Bitcoin Cash: Nur geringe Nutzung als Zahlungsmittel

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Bitcoin Cash versus Bitcoin. Das Rennen der Giganten | © Depositphotos
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Die Nutzung von Bitcoin Cash zum Kauf von Waren hat sich zwischen März und Mai mehr als halbiert. Das geht aus einer Untersuchung der Firma Chainalysis hervor. Bitcoin (BTC) wird um ein Vielfaches häufiger verwendet, allerdings liegen die aktuellen Umsätze auch nur bei einem Bruchteil des Höchstwertes vom September letzten Jahres.

Roger Ver, das prominenteste Gesicht von Bitcoin Cash (BCH), hat mehrfach behauptet, dass BCH anstatt BTC der eigentliche Bitcoin sei. Im letzten Jahr hatte sich die aktuell viertgrößte Kryptowährung in einem Hardfork von Bitcoin (BTC) abgespaltet. Ver verglich beide Coins diesen Januar auf Twitter. Bitcoin habe demnach im Gegensatz zu BCH unter anderem keine „verlässlichen Transaktionen“ und keine „dezentralisierten Entwicklerteams“. Folglich sprach Ver BTC sogar den Status als digitale Währung ab. Er verkündete triumphierend, dass nur noch BCH dem Titel des Bitcoin Whitepapers “Bitcoin: Ein elektronisches Peer-to-Peer-Bezahlsystem” gerecht würde.

BCH deutlich weniger verwendet als BTC

Ein Kriterium, das nicht in den Vers Vergleich mit einfloss, war die tatsächliche Nutzung seines Coins als Zahlungsmittel für den Kauf von Gütern. In diesem Punkt ist BTC der klare Gewinner. Das Blockchain-Analyse-Unternehmen Chainalysis hat dazu die Zahlen von Unternehmen wie BitPay und Coinify, die Krypto-Zahlungen für Händler verarbeiten, ausgewertet. Demnach wurden im Mai nur 3,8 Millionen Dollar in BCH bezahlt, nur noch gut ein Drittel der Umsätze vom März. Vor allem im Vergleich zu den 60 Millionen, die im Mai in BTC ihren Besitzer wechselten, steht BCH schlecht dar.

Kim Grauer, Ökonomin bei Chainalysis, zufolge ist eine hohe Zentralisierung der Coins bei Bitcoin Cash für die schwache Nutzung mitverantwortlich. 67 Wallets, die nicht auf Exchanges liegen, besäßen zusammen rund 56 Prozent aller BCH. Hinzu kommt, dass es schlicht weniger Nutzer und Besitzer als bei Bitcoin (BTC) gibt.

Bitcoin als Zahlungsmittel oder Spekulationsobjekt

Aber auch wenn Bitcoin in diesem Vergleich gut dasteht, gibt das größere Bild eher keinen Grund zur Freude. Verglichen mit den Werten vom letzten Jahr sind die aktuellen Zahlen schwach. Der Höchststand lag im September 2017 als BTC im Wert von 412 Milliarden Dollar im Handel umgesetzt wurden. Rund sieben Mal mehr als im Mai dieses Jahres.

Bezahlungen mit BTC und BCH | © Bloomberg

Als Grund für den Rückgang der Zahlungen mit BTC wurden zunächst die hohen Preisanstiege Ende 2017 und die daraus entstandenen Spekulationen gesehen. Warum heute einen Bitcoin ausgeben, wenn er morgen viel wertvoller sein könnte? Mittlerweile sind die Volatilität sowie auch die Gebühren aber vergleichsweise stark gesunken und trotzdem wird weniger mit dem Bitcoin gehandelt als im vierten Quartal des vergangenen Jahres. Ein Grund könnte sein, dass der Bitcoin und damit der Wirbel um seine Zukunft aus den Medien verstummt ist.

Sonny Singh von BitPay hält dagegen und bekräftigt, dass Unternehmen in der Krypto-Branche viel stärker als letztes Jahr Digitalwährungen zum Begleichen ihrer Rechnungen nutzen.

Ist es in deinen Augen besorgniserregend, wenn Bitcoin und Bitcoin Cash immer weniger als Zahlungsmittel eingesetzt werden? Oder siehst du Kryptowährungen eher als Wertspeicher, der gegen Inflation schützt, egal ob sie im täglichen Gebrauch zum Einsatz kommen? Schreib uns deine Gedanken dazu in die Kommentarspalte!

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