Bitcoin unter Druck: Zinssorgen treffen auf institutionelle Kauflaune

Autor: Coinkurier Redaktion

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Kategorie: Nachrichten

Zusammenfassung: Bitcoin steht im September unter Druck, während Zinssorgen, ETF-Abflüsse und Sicherheitsrisiken der institutionellen Nachfrage und optimistischen Kursprognosen gegenüberstehen.

Bitcoin steht zwischen 80.000-Dollar-Marke, wechselnden Fed-Zinserwartungen und wachsender institutioneller Nachfrage an einem entscheidenden Wendepunkt. Während Strategy erneut Milliarden in die Kryptowährung investiert und River langfristig Kurse bis 840.000 Dollar prognostiziert, sorgen ETF-Abflüsse, Indexrisiken und Sicherheitsvorfälle für zusätzliche Spannung. Der Pressespiegel zeigt, welche Kräfte den Bitcoin-Markt im September bewegen.

Bitcoin zwischen 80.000 Dollar, Zinssorgen und institutioneller Nachfrage

Der Bitcoin-Markt steht laut diepresse.com zum Beginn des statistisch schwächsten Monats unter Druck. Im Schnitt der letzten 15 Jahre verlor Bitcoin im September vier Prozent. Gleichzeitig tut sich der Preis schwer, über 80.000 Dollar zu bleiben, nachdem die Marke in der Vorwoche zurückerobert worden war.

Bereits im Mai war Bitcoin an der Schwelle von 80.000 Dollar gescheitert und anschließend auf 60.000 Dollar zurückgefallen. Diepresse.com verweist zudem auf die Entwicklung der Bitcoin-Spot-ETFs: Im August verzeichneten sie Zuflüsse von 3,52 Milliarden Dollar, am 1. September wurden jedoch 236 Millionen Dollar abgezogen. Das war der höchste Tagesabfluss seit Ende Juli.

EntwicklungWert
Durchschnittliche Bitcoin-Entwicklung im September über 15 Jahrevier Prozent nach unten
Bitcoin-Zuflüsse in Spot-ETFs im August3,52 Milliarden Dollar
ETF-Abflüsse am 1. September236 Millionen Dollar
Früheres Rückfallniveau nach dem Scheitern an 80.000 Dollar60.000 Dollar

Als Belastungsfaktor wird außerdem die Geldpolitik der US-Notenbank genannt. Der neue US-Notenbankchef Kevin Warsh sprach laut diepresse.com über hohe Inflationsrisiken. Dies wurde als Signal interpretiert, dass Zinserhöhungen wahrscheinlicher sein könnten als Zinssenkungen, worauf Bitcoin traditionell nervös reagiert.

Gleichzeitig hat Strategy, der weltgrößte börsennotierte Bitcoin-Halter, erneut Bitcoin gekauft. Die Softwarefirma von Michael Saylor erwarb 4603 Bitcoin für 370 Millionen Dollar und hält insgesamt etwa 845.000 Bitcoin. Zuvor hatte Saylor erstmals seit Jahren Bitcoin verkauft, um versprochene Dividenden für eine neue Aktienklasse auszuschütten.

Die Aktie von Strategy verteuerte sich laut diepresse.com innerhalb eines Monats um 45 Prozent, während Bitcoin selbst ein Plus von 26 Prozent erzielte. Der Markt habe damit gezeigt, dass ein zwischenzeitlicher Verkauf durch Saylor nicht automatisch als Katastrophe gewertet werde. Ein groß angelegter Bitcoin-Verkauf durch Strategy könnte den Markt jedoch erheblich belasten, falls das Unternehmen künftig in eine Schieflage geraten sollte.

„Never sell your Bitcoin“

Auch Sicherheitsvorfälle beschäftigen den Markt. Hacker stahlen Daten der Berliner Landesverwaltung und forderten 30 Bitcoin, was laut diepresse.com zwei Millionen Euro entsprach. Berlin will das Lösegeld nicht zahlen. Zugleich wird darauf hingewiesen, dass es für Erpresser schwierig sein kann, erbeutete Bitcoin in Euro zu tauschen, weil jede Transaktion auf der Blockchain dauerhaft gespeichert bleibt.

Bei der österreichischen Plattform 21bitcoin wurden nach einem Cyberangriff auf einen externen Dienstleister Namen, E-Mail-Adressen und Telefonnummern erlangt. Bitcoin wurden dabei nicht gestohlen. 21bitcoin kappte die Verbindung zum Dienstleister, informierte die Kunden und führte persönliche E-Mail-Sicherheitscodes ein, mit denen echte Support-Nachrichten überprüft werden können.

Zusammenfassung: Der September gilt statistisch als schwierigster Bitcoin-Monat. Verkaufsdruck an der Marke von 80.000 Dollar, mögliche Zinserhöhungen und Sicherheitsvorfälle stehen einer erneuten Akkumulation durch Strategy gegenüber.

Scalable kombiniert Festgeldangebot mit Bitcoin-Schwerpunkt

Die WirtschaftsWoche berichtet in ihrem Podcast „Bitcoin & Beyond“ über das neue Festgeldangebot des Onlinebrokers Scalable. Das Finanz-Start-up bringe damit ein klassisches Anlageprodukt zurück, bei dem Anleger ihr Geld zu einem fixen Zinssatz anlegen können.

Im ersten Teil erläutert Anlageexperte Kevin Schwarzinger vom Vergleichsportal Biallo, wie das Angebot einzuordnen ist. Außerdem geht es darum, warum Scalable den Wettbewerb um Zinsangebote von Onlinebanken weiter verstärkt und wie Nutzer möglichst viel aus den Angeboten der Geldhäuser herausholen können.

Der zweite Teil widmet sich Bitcoin. Die Kryptowährung habe über Monate in einer Krise gesteckt, nachdem der Kurs abgestürzt war. Zwischenzeitlich betrug der Verlust 50 Prozent. Danach gewann Bitcoin laut WirtschaftsWoche innerhalb weniger Wochen wieder mehr als 20 Prozent an Wert.

Markus van de Weyer, Geschäftsführer des Vermögensverwalters Alpha Beta Asset Management aus Frankfurt, erklärt im Podcast die Gründe für die Erholung. Außerdem geht es um die Frage, warum sich ein Einstieg aus seiner Sicht noch lohnen könnte. Die WirtschaftsWoche weist darauf hin, dass der Podcast keine Anlageberatung darstellt und lediglich der Information und Unterhaltung dient.

Zusammenfassung: Die WirtschaftsWoche stellt Scalable als Anbieter eines klassischen Festgeldangebots vor und verbindet dies mit einer Analyse der Bitcoin-Erholung. Im Mittelpunkt stehen Zinsangebote, die zwischenzeitliche Bitcoin-Verlustphase von 50 Prozent und der anschließende Wertzuwachs von mehr als 20 Prozent.

River sieht bei Bitcoin ein mögliches Kursziel von 840.000 Dollar

ingenieur.de berichtet über eine Prognose des US-Bitcoin-Brokers River, nach der Bitcoin in drei Jahren einen Kurs von bis zu 840.000 Dollar erreichen könnte. Grundlage der Berechnung ist die Annahme, dass große Vermögensverwalter und Anlageberater ihre Bitcoin-Empfehlungen künftig stärker umsetzen.

Laut River halten 29 der 30 größten US-Vermögensverwalter inzwischen Bitcoin. Bei der Hälfte dieser Vermögensverwalter liegt die Quote jedoch bei 0,10 Prozent oder darunter. Über alle US-Anlageberater hinweg beträgt die Quote laut dem Bericht nur 0,008 Prozent.

River sieht darin eine Lücke zwischen den ausgesprochenen Empfehlungen und den tatsächlich gehaltenen Bitcoin-Beständen. Die Analyse geht davon aus, dass in den nächsten drei bis fünf Jahren 20 bis 40 Prozent aller weltweiten Anlageportfolios eine Bitcoin-Quote von 2 bis 4 Prozent aufbauen könnten.

Annahme beziehungsweise PrognoseWert
Bitcoin-Besitz bei den 30 größten US-Vermögensverwaltern29 von 30
Bitcoin-Quote bei der Hälfte dieser Vermögensverwalter0,10 Prozent oder darunter
Bitcoin-Quote über alle US-Anlageberater0,008 Prozent
Zeitraum für den Portfolioaufbau laut Rivernächsten drei bis fünf Jahren
Angenommene Bitcoin-Quote in weltweiten Anlageportfolios2 bis 4 Prozent
Geschätztes weltweites Finanzvermögenrund 333 Billionen Dollar
Erwartete Nettozuflüsse1,3 bis 5,3 Billionen Dollar
Von River angenommener Bitcoin-MultiplikatorFaktor drei
Prognostizierter Preisbereich250.000 bis 840.000 Dollar pro Coin

Aus dem geschätzten weltweiten Finanzvermögen von rund 333 Billionen Dollar ergeben sich laut River mögliche Nettozuflüsse von 1,3 bis 5,3 Billionen Dollar. Während River bei US-Aktien mit einem Multiplikator von etwa fünf rechnet, wird für Bitcoin konservativ der Faktor drei angesetzt.

Die daraus abgeleitete Spanne liegt bei 250.000 bis 840.000 Dollar pro Bitcoin. Das untere Ende setze laut der Prognose lediglich voraus, dass das derzeitige Adoptionstempo anhält. Bei einer Bitcoin-Quote von 10 Prozent, wie sie River selbst empfiehlt, läge der rechnerische Preis jenseits der Million.

ingenieur.de weist zugleich auf Einschränkungen des Modells hin. River verdiene sein Geld mit dem Verkauf von Bitcoin, und höhere Quoten könnten höhere Umsätze bedeuten. Außerdem räume der Broker selbst ein, dass die Zuflüsse hinter den Erwartungen zurückbleiben oder diese übertreffen könnten.

„Steigende Nachfrage nach einem Gut mit festem Angebot lässt sich nur auf eine Weise auflösen: über den Preis“

River stellt außerdem das klassische Portfolio aus 60 Prozent Aktien und 40 Prozent Anleihen infrage. Dieses Modell stamme aus einer Zeit niedriger Inflation und geringer Staatsverschuldung. Die Analyse warnt, wer diesem Modell weiterhin folge, gehe möglicherweise ein größeres Risiko ein als angenommen.

„Eines bleibt gleich: Das Bitcoin-Protokoll arbeitet weiterhin so, wie es vor 18 Jahren ursprünglich entworfen wurde.“

Zusammenfassung: River errechnet bei zunehmender institutioneller Nachfrage einen möglichen Bitcoin-Preis von 250.000 bis 840.000 Dollar. Die Prognose basiert auf möglichen Nettozuflüssen von 1,3 bis 5,3 Billionen Dollar und einem angenommenen Multiplikator von Faktor drei.

Strategy kauft wieder Bitcoin und gerät wegen möglicher Indexregeln unter Druck

Der Aktionär berichtet, dass Strategy den Bitcoin-Kauf nach der Sommerpause wieder aufgenommen hat. Das Unternehmen hält demnach inzwischen 845.050 Coins. Der Bitcoin-Kurs habe sich zuletzt wieder in Richtung 80.000 Dollar bewegt.

Für Strategy entscheidet sich die Entwicklung laut Der Aktionär jedoch nicht allein über den Bitcoin-Preis. Der Indexanbieter MSCI prüft Regeln, die Unternehmen mit Bitcoin-Treasuries aus großen Aktienindizes drängen könnten. Damit könnte das Geschäftsmodell von Strategy unter zusätzlichen Druck geraten.

Das Unternehmen ist stark mit der Strategie verbunden, Bitcoin zu kaufen und als Treasury-Reserve zu halten. Die mögliche Anpassung der Indexregeln betrifft daher nicht nur die Bewertung der gehaltenen Coins, sondern auch die Einordnung von Strategy innerhalb großer Aktienindizes.

Zusammenfassung: Strategy hält laut Der Aktionär 845.050 Bitcoin und hat den Kauf nach der Sommerpause wieder aufgenommen. Gleichzeitig prüft MSCI Regeln, die Bitcoin-Treasuries aus großen Aktienindizes verdrängen könnten.

Fed-Zinserwartungen schwanken zwischen Beibehaltung und Erhöhung

Yahoo Finanzen Deutschland berichtet, dass die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der Federal Reserve im September am Freitag wieder bei etwa 50 Prozent lag. Am Vortag waren es noch 70 Prozent, vor einer Woche 37 Prozent.

Das FedWatch-Tool der CME Group zeigte demnach, dass die Sitzung am 16. September nahezu ausgeglichen zwischen einer Beibehaltung des Leitzinses bei 3,50–3,75 Prozent und einer Erhöhung um einen Viertelpunkt auf 3,75–4,00 Prozent steht.

Zinserwartung beziehungsweise TerminWert
Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung am Freitagetwa 50 Prozent
Wahrscheinlichkeit am Vortag70 Prozent
Wahrscheinlichkeit vor einer Woche37 Prozent
Aktueller Leitzins3,50–3,75 Prozent
Leitzins nach einer Erhöhung um einen Viertelpunkt3,75–4,00 Prozent
Termin der Sitzung16. September
Als wahrscheinlichstes Szenario erwartete weitere AnhebungMärz 2027
Spanne bei der weiteren Anhebung4,00–4,25 Prozent

Die erwartete zweite Zinserhöhung wurde laut Yahoo Finanzen Deutschland nach hinten verschoben. Eine Anhebung auf die Spanne von 4,00–4,25 Prozent gilt nun erst für die Sitzung im März 2027 als wahrscheinlichstes Szenario, während zuvor Dezember 2026 von den Futures angenommen worden war.

Die Zinserwartungen schwanken im Zusammenhang mit Ölpreisen und Anleiherenditen rund um den Iran-Konflikt. Die dadurch ausgelösten Inflationsunsicherheiten beeinflussen die Einschätzung der Händler. Auch die Zentralbank selbst sei sich laut dem Bericht nicht einig, ob sie ihre Geldpolitik weiter straffen sollte.

Bitcoin überschritt in derselben Woche erstmals 80.000 Dollar. Am Freitag lag der Kurs laut Yahoo Finanzen Deutschland bei etwa 81.000 Dollar und damit rund 5 Prozent höher als 24 Stunden zuvor. Eine geringere Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung reduziert normalerweise den Druck auf Treasury-Renditen und den US-Dollar, was den Bitcoin-Kurs in dieser Woche unterstützt habe.

Ob die Erholung bis zur Entscheidung am 16. September anhält, hängt laut dem Bericht von der Entwicklung der Situation im Iran und der nächsten Inflationszahl ab.

Zusammenfassung: Die Wahrscheinlichkeit einer Fed-Zinserhöhung schwankte zwischen 37 Prozent, 70 Prozent und etwa 50 Prozent. Bitcoin stieg zeitweise auf etwa 81.000 Dollar, während die Sitzung am 16. September zwischen einer Beibehaltung bei 3,50–3,75 Prozent und einer Erhöhung auf 3,75–4,00 Prozent abgewogen wird.

Einschätzung der Redaktion

Die kurzfristige Lage bleibt klar von Zinsunsicherheit, technischer Nervosität und möglichen ETF-Abflüssen geprägt. Die institutionelle Nachfrage liefert zwar ein belastbares Gegengewicht, macht Bitcoin aber nicht immun gegen makroökonomische Schocks.

Entscheidend ist daher weniger die einzelne Marke von 80.000 Dollar als die Frage, ob institutionelle Käufe dauerhaft und unabhängig von kurzfristigen Kursbewegungen anhalten. Die Prognose von bis zu 840.000 Dollar besitzt erhebliches Potenzial, ist jedoch stark von Annahmen über künftige Portfolioquoten abhängig und sollte nicht als belastbare Erwartung verstanden werden.

Zusätzliche Risiken entstehen durch die starke Abhängigkeit von Strategy sowie mögliche Änderungen bei Aktienindizes. Sicherheitsvorfälle und regulatorische oder strukturelle Einschränkungen könnten das Vertrauen institutioneller Anleger belasten. Insgesamt bleibt Bitcoin langfristig chancenreich, kurzfristig jedoch ausgesprochen anfällig für Liquiditäts- und Vertrauensschwankungen.

Kernaussage: Die fundamentale Nachfrage stärkt den langfristigen Ausblick, rechtfertigt aber keine Sorglosigkeit: Zinsen, Marktliquidität und institutionelle Rahmenbedingungen bleiben die entscheidenden Risikofaktoren.

Quellen: