Analyse: Bitcoin (BTC)- und Litecoin (LTC)-Halving doch nicht relevant für den Preis

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Einer Analyse der Firma Strix Leviathan zufolge hat die Halbierung der Blockbelohnung z.B. bei Bitcoin (BTC) oder Litecoin (LTC) keine Auswirkungen auf den Preis. Dies widerspricht dem verbreiteten Glauben, dass der Wert eines Coins durch ein Halving steigen müsse.

Es gehört zu den beliebtesten Narrativen der Krypto-Szene, dass der Preis eines Coins steigt, wenn dessen Block-Belohnung halbiert wird. Diese These ergibt rein logisch betrachtet Sinn, da durch ein solches Halving das Angebot an neuen Digitalmünzen sinkt. Wenn dann die Nachfrage zumindest konstant bliebe, müsste der Preis eigentlich ansteigen.

Viele Beobachter sahen diese Theorie kürzlich in der sehr positiven Entwicklung des Litecoin (LTC)-Preises bestätigt. Die Kryptowährung, deren nächstes Halving voraussichtlich am 5. August stattfinden wird, konnte ihren Wert zwischen Dezember 2018 und Juni 2019 von 22 auf 145 US-Dollar vervielfachen. Dies stimmt viele Anleger bezüglich des kommenden Bitcoin (BTC)-Halvings im Mai 2020 hoffnungsfroh.

Analyse: Kein Zusammenhang zwischen Halving und Preis

Nun deuten allerdings empirische Beobachtungen darauf hin, dass die Halbierung der Block-Belohnung keinerlei Einfluss auf die preisliche Entwicklung eines Coins hat. Am Sonntag veröffentlichten Nico Cordeiro und Ava Masucci von der Krypto-Software-Firma Strix Leviathan einen Bericht mit dem Titel “Der Mythos von Kryptowährungs-Halving-Ereignissen: Eine tiefere Analyse“.

Die Forscher analysierten darin 32 Block-Belohnungs-Halbierungen bei über 24 Kryptowährungen. Die Entwicklung jedes Cois wurde sechs Monate vor und nach jedem Halving untersucht und mit Kryptowährungen verglichen, die keine Halbierung im gleichen Zeitraum durchliefen. Das Ergebnis:

“Die Divergenz und die scheinbar zufälligen Ergebnisse vor und nach einer Halbierung deuten darauf hin, dass die zugrunde liegenden Faktoren, die den Preis antreiben, keine Verschiebung der Angebots- und Nachfrage-Dynamik sind.”

Darüber hinaus verglich Strix Leviathan die betroffenen Coins mit sich selbst zu einem anderen Zeitpunkt. Historisch gesehen sollten die Preisschwankungen während eines Halving-Zeitraums zunehmen. Jedoch fanden die Forscher heraus, dass Coins, die eine Halbierungs-Periode durchliefen, keine übergroße Volatilität oder Rendite vor oder nach einem Halving zu verzeichnen hatten.

“Was wir feststellen, ist, dass die Renditeverteilung der Halving-Zeiträume eines Vermögenswertes gegenüber der Renditeverteilung außerhalb seiner Halving-Zeiträume zeigt, dass sie bei einem Konfidenzniveau von 99 Prozent statistisch gleich sind. Mit anderen Worten, wir haben keine Beweise dafür gefunden, dass ein Halbierungs-Ereignis zu abnormalen Preisaktionen führt und wir haben es mit einer Indizientäuschung (Circumstantial Illusion) zu tun.”

Diese Forschung macht einmal mehr die Veranlagung des Menschen deutlich, Muster auch dort zu erkennen, wo in Wahrheit nichts bedeutungsloses Hintergrundrauschen existiert. Ein kluger Investor sollte sich dessen bewusst sein.

Was ist Deine Reaktion auf diese Widerlegung des Halving-Narrativs? Schreib uns Deine Gedanken dazu in die Kommentarspalte!

© Bild via Marco Verch, Flickr.comLizenz

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