Fork-Flippening: Bitcoin SV steigt, überholt Bitcoin Cash

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Bitcoin SV überholt Bitcoin Cash. | © CoinJournal

Während der restliche Kryptomarkt weiter einbrach, konnte Bitcoin SV (BSV) in den letzten 24 Stunden zweistellige Kursgewinne verbuchen. Der Coin überholte Bitcoin Cash (BCH), die Kryptowährung von welcher er sich im November abgespalten hatte. Derweil werden BCH-Unterstützer nun für ihr Vorgehen im Zuge der Hard Fork verklagt.

Krypto-Investoren erleben einen weiteren schwarzen Tag. Bitcoin (BTC) verlor erneut gut zehn Prozent an Wert und wird aktuell nur noch bei rund 3.400 US-Dollar gehandelt. Besonders dramatisch traf es EOS, dessen Preis in den letzten 24 Stunden über 22 Prozent sank.

Doch eine der nach Marktkapitalisierung größten Kryptowährungen bewegt sich in die genau entgegengesetzte Richtung: Bitcoin SV (BSV) hat seit gestern rund 15 Prozent an Wert zugelegt. Damit ist der Coin zudem der einzige in den Top-100 (von Stablecoins einmal abgesehen), der sich in den vergangenen 24 Stunden im grünen Bereich bewegte.

BSV zieht an Bitcoin Cash vorbei

Diese eindrucksvolle Entwicklung führte zudem dazu, dass Bitcoin SV nun über die sechstgrößte Marktkapitalisierung aller Kryptowährungen verfügt. Damit überholt der Coin zudem Bitcoin Cash (BCH), der sich nun auf Platz sieben wiederfindet. Für die meiste Zeit dieses Jahres rangierte BCH an vierter Stelle hinter Bitcoin (BTC), Ethereum (ETH) und Ripple (XRP).

Das BCH-Ökosystem hatte sich am 15. November in zwei Teile gespalten, die Implementierungen Bitcoin SV und Bitcoin ABC. Die eine Seite (BSV) wollte viele Aspekte des ursprünglichen Bitcoin-Codes reaktivieren und die Blockgröße auf 128 MB anheben. Die andere (BCH) wollte im Prinzip auch größere Blöcke, lehnte aber radikale Veränderungen ab. Zuerst wollten beide Fraktionen die Bezeichnung „Bitcoin Cash“ für sich beanspruchen, doch nach gut einer Woche gab Bitcoin SV auf und überließ den Namen und das Tickersymbol „BCH“ der Gegenseite.

Gründe für das „Flippening“

Anscheinend ist Bitmain, der weltgrößte Mining-Konzern und vielleicht wichtigste Unterstützer von BCH, in finanziellen Schwierigkeiten. Glaubt man BTCKING555, einem bekannten Bitmain-Kritiker auf Twitter, so hat das Unternehmen im dritten Quartal dieses Jahres ganze 740 Millionen US-Dollar Verlust gemacht. Der Konzern hatte große Mengen BCH angehäuft, als der Preis noch deutlich höher lag.

Zudem hatte die US-amerikanische Telekommunikations- und Blockchain-Firma UnitedCorp am Donnerstag bekannt gegeben, dass sie zahlreiche Unterstützer der ABC-Implementierung verklagen werde, darunter Bitmain, Bitcoin.com und dessen CEO Roger Ver, aber auch die Exchange Kraken und andere.

Diese hätten das Bitcoin Cash-Netzwerk am 15. November „entführt“, indem sie kurzfristig Hashpower zum Schürfen von BCH umgeleitet hätten, um somit eine „künstlich längere Kette“ zu schaffen und die ABC-Regeln durchzusetzen. Sie hätten damit das Netzwerk zentralisieren wollen und das Einbrechen der Kurse ausgelöst, so der Vorwurf. UnitedCorp klagt nun auf Schadenersatz und die Unterlassung jener Aktivitäten.

Dagegen kündigte Craig Wright, der wohl bekannteste Unterstützer von Bitcoin SV, letzte Woche auf der Coingeek Week-Konferenz in London ein äußerst ambitioniertes Projekt namens Metanet an. „Was wir tatsächlich erschaffen werden, ist eine sichere Alternative zum Internet, gebaut auf der Blockchain. Das Internet wird eine Sidechain zur Bitcoin [SV]-Blockchain”, erklärte Wright in seinem Vortrag.

Auch wenn BSV nun der größte Alternativ-Bitcoin sein mag, ist er noch weit davon entfernt, BTC vom Thron zu stoßen. Die Marktkapitalisierung von Bitcoin (BTC) liegt immer noch um etwa das dreißigfache Höher als die seines Widersachers.

Ist die Wertsteigerung bei Bitcoin SV dauerhaft oder handelt es sich bloß um eine vorübergehende Kapriole des Marktes? Schreib uns Deine Gedanken dazu in die Kommentarspalte!

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