Bitcoin im Wandel: Marktprognosen, Institutionen und politische Nutzung
Autor: Coinkurier Redaktion
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Kategorie: Nachrichten
Zusammenfassung: Der Kryptomarkt steht zwischen möglichem Bitcoin-Abschwung, sinkender Dominanz und wachsender institutioneller, staatlicher sowie tokenisierter Nutzung digitaler Vermögenswerte.
Bitcoin steht an einem Wendepunkt: Während Analysten vor einem weiteren Kursrückgang und schwindender Dominanz warnen, treiben Institutionen, Staaten und Banken die strategische Nutzung digitaler Vermögenswerte voran. Der Pressespiegel beleuchtet die wichtigsten Entwicklungen – von Fed-Politik, Tokenisierung und geopolitischen Bitcoin-Reserven bis zum Krypto-Einstieg der Sparkassen und den wachsenden Risiken für Strategy.
Bitcoin zwischen Marktzyklus, institutioneller Nutzung und politischer Bedeutung
Der Kryptomarkt steht laut den vorliegenden Berichten vor mehreren grundlegenden Veränderungen. Im Mittelpunkt stehen die mögliche Abschwächung der Bitcoin-Dominanz, die zunehmende Tokenisierung traditioneller Vermögenswerte, neue institutionelle Angebote und die Frage, wie Staaten und Unternehmen Bitcoin strategisch einsetzen.
Bitget-Analyst erwartet weiteren Bitcoin-Abschwung und schrittweisen Dominanzverlust
Ryan Lee, Chief Analyst von Bitget Research, geht davon aus, dass der vierte Bitcoin-Zyklus seinen Höhepunkt bereits erreicht hat. Bitcoin notierte am 7. Oktober 2025 bei 124’774 Dollar; nach Einschätzung des Analysten befindet sich der Markt nun in der Bärenphase nach diesem Höchststand.
Wenn sich frühere Muster wiederholen, könnte der Tiefpunkt laut Lee noch drei bis vier Monate entfernt sein und etwa im Oktober 2026 erreicht werden. Als mögliches Abwärtspotenzial nennt er 40'000 bis 50’000 Dollar. Dem steht die These gegenüber, dass der bereits beobachtete Rückgang von 48 Prozent den Tiefpunkt markiert haben könnte, weil die institutionelle Nachfrage über ETFs inzwischen eine zusätzliche Stütze bildet.
Lee hält Bitcoin weiterhin für die Reservewährung und den Liquiditätsanker des Kryptomarktes. Eine dauerhafte Loslösung anderer Kryptowährungen von Bitcoin werde nicht durch ein einzelnes Ereignis ausgelöst, sondern schrittweise erfolgen, sobald Smart-Contract-Netzwerke, DeFi und tokenisierte reale Vermögenswerte eigene Cashflows und Gebühreneinnahmen erzeugen.
Bei der Tokenisierung sieht der Analyst eine Verschiebung des wirtschaftlichen Nutzens von den Blockchain-Netzwerken zu den Emittenten auf der Anwendungsebene. Tokenisierte Vermögenswerte im Wert von mehreren zehn Milliarden befinden sich laut dem Bericht auf der Blockchain; der Wert fliesse jedoch eher an Unternehmen wie Blackrock, Circle und Ondo als an Basisschichten wie Ethereum oder Solana.
Als Grund nennt Lee den intensiven Wettbewerb zwischen mehr als 100 Netzwerken um die niedrigsten Gebühren. Dadurch könne kein einzelnes Layer-1-Netzwerk dauerhaft Preismacht ausüben. Ethereum verzeichnete nach dem Dencun-Upgrade einen Einbruch bei den Einnahmen, während Solana laut Lee durch Freigaben einer anhaltenden Inflation ausgesetzt sei.
Für Anleger empfiehlt Lee keine allgemeingültige Strategie. Entscheidend sei, den zugrunde liegenden Vermögenswert und die mit dem Token verbundenen Rechte zu verstehen, etwa Eigentumsansprüche, Umsatzbeteiligungen oder Stimmrechte. Die Tokenisierung könne Marktzugang, Liquidität und operative Effizienz verbessern, verändere aber nicht automatisch das Risiko-Rendite-Profil des zugrunde liegenden Vermögenswerts.
Bei der Infrastruktur erwartet Lee ein mehrschichtiges System. Genehmigungsgebundene Netzwerke von Banken könnten institutionelle Abwicklungen übernehmen, während öffentliche Blockchains wie Ethereum und Solana Privatkunden, DeFi und globale Liquidität bedienen. Als Beispiele für die Annäherung nennt er die Ausgabe des JPM Coin auf Canton und der öffentlichen Base Chain sowie Chainlink CCIP als Verbindung zwischen beiden Welten.
Die laufende Pilotphase der Tokenisierung sei kurzfristig fragmentiert. Über die Hälfte der tokenisierten Vermögenswerte weist laut dem Bericht nur minimale wöchentliche On-Chain-Aktivität auf; identische Vermögenswerte würden chainübergreifend mit Preisunterschieden von ein bis drei Prozent gehandelt. Plattformübergreifende Transfers seien weiterhin mit erheblichen Reibungsverlusten verbunden.
Institutionelle Standardisierungsbemühungen sollen diese Fragmentierung verringern. Genannt werden GL1, SWIFT mit Verbindungen zu über 11’000 Institutionen und die DTCC, die Interoperabilität in die US-Wertpapierinfrastruktur integriert. Lee erwartet, dass der Weg zu einem einheitlichen Multi-Chain-System in den nächsten Jahren chaotisch bleibt.
Den digitalen Euro sieht der Bitget-Chefanalyst nicht als direkten Konkurrenten von Bitcoin. Der digitale Euro sei als Ersatz für digitales Bargeld konzipiert, ohne Rendite, mit einer Obergrenze von 3000 Euro pro Konto, ohne Programmierbarkeit, nur für die Eurozone und zentral gesteuert.
Die eigentlichen Wettbewerber des digitalen Euro seien laut Lee Visa, Mastercard und PayPal. Sechs von acht europäischen Transaktionen liefen über amerikanische Plattformen, während der 310 Milliarden Dollar schwere Stablecoin-Markt zu 90 Prozent auf Dollar denominiert sei. Bitcoin bleibe demgegenüber ein nicht staatlicher, zugangsfreier Wertspeicher mit festem Angebot.
Auch Ripple bewertet Lee differenziert. In bestimmten Zahlungskorridoren, etwa zwischen Japan und den Philippinen, ermögliche das Netzwerk eine Abwicklung in weniger als einer Sekunde und komme ohne vorab eingezahlte Guthaben aus. Das Netzwerk wickele monatlich rund 15 Milliarden Dollar mit über 300 institutionellen Partnern ab.
Gleichzeitig nutzten die meisten Partner die Technologie von Ripple, ohne XRP einzusetzen. Das monatliche Volumen von 15 Milliarden Dollar sei nur ein Bruchteil des täglichen SWIFT-Volumens. XRP habe sich daher als globaler Ersatz für das Korrespondenzbankwesen in grossem Massstab noch nicht bewährt.
Die Bereinigung im Kryptosektor ist nach Lees Einschätzung bereits im Gang. Über die Hälfte aller jemals geschaffenen Kryptowährungen sei inzwischen inaktiv, während Börsen jedes Quartal Hunderte von Token aus dem Handel nähmen. Weil die Erstellung neuer Token mittlerweile kostenlos und sofort möglich sei, würden spekulative Mikro-Token dennoch dauerhaft zum Markt gehören.
Bitcoin-Treasury-Unternehmen wie Strategy bezeichnet Lee als gehebeltes, institutionelles Bitcoin-Engagement. Strategy habe Hunderttausende von Bitcoin über die Ausgabe von Schuldtiteln und Aktien mit einem Aufschlag auf den Nettoinventarwert angesammelt. In Baisse-Phasen könne das Modell jedoch vom aggressiven Aufbau zum Kapitalerhalt wechseln.
| Thema | Angabe laut tippinpoint.ch |
|---|---|
| Bitcoin-Höchststand | 124’774 Dollar am 7. Oktober 2025 |
| Mögliches Tiefpunkt-Zeitfenster | etwa Oktober 2026 |
| Potenzielle Abwärtszone | 40'000 bis 50’000 Dollar |
| RWA-Aktivität | Über die Hälfte mit minimaler wöchentlicher On-Chain-Aktivität |
| Europäische Transaktionen über amerikanische Plattformen | Sechs von acht |
| Stablecoin-Markt | 310 Milliarden Dollar, zu 90 Prozent auf Dollar denominiert |
| Digitaler Euro | Obergrenze von 3000 Euro pro Konto |
| Ripple-Volumen | Monatlich rund 15 Milliarden Dollar |
Infobox: Laut tippinpoint.ch erwartet Ryan Lee eine schrittweise Verringerung der Bitcoin-Dominanz, warnt aber zugleich vor einem möglichen Tiefpunkt im Oktober 2026 bei 40'000 bis 50’000 Dollar. Bei der Tokenisierung sieht er die grössten wirtschaftlichen Vorteile auf Seiten der Emittenten und nicht zwingend bei den Blockchain-Betreibern.
Fed belässt Leitzins bei 350-375 Basispunkten
Die US-Notenbank Fed hat ihren Leitzins laut Börse Online in der Spanne von 350-375 Basispunkten belassen. Eine Erhöhung, über die bis kurz vor der Entscheidung spekuliert worden war, blieb aus.
Die Entscheidung im Fed-Board fiel mit 9 zu 3 Stimmen. Die drei abweichenden Mitglieder sprachen sich für Zinserhöhungen aus. Im Statement bezeichnete das Board die Inflation im Vergleich zum 2-Prozent-Ziel als erhöht und verwies unter anderem auf Angebotsschocks und Preisanstiege im Energiesektor.
„Die Inflation bleibt im Vergleich zum 2-Prozent-Ziel des Ausschusses erhöht; dies spiegelt zum Teil Angebotsschocks wider, die zu Preisanstiegen in bestimmten Sektoren – einschließlich des Energiesektors – geführt haben. Der Ausschuss wird für Preisstabilität sorgen.“
Die Haltung der Fed wurde von Börse Online als hawkish beschrieben. Laut Fed Watch Tool stieg die Wahrscheinlichkeit für zwei Zinserhöhungen im laufenden Jahr leicht von 36 auf 38 Prozent. Dieses Szenario wurde damit als aktuell wahrscheinlichstes Szenario bezeichnet.
Die US-Börsen reagierten zunächst leicht positiv, obwohl sie am Mittwoch bereits schwach tendiert hatten. Börse Online führt dies vor allem darauf zurück, dass die erwartete Zinserhöhung ausblieb, für die eine Wahrscheinlichkeit von 30 Prozent angenommen worden war.
Die Renditen einjähriger US-Staatsanleihen gaben leicht nach. Bitcoin und Gold konnten zulegen, während USD/EUR leicht schwächer notierte. Zusätzlich standen die Quartalszahlen von Meta und Microsoft im Fokus, die um 22 Uhr erwartet wurden.
| Markt- und Zinsdaten | Angabe laut Börse Online |
|---|---|
| Leitzins | 350-375 Basispunkte |
| Abstimmung | 9 zu 3 Stimmen |
| Inflationsziel | 2 Prozent |
| Wahrscheinlichkeit für zwei Zinserhöhungen | von 36 auf 38 Prozent |
| Erwartete Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung | 30 Prozent |
| CPI im Juni auf Jahresbasis | +3,5 Prozent |
| Analystenerwartung für den CPI | 3,8 Prozent |
| Kernrate | 2,6 Prozent |
| Erwartung für die Kernrate | 2,8 Prozent |
Infobox: Börse Online berichtet von einem unveränderten Fed-Leitzins zwischen 350-375 Basispunkten. Die erste Marktreaktion fiel bei US-Börsen, Bitcoin, Gold und USD/EUR unterschiedlich aus, während die Aussicht auf mögliche Zinserhöhungen im laufenden Jahr leicht zunahm.
ARD-Dokumentation untersucht Russlands Einsatz von Bitcoin
Prisma.de berichtet über die 45-minütige Dokumentation „ARD Story: Der Krypto-Krieg“. Der Film untersucht, wie Russland Bitcoin und andere Kryptowährungen im Krieg gegen die Ukraine einsetzen soll, um Rüstungsausgaben zu finanzieren, westliche Sanktionen zu umgehen und demokratische Staaten zu schwächen.
Nach Darstellung der Dokumentation nutzt Russland sogenannte „Bitcoin-Farmen“. In rechtlich und politisch umstrittenen „Shadow Territorries“ würden überschüssige Energien für Krypto-Farmen eingesetzt und durch teilweise illegales Mining Bitcoins generiert.
Expertinnen und Experten erläutern laut Prisma.de, wie Russland digitale Vermögenswerte geopolitisch nutzen und seine Einflusssphären erweitern könne. Zugleich wird thematisiert, dass das fehlende Eingreifen internationaler Akteure und die mangelhafte Kontrolle der Krypto-Wirtschaft diese Strategie begünstigen.
Die Dokumentation stammt von Peter Krysler. Sie war laut Prisma.de bereits in der ARD-Mediathek abrufbar und wurde für Mittwoch, den 29.07., um 22.50 Uhr bei der ARD angekündigt.
Infobox: Prisma.de stellt eine ARD-Dokumentation vor, die Bitcoin als geopolitisches Instrument untersucht. Im Zentrum stehen mutmassliche Bitcoin-Farmen in umstrittenen Gebieten, die Finanzierung von Rüstungsausgaben und die Umgehung westlicher Sanktionen.
3iQ verwaltet Bitcoin-Reserven für Bhutans Gelephu Mindfulness City
Investing.com Deutsch berichtet über eine Partnerschaft zwischen 3iQ Corp. und der Gelephu Mindfulness City in Bhutan. 3iQ soll künftig einen Teil der Bitcoin-Bestände der Sonderverwaltungszone verwalten und dafür eine Niederlassung in der im Süden Bhutans gelegenen Stadt errichten.
Das Mandat umfasst Fonds, die durch einen Teil der Bitcoin-Reserven der Gelephu Mindfulness City unterlegt sind. Im Dezember 2025 hatte Bhutan angekündigt, bis zu 10.000 Bitcoin aus den nationalen Beständen für die Entwicklung der Gelephu Mindfulness City bereitzustellen.
Die nun vereinbarte Partnerschaft stellt laut Investing.com Deutsch die erste Allokation eines Teils dieser Reserven dar. Pascal St-Jean, Director und CEO von 3iQ, bezeichnete die Übertragung als bedeutende Verantwortung und verwies auf die institutionelle Disziplin und globale Erfolgsbilanz des Unternehmens.
„Von GMC mit dieser Aufgabe betraut zu werden, ist eine bedeutende Verantwortung, die wir sehr ernst nehmen“, sagte Pascal St-Jean laut Investing.com Deutsch.
Jigdrel Singay, Board Director der Gelephu Mindfulness City, bezeichnete die Zusammenarbeit als wichtigen Schritt beim Aufbau des Digital-Asset-Managements. 3iQ solle als institutioneller Gründungspartner an den Grundlagen eines Fonds-Ökosystems in der Sonderverwaltungszone mitwirken.
3iQ wurde 2012 gegründet und verwaltet Anlagen in digitalen Vermögenswerten. Das Unternehmen ist eine Tochtergesellschaft der Coincheck Group N.V. und hat an globalen Börsen börsengehandelte Produkte auf Bitcoin und Ethereum aufgelegt.
Die Gelephu Mindfulness City ist eine Sonderverwaltungszone im Süden Bhutans. Ihr Ziel ist die Schaffung eines Wirtschaftszentrums. Beide Organisationen kündigten an, in den kommenden Monaten weitere Meilensteine bekannt geben zu wollen.
| Angabe | Wert laut Investing.com Deutsch |
|---|---|
| Angekündigte Bitcoin-Bereitstellung | bis zu 10.000 Bitcoin |
| Zeitpunkt der Ankündigung | Dezember 2025 |
| Gründung von 3iQ | 2012 |
| Standort der Gelephu Mindfulness City | Süden von Bhutan |
Infobox: 3iQ übernimmt laut Investing.com Deutsch die Verwaltung eines Teils der Bitcoin-Reserven der Gelephu Mindfulness City. Bhutan hatte zuvor angekündigt, bis zu 10.000 Bitcoin für die Entwicklung der Sonderverwaltungszone bereitzustellen.
Sparkassen starten ab Oktober eigenes Krypto-Angebot
BTC-ECHO berichtet, dass sich die Sparkassen-Finanzgruppe ab Oktober erstmals mit einem eigenen Angebot für Kryptowährungen öffnet. Damit steigt einer der grössten Bankenverbünde Europas in den Kryptomarkt ein.
Stefan Marotzke, Pressesprecher des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands, erläutert laut BTC-ECHO, warum der Schritt gerade jetzt erfolgt und welche Rolle Bitcoin und andere Kryptowährungen künftig spielen sollen. Für viele Deutsche sei die Hausbank der erste Ansprechpartner bei Geldanlagen, weshalb das Angebot eine grössere Reichweite für digitale Vermögenswerte schaffen könnte.
Der Bericht nennt Bitcoin und weitere Kryptowährungen als Bestandteil des geplanten Angebots. Zudem wird die europäische Regulierung durch MiCA als Grundlage für den Einstieg der Sparkassen-Finanzgruppe angeführt.
Das Angebot soll sich an Kundinnen und Kunden des Sparkassen-Verbunds richten. BTC-ECHO stellt dabei insbesondere die Fragen in den Mittelpunkt, welche Kryptowährungen zum Start angeboten werden, wer das Angebot nutzen kann und weshalb die Sparkassen den Einstieg in den Kryptomarkt jetzt vollziehen.
Infobox: Laut BTC-ECHO bieten die Sparkassen ab Oktober erstmals Kryptowährungen an. MiCA habe den Weg für das Angebot geebnet; Details zu den angebotenen Kryptowährungen und zur Nutzung stehen im Mittelpunkt des Berichts.
Strategy pausiert Bitcoin-Käufe und hält 3,75 Milliarden USD Reserve
BeInCrypto berichtet, dass Strategy seit fünf Wochen keinen Bitcoin gekauft hat. Das Unternehmen, das früher unter dem Namen MicroStrategy bekannt war, habe stattdessen eine Barreserve von 3,75 Milliarden USD aufgebaut.
Michael Saylor erklärte laut Bericht, Bitcoin habe gewonnen und die grösste Gefahr komme nun aus den eigenen Reihen. Seine Kritik richtet sich insbesondere gegen BIP-110, einen vorgeschlagenen einjährigen Soft Fork, der die Grösse beliebiger Datenfelder in Bitcoin-Transaktionen begrenzen soll.
Für BIP-110 ist laut BeInCrypto ein verpflichtendes Lock-in-Fenster um August 2026 vorgesehen. Sobald dieses Fenster geöffnet werde, würden Blöcke ohne entsprechendes Signal als ungültig abgewiesen. Zwei Wochen später solle die Aktivierung folgen; die neuen Regeln liefen etwa ein Jahr nach der Aktivierung automatisch aus.
Saylor verglich die Konsensregeln von Bitcoin mit einer Verfassung. Nach seiner Einschätzung zensiert BIP-110 gültige, gebührenzahlende Transaktionen, schafft durch Covenants neue Angriffsflächen und kann durch grössere Blöcke die Knappheit des Blockplatzes verringern sowie die Validierungskosten erhöhen.
Die Unterstützer des Vorschlags vertreten laut BeInCrypto eine andere Sichtweise. Sie argumentieren, dass das Einfügen beliebiger Daten die Betreiber von Nodes belaste und Zahlungen verdränge. Auch Adam Back, Chef von Blockstream, lehnt den Vorschlag ab, wobei sich seine Fork-Warnung gegen die gesenkte Aktivierungsschwelle von 55 Prozent richtet.
Ein Form-8-K-Dokument vom 27. Juli bestätigte laut Bericht eine Erhöhung der Dollar-Reserve um 525 Millionen USD auf insgesamt 3,75 Milliarden USD. Strategy erklärte, damit 2,1 Jahre Dividendenzahlungen bei jährlichen Verpflichtungen von rund 1,76 Milliarden USD abdecken zu können.
Das Geld stamme aus Aktienverkäufen und nicht aus Bitcoin-Verkäufen. Strategy verkaufte in der letzten Woche MSTR-Aktien im Wert von 544,5 Millionen USD; in den beiden Wochen zuvor kamen ungefähr 467 Millionen USD und 263,5 Millionen USD hinzu. Insgesamt wurden damit in drei Wochen etwa 1,26 Milliarden USD erlöst.
Strategy hatte angekündigt, bis Ende 2026 eine Million Bitcoin zu halten. Aktuell besitzt das Unternehmen laut BeInCrypto 843.775 Bitcoin, womit noch 156.225 BTC fehlen. Bis zum Jahresende bleiben etwa 22 Wochen; zur Schliessung der Lücke wären rund 7.000 Bitcoin pro Woche erforderlich.
Bei den aktuellen Kursen entspräche dies laut Bericht etwa 447 Millionen USD pro Woche. Der durchschnittliche Kaufpreis von Strategy liegt bei etwa 75.494 USD pro Coin, während der Bitcoin-Kurs aktuell rund 63.817 USD beträgt. Damit liegt der Kurs etwa 1,5 Prozent unter dem Wert von 24 Stunden zuvor und etwa 49 Prozent unter dem Höchststand von Oktober 2025 bei 126.080 USD.
Der Bestand befinde sich dadurch auf dem Papier mit etwa 9,9 Milliarden USD im Minus. Der Bitcoin-Kurs müsste laut BeInCrypto um etwa 18 Prozent steigen, damit Strategy wieder die Gewinnschwelle erreicht.
Auch die Vorzugsaktie STRC steht im Fokus. Sie wird laut Bericht bei rund 88,86 USD gehandelt und liegt damit etwa 11 Prozent unter dem Nennwert von 100 USD. Zugleich wurde die Dividende zum 1. Juli auf 12 Prozent angehoben; ein genehmigtes Rückkaufsprogramm besteht ebenfalls.
| Strategy-Daten | Angabe laut BeInCrypto |
|---|---|
| Dauer der Kaufpause | Fünf Wochen |
| Dollar-Reserve | 3,75 Milliarden USD |
| Erhöhung der Reserve | 525 Millionen USD |
| Jährliche Verpflichtungen | rund 1,76 Milliarden USD |
| Aktueller Bitcoin-Bestand | 843.775 Bitcoin |
| Ziel bis Ende 2026 | Eine Million Bitcoin |
| Fehlender Bestand zum Ziel | 156.225 BTC |
| Verbleibende Zeit bis Jahresende | etwa 22 Wochen |
| Erforderliche Käufe pro Woche | rund 7.000 Bitcoin |
| Durchschnittlicher Kaufpreis | etwa 75.494 USD pro Coin |
| Bitcoin-Kurs im Bericht | rund 63.817 USD |
| STRC-Kurs | rund 88,86 USD |
| STRC-Nennwert | 100 USD |
| STRC-Dividende | 12 Prozent |
Infobox: BeInCrypto beschreibt eine gleichzeitige Spannung zwischen Saylors langfristiger Bitcoin-Positionierung und der kurzfristigen Finanzierung des Unternehmens. Strategy hält 3,75 Milliarden USD in Reserve, besitzt 843.775 Bitcoin und müsste bis Ende 2026 noch 156.225 BTC erwerben, um das angekündigte Ziel von einer Million Bitcoin zu erreichen.
Einschätzung der Redaktion
Die entscheidende Entwicklung ist die institutionelle Verankerung von Bitcoin bei gleichzeitig wachsender finanzieller und politischer Angriffsfläche. Banken, Staaten und Unternehmen machen den Markt seriöser und breiter zugänglich, erhöhen aber auch seine Abhängigkeit von Regulierung, Refinanzierung und geopolitischen Interessen.
Für Anleger bedeutet das: Bitcoin bleibt strategisch relevant, ist jedoch keineswegs automatisch ein stabiler Wertspeicher. Besonders gehebelte Unternehmensmodelle und politische Nutzung können Kursbewegungen verstärken. Bei der Tokenisierung dürfte der nachhaltige wirtschaftliche Nutzen zudem eher bei regulierten Emittenten und Finanzdienstleistern als bei einzelnen Blockchain-Netzwerken entstehen.
Zusammenfassung: Die Adoption schreitet voran, doch institutionelle Beteiligung reduziert die Risiken nicht – sie verlagert und professionalisiert sie.
Quellen:
- Bitget-Chefanalyst: Bitcoin wird seine Dominanz schrittweise verlieren
- Fed veröffentlicht Zinsentscheid - das bedeutet es für Aktien, Euro, Bitcoin und die Börse
- "ARD Story: Der Krypto-Krieg": Alle Infos zur Doku über Russland und Bitcoin
- 3iQ erhält Mandat zur Verwaltung von Bitcoin-Reserven für Bhutans Gelephu City
- Bitcoin und Co. bei der Sparkasse: Kommt jetzt der Krypto-Durchbruch?
- Michael Saylor: Bitcoin hat gewonnen, warum hat MicroStrategy den Kauf von BTC gestoppt?