Bitcoin-News: Liquid-Hack, El Salvador und neue Marktimpulse

Autor: Coinkurier Redaktion

Veröffentlicht:

Kategorie: Nachrichten

Zusammenfassung: Der Kryptomarkt wird von einem Liquid-Sicherheitsvorfall, anleihemarktbedingter Bitcoin-Rally und widersprüchlichen Berichten zu El Salvadors Reserve geprägt.

Der aktuelle Kryptomarkt liefert gleich mehrere brisante Themen: Ein Sicherheitsvorfall bei Liquid bewegt Tausende Bitcoin, während Turbulenzen am Anleihenmarkt die Bitcoin-Rally antreiben. Zugleich sorgt El Salvador mit widersprüchlichen Berichten über seine Bitcoin-Reserve für Aufsehen – und ein Blick auf Bitcoin Cash zeigt, wie schwer Renditen ohne belastbare Kursdaten einzuordnen sind.

Rund 4.000 Bitcoin aus Liquid-Bridge bewegt – möglicher White-Hat-Angriff

Im Liquid-Netzwerk ist es laut Blocktrainer zu einem größeren Sicherheitsvorfall gekommen. Rund 4.000 BTC wurden aus der Liquid-Bridge bewegt beziehungsweise entwendet. Eine über OP_RETURN an die Transaktion angehängte Nachricht deutete auf einen möglichen Angriff durch sogenannte White-Hat-Hacker hin: „we are whitehats. contact us on chain“.

Blockstream, das Unternehmen hinter dem Liquid-Netzwerk, antwortete mit der Nachricht: „Please contact security@blockstream.com“. Was genau passiert war, blieb zunächst offen. Unklar war unter anderem, wie die Coins bewegt werden konnten, ob eine Sicherheitslücke ausgenutzt wurde und ob die Bitcoin zurückgegeben werden sollten.

Liquid ist eine von Blockstream entwickelte Bitcoin-Sidechain. Über einen Peg-in können Nutzer Bitcoin in das Liquid-Netzwerk übertragen und erhalten dafür L-BTC, die im Verhältnis 1:1 durch echte Bitcoin gedeckt sein sollen. Das Netzwerk ermöglicht unter anderem schnellere Transaktionen sowie Confidential Transactions, bei denen beispielsweise die übertragenen Beträge verborgen werden können.

Anders als Bitcoin selbst wird Liquid nicht durch Proof-of-Work abgesichert. Für die Verwaltung des Pegs zwischen Bitcoin und Liquid ist eine Gruppe sogenannter Functionaries zuständig. Sollten die rund 4.000 BTC ohne Zustimmung der zuständigen Parteien bewegt worden sein, beträfe dies nach Darstellung von Blocktrainer das Sicherheitsmodell von Liquid und nicht das Bitcoin-Netzwerk selbst.

Liquid bestätigte den Sicherheitsvorfall später offiziell. Nach Angaben des Teams wurden von mutmaßlichen White-Hat-Hackern rund 4.000 BTC beziehungsweise etwa 320 Millionen US-Dollar aus einer Wallet der Liquid Federation abgezogen. Die Coins wurden demnach über den SideSwap PAK, den Peg-out Authorization Key, bewegt. Liquid betonte zugleich, dass dieser Schlüssel ebenso wie andere Schlüssel nicht kompromittiert worden sei.

Die Federation deaktivierte vorübergehend die Bridge Nodes. Dadurch konnten zunächst keine neuen Transaktionen mehr an das Liquid-Netzwerk übermittelt werden, womit die Sidechain praktisch pausiert wurde. Auch Börsen wurden informiert und sollten Ein- und Auszahlungen von L-BTC pausieren. Andere Assets auf Liquid, darunter USDT, DePix und RWAs, sollten laut dem Team nicht betroffen sein.

Als mögliche Ursache wurde später ein Fehler in Elements genannt, der Software, auf der Liquid technisch basiert. Nach dem damaligen Stand konnten dadurch offenbar L-BTC erzeugt oder genutzt werden, die vom Netzwerk als gültig angesehen wurden, obwohl ihnen keine entsprechenden Bitcoin gegenüberstanden. SideSwap erklärte, der Peg-out sei über seinen Dienst im Rahmen eines Kundenauftrags erfolgt und der PAK sei nicht kompromittiert worden.

Der beschriebene Fehler betraf offenbar eine Prüfung, bei der ein Zwischenspeicher bereits geprüfte Transaktionsteile als gültig vermerkte, jedoch nicht alle dafür relevanten Merkmale berücksichtigte. Dadurch konnte eine später veränderte Transaktion möglicherweise auf eine frühere Gültigkeitsprüfung zurückgreifen, obwohl sie bei einer vollständigen Kontrolle hätte abgelehnt werden müssen.

Die mutmaßlichen White Hats erklärten, den Großteil der rund 4.000 BTC zurückgeben zu wollen. Voraussetzung sei, dass die Schwachstelle behoben und die betroffenen Nodes aktualisiert würden. Technische Details zum Fehler sollen Blockstream verschlüsselt übermittelt worden sein. Die knapp 3.998,5 BTC lagen zuletzt weiterhin weitgehend unbewegt auf der Adresse der White Hats; die angekündigte Rückgabe hatte demnach noch nicht stattgefunden.

AngabeInformation
Bewegte beziehungsweise entwendete MengeRund 4.000 BTC
Genannte GrößenordnungEtwa 320 Millionen US-Dollar
Zuletzt weitgehend unbewegte MengeKnapp 3.998,5 BTC
Betroffene InfrastrukturLiquid-Bridge und Liquid Federation
Genannte mögliche UrsacheElements-Bug

Infobox: Blocktrainer berichtet über einen bestätigten Sicherheitsvorfall bei Liquid. Die Bridge Nodes sowie Ein- und Auszahlungen zwischen Bitcoin und Liquid blieben vorerst pausiert; die White Hats kündigten die Rückgabe des Großteils der rund 4.000 BTC an.

Bitcoin-Rally laut t-online.de durch Turbulenzen am Anleihenmarkt verstärkt

t-online.de berichtet über eine Bitcoin-Rally, die im Zusammenhang mit Turbulenzen am US-Anleihenmarkt steht. Ende Januar war Bitcoin demnach knapp 100.000 US-Dollar teuer. Zwischen Juni und Ende August bewegte sich die Kryptowährung laut dem Bericht zwischen 60.000 und 67.000 US-Dollar, bevor innerhalb weniger Tage ein Kursplus von 20 Prozent und sogar etwas mehr verzeichnet wurde.

Die Bewegung sei nicht aus eigener Kraft entstanden, sondern durch Entwicklungen am Anleihenmarkt begünstigt worden. Der US-Finanzminister habe laut t-online.de an der US-Notenbank vorbei massiv US-Staatsanleihen gekauft, um deren Renditen zu drücken.

Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt die Entwicklung durch die US-Staatsverschuldung, die eine markante Marke von 40 Billionen US-Dollar überschritt. Der Bericht ordnet dies in die Rückkehr des sogenannten Debasement Trades ein. Dabei wurden US-Staatsanleihen verkauft und limitierte Güter wie Gold und Kryptowährungen gekauft.

Die steigenden Kurse zogen laut t-online.de institutionelle Investoren, Privatanleger und sogenannte Whales an. Auch Short-Positionen mussten bei steigenden Kursen geschlossen werden. Insbesondere gehebelte Leerverkäufe hätten die Aufwärtsbewegung als eine Art Brandbeschleuniger verstärkt.

Auf die schnelle Rally folgten Gewinnmitnahmen, die den Kurs wieder belasteten. t-online.de weist darauf hin, dass die Erwartung eines Bitcoin-Schutzes vor einem Verfall des US-Dollars möglicherweise zu hoch sei. Bitcoin sei zwar auf 21 Millionen Stück limitiert, zugleich sei Bitcoin um 30 Prozent billiger geworden, während Gold trotz einiger Durststrecken in einem Jahr gut 20 Prozent zulegte.

Der Bericht nennt außerdem Kursziele von 150.000 US-Dollar sowie eine Prognose des Analysehauses Bernstein, wonach Bitcoin bis 2029 auf 300.000 US-Dollar steigen könne. Diese Kursziele werden als Prognosen eingeordnet; eine solche Höhe habe Bitcoin bislang noch nicht erreicht.

Für die weitere Entwicklung verweist t-online.de auf Inflationsgefahren und mögliche steigende Leitzinsen. Höhere Zinsen könnten Risikoanlagen belasten, weil sicherere Anlagen wie Staatsanleihen dann eine höhere Rendite abwerfen. Zusätzlich beeinflussten Geo- und Geldpolitik sowie die Kriegssituation im Nahen Osten die Kapitalmärkte.

AngabeWert beziehungsweise Zeitraum
Bitcoin Ende JanuarKnapp 100.000 US-Dollar
Bitcoin zwischen Juni und Ende August60.000 bis 67.000 US-Dollar
Kursplus innerhalb weniger Tage20 Prozent, sogar etwas mehr
US-Staatsverschuldung40 Billionen US-Dollar
Genanntes Kursziel150.000 US-Dollar
Bernstein-Prognose bis 2029300.000 US-Dollar
Bitcoin-Entwicklung laut BerichtUm 30 Prozent billiger
Gold-Entwicklung laut BerichtGut 20 Prozent zugelegt

Infobox: Nach Darstellung von t-online.de wurde die Bitcoin-Rally durch Verkäufe von US-Staatsanleihen, Käufe limitierter Güter und das Schließen von Short-Positionen verstärkt. Gewinnmitnahmen, Inflationsgefahren und mögliche steigende Leitzinsen begrenzen demnach die Aussichten.

El Salvador dementiert Übertragung der Bitcoin-Reserve an privaten Betreiber

El Salvadors Präsident Nayib Bukele hat laut heise.de bestritten, dass die gesamte Bitcoin-Reserve des Landes im Zuge eines Kreditabkommens mit dem Internationalen Währungsfonds an einen privaten Betreiber übertragen worden sei. Auslöser war ein Bericht der spanischen Tageszeitung El País.

El País hatte zunächst berichtet, die Regierung habe sich im Rahmen einer Vereinbarung mit dem IWF bereit erklärt, keine weiteren Bitcoins zu kaufen und „die Mehrheitsbeteiligung und Kontrolle“ über mehr als 7.763 Kryptowährungen im Wert von über 632 Millionen US-Dollar an „einen privaten Betreiber“ zu übertragen. Bukele bezeichnete diese Darstellung auf der Plattform X in Großbuchstaben als „völlig falsch“.

Der Präsident erklärte, in der Vereinbarung stehe eindeutig, dass lediglich die Anteile an Chivo übertragen worden seien. Die strategische Bitcoin-Reserve sei davon nicht betroffen. Chivo Wallet ist eine von der Regierung El Salvadors entwickelte digitale Geldbörse, über die Zahlungen in US-Dollar oder Bitcoin möglich sind. Die Formulierung im El-País-Artikel wurde inzwischen korrigiert.

Der IWF erklärte in einer Pressemitteilung, das Eigentum und die operative Kontrolle über die staatliche E-Wallet seien auf einen privaten Betreiber übertragen worden. Zugleich seien keine öffentlichen Mittel für den Erwerb von Bitcoin verwendet worden. Der Zuwachs an Bitcoin sei zuletzt auf private Spenden zurückzuführen.

Der IWF kündigte eine vorläufige Einigung mit El Salvadors Regierung an, durch die im Rahmen eines 40-monatigen Sparprogramms neue Mittel in Höhe von fast 140 Millionen US-Dollar freigegeben werden sollen. Diese Gelder sind Teil einer im Dezember 2024 vereinbarten Kreditregelung über insgesamt 1,4 Milliarden US-Dollar.

Mit dem Darlehen sollen die fiskalische Nachhaltigkeit des Landes gestärkt und die Risiken im Zusammenhang mit Bitcoin gemindert werden. Laut der Vereinbarung soll El Salvador seine Ausgaben reduzieren, die Liquiditätsreserven der Banken erhöhen, die Verwendung von Bitcoin einschränken und freiwillig machen sowie die staatliche Transparenz erhöhen.

El Salvador hatte am 7. September 2021 als erstes Land der Welt Bitcoin zum gesetzlichen Zahlungsmittel erklärt. Die Regierung versprach damals einen besseren Zugang zu Zahlungssystemen für arme Menschen, einfachere Geldüberweisungen von im Ausland lebenden Salvadorianern und mehr ausländische Investitionen. Laut heise.de trat davon nichts in der erwarteten Form ein; nur ein sehr geringer Prozentsatz der Bevölkerung nutze Bitcoin als Zahlungsmittel.

Im Rahmen der Kreditvereinbarung hob das Parlament Anfang des vergangenen Jahres die Anerkennung von Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel wieder auf. Das Land hält laut dem Bericht dennoch Bitcoin-Reserven im Wert von mehr als 600 Millionen US-Dollar. Für die Zukunft sei kein weiterer Aufbau von Bitcoin-Beständen über dokumentierte Spenden hinaus vorgesehen. Die Regierung Bukele habe sich demnach gegenüber dem IWF verpflichtet, keine weiteren Bitcoins hinzuzukaufen.

AngabeWert beziehungsweise Information
Bitcoin-Bestände im ursprünglichen BerichtMehr als 7.763 Kryptowährungen
Genannter Wert dieser BeständeÜber 632 Millionen US-Dollar
Freigegebene neue MittelFast 140 Millionen US-Dollar
Gesamthöhe der Kreditvereinbarung1,4 Milliarden US-Dollar
Laufzeit des Sparprogramms40 Monate
Einführung von Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel7. September 2021
Wert der weiterhin gehaltenen Bitcoin-ReservenMehr als 600 Millionen US-Dollar

Infobox: Nach Darstellung von heise.de wurde nicht die strategische Bitcoin-Reserve, sondern die staatliche E-Wallet Chivo an einen privaten Betreiber übertragen. El Salvador soll künftig keine weiteren Bitcoin-Bestände über dokumentierte Spenden hinaus aufbauen.

Bitcoin Cash: Finanzen.net betrachtet Rendite eines Investments vor drei Jahren

Finanzen.net veröffentlichte einen Beitrag zur Frage, wie viel Gewinn ein Investment in Bitcoin Cash vor drei Jahren eingebracht hätte. Der bereitgestellte Quelltext enthält jedoch keine nutzbaren Angaben zum konkreten Investmentbetrag, zu den verwendeten Kauf- und Verkaufskursen oder zum ausgewiesenen Gewinn.

Da die erforderlichen Werte für eine exakte Darstellung der Rendite im vorliegenden Inhalt nicht enthalten sind, lässt sich die im Titel angekündigte Gewinnberechnung daraus nicht nachvollziehbar wiedergeben. Eine Veränderung oder Ergänzung von Zahlen wäre nicht möglich, ohne über die Angaben der Quelle hinauszugehen.

Infobox: Der Beitrag von Finanzen.net behandelt ein Bitcoin-Cash-Investment über drei Jahre. Konkrete Werte zur Gewinnberechnung sind im vorliegenden Quelltext nicht nutzbar.

Einschätzung der Redaktion

Der Vorfall ist vor allem ein Vertrauens- und Governance-Test für Liquid. Selbst wenn die Bitcoin weitgehend zurückkehren und der Fehler behoben wird, zeigt der Zwischenfall, dass die Sicherheit einer Sidechain maßgeblich von ihrer Bridge, ihrer Software und einer begrenzten Gruppe von Verantwortlichen abhängt. Für Nutzer und institutionelle Marktteilnehmer dürfte deshalb nicht nur die technische Korrektur entscheidend sein, sondern auch die nachvollziehbare Aufarbeitung und der Nachweis, dass sich ein vergleichbarer Fehler nicht wiederholen kann.

Zusammenfassung: Die mögliche Rückgabe begrenzt den unmittelbaren Schaden, beseitigt aber nicht die grundsätzlichen Fragen zur Robustheit und Vertrauenswürdigkeit des Liquid-Sicherheitsmodells.

Einschätzung der Redaktion

Die Rally wirkt dadurch weniger wie ein isoliertes Bitcoin-Signal als wie eine Reaktion auf Liquiditäts-, Zins- und Verschuldungserwartungen. Das erhöht die Anfälligkeit für abrupte Rücksetzer: Wenn Renditen steigen oder gehebelte Positionen abgebaut werden, kann derselbe Mechanismus, der den Anstieg beschleunigt hat, die Korrektur verstärken. Hohe Kursziele bleiben daher spekulativ und sollten nicht mit einer stabilen Absicherung gegen Währungs- oder Inflationsrisiken gleichgesetzt werden.

Zusammenfassung: Die Kursdynamik ist stark vom makroökonomischen Umfeld und der Positionierung der Marktteilnehmer abhängig; daraus folgt eine erhöhte Volatilitäts- und Rückschlaggefahr.

Einschätzung der Redaktion

Der Streit um die Formulierung verdeutlicht, wie sensibel staatliche Bitcoin-Bestände und die Kontrolle über öffentliche Kryptoinfrastruktur politisch und finanziell sind. Unabhängig davon, welche Darstellung letztlich zutrifft, bedeutet die Bindung an ein umfangreiches Kredit- und Sparprogramm eine deutliche Einschränkung der bisherigen Bitcoin-Politik. Für die Glaubwürdigkeit des Landes sind daher klare Eigentumsverhältnisse, überprüfbare Bestandsangaben und transparente Entscheidungsprozesse wichtiger als symbolische Ankündigungen.

Zusammenfassung: El Salvador steht vor dem Spagat zwischen Bitcoin-Strategie, finanzieller Stabilität und internationalen Auflagen; Transparenz wird dabei zum entscheidenden Vertrauensfaktor.

Einschätzung der Redaktion

Ohne konkrete Kauf-, Verkaufs- und Investmentdaten ist keine seriöse Renditebewertung möglich. Gerade bei Bitcoin Cash wäre eine scheinbar präzise Gewinnzahl irreführend, weil der ausgewählte Einstiegszeitpunkt, der Betrachtungszeitpunkt und mögliche Gebühren das Ergebnis wesentlich bestimmen. Die Zurückhaltung bei nicht belegbaren Zahlen ist deshalb sachlich zwingend.

Zusammenfassung: Eine belastbare Aussage zur Rendite ist ohne die maßgeblichen Kurs- und Betragsangaben nicht möglich.

Quellen: