Bitcoin ist antidemokratisch. Und das ist gut so!

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Es ist ein weit verbreitetes Missverständnis, dass Bitcoin (BTC) eine „demokratische Währung“ sei. Tatsächlich beruht die Kryptowährung nicht auf Demokratie, sondern auf Konsens. Und daran ist nichts verkehrt, es ist sogar vorteilhaft für alle Beteiligten:

Der aktuelle Zeitgeist benutzt „Demokratie“ fast schon synonym mit „dem Guten“. Bitcoin (BTC) aber sprengt dieses Denkmuster: Bei der Kryptowährung werden die Regeln nicht nach dem Willen der Mehrheit, sondern über den Konsens geformt.

Konsens ist dabei kein Herrschaftssystem, sondern ein Mechanismus, über den freiwillige Kooperation ermöglicht wird. Demokratie dagegen gibt der Mehrheit das Recht, einer der Minderheit ihren Willen aufzudrücken.

Konsens bedeutet aber, dass jeder Teilnehmer – und zwar ausnahmslos – die Regeln des Systems anerkennen muss. Wer nicht die richtige Software verwendet, kann in diesem System auch keine Digitalmünzen versenden, er ist inkompatibel. Aber bedeutet das dann nicht automatisch Diskriminierung und Auschluss Andersdenkender? Im Gegenteil!

Jeder kann in das Bitcoin-Ökosystem einsteigen oder sich auch wieder aus ihm verabschieden. Eben so, wie es ihr oder ihm gerade passt. Wenn man der Meinung ist, dass ein anderer Konsens mehr den eigenen Anschauungen entspreche, kann man seine Bitcoins zu einem entsprechend kompatiblen Altcoin wechseln oder auch ein ganz neues Netzwerk aufbauen.

Hard Forks als friedliche Konfliktlösung

Was aber, wenn eine Fraktion Bitcoin nicht verlassen, sondern stattdessen nach dem eigenen Willen umgestalten will? Das ist gar nicht weiter problematisch. Denn ganz egal, ob diese Gruppe die Mehrheit der Coins, oder der Mining-Geräte besitzt, sie kann der Gegenseite ihre Vorstellungen vom idealen System nicht aufzwingen.

Wenn sich zwei Parteien zerstreiten, wird eine Fork (Gabelung) vollzogen und die Beteiligten können nach ihrer eigenen Fasson selig werden. Künftig gibt es dann eben zwei Kryptowährungen mit verschiedener Ausrichtung.

Ein solcher Fall ereignete sich bekanntlich am 1. August 2017, als sich Bitcoin Cash (BCH) von BTC trennte. Nachdem die BCH-Fraktion lange versucht hatte, die Bitcoin-Gemeinde von der Einführung größerer Blöcke zur besseren Skalierung zu überzeugen, setzte sie ihren Plan schließlich einfach in die Tat um. Allerdings nicht beim Original, sondern bei einem eigenen, neu geschaffenen Coin.

Niemand wurde dabei zu etwas gezwungen. BTC-Besitzer bekamen nach der Fork einfach die gleiche Menge BCH geschenkt und konnten sich dann entscheiden, ob sie die diese Token wiederum gegen BTC eintauschen wollten um ihren Bitcoin-Bestand zu vergrößern. Gleichsam konnten BCH-Fans auch nach freien Stücken ihre BTC gegen Bitcoin Cash einwechseln oder eben einfach beide Coins behalten. Ganz alleine der freie Markt entscheidet, was sich durchsetzt.

Man vergleiche das mal mit einer Währungsreform unter einer demokratischen Regierung: Die Bürger haben quasi keine Wahl, als ihr altes Geld aufzugeben und gegen das neue gesetzliche Zahlungsmittel einzutauschen. Ein fairer Wettbewerb, bei dem sich die beste Währung durchsetzt, findet nicht statt.

Werden sich Kryptowährungen schließlich gegen die Währungen demokratischer Regierungen durchsetzen? Schreib uns Deine Gedanken dazu in die Kommentarspalte!

© Bild via malditofriki, Flickr.comLizenz

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