BitGrail-Hack: Exchange-Betreiber zu Entschädigungszahlung verurteilt, Geschädigte begrüßen Richterspruch

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17 Millionen NANO wurden von BitGrail gestohlen, doch der Betreiber kehrte den Verlust lange unter den Teppich. | © coinnounce.com
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Vor knapp einem Jahr wurde bekannt, dass der Exchange BitGrail 17 Millionen NANO gestohlen worden waren. Nun wurde BitGrail-Betreiber Francesco Firano zu höchstmöglichen Schadensersatzzahlungen verurteilt. Es existiert noch eine weitere Anklage, die sich auch gegen die NANO-Entwickler wendet.

Francesco Firano, der Betreiber der stillgelegten italienischen Exchange BitGrail, wurde vergangene Woche von einem Gericht in Florenz verurteilt. Er trage die Schuld am Verlust von 17 Millionen NANO (früher bekannt als RaiBlocks). Viele seiner persönlichen Besitztümer wurden beschlagnahmt, um damit Entschädigungen zu finanzieren. Als der Hack bekannt wurde, war das Diebesgut knapp 200 Millionen US-Dollar wert.

NANO-Diebstahl lange geheim gehalten

Heute veröffentlichte die BitGrail Victims Group, ein Zusammenschluss von Opfern des Hacks, das Urteil in englischer Sprache, sowie die Entscheidung des Gerichts, BitGrail für insolvent erklären zu lassen. In einem zusätzlichen Artikel fasste die Gruppe den Fall zusammen und äußerte ihre Zufriedenheit mit dem Urteil.

Firano hatte den Verlust der Coins am neunten Februar 2018 zugegeben. Allerdings waren die NANO offenbar bereits lange vorher, zwischen Juli und Dezember 2017, entwendet worden. Hätte Firano den ersten Diebstahl im Juli direkt öffentlich gemacht, wäre der Schaden deutlich geringer gewesen, denn der NANO-Preis hatte sich bis zum Februar mehr als verhundertfacht.

Das Gericht stellte weiterhin fest, dass sich Firano zwischen dem zweiten und fünften Februar 2018 230 Bitcoin (BTC) auf ein privates Konto auf der Exchange The Rock Trading überwies und versuchte, diese an ATMs in Euro zu wechseln.

Später versuchte der Exchange-Betreiber, seine Opfer mit 20 Prozent ihrer Einlagen abzuspeisen, wenn diese schriftlich erklären würden, keine Anklage zu erheben. Die Entschädigungen wollte er mit einer eigenen Kryptowährung namens BitGrail Shares finanzieren.

Geschädigte begrüßen Urteil

Die meisten Geschädigten gingen nicht darauf ein, sondern strengten gemeinsam einen Sammelklage gegen Firano an. Auch die NANO Foundation beteiligte sich mit einer Million US-Dollar an den Kosten.

Die BitGrail Victims Group zeigte sich sehr zufrieden mit dem Ausgang des Prozesses. Dieser sei “sowohl ein großer Gewinn für Kryptonutzer, als auch eine mahnende Geschichte für Exchange-Besitzer, die nun ein deutliches Beispiel haben, wie man eine Exchange nicht zu betreiben und wie man nicht mit dem Verlust von Einlagen umzugehen hat.“

Zweite Anklage auch gegen NANO-Entwickler

Für die BitGrail Victims Group scheint die Sache damit beendet zu sein. Allerdings starteten die Anwaltskanzleien Silver Miller und Levi & Korsinsky Anfang Januar eine weitere Sammelklage.

Neben BitGrail und Francesco Firano gehören dabei auch NANO selbst, sowie mehrere Entwickler der Kryptowährung zu den Angeklagten. Diese sollen durch das Gericht dazu gezwungen werden, eine „Rettungs-Fork“ durchzuführen, um die Opfer zu entschädigen. Etwas Derartiges geschah 2016, als die Ethereum (ETH)-Blockchain umgeschrieben wurde, um den DAO-Hack ungeschehen zu machen. Gegner der Fork betrieben die unveränderte Chain unter dem Namen Ethereum Classic (ETC) weiter.

Auf Reddit äußerten sich mehrere Nutzer negativ darüber, dass die NANO-Entwickler ebenfalls beschuldigt wurden, und zeigten sich hoffnungsvoll, dass sich die zweite Anklage nach dem Erfolg der ersten nun erledigt hätte. Allerdings könnten sie sich zu früh freuen, denn Silver Millers Webseite weist den Rechtsstreit immer noch als „aktiven Fall“ aus.

Hast du schon einmal durch einen Exchange-Hack Geld verloren? Schreib uns Deine Gedanken dazu in die Kommentarspalte!

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