder als gut gemeinten Versuch, Schlimmeres zu verhindern: Tatsache ist, dass BTC.TOP und BTC.com einfach so über 50% der BCH-Hashpower erreichen und somit die Blockchain nach ihrem Willen umschreiben konnten. Zeitweise hatte sogar BTC.TOP allein 54% der gesamten Hashrate. Es steht also nicht gut um die Dezentralität von Bitcoin Cash.

Sollten Mining-Pools im Notfall die Blockchain reorganisieren oder darf das eherne Gesetz der Unveränderlichkeit keinesfalls gebrochen werden? Schreib uns Deine Gedanken dazu in die Kommentarspalte! 

© Bild via Depositphotos

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