Bitcoin-News: OCEAN unter Druck, BIP-110 scheitert und KI bedroht Krypto-Branche

Autor: Coinkurier Redaktion

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Kategorie: Nachrichten

Zusammenfassung: Der Pressespiegel thematisiert OCEANs umstrittene Hashrate-Umleitung zugunsten des gescheiterten BIP-110-Forks, Blockchain-Pilotprojekte für transparente Lieferketten und Cyberangriffe wie EtherHiding.

Der aktuelle Pressespiegel zeigt die Spannungsfelder der Krypto- und Blockchain-Branche: Während der BIP-110-Fork und der Mining-Pool OCEAN Fragen nach Vertrauen, Kontrolle und Netzwerksicherheit aufwerfen, sollen Blockchains zugleich Lieferketten transparenter machen und werden von Cyberkriminellen für neue Angriffsmethoden missbraucht. Ergänzt wird der Überblick durch den Blick auf die wichtigsten Branchenthemen und das geplante Blockchain-Life-Event in Dubai.

Bitcoin-Mining-Pool OCEAN gerät nach BIP-110-Vorfall unter Druck

Der Bitcoin-Mining-Pool OCEAN steht nach einem umstrittenen Eingriff in die Hashrate seiner Nutzer in der Kritik. Wie BeInCrypto berichtet, leitete OCEAN die Rechenleistung einiger Miner ohne eindeutige Zustimmung auf die fehlgeschlagene BIP-110-Minoritäts-Blockchain um.

Der Vorfall dauerte etwa 18 Stunden. Betroffene Miner gingen davon aus, nicht-BIP-110-Stratum-Vorlagen zu verwenden, während ihre Hardware tatsächlich Blöcke auf einem separaten Fork unterstützte.

Besonders schwer wiegt der Vorfall laut BeInCrypto, weil OCEAN ausdrücklich damit wirbt, einzelnen Minern volle Kontrolle über ihre Block-Vorlagen zu geben. OCEAN räumte ein, dass einige Miner trotz Auswahl der Nicht-BIP-110-Option auf die BIP-110-Blockchain geleitet worden sein könnten.

In der Bitcoin-Mining-Community löste die Bekanntgabe heftige Reaktionen aus. Ein Nutzer auf X bezeichnete das Ereignis als „Hashrate-Entführung“ und forderte die sofortige Entlassung der Verantwortlichen.

Blockstream-CEO Adam Back kritisierte das Vorgehen scharf. Er forderte, die finanziellen Verluste vom Gehalt des OCEAN-Mitgründers Luke Dashjr abzuziehen.

„should take that out of @lukedashjr's salary.“

Die Auseinandersetzung verschärfte sich, nachdem Roughnecks, die Mininggruppe hinter den einzigen zwei Blöcken der BIP-110-Blockchain, ihren Versuch am 9. August aufgab. Die Gruppe rief verbliebene Miner dazu auf, die Minoritäts-Blockchain nicht weiter zu unterstützen.

Nach Darstellung von BeInCrypto ist die Hashrate von OCEAN um 96 % eingebrochen. Der Rückgang verdeutliche die Risiken von Mining-Vorlagen, die durch einen Pool kontrolliert werden, da Pools häufig bestimmen, welche Transaktionen die Hardware ihrer Nutzer einschließt und welche Blockchain sie unterstützt.

Der Streit berührt damit Fragen zur Transparenz, zur Selbstbestimmung der Miner und zum Einfluss von Mining-Pools auf die Block-Erstellung bei Bitcoin. BeInCrypto ordnet die Kontroverse außerdem in die breitere Debatte über die Neutralität und Governance des Bitcoin-Netzwerks ein.

Im Artikel wird der Bitcoin-Kurs mit etwa 65.000 USD angegeben. Damit liege er fast 49 % unter dem Allzeithoch von ungefähr 126.000 USD.

Zusammenfassung: OCEAN räumte eine rund 18 Stunden andauernde Umleitung von Hashrate auf die BIP-110-Blockchain ein. Die Hashrate des Pools sank laut BeInCrypto um 96 %, während Adam Back finanzielle Konsequenzen für Luke Dashjr forderte.

Blockchain-Pilotprojekte sollen Lieferketten konfliktfreier Mineralien prüfen

Neue Pilotprogramme testen Distributed-Ledger-Technologie zur lückenlosen Rückverfolgung kritischer Mineralien vom Abbau bis zum Markt. Das berichtet aktien.news.

Im Mittelpunkt steht die Möglichkeit, Lieferketten konfliktfreier Mineralien mit einer Blockchain beziehungsweise einer Distributed-Ledger-Infrastruktur zu dokumentieren. Die Technologie soll dabei Informationen entlang der gesamten Lieferkette nachvollziehbar erfassen.

Die Pilotprojekte befinden sich laut aktien.news in einer Testphase. Sie sollen zeigen, wie sich die Herkunft kritischer Mineralien vom Abbau über weitere Stationen bis zum Markt verifizieren lässt.

Damit adressieren die Programme insbesondere die Nachverfolgbarkeit von Rohstoffen. Der Einsatz einer Distributed-Ledger-Technologie soll eine lückenlose Dokumentation ermöglichen.

Zusammenfassung: aktien.news berichtet über Pilotprogramme, die Distributed-Ledger-Technologie zur Rückverfolgung kritischer Mineralien einsetzen. Ziel ist die Verifizierung der Lieferkette vom Abbau bis zum Markt.

EtherHiding: Malware nutzt Blockchain für die Befehlsvergabe

Nordkoreanische Hackergruppen setzen laut einer Analyse des südkoreanischen Cybersicherheitsunternehmens Genians zunehmend generative KI für Angriffe auf Finanzinstitute und Krypto-Plattformen ein. Besonders die Gruppe Kimsuky integriert spezialisierte KI-Werkzeuge in ihre Angriffsketten.

Die Angreifer verwenden lokale KI-Modelle, die über Umgebungen wie Ollama, GPT4All und Msty laufen. Dadurch sind die Aktivitäten für externe Sicherheitsdienste schwerer erkennbar, weil die Verarbeitung nicht über Cloud-Dienste erfolgt.

Ergänzend kommen Retrieval-Augmented Generation und KI-Agenten zum Einsatz. Damit erstellen die Angreifer täuschend echte Lockdokumente für Spear-Phishing; Spracherkennung und Programmierassistenten wie Cursor beschleunigen zudem die Entwicklung von Schadsoftware.

Im Fokus stehen Finanz- und Kryptounternehmen. Die Hacker prüfen gezielt Datenlecks bei digitalen Wallets und Gmail-Konten, um an private Informationen zu gelangen. Gruppen wie Kimsuky und APT45 nutzen dafür laut AD HOC NEWS auch kommerzielle Modelle wie ChatGPT und Gemini.

Das Ausmaß der Aktivitäten wird im Artikel unter anderem anhand eines Rechtsstreits beschrieben. Die Kryptofirma Bybit verklagte die Lazarus-Gruppe vor einem US-Gericht wegen eines Diebstahls von 1,5 Milliarden USD im Februar 2025.

Rund 48,4 Millionen USD konnten bisher wiedererlangt werden, weitere 30,5 Millionen USD sind eingefroren. Allein die Gruppe Famous Chollima war zwischen April 2025 und Mai 2026 für etwa 47 Prozent der staatlich unterstützten Tech-Hacks verantwortlich.

Seit Anfang August 2026 läuft laut AD HOC NEWS die Kampagne „EtherHiding“. Dabei dient die BNB Smart Chain als unveränderlicher Speicher für Malware-Befehle.

Betroffen sind Windows- und macOS-Nutzer, die mit Schadsoftware wie Lumma Stealer oder AsyncRAT infiziert werden sollen. Microsoft warnt vor täglich tausenden potenziell Betroffenen.

Weitere Angriffsmethoden zielen auf synchronisierte Schlüssel bei Google-Konten. Über Exploits bei Gmail oder Outlook versuchen Angreifer, sensible Kontodaten zu erlangen; Sicherheitsberater empfehlen deshalb verstärkt den Einsatz von Passkeys.

Unternehmen investieren laut der Lünendonk-Studie 2026 in agentenbasierte KI und souveräne IT-Architekturen. Cyber Security und Resilienz werden darin als prägende IT-Trends bis 2028 genannt.

Experten raten zu EDR-basierter Bedrohungssuche, um Anomalien frühzeitig zu erkennen. AD HOC NEWS beschreibt zugleich, dass die Grenze zwischen staatlicher Spionage und finanziell motivierter Cyberkriminalität zunehmend verschwimmt.

Zusammenfassung: Die Kampagne „EtherHiding“ nutzt laut AD HOC NEWS die BNB Smart Chain zur Speicherung von Malware-Befehlen. Parallel setzen nordkoreanische Hackergruppen lokale KI-Modelle, RAG und KI-Agenten für Angriffe auf Finanz- und Kryptounternehmen ein.

BIP-110-Fork bleibt nach zwei Blöcken stehen

Die umstrittene BIP-110-Blockchain hat laut Bitcoin2Go einen Fehlstart hingelegt. Nach dem verpflichtenden Signaling bei Block 961.632 produzierte die neue Chain lediglich zwei Blöcke und blieb anschließend bei Block 961.633 stehen.

Die reguläre Bitcoin-Blockchain lief währenddessen normal weiter und erreichte zuletzt Block 961.727. Dadurch wuchs der Abstand auf mehr als 90 Blöcke an.

Als Ursache nennt Bitcoin2Go die geringe Unterstützung durch Miner. Im letzten abgeschlossenen Zeitraum signalisierten lediglich 51 von 2.016 Bitcoin-Blöcken Unterstützung für BIP-110.

AngabeWert
Unterstützende Bitcoin-Blöcke51 von 2.016
Unterstützung2,53 Prozent
Vorgesehene Schwelle55 Prozent
Letzter Stand der BIP-110-ChainBlock 961.633
Stand der regulären Bitcoin-BlockchainBlock 961.727

Die ersten beiden Blöcke der neuen Chain wurden von der pseudonymen Mining-Gruppe Roughnecks über das DATUM-Protokoll des Mining-Pools Ocean erzeugt. Danach kam kein weiterer Block hinzu; Ocean bezifferte die Hashrate der BIP-110-Chain zuletzt auf rund 1,18 EH/s.

Die Blockchain startete mit derselben Mining-Difficulty wie Bitcoin, weil beide Chains bis zur Abspaltung dieselbe Historie teilten. Auf dem ersten BIP-110-Block lag die Difficulty bei rund 127,48 Billionen.

Diese Schwierigkeit passt laut Bitcoin2Go nicht zur deutlich geringeren Hashrate der Minderheits-Chain. Eine automatische Anpassung erfolgt erst nach einem vollständigen Difficulty-Zeitraum von 2.016 Blöcken, sodass bis dahin extrem lange Blockzeiten entstehen.

BIP-110 soll die Menge nicht zahlungsbezogener Daten auf Bitcoin für rund ein Jahr begrenzen und den Fokus stärker auf die Nutzung als monetäres Netzwerk legen. Seit Block 961.632 lehnen Nodes, die BIP-110 durchsetzen, Blöcke ohne das entsprechende Signal ab.

Normale Bitcoin-Nodes akzeptieren weiterhin sowohl signalisierende als auch nicht signalisierende Blöcke. Das verpflichtende Signaling läuft bis Block 963.647; die neuen Datenregeln würden erst nach erfolgreicher Aktivierung greifen.

Strategys Michael Saylor erklärte laut Bitcoin2Go, die Ziele von BIP-110 grundsätzlich zu teilen, warnte jedoch vor einer Veränderung der neutralen Regeln und des bestehenden Konsenses von Bitcoin. Blockstream-CEO Adam Back kritisierte den Eingriff ebenfalls und warnte vor möglichen Folgen für die Glaubwürdigkeit des Netzwerks.

“it's worse as it is an attack on bitcoin's credibility as a store of value, it's security credibility, and a lynch mob attempt to push changes there is not consensus for.”

Bitcoin2Go zieht daraus den Schluss, dass ein Fork mehr als Code benötigt. Eine technische Abspaltung kann zwar eine eigene Chain erzeugen, ohne relevante Hashrate fehlt ihr jedoch die Infrastruktur, um zuverlässig neue Blöcke zu produzieren.

Zusammenfassung: Die BIP-110-Chain produzierte zwei Blöcke und blieb bei Block 961.633 stehen. Nur 2,53 Prozent der ausgewerteten Blöcke signalisierten Unterstützung, während die vorgesehene Schwelle bei 55 Prozent lag.

Blockchain Life und AI Future für Dezember 2026 in Dubai angekündigt

Blockchain Life kehrt am 1. und 2. Dezember 2026 nach Dubai zurück. Laut Yellow.com wird die Veranstaltung erneut einen Treffpunkt für Web3, Kryptowährungen, Mining und Künstliche Intelligenz bilden.

Erwartet werden über 15.000 Teilnehmende aus mehr als 130 Ländern. Außerdem sollen mehr als 200 internationale Top-Sprecher, über 200 Messestände und drei spezialisierte Bühnen vertreten sein.

Premiere feiert der neue Konferenz-Track „AI Future“. Er widmet sich laut Yellow.com der nächsten Generation der KI, neuen Trends, Durchbrüchen in der Robotik sowie dem Zusammenspiel von KI, Blockchain und Business.

Zu den erwarteten Teilnehmern zählen laut Yellow.com Krypto-Wale, Gründer und C-Level-Manager großer Börsen und bedeutender Web3-Projekte, Investoren, Tier-1-Fonds, KI-Innovatoren und Trader.

Auf der Messe sollen große Kryptobörsen und Mining-Unternehmen ebenso vertreten sein wie Web3-Pioniere, KI-Entwickler und Start-ups. Mit dem Startup Pitch und den Blockchain Life Awards sollen zudem Jungunternehmen Sichtbarkeit erhalten und führende Branchenakteure ausgezeichnet werden.

Zusammenfassung: Yellow.com kündigt Blockchain Life für den 1. und 2. Dezember 2026 in Dubai an. Erwartet werden über 15.000 Teilnehmende aus mehr als 130 Ländern sowie die Premiere des KI-Konferenz-Tracks „AI Future“.

Einschätzung der Redaktion

Der Vorfall zeigt, dass technische Kontrolle ohne eindeutige Zustimmung das Vertrauen in einen Mining-Pool unmittelbar beschädigen kann. Besonders problematisch ist der Widerspruch zwischen dem Anspruch auf Miner-Selbstbestimmung und einer möglichen Abweichung bei der tatsächlichen Blockproduktion. Für OCEAN dürfte die Wiederherstellung von Transparenz, überprüfbaren Kontrollmechanismen und unabhängiger Rechenschaft wichtiger sein als kurzfristige Schadensbegrenzung.

Kernaussage: Vertrauen und nachprüfbare Nutzerkontrolle sind für Mining-Pools ein ebenso kritischer Wettbewerbsfaktor wie Hashrate und Gebühren.

Einschätzung der Redaktion

Der praktische Wert solcher Pilotprojekte hängt weniger von der Blockchain selbst als von der Qualität der Eingangsdaten, gemeinsamen Standards und verbindlicher Beteiligung aller Lieferkettenpartner ab. Distributed-Ledger-Technologie kann nachträgliche Manipulation erschweren, aber keine falschen Angaben am Ursprung automatisch verhindern. Entscheidend wird daher sein, ob aus den Tests interoperable und regulatorisch anerkannte Nachweise entstehen.

Kernaussage: Blockchain kann Rückverfolgbarkeit stärken, ersetzt aber weder verlässliche Kontrollen vor Ort noch einheitliche Branchenstandards.

Einschätzung der Redaktion

Die Kombination aus lokaler generativer KI und Blockchain-basierter Befehlsvergabe senkt die Sichtbarkeit und erhöht die Anpassungsfähigkeit moderner Angriffe. Für Finanz- und Kryptounternehmen bedeutet das, dass klassische Signaturerkennung allein nicht mehr ausreicht. Priorität haben deshalb kontinuierliche Verhaltensanalyse, abgesicherte Identitäten, Passkeys und eine schnelle Reaktion auf kompromittierte Konten und Endgeräte.

Kernaussage: Die Bedrohung verschiebt sich von einzelnen Schadprogrammen hin zu flexiblen, schwerer erkennbaren Angriffssystemen.

Einschätzung der Redaktion

Das Scheitern des Forks verdeutlicht, dass technische Änderungspläne ohne breite soziale und wirtschaftliche Zustimmung keine tragfähige Alternative zum etablierten Bitcoin-Konsens bilden. Geringe Miner-Unterstützung schwächt nicht nur die Blockproduktion, sondern auch die Glaubwürdigkeit und wirtschaftliche Nutzbarkeit einer separaten Chain. Der Konflikt macht damit sichtbar, dass Bitcoin-Governance letztlich durch freiwillige Koordination und nicht allein durch implementierten Code bestimmt wird.

Kernaussage: Ein Fork benötigt neben funktionsfähigem Code vor allem breite Akzeptanz, ausreichende Sicherheitsleistung und Vertrauen der Marktteilnehmer.

Einschätzung der Redaktion

Die angekündigte Veranstaltung dürfte die wachsende Verzahnung von Blockchain, KI, Kapital und Unternehmensanwendungen sichtbar machen. Ihr geschäftlicher Nutzen wird jedoch davon abhängen, ob neben Aufmerksamkeit und Networking belastbare Partnerschaften, Investitionen und produktive Anwendungen entstehen. Die Verbindung beider Themenfelder ist strategisch relevant, birgt aber auch das Risiko, technologische Schlagworte stärker zu vermarkten als deren tatsächlichen Reifegrad.

Kernaussage: Das Format kann als Impulsgeber für Kooperationen dienen; sein nachhaltiger Wert wird an konkreten Ergebnissen und nicht an der Teilnehmerzahl gemessen.

Quellen: