Bitcoin versus Dogecoin

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Wer am 1. Januar dieses Jahres Dogecoin (DOGE) im Wert von 1.000 US-Dollar gekauft hat, hätte sich am 16. April 93.127 USD auszahlen können. Obwohl die Rallye seitdem stark eingebrochen ist, wären es gestern immer noch um die 4.500% Gewinn gewesen.

Es gibt keine befriedigende Erklärung für den stratosphärischen Aufstieg von Dogecoin. Wenn überhaupt, ist es ein buntes Cluster an Gründen, welche die Erfolgsstory zumindest teilweise erfassen könnten:

Das große Interesse in den sozialen Medien, die weit verbreiteten Dogecoin-Memes, die GameStop-Manie im Januar dieses Jahres, zwei Runden von US-amerikanischen Stimulus-Checks der Coronapandemie und nicht zuletzt natürlich die tatkräftige Unterstützung von Prominenten wie Elon Musk, CEO von Tesla, gelten wohl alle als zu berücksichtigende Faktoren für diesen nahezu beispiellosen Run.

Selbstverständlich auch das sehr einprägsame Shiba Inu-Maskottchen von Dogecoin hat maßgeblich dazu beigetragen, den Coin auf Social-Media-Plattformen bekannt zu machen, wo all die spekulativen Händler dann predigend dazu aufforderten, DOGE auf 1 US-Dollar hoch zu pumpen (von weniger als einem Cent zu Beginn des Jahres).

Redet man hingegen mit Kennern aus der Krypto-Community, dann wird man von nahezu allen zu hören bekommen, das Dogecoin lediglich eine Blase ist – und tatsächlich hat der Coin seit dem Allzeithoch von Mitte April bereits mehr als 40% des Wertes wieder verloren.

Die wichtigste Lehre aus diesem parabolischen Aufstieg ist jedoch, dass der Markt für Kryptowährungen immer noch voller Spekulationen steckt und dies gilt wohl auch für alle anderen Krypto-Token.

Bitcoin versus Dogecoin, wer hat die Nase vorn?

Es gibt eine Reihe wichtiger Unterschiede zwischen Dogecoin und Bitcoin, der weltweit größten Kryptowährung:

Dogecoin wurde von zwei Software-Ingenieuren als Scherz entwickelt und angefangen. Bitcoin hingegen, basiert auf einem Whitepaper von Satoshi Nakamoto aus dem Jahr 2008, einer anonymen Person oder Personengruppe. Diese Anonymität hat dazu beigetragen, anfänglich eine kultige Anhängerschaft für Bitcoin zu schaffen und Nakamoto selbst einen prophetischen Status zu verleihen.

Die Anzahl der Bitcoins, die erstellt werden können, ist auf 21 Millionen begrenzt, und derzeit sind 18,7 Millionen bereits im Umlauf. Dogecoin hingegen ist nicht beschränkt, und es gibt mittlerweile schon fast 130 Milliarden Dogecoin-Token. Die gewollte Knappheit von Bitcoin ist ein zentraler Bestandteil der Währung und Bitcoin-Unterstützer argumentieren wohl zu Recht, dass dieses Limit eine gute Absicherung gegen Inflation ist. Manche Bitcoiner sehen dadurch in Bitcoin gar eine digitale Version von Gold.

In Bezug auf die praktische Verwendung als Währung hat Dogecoin einige entscheidende Vorteile gegenüber Bitcoin: Die Bestätigung von Transaktionen mit Dogecoin dauert nur eine Minute, während Bitcoin im Schnitt 10 Minuten dauert. Außerdem sind die Transaktionsgebühren für die Verwendung von Dogecoin viel niedriger, als die für Bitcoin.

Gemeinsam ist den beiden Kryptowährungen, dass sie sehr volatil und häufig Gegenstand von Spekulationen und viralen Memen sind.

Statistisch gesehen bietet das Handelsvolumen den klarsten Hinweis darauf, ob ein Vermögenswert bei Daytradern und Spekulanten beliebt ist. In den letzten Wochen hat täglich etwa die Hälfte der Dogecoin-Token den Besitzer gewechselt, was darauf hinweist, dass der Token sehr spekulativ ist. Während dieser Zeit hielt der durchschnittliche Dogecoin-Besitzer die Münzen nur zwei Tage lang. – Bitcoin hingegen wird nicht so aktiv gehandelt wie Dogecoin, wird aber dennoch im Schnitt etwa alle 15 Tage gehandelt.

Im Vergleich dazu werden die Apple-Aktien im Durchschnitt nur etwa zweimal im Jahr gehandelt, was zeigt, dass die Eigentümer größtenteils aus langfristigen Buy-and-Hold-Investoren bestehen.

Bitcoin als digitales Gold

Der größte Anteil des Gesamtvorrats von Gold wird in Regierungseinrichtungen auf der ganzen Welt gelagert. Das hohe Gewicht des Edelmetalls und seine relativ umständliche Fungibilität, machen es zu einem ganz anderen Gut als Bitcoin. Regierungen besitzen Gold, weil es das Gegenteil eines spekulativen Vermögenswerts ist. Im Laufe der Jahrtausende hat es sich als Wertspeicher erwiesen und ist stabiler als die meisten alternativen Vermögenswerte.

Könnte sich das im digitalen Zeitalter ändern? – Absolut!

Derzeit scheinen die Vergleiche zwischen Bitcoin und Gold jedoch weitgehendst aus der Bitcoin-Szene selbst zu stammen, um – wie Kritiker oft bemängeln – den Gesamtmarktwert von Bitcoin zu steigern. Dieser liegt derzeit bei etwa 1 Billion US-Dollar – dies ist ungefähr nur ein Neuntel des gesamten Goldes der Welt.

Bitcoin mag zukünftig möglicherweise als digitale Alternative zu Gold auch weltweit anerkannt werden, sein hohes Handelsvolumen, die hohe Volatilität und die zahlreichen Memes zeigen jedoch auf, dass es aktuell mit Dogecoin zumindest zu einem ähnlichen Grad vergleichbar ist.

Auch wenn keines der beiden Extreme Bitcoins Natur gerecht wird, ist es noch ein langer Weg, bis Memes wie Dogecoin die Kredibilität von Bitcoin nicht mehr beeinflussen werden.

Ob Bitcoin jemals den Status „digitales Gold“ Markt- und Länderübergreifend erhalten wird, ist mit Sicherheit von so vielen Faktoren abhängig, das es sich lohnen würde hierzu einen eigenen Artikel zu schreiben.

 

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