Bitcoin unter Druck: Kaufchancen, US-Wahlrisiken und Electrum-Schwachstelle
Autor: Coinkurier Redaktion
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Kategorie: Nachrichten
Zusammenfassung: Bitcoin bietet laut Marktbeobachtern trotz Unsicherheiten Chancen, während US-Wahlen und technische Risiken die Entwicklung beeinflussen.
Bitcoin steht zwischen möglichen Kaufchancen, politischen Unwägbarkeiten und konkreten Sicherheitsrisiken. Der Pressespiegel beleuchtet, warum Marktbeobachter auf eine Erholung hoffen, US-Zwischenwahlen unterschiedliche Anlageklassen bewegen könnten, eine Electrum-Schwachstelle Nutzer gefährdete und mehr als die Hälfte aller Bitcoin keiner bekannten Entität zugeordnet ist.
Bitcoin zwischen Kaufargumenten, Marktunsicherheit und technischen Risiken
CZ sieht in Bitcoin-Kritik mögliche Einstiegschancen
Bitcoin steht laut BTC-ECHO unter Druck und kämpft um die Marke von 80.000 US-Dollar. Nachdem der Kurs Anfang Oktober noch an der Marke von 87.000 US-Dollar gekratzt hatte, warnen Skeptiker wie der US-Ökonom Peter Schiff vor einem möglichen Abverkauf.
Binance-Gründer Changpeng „CZ“ Zhao bewertet die wiederkehrenden Aussagen über ein angeblich gescheitertes Bitcoin-Modell hingegen als mögliche Gelegenheit. In einem X-Post schrieb er: „Bitcoin ist tot – das wurde schon unzählige Male gesagt.“ Zugleich erklärte er, dass dies in der Vergangenheit auch die besten Zeitpunkte für einen Bitcoin-Kauf gewesen seien.
BTC-ECHO zufolge notiert Bitcoin weiterhin 36 Prozent unter seinem Allzeithoch. Sollte die Kryptowährung ihren Höchststand von rund 126.000 US-Dollar wieder erreichen, könnten Anleger laut der Quelle auf dem aktuellen Niveau eine Rendite von etwa 57 Prozent erzielen.
Eine Analyse von CryptoQuant kommt laut BTC-ECHO zu dem Schluss, dass der aktuelle Bärenmarkt bislang rund 40 Prozent der rechnerisch fälligen Erholungszeit absolviert hat. Grundlage ist eine Bärenmarkt-Dauer von 267 Tagen. Ein neues Bitcoin-Allzeithoch könnte dieser Einschätzung zufolge vor dem Sommer 2027 ausbleiben.
„Bitcoin ist tot – das wurde schon unzählige Male gesagt. Das waren auch die besten Zeitpunkte, um Bitcoin zu kaufen.“ – Changpeng „CZ“ Zhao, laut BTC-ECHO
Infobox – BTC-ECHO: Bitcoin kämpft um 80.000 US-Dollar und liegt 36 Prozent unter dem Allzeithoch. CZ verweist auf frühere Phasen, in denen Todesmeldungen über Bitcoin rückblickend gute Kaufzeitpunkte gewesen seien; CryptoQuant erwartet ein mögliches neues Allzeithoch nicht vor dem Sommer 2027.
Zwischenwahlen könnten Gold, Bitcoin und Aktien unterschiedlich beeinflussen
Yahoo Finanzen Deutschland berichtet über Prognosen zu den US-Zwischenwahlen und möglichen Folgen für die Finanzmärkte. Polymarket sieht eine 93%-Chance für einen demokratischen Sieg im Repräsentantenhaus und eine 65%-Chance für einen demokratischen Sieg im Senat.
Eine Notiz des World Gold Council betrachtet vier Politikbereiche: Haushalt, Kriegsfinanzierung, KI-Regulierung und die Ausweitung der exekutiven Macht. Nach Einschätzung des Councils sprechen drei von vier Bereichen für Gold, während Bitcoin vor allem auf Veränderungen beim US-Dollar reagieren könnte.
Ein demokratischer Kongress könnte laut World Gold Council und Edward Jones die Möglichkeit des Weißen Hauses begrenzen, Gesetze mit steigenden Defiziten durchzusetzen. Kleinere Defizite könnten fiskalische Sorgen verringern und die Nachfrage nach Staatsanleihen sowie dem US-Dollar erhöhen, was Gold belasten könnte. Ein Druck zur Senkung der Zölle könnte dagegen Staatseinnahmen reduzieren und das Defizit vergrößern, was Gold stützen würde.
Für Aktien könnten niedrigere Renditen von Staatsanleihen positiv sein, weil dadurch Kreditkosten sinken und der heutige Wert künftiger Gewinne steigt. Daten von Edward Jones zeigen laut Yahoo Finanzen Deutschland, dass der S&P 500 nach Kongresswahlen seit 1970 meist gestiegen ist, unabhängig davon, welche Partei gewann.
Bitcoin bewegt sich laut Glassnode häufig entgegengesetzt zum US-Dollar. Die aktuelle Korrelation sei so negativ wie nie zuvor. Ein stärkerer US-Dollar infolge kleinerer Defizite könnte Bitcoin daher belasten, wobei diese Verbindung zeitweise schwächer gewesen sei.
Auch der Ölmarkt könnte eine Rolle spielen. Brent-Öl kostet laut der Quelle etwa 114 USD, während höhere Energiekosten die Inflationssorgen verstärken. Trader rechnen derzeit zu etwa 80% mit einer Zinserhöhung der Fed im Dezember.
Gold fiel am Freitag unter 4.000 USD und damit auf den tiefsten Stand seit Mitte Juli. Am Montag lag das Edelmetall bei 4.010,48 USD. Bitcoin notierte bei 79.894 USD und verzeichnete innerhalb von 24 Stunden einen Rückgang von 1,2%.
| Bereich | Mögliche Marktfolge laut Quelle |
|---|---|
| Haushalt | Gold könnte durch kleinere Defizite belastet, durch sinkende Zolleinnahmen aber gestützt werden. |
| Kriegsfinanzierung | Eine Deeskalation könnte Ölpreise, Inflationserwartungen, Renditen und den US-Dollar drücken. |
| KI-Politik | Strengere Regeln könnten besonders Tech-Aktien belasten; Bitcoin hätte gemischte Effekte. |
| Exekutivgewalt | Politische Unsicherheit könnte Gold stützen und Aktien belasten. |
Infobox – Yahoo Finanzen Deutschland: Polymarket sieht eine 93%-Chance für die Demokraten im Repräsentantenhaus und eine 65%-Chance im Senat. Die möglichen Folgen reichen von einer Belastung des Bitcoins durch einen stärkeren US-Dollar bis zu einer Unterstützung von Gold durch politische Unsicherheit.
Electrum-Schwachstelle ermöglichte Diebstahl beim Beschleunigen von Bitcoin-Zahlungen
CoinDesk berichtet über eine Sicherheitslücke in der Bitcoin-Wallet Electrum. Bösartige Server konnten gefälschte ausstehende Transaktionen anzeigen, die Nutzer beim Versuch einer Gebührenanhebung über Replace-by-Fee unwissentlich autorisieren konnten.
Electrum verlässt sich im Unterschied zu einem vollständigen Bitcoin-Knoten auf externe Server, um Transaktionshistorien abzurufen und Zahlungen zu senden. Vor der Behebung prüfte die Wallet bei ausstehenden Transaktionen nicht, ob die von den Servern gemeldeten Signaturen gültig waren.
Ein Angreifer mit Kontrolle über einen Server konnte eine Zahlung abfangen, bevor sie das Bitcoin-Netzwerk erreichte, und sie in der Wallet-Historie durch eine gefälschte Transaktion ersetzen. Diese Transaktion leitete die Coins an eine vom Angreifer kontrollierte Adresse weiter und enthielt ungültige Signaturen, die Electrum nicht erkannte.
Die gefälschte Zahlung wurde anschließend als ausstehend angezeigt. Sobald Nutzer die Replace-by-Fee-Funktion auswählten, konnte Electrum eine gültige Ersatztransaktion signieren, die die Coins an den Angreifer sendete.
In einem gemeldeten Fall enthielt die bösartige Transaktion überhaupt keine Gebühr und erschien dadurch blockiert. Die Angreifer erzeugten außerdem Empfangsadressen, deren letzte vier Zeichen mit dem legitimen Ziel übereinstimmten.
Die Entwickler erhielten im Oktober zwei Meldungen. Der erste Bericht ging am 11. Oktober ein und betraf eine Two-of-Three-Multisignatur-Wallet mit zwei Trezor-Hardwaregeräten; der Nutzer meldete keinen Verlust von Geldern. Am 18. Oktober berichtete ein zweiter Nutzer, dass er beim Erhöhen der Gebühr für eine ersetzte Transaktion Geld verloren habe.
Electrum veröffentlichte am 24. Oktober die Version 4.8.3. Sie ergänzt Signaturprüfungen für unbestätigte Transaktionen, die Coins aus der eigenen Wallet des Nutzers ausgeben. Frühere Versionen bleiben laut CoinDesk verwundbar, wenn sie mit bösartigen Servern verbunden sind.
Die Entwickler gaben weder die gestohlene Summe noch die Identität der bösartigen Server bekannt. Nutzer sollen vor der Unterzeichnung auf Version 4.8.3 aktualisieren sowie Empfängeradressen und Beträge sorgfältig prüfen.
Infobox – CoinDesk: Die Electrum-Version 4.8.3 wurde am 24. Oktober veröffentlicht. Mindestens ein Diebstahl wurde bestätigt; Nutzer früherer Versionen können bei Verbindungen zu bösartigen Servern gefährdet sein.
Mehr als 11 Millionen Bitcoin ohne bekannte Zuordnung
CoinDesk berichtet unter Berufung auf Galaxy Research, dass etwa 11,1 Millionen Bitcoin keiner bekannten Börse, keinem Fonds, keiner Regierung oder einer anderen bekannten Entität zugeordnet werden können. Diese Menge entspricht 55 Prozent der rund 20,1 Millionen geschürften Bitcoin.
Die nicht zugeordneten Bestände könnten laut der Quelle von Einzelpersonen in Eigenverwahrung gehalten werden. Sie könnten jedoch auch verlorene Coins, nicht identifizierte institutionelle Bestände oder Bitcoin umfassen, die auf komplexe Verwahrungsstrukturen verteilt sind.
Alex Thorn, Leiter der Forschungsabteilung bei Galaxy, wertet den Anteil als Hinweis darauf, dass Self-Custody trotz der zunehmenden institutionellen Akzeptanz weiterhin weit verbreitet ist. Bei Self-Custody verwahren Nutzer ihre eigenen Bitcoin-Schlüssel, anstatt die Coins bei einer Börse oder einem Fonds zu hinterlegen.
„Mehr als die Hälfte aller BTC-Vorräte befindet sich in Adressen ohne bekannte Zuordnung. Trotz der zunehmenden Institutionalisierung und zentralisierten Eigentümerschaft im Laufe der Jahre wird ein Großteil der Bitcoin-Bestände (vielleicht sogar der größte Teil) weiterhin von Einzelpersonen in Eigenverwaltung gehalten.“ – Alex Thorn, laut CoinDesk
Xapo Bank erklärte laut CoinDesk, die große Zahl nicht genannter Wallets zeige, dass Privatanleger bereits seit über einem Jahrzehnt in Bitcoin aktiv seien. Die Bank schrieb, der Einzelhandel sei seit über einem Jahrzehnt dabei und andere Marktteilnehmer würden noch aufholen.
Die Blockchain macht zwar die Guthaben einzelner Adressen öffentlich sichtbar, die Identität der Besitzer bleibt jedoch verborgen. Forschungsunternehmen versuchen, Adressen bekannten Börsen, Fonds und anderen Großinhabern zuzuordnen.
Die verbleibenden 45% gelten als namentlich bekannt. Dazu gehören Börsen, von BlackRock geführte ETFs, die US-Regierung und das Satoshi-Nakamoto- beziehungsweise Patoshi-Muster mit 1.123.658 BTC.
Infobox – CoinDesk: Galaxy Research ordnet etwa 11,1 Millionen BTC beziehungsweise 55 Prozent der rund 20,1 Millionen geschürften Bitcoin keiner bekannten Entität zu. Der Anteil kann Self-Custody, verlorene Coins, nicht identifizierte Institutionen und schwer nachverfolgbare Verwahrungsstrukturen umfassen.
Einschätzung der Redaktion
Die entscheidende Botschaft ist die hohe Unsicherheit: Kursprognosen, Wahlfolgen und historische Muster liefern keine verlässliche Kaufsicherheit. Besonders relevant ist, dass politische Entwicklungen mehrere Anlageklassen gleichzeitig beeinflussen können und Bitcoin dabei stark von Dollar, Liquidität und Risikobereitschaft abhängt.
Die Electrum-Schwachstelle zeigt zudem, dass technische und operative Risiken selbst bei etablierten Bitcoin-Anwendungen erheblich bleiben. Die Eigenverwahrung großer Bestände stärkt zwar die Dezentralisierung, erhöht aber zugleich die Verantwortung der Nutzer für Software, Schlüssel und Transaktionsprüfung.
Zusammenfassung: Bitcoin bleibt langfristig chancenreich, kurzfristig jedoch von makroökonomischen, politischen und sicherheitstechnischen Risiken geprägt. Ein vermeintlich günstiger Kurs allein ist daher kein ausreichendes Anlageargument.
Quellen:
- "Bitcoin ist tot": Warum Binance-Gründer CZ jetzt zum Kauf rät
- Wettende rechnen mit einem demokratischen Sieg bei den Zwischenwahlen: So könnten Gold, Bitcoin und Aktien darauf reagieren
- Bitcoin-Wallet-Fehler ermöglichte es bösartigen Servern, Gelder zu stehlen, wenn Nutzer versuchten, Zahlungen zu beschleunigen
- Über 11 Millionen BTC können keinem bekannten Eigentümer zugeordnet werden
- Bitcoin vor der großen Quantenwende? Was der Plan von Coinbase Krypto-Anlegern verrät
- Steuer-Showdown um Bitcoin & Co