Bitcoin zwischen Wissenslücken, Kursfantasien und Zinsdruck

Autor: Coinkurier Redaktion

Veröffentlicht:

Kategorie: Nachrichten

Zusammenfassung: Der Pressespiegel zeigt Wissenslücken bei Krypto-Anlegern, optimistische Bitcoin-Kursziele und eine zunehmende institutionelle sowie technologische Bedeutung. Gleichzeitig belasten Volatilität, Regulierung und makroökonomischer Gegenwind den Markt.

Bitcoin steht zugleich für Aufklärungslücken, große Zukunftswetten und wachsende institutionelle Relevanz. Der Pressespiegel zeigt, wie Wissensdefizite, mögliche Kursziele von einer Million US-Dollar, der Wandel im Mining-Geschäft und der geldpolitische Gegenwind die weitere Entwicklung des Kryptomarkts prägen.

Bitcoin zwischen Wissenslücken, institutioneller Fantasie und makroökonomischem Gegenwind

Der Kryptomarkt steht im Mittelpunkt mehrerer aktueller Analysen. Die Berichte reichen von Wissenslücken unter Anlegern über langfristige Kursziele und die wachsende Bedeutung institutioneller Nachfrage bis hin zu Veränderungen im Bitcoin-Mining und einem erneuten Gleichlauf mit dem Goldpreis.

BaFin-Umfrage: Viele Krypto-Anleger beantworten Grundfragen falsch

Eine repräsentative Umfrage der BaFin zeigt laut t3n, dass knapp die Hälfte der Befragten Wissensfragen rund um Kryptowährungen nicht richtig oder gar nicht beantworten konnte. Befragt wurden 1.000 Menschen, darunter 13 Prozent mit Kryptowerten, 34 Prozent mit Aktien, Anleihen oder Fonds und 53 Prozent ohne eines der aufgeführten Finanzprodukte.

Die Untersuchung umfasste 16 Fragen, unter anderem zur Entstehung des Bitcoin-Preises, zum Inflationsschutz und zu Stablecoins. Nur 35 Prozent wussten korrekt, dass Bitcoin aus elektronischen Datensätzen besteht. 37 Prozent hielten Bitcoin für Zertifikate mit dem Basiswert Bitcoin, 9 Prozent für Aktien eines Blockchain-Unternehmens und 9 Prozent antworteten mit „Weiß ich nicht“.

Immerhin die Hälfte der Befragten wusste, dass der Bitcoin-Preis durch Angebot und Nachfrage entsteht und Kryptowerte in einer digitalen Geldbörse, einer Wallet, aufbewahrt werden. Etwas mehr als die Hälfte war sich außerdem der Volatilität und der Gefahren von Memecoins bewusst, die durch virale Hypes populär werden.

Auch unter den Krypto-Besitzern blieben erhebliche Irrtümer bestehen. Sie beantworteten 31 Prozent der Fragen falsch; 54 Prozent gingen fälschlicherweise davon aus, dass Bitcoin vor Inflation schützt, mehr als ein Drittel hielt den Bitcoin-Kurs für stabiler als den neuerer Coins und die Hälfte sah Stablecoins als geeignet für den Vermögensaufbau an.

„Mehr als neun Millionen Menschen in Deutschland besitzen mittlerweile Kryptowährungen.“

Zusammenfassung: Die BaFin-Umfrage zeigt laut t3n deutliche Wissenslücken. Besonders verbreitet sind falsche Einschätzungen zum Inflationsschutz von Bitcoin und zur Funktion von Stablecoins.

Der Aktionär: Bitcoin bleibt Teil des internationalen Marktbilds

Im Marktüberblick von Der Aktionär stand Bitcoin neben Öl, ExxonMobil, SanDisk, Zalando, Deutz, TKMS, Rheinmetall und Vonovia im Fokus. Der DAX beendete den ersten Handelstag der Woche und zugleich den letzten Handelstag im August mit einem Minus von 1,17 Prozent bei 26.258 Punkten.

Für den August weist der Bericht dennoch ein Monatsplus von rund 2,5 Prozent aus. Die Vorgaben aus Übersee wurden als durchwachsen beschrieben: Der Dow Jones schwächelte, während der Nasdaq 100 ein kleines Plus verzeichnete. In Asien suchten die meisten Indizes die Richtung, während der Hang Seng deutlich nachgab.

Der Beitrag ordnete Bitcoin damit in ein breiteres Börsenumfeld ein, in dem unterschiedliche Anlageklassen und Einzelwerte gleichzeitig von internationalen Vorgaben beeinflusst wurden. Der Marktüberblick wurde von Martin Weiß, dem stellvertretenden Chefredakteur von Der Aktionär, präsentiert.

Zusammenfassung: Bitcoin wurde im Marktüberblick von Der Aktionär als eines von mehreren zentralen Markt- und Einzelthemen behandelt. Der Bericht nennt für den DAX einen Schlussstand von 26.258 Punkten, einen Tagesverlust von 1,17 Prozent und ein Augustplus von rund 2,5 Prozent.

Binance-Mitgründer Zhao hält Bitcoin-Kurs von einer Million US-Dollar für möglich

Changpeng Zhao, der Binance-Mitgründer und in der Kryptobranche meist „CZ“ genannte Manager, hält einen Bitcoin-Kurs von einer Million US-Dollar laut Merkur für realistisch. Bei seinem Auftritt auf der Bitcoin Asia 2026 in Hongkong erklärte Zhao, dass es seiner Einschätzung nach nicht 25 Jahre dauern müsse, bis diese Größenordnung erreicht werde, nannte aber keinen konkreten Zeitpunkt.

„Ich glaube tatsächlich nicht, dass wir 25 Jahre brauchen. Ich denke, es passiert viel schneller.“

In früheren Äußerungen hatte Zhao das Jahr 2035 als mögliche Marke für einen Bitcoin-Kurs von einer Million Dollar genannt. Merkur führt dazu einen aktuellen Bitcoin-Kurs von rund 79.300 Dollar an; bis zur genannten Marke wäre demnach fast eine Verdreizehnfachung erforderlich.

Zhao stellte nicht den Preis, sondern den praktischen Nutzen von Bitcoin in den Mittelpunkt. Bitcoin müsse sich seiner Ansicht nach als Zahlungsmittel im Massenmarkt etablieren und einen festen Platz in der Altersvorsorge erhalten. Pensionsfonds und andere langfristig orientierte institutionelle Anleger könnten dabei eine wichtige Rolle spielen.

Als weitere Entwicklung nennt der Bericht die Öffnung von Bitcoin für bestimmte Vorsorgepläne in den USA im Jahr 2025. Außerdem habe die US-Regierung eine strategische Bitcoin-Reserve eingerichtet, indem beschlagnahmte Kryptowährungen entsprechend umgewidmet wurden. Donald Trump habe wiederholt signalisiert, dass die USA ihre Position im Kryptomarkt ausbauen könnten.

Für die kommende Nutzung von Bitcoin sieht Zhao insbesondere bei Zahlungsverkehr, Vermögensverwaltung und Altersvorsorge Potenzial. Die Infrastruktur für eine wesentlich breitere Nutzung könne seiner Einschätzung nach innerhalb der kommenden zehn Jahre entstehen.

Die im Artikel beschriebene Größenordnung würde eine deutlich höhere Marktkapitalisierung voraussetzen. Bei einer Million Dollar je Bitcoin und rund 20 Millionen im Umlauf befindlichen Coins ergäbe sich ein Wert des gesamten Bitcoin-Bestands von ungefähr 20 Billionen Dollar. Das weltweit vorhandene Gold werde je nach Berechnung mit rund 32 Billionen Dollar bewertet.

Zhao vertritt außerdem die These, dass Bitcoin für Staaten langfristig wichtiger werden könnte als Gold. Als Argumente werden die digitale Form, die weltweite Transferierbarkeit und die Verwahrung ohne Tresore oder physische Logistik genannt. Zugleich verweist Merkur auf die Unterschiede: Gold verfüge über eine jahrtausendealte Geschichte, Bitcoin existiere erst seit rund 17 Jahren und sei erheblich volatiler.

Auch innerhalb der Kryptobranche gibt es laut Merkur vorsichtigere Stimmen. Analyst Benjamin Cowen halte weitere Rückgänge für möglich, bevor Bitcoin einen neuen nachhaltigen Aufwärtstrend starte. Zudem sei eine Kursmarke von einer Million Dollar nicht seriös auf einen bestimmten Zeitpunkt terminierbar.

Zusammenfassung: Zhao hält laut Merkur einen Bitcoin-Kurs von einer Million US-Dollar für möglich und hatte zuvor 2035 als mögliche Marke genannt. Seine Einschätzung beruht vor allem auf einer stärkeren Institutionalisierung und praktischen Nutzung von Bitcoin, während Zeitpunkt und Umsetzung ungewiss bleiben.

Iren wandelt sich vom Bitcoin-Miner zum Infrastruktur- und AI-Compute-Anbieter

Nach einer Analyse, die von Ariva unter Bezug auf Seeking Alpha veröffentlicht wurde, hat sich Iren einen vertraglich gesicherten jährlichen Umsatzstrom von rund 4 Milliarden US-Dollar aufgebaut. Das Unternehmen entwickelt sich demnach von einem reinen Bitcoin-Mining-Spezialisten zu einem hybriden Infrastruktur- und AI-Compute-Anbieter mit wiederkehrenden Erlösen.

Im Zentrum stehen der Ausbau von Rechenzentrums- und High-Performance-Computing-Kapazitäten sowie deren Vermarktung über mehrjährige Verträge mit großen Unternehmenskunden. Die vertraglich gebundenen Erlöse umfassen Compute-Leistungen, Strom- und Kühlinfrastruktur sowie Housing in Iren-Rechenzentren.

Die Verträge sind in US-Dollar denominiert und enthalten Mindestabnahmemengen. Dadurch wird ein Basiserlös abgesichert. Zusätzliches Potenzial ergibt sich laut der Analyse aus optionalen Kapazitätserweiterungen und variablen Komponenten, falls Kunden weitere Compute-Ressourcen abrufen.

Genannte KennzahlAngabe
Vertraglich gesicherter jährlicher Umsatzstromrund 4 Milliarden US-Dollar
VertragswährungUS-Dollar

Der Ausbau ist kapitalintensiv und erfordert zusätzliche Rechenzentrumsstandorte, Netzwerkanbindung, Kühlung und Hardware für AI-Compute. Die hohen Sachanlagenaufwendungen können zunächst zu steigenden Investitionsausgaben und einer temporär gedrückten Free-Cashflow-Marge führen.

Mit dem neuen Geschäftsmodell sinkt die direkte Abhängigkeit vom volatilen Bitcoin-Preis und der zyklischen Profitabilität des Minings. Gleichzeitig steigt die Abhängigkeit von der Nachfrage nach AI-Compute und Rechenzentrumsleistungen sowie von Zinsniveau, Refinanzierungskosten und Investitionszyklen in den Bereichen Cloud und künstliche Intelligenz.

Als operative Risiken nennt die Analyse Bauverzögerungen, Kostenüberschreitungen, Engpässe bei Hardware oder Netzwerkinfrastruktur sowie die Möglichkeit, dass Kunden Optionen nicht vollständig ausschöpfen. Auch Vertragsneuverhandlungen bei stark veränderten Marktbedingungen werden als Risiko beschrieben.

Darüber hinaus können Änderungen in der Energie- und Standortpolitik sowie strengere Anforderungen an Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und Netzstabilität die Entwicklung beeinflussen. Da AI-Compute sehr energieintensiv ist, steht Iren zwischen wachsender Nachfrage und politischem Druck zur Dekarbonisierung.

Der Infrastrukturaufbau könnte eine höhere Verschuldung oder Eigenkapitalmaßnahmen erforderlich machen. Für die Kapitalstruktur seien daher das Leverage-Profil, Covenants in Kreditverträgen, Refinanzierungslaufzeiten und mögliche Verwässerungseffekte von zentraler Bedeutung.

Zusammenfassung: Iren verfügt laut Ariva über einen vertraglich gesicherten jährlichen Umsatzstrom von rund 4 Milliarden US-Dollar. Der Wandel zu einem Infrastruktur- und AI-Compute-Anbieter reduziert die reine Bitcoin-Abhängigkeit, erhöht aber den Kapitalbedarf und die Bedeutung von Umsetzung und Finanzierung.

BeInCrypto: Bitcoin bewegt sich zuletzt stärker wie Gold als wie der Nasdaq

BeInCrypto berichtet, dass Bitcoin und Gold einen großen Teil ihrer Gewinne aus der vergangenen Woche wieder abgegeben haben. Gold fiel vom Hoch am Dienstag bei etwa 4.697 USD je Unze; Bitcoin sank am Freitag von über 81.000 USD auf etwa 77.000 USD.

Die gemeinsame Rallye im August wurde laut BeInCrypto durch den sogenannten Entwertungs-Handel getragen. Investoren setzten verstärkt auf alternative Vermögenswerte und stiegen aus Fiat-Währungen aus. Der MSCI Global Gold Miners Index legte im August um 43 Prozent zu, den stärksten Monat dieses Index seit seiner Auflegung.

Gold- und Bitcoin-ETFs verzeichneten zusammen innerhalb von fünf Handelstagen Zuflüsse von 7 Milliarden USD. Der Goldpreis erreichte am Dienstag ein Tageshoch von 4.697 USD je Unze. Bitcoin stieg vergangene Woche auf Binance auf 81.354 USD, den höchsten Wert seit etwa drei Monaten.

MarktangabeWert
Gold-Hoch am Dienstag4.697 USD je Unze
Gold am Montag4.432 USD
Rückgang von Gold zum Hoch5,6%
Bitcoin-Hoch vergangene Woche auf Binance81.354 USD
Bitcoin-Kurs im Bericht77.411 USD
Gemeinsame ETF-Zuflüsse innerhalb von fünf Handelstagen7 Milliarden USD
MSCI Global Gold Miners Index im August43%

Als Auslöser für die Umkehr nennt BeInCrypto die Rede des US-Notenbankchefs Kevin Warsh in Jackson Hole. Warsh erklärte, die Inflation liege über dem Ziel von 2 Prozent, weshalb sich die Federal Reserve derzeit vor allem auf die Preise konzentrieren sollte.

„Die Inflation liegt über unserem Ziel von 2%. Daher sollte sich die Federal Reserve derzeit vor allem auf die Preise konzentrieren.”

Nach der Rede stieg laut CME FedWatch die Wahrscheinlichkeit für einen Zinsschritt auf 3,75%-4,00% am 16. September auf 62,6%. Am Vortag hatte sie bei 57% und vor einer Woche bei 39,9% gelegen.

Höhere Leitzinsen erhöhen die Opportunitätskosten für Vermögenswerte, die keine Rendite abwerfen. Das habe sowohl Gold als auch Bitcoin belastet. Die 90-Tage-Korrelation zwischen Bitcoin und Gold sei in diesem Jahr auf über 50% gestiegen, während die Korrelation mit dem Nasdaq 100 von über 60% auf etwa 33% gefallen sei.

Zach Pandl, Forschungsleiter des Vermögensverwalters Grayscale, wertete diese Entwicklung laut BeInCrypto als Hinweis darauf, dass Investoren Bitcoin eher als Währungsabsicherung und weniger als gehebelte Investition auf Technologiewerte betrachten. Diese Einordnung wirkt in beide Richtungen: Bitcoin profitiert bei Sorgen vor einer Entwertung, gerät aber unter Druck, wenn die US-Notenbank eine restriktive Haltung einnimmt.

Der Bericht weist zugleich darauf hin, dass ein Teil des Rückgangs auf Gewinnmitnahmen nach der starken Aufwärtsbewegung zurückzuführen sein könnte. Beide Vermögenswerte notierten weiterhin deutlich über ihren Ständen zu Monatsbeginn. Das Treffen am 16. September wird als Bewährungsprobe für den Entwertungs-Handel beschrieben.

Zusammenfassung: Bitcoin und Gold entwickelten sich zuletzt stärker im Gleichlauf, während die Korrelation mit dem Nasdaq 100 zurückging. Die gestiegene Wahrscheinlichkeit für einen Zinsschritt auf 3,75%-4,00% am 16. September setzte beide Vermögenswerte unter Druck.

Einschätzung der Redaktion

Die zentrale Bedeutung liegt weniger in einzelnen Kurszielen als in der fortschreitenden Professionalisierung des gesamten Bitcoin-Ökosystems. Institutionelle Nachfrage und neue Infrastruktur können die Marktbreite erhöhen, beseitigen aber weder die hohe Volatilität noch die erheblichen Wissensdefizite vieler Anleger.

Besonders relevant ist die stärkere Verbindung zu Gold und damit zu makroökonomischen Faktoren. Bitcoin bleibt dadurch ein potenzieller Schutz gegen Währungs- und Vertrauensrisiken, reagiert zugleich aber empfindlich auf Zinsen und Liquidität. Ein Kurs von einer Million US-Dollar ist daher als langfristiges Szenario denkbar, nicht als belastbare Prognose.

Infobox: Bitcoin gewinnt institutionelle Relevanz, bleibt jedoch spekulativ, zinsabhängig und erklärungsbedürftig. Die Entwicklung von Nachfrage, Regulierung und praktischer Nutzung ist entscheidender als einzelne Kursziele.

Quellen: