Inhaltsverzeichnis:
Bitcoin steht im Spannungsfeld zwischen politischen Steuerplänen, ermutigenden Erholungssignalen und wachsenden technologischen sowie marktbedingten Risiken. Der Pressespiegel beleuchtet, wie Medien die mögliche Neuregelung der Besteuerung, neue Chart-Signale, das Quantenrisiko, ETF-Ströme und den Streit um den Clarity Act einordnen.
Pressespiegel: Bitcoin zwischen Steuerplänen, Erholungssignalen und neuen Risiken
FAZ: Debatte über Besteuerung von Bitcoin wie Aktien
Die FAZ berichtet über die geplante Änderung der Besteuerung von Kryptowährungen. Auf Gewinne mit Kryptowährungen fallen bislang oft keine Steuern an. Das will der Finanzminister ändern.
Im Mittelpunkt des Beitrags steht ein Streitgespräch zwischen Parsa Marvi von der SPD und Matthias Steger vom Bitcoin Bundesverband. Steger berichtet, dass er bereits relativ früh von Bitcoin erfahren habe, zunächst aber nicht investiert habe. Als Steuerberater habe er zuerst Mandanten zu dem Thema beraten und Bitcoin erstmals im Jahr 2016 gekauft.
Damit stellt die FAZ die steuerpolitischen Pläne der Perspektive eines Branchenvertreters gegenüber. Der Artikel ordnet die Diskussion in den größeren Zusammenhang der steuerlichen Behandlung von Bitcoin und anderen Kryptowährungen ein.
| Aspekt | Angabe |
|---|---|
| Quelle | FAZ |
| Vorgesehene Diskussion | Besteuerung von Bitcoin wie Aktien |
| Erster Bitcoin-Kauf von Matthias Steger | 2016 |
Infobox: Die FAZ thematisiert eine mögliche steuerliche Neuregelung für Bitcoin und stellt politische sowie branchenbezogene Argumente gegenüber.
Yahoo Finanzen Deutschland: Bitcoin sendet ein historisches Erholungssignal
Nach Angaben von Yahoo Finanzen Deutschland ist Bitcoin seit August etwa 30% im Wert gestiegen. Trotz eines sehr volatilen Septembers liegt die größte Kryptowährung in diesem Monat mit einem Plus von 3,33% im grünen Bereich.
Besondere Aufmerksamkeit erhielt ein Wochenschluss über dem 50-Wochen-Durchschnitt. Bitcoin konnte dies erstmals seit November 2025 erreichen; in den 45 Wochen davor hatte kein Wochenschluss diesen Durchschnitt überschritten.
Alex Thorn, Leiter der Forschung bei Galaxy, wertet die Rückeroberung des 50-Wochen-Durchschnitts als historisch bedeutendes Signal. In einer Analyse identifizierte Thorn 13 Fälle in abgeschlossenen Bärenmärkten, in denen Bitcoin diesen Durchschnitt zurückeroberte. Nur zwei dieser Fälle wurden von einem neuen Tief gefolgt; beide ereigneten sich während des Rückgangs 2021–2022.
„Das Zurückerobern des 50-Wochen-Durchschnitts hat historisch als starke Bestätigung dafür gedient, dass die Bärenmarkttiefs erreicht wurden", sagte Alex Thorn laut Yahoo Finanzen Deutschland.
Der 200-Wochen-Durchschnitt habe laut dem Bericht ebenfalls eine wichtige Funktion als Bodenbereich erfüllt. Seit es diesen Durchschnitt gibt, lagen nur 56 von 642 Wochenschlüssen darunter. Der aktuelle Zyklus ähnele laut Thorn bisher den Bärenmärkten 2015 und 2018 am Boden.
Bitcoin verlor den 50-Wochen-Durchschnitt in der Woche ab dem 16. November 2025. Anschließend erreichte die Kryptowährung am 30. Juni 2026 ein Tief bei 58.525 USD. Das entsprach einem Rückgang von 53,1% gegenüber dem Rekordstand aus Oktober 2025 von 124.824 USD. Seitdem ist Bitcoin um 39% gestiegen.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Anstieg seit August | etwa 30% |
| September-Entwicklung | Plus von 3,33% |
| Zeitraum ohne Wochenschluss über dem 50-Wochen-Durchschnitt | 45 Wochen |
| Tief am 30. Juni 2026 | 58.525 USD |
| Rekordstand aus Oktober 2025 | 124.824 USD |
| Rückgang vom Rekordstand | 53,1% |
| Anstieg seit dem Tief | 39% |
| 50-Wochen-Durchschnitt | 78.786 USD |
| Abstand zum 50-Wochen-Durchschnitt | 3,0% |
| 200-Wochen-Durchschnitt | 65.487 USD |
| Abstand zum 200-Wochen-Durchschnitt | 23,9% |
| Bitcoin-Kurs zum Zeitpunkt der Veröffentlichung | 81.341 USD |
Der Bericht betont zugleich, dass der 50-Wochen-Durchschnitt nur ein Teil der gesamten Zyklusbetrachtung ist. Mehrere Analysten erwarten demnach, dass Bitcoin im Oktober seinen Tiefpunkt erreicht. Die kommenden Wochen sollen zeigen, ob das Tief aus Juni als Bodenniveau hält oder ob die Oktober-Prognose eintritt.
Infobox: Bitcoin liegt laut Yahoo Finanzen Deutschland über dem 50-Wochen- und dem 200-Wochen-Durchschnitt. Das wird als mögliches Erholungssignal gewertet, ein erneuter Rückgang bleibt jedoch möglich.
finanzen.net: Quantenrisiko für Bitcoin und Ethereum rückt näher
finanzen.net berichtet über neue Berechnungen zum möglichen Quantenangriff auf Bitcoin und Ethereum. Forscher haben den geschätzten Aufwand für einen zentralen Schritt eines künftigen Angriffs mehr als halbiert, obwohl sich die zugrunde liegende Hardware nicht verbessert hat.
Das von Forschern der Ethereum Foundation, von Theta Labs, StarkWare und weiteren Organisationen mit CoinDesk geteilte Papier beschreibt einen Schaltkreis mit 1.151 logischen Qubits und rund 1,3 Millionen Toffoli-Gattern. Der Entwurf kommt auf einen Aufwandswert von etwa 1,5 Milliarden. Das liegt mehr als 50 Prozent unter den rund 3 Milliarden, die Google Quantum AI im März als Referenz gesetzt hatte. Die Autoren weisen laut finanzen.net darauf hin, dass die Werte nicht exakt vergleichbar sind.
Die Verbesserung wurde im Rahmen der offenen Challenge ECDSA.Fail von Eigen Labs erzielt. Mehr als 100 Teilnehmer arbeiteten rund acht Wochen an dem Problem und reichten über 400 akzeptierte Verbesserungen ein. Diese Verbesserungen dienten jeweils als Ausgangspunkt für die nächste Entwicklungsstufe. Menschen gaben die Richtung vor, während KI-Agenten Umsetzung und Feinschliff übernahmen.
Nach dem Redaktionsschluss der Studie sank der Aufwandswert weiter auf rund 1,26 Milliarden. Eine Variante reduzierte die Maschinengröße auf 813 Qubits.
Bitcoin und Ethereum sichern Guthaben über dasselbe Verfahren, secp256k1. Ein ausreichend großer Quantenrechner könnte mit Shors Algorithmus aus einem offengelegten öffentlichen Schlüssel den privaten Schlüssel errechnen und dadurch Überweisungen im Namen des Besitzers freigeben.
Eine Maschine, die dieses Szenario umsetzen kann, existiert derzeit laut dem Bericht noch nicht. Die Forscher haben außerdem nicht das komplette Angriffsszenario durchgerechnet. Jieyi Long, Technikchef von Theta Labs und Hauptautor, bezeichnete einen Angriff als nicht unmittelbar, verwies aber auf die Dringlichkeit, weil Gegenmaßnahmen Jahre benötigen könnten und sich nicht nachträglich aufspielen ließen.
Für Anleger rücken dadurch börsennotierte Quantenunternehmen wie Rigetti Computing, D-Wave Quantum und Quantinuum in den Blick. Anfang September finalisierte das US-Handelsministerium Förderzusagen aus dem CHIPS Act von bis zu 100 Millionen US-Dollar je Unternehmen und nahm an allen drei Firmen Minderheitsbeteiligungen.
- Bitcoin und Ethereum sind heute noch nicht durch aktuelle Hardware angreifbar.
- Der geschätzte Aufwand für einen zentralen Angriffsschritt wurde auf etwa 1,5 Milliarden und später auf rund 1,26 Milliarden reduziert.
- Eine Variante senkte die Maschinengröße auf 813 Qubits.
- Rigetti Computing, D-Wave Quantum und Quantinuum erhielten Förderzusagen von bis zu 100 Millionen US-Dollar je Unternehmen.
finanzen.net beschreibt die Quantenwerte als jung, tief defizitär und stark schwankend. Ein technologischer Durchbruch, der Kryptowährungen bedrohen könnte, sei daher noch keine Umsatzgarantie. Offen bleibe insbesondere, wie schnell die Schätzungen weiter sinken und ob Bitcoin- und Ethereum-Entwickler einen konkreten Wechsel auf quantensichere Signaturen einleiten.
Infobox: Das Quantenrisiko für Bitcoin und Ethereum ist nach Darstellung von finanzen.net technisch weiterhin nicht unmittelbar, gewinnt durch niedrigere Aufwandsschätzungen aber an Kontur.
Wallstreet Online: Bitcoin-ETFs könnten gegenüber Gold aufholen
Wallstreet Online berichtet über eine Einschätzung von JPMorgan, wonach Bitcoin gegenüber Gold zusätzlichen Rückenwind erhalten könnte. Entscheidend sei weniger die jüngste Entwicklung der Kapitalzuflüsse als die ungewöhnlich hohe Short- und Hedging-Aktivität rund um Bitcoin-ETFs.
Nach der Sitzung der US-Notenbank Ende Juli verzeichneten sowohl Bitcoin- als auch Gold-ETFs neue Zuflüsse. Analysten von JPMorgan um den Strategen Nikolaos Panigirtzoglou ordneten dies als Rückkehr des sogenannten „Debasement Trade“ ein. Dabei setzen Anleger auf Vermögenswerte wie Gold oder Bitcoin, um sich gegen eine mögliche langfristige Entwertung klassischer Währungen abzusichern.
In der vergangenen Woche verlor diese Bewegung laut den Analysten an Dynamik. Als Gründe nennt der Bericht steigende inflationsbereinigte Anleiherenditen sowie den gescheiterten Versuch im US-Senat, den Clarity Act voranzubringen.
Bei der ETF-Nachfrage liegt Gold derzeit vorn. Gold-ETFs haben laut JPMorgan sämtliche Abflüsse vom Beginn des Jahres wieder ausgeglichen. Bitcoin-ETFs konnten dagegen bislang lediglich rund die Hälfte ihrer vorherigen Abflüsse zurückgewinnen.
Ein auffälliger Unterschied zeigt sich bei den Short-Positionen. Beim iShares Bitcoin Trust ETF von BlackRock, dem IBIT, liegt das Short Interest weiterhin nahe dem höchsten Stand des laufenden Jahres. Beim SPDR Gold Shares ETF, dem GLD, befindet sich das Short Interest dagegen unter seinem historischen Durchschnitt.
Diese defensive Positionierung könnte sich laut der JPMorgan-Einschätzung künftig als Vorteil für Bitcoin erweisen. Wenn Anleger ihre Absicherungen reduzieren, müssten entsprechende Positionen teilweise aufgelöst werden. Das könnte den Bitcoin-Markt zusätzlich unterstützen.
| ETF- beziehungsweise Marktkennzahl | Angabe |
|---|---|
| Gold-ETFs | Sämtliche Abflüsse vom Beginn des Jahres ausgeglichen |
| Bitcoin-ETFs | Rund die Hälfte der vorherigen Abflüsse zurückgewonnen |
| Short Interest beim IBIT | Nahe dem höchsten Stand des laufenden Jahres |
| Short Interest beim GLD | Unter dem historischen Durchschnitt |
Infobox: Gold-ETFs haben bei der Nachfrage derzeit die Nase vorn. Hohe Short-Positionen beim Bitcoin-ETF IBIT könnten laut JPMorgan jedoch zusätzliches Erholungspotenzial schaffen, falls Absicherungen zurückgefahren werden.
Ariva: Streit über den Clarity Act und den Wert von Bitcoin
Ariva berichtet über eine Diskussion auf der Social-Media-Plattform X, die sich um Bitcoin und den Clarity Act dreht. Der Clarity Act scheiterte im US-Senat an 60 Stimmen. Die Wahrscheinlichkeit für eine Verabschiedung bis 2026 wurde mit 8% angegeben.
Ausgangspunkt war eine Äußerung von Anthony Pompliano, Investor und Bitcoin-Befürworter. Er argumentierte, Bitcoin benötige den Clarity Act überhaupt nicht, weil die regulatorische Einordnung der größten Kryptowährung bereits ausreichend klar sei.
Peter Schiff reagierte darauf mit einer scharfen Antwort. Schiff stellt laut Ariva seit Jahren den fundamentalen Wert von Bitcoin infrage und bezweifelt insbesondere dessen Rolle als Alternative zu Gold.
„Es ist sehr klar, dass Bitcoin wertlos ist. Dafür ist kein Gesetz des Kongresses notwendig", schrieb Peter Schiff auf X.
Damit verbindet der Beitrag die politische Debatte über den gescheiterten Gesetzesvorstoß mit der grundsätzlichen Auseinandersetzung über den wirtschaftlichen und finanziellen Wert von Bitcoin. Während Pompliano auf eine bereits ausreichende regulatorische Einordnung verweist, nutzt Schiff das Scheitern des Gesetzes als Anlass für eine grundsätzliche Kritik an Bitcoin.
| Politischer Aspekt | Angabe |
|---|---|
| Abstimmung im US-Senat | Gescheitert an 60 Stimmen |
| Wahrscheinlichkeit für Verabschiedung bis 2026 | 8% |
Infobox: Das Scheitern des Clarity Act an 60 Stimmen hat eine neue Debatte über die regulatorische Bedeutung und den fundamentalen Wert von Bitcoin ausgelöst.
Einschätzung der Redaktion
Die entscheidende Entwicklung ist die zunehmende Institutionalisierung des Bitcoin-Risikos: Steuerregeln, ETF-Positionierungen und technische Sicherheitsfragen verlagern die Debatte weg von reiner Kursspekulation hin zu Regulierung, Marktstruktur und langfristiger Infrastruktur.
Das charttechnische Erholungssignal kann die Marktstimmung stützen, rechtfertigt aber keine Entwarnung. Besonders relevant ist, dass politische Unsicherheit und hohe Absicherungspositionen kurzfristig stärkere Ausschläge begünstigen können.
Das Quantenrisiko ist derzeit kein unmittelbarer Marktschock, sollte aber strategisch ernst genommen werden. Die zentrale Konsequenz lautet: Je länger die Umstellung auf quantensichere Verfahren dauert, desto größer wird das technologische und regulatorische Vorsorgeproblem.
Kurzfazit: Bitcoin gewinnt an institutioneller Relevanz, bleibt jedoch zugleich stärker von Gesetzgebung, Kapitalströmen und technologischer Anpassungsfähigkeit abhängig. Zur Nachricht
Quellen:
- Bitcoin: Soll die Kryptowährung wie Aktien besteuert werden?
- Ist das Bitcoin-Bärenmarkt-Tief erreicht? Ein Signal fehlt seit 45 Wochen
- Quantenbedrohung für Bitcoin & Ethereum rückt näher: Was das für die Aktien von Rigetti & Co. bedeutet
- Kann Bitcoin dank ETFs gegenüber Gold an Boden gewinnen?
- Ist Bitcoin nach dem Clarity-Act-Aus wertlos?
- So startet der DAX in die Woche - VW, Bitcoin, Mayr-Melnhof, Grönland, Trump, KI, Nvidia

















