Bitcoins Preisverfall stürzt viele Miner in die Krise

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Nachdem Bitcoins (BTC) Preis zu Beginn der Woche stark gesunken ist, sind viele Schürf-Geräte unprofitabel geworden. In China werden zehntausende Maschinen vom Netz genommen und auch ein amerikanisches Mining-Unternehmen musste Konkurs anmelden. Die Hashrate der ältesten Kryptowährung ist seit Anfang des Monats zurückgegangen.  

Spekulanten sind nicht die einzigen, die unter dem aktuellen Bitcoin (BTC)-Preis von rund 4.500 US-Dollar leiden. Auch die Miner, die mit ihren hochspezialisierten Schürfgeräten das Netzwerk sichern, wurden von dem Preissturz am Montag hart getroffen.

Wie die in Hongkong ansässige South China Morning Post (SCMP) heute berichtete, sind viele Schürfgeräte aktuell nicht mehr profitabel. Der Preis für Lagerung und Elektrizität wird durch die gewonnenen BTC also nicht mehr gedeckt.

Der in Peking ansässige große Miningpool F2Pool habe am Mittwoch unter anderem den Antminer S7 und den Antminer S9 des Marktführers Bitmain, sowie den AvalonMiner 741 des Konkurrenten Canaan als zu ineffizient für die jetzige Marktlage eingestuft. Dabei wurde ein Strompreis von 0,4 Yuan (0.05 Euro) pro Kilowattstunde (kWh) vorausgesetzt. Zum Vergleich: In Deutschland liegt der Strompreis durchschnittlich etwa bei 30 Cent pro kWh.

Eine Miner-Gruppe, die anonym bleiben wollte, habe laut SCMP bereits 20.000 Geräte vom Netz genommmen. Andere nutzen die Krise, um Hardware billig aufzukaufen. So erklärte Jack Liao, CEO der Firma Lightning Asic, er habe sich gerade mit 50.000 gebrauchten Minern eingedeckt, teils zu einem Bruchteil des Neupreises. Nun wolle er sie gewinnbringend in Länder mit noch geringeren Stromkosten, wie Russland oder Venezuela, weiterverkaufen.

Schlechte Nachrichten auch im Westen

Nicht nur in China leiden die Miner. Kürzlich musste die Firma Giga Watt aus dem US-Bundesstaat Washington Konkurs anmelden. Das Schürf-Unternehmen verfüge laut Gerichtsdokumenten über weniger als 50.000 US-Dollar, während sich die Schulden auf 10 bis 50 Millionen US-Dollar beliefen.

Auch für die Miningbranche in Norwegen sieht es schlecht aus. Bislang war sie wie andere energieintensive Industrien stark subventioniert worden und musste nur knapp drei Prozent des üblichen Strompreises zahlen. Doch nun hat die Regierung des Landes beschlossen, diese Förderung ab Januar 2019 zu streichen.

Bitcoins Hashrate sinkt

Im Zuge der Minerkrise ist Bitcoins Hashrate zum erstem Mal seit August unter 40 Millionen Terahash pro Sekunde (TH/s) gefallen. Je niedriger die Hashrate, desto größer wird die Bedrohung durch eine 51 Prozent-Attacke. Auf lange Sicht gesehen ist der aktuelle Einbruch aber nicht allzu gravierend, lag die Hashrate doch noch vor einem Jahr bei nur 10 Millionen TH/s.

Wird die Mining-Branche nun noch zentralisierter, weil notleidende Kleinunternehmen ihre Ausstattung an größere Konkurrenten verkaufen müssen? Schreib uns Deine Gedanken dazu in die Kommentarspalte!

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