Bitmain lässt Worten Taten folgen, reicht IPO-Antrag ein

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Bitmain reicht IPO-Antrag ein | © Medium
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Bitmain, der weltweit führende Hersteller von Mining-Hardware, hat bei der Börse HKEX in Hongkong einen 438 Seiten starken Antrag für einen Börsengang (IPO) eingereicht. In dem Dokument legt der Konzern erstmals seine Geschäftszahlen für das erste Halbjahr 2018 offen. Der Coin Kurier hat das Papier genauer unter die Lupe genommen.

Bitmains Pläne für einen Börsengang (IPO) haben sich deutlich konkretisiert. Der chinesische Hersteller von Mining-Hardware hat bei der Hongkonger Börse HKEX einen vorläufigen Antrag eingereicht.

Holpriger Weg zur IPO

Seitdem Bitmain-Mitgründer Jihan Wu die Möglichkeit eines Börsengangs im Juni ins Gespräch gebracht hatte, musste die Firma viel schlechte Presse über sich ergehen lassen. Zahlreiche namhafte Unternehmen, die potenzielle Bitmain-Investoren gehandelt worden waren, bestritten ihre Beteiligung. Zu ihnen gehörten die großen asiatischen Tech-Konzerne Tencent und Softbank.

Dem Unternehmen wurden zahlreiche Fehlentscheidungen nachgesagt: So habe Bitmain zu viel Mining-Hardware produziert, die sich aktuell nicht verkaufen ließe. Auch sei der Konzern in der Entwicklung neuer Chips weit hinter seine Konkurrenz zurückgefallen und drohe, seine beherrschende Stellung im Markt zu verlieren.

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Ein Bericht des chinesischen Mediums INEWS QQ brachte am 14. September sogar einen drohenden Bankrott des Mining-Riesen ins Spiel. Die Einreichung des vorläufigen IPO-Antrags dürfte zumindest teilweise eine Entwarnung darstellen.

Kernfragen bleiben noch ungeklärt

An zahlreichen Stellen in dem über 400 Seiten langen Antrag findet sich das Wort „REDACTED“ (unkenntlich gemacht). So bleibt es vorerst unklar, wie viele Aktien zu welchem Preis ausgegeben werden sollen. Auch der genaue Zeitplan wurde noch nicht bekannt gegeben.

Schwarzmaler werden widerlegt

Dafür wurde nun etwas mehr Klarheit über die finanzielle Lage des Mining-Riesen geschaffen. Das Wirtschaftsmagazin Fortune hatte berichtet, dass der Nettogewinn im ersten Quartal (Q1) dieses Jahres bei 1,1 Milliarden Dollar gelegen habe.

Da jedoch bislang keine Q2-Zahlen vorgelegt wurden, vermuteten Bitmain-Kritiker wie Samson Mow von Blockstream, dass der Konzern große Verluste im zweiten Quartal verheimlichen würde. Diese schätzte er auf 600 bis 700 Millionen Dollar.

Laut IPO-Antrag liegt Bitmains Netto-Gewinn für das erste Halbjahr bei 952 Millionen Dollar. Nach Adam Riese hat die Firma also im zweiten Quartal knapp 150 Millionen Dollar Verlust gemacht, deutlich weniger als von Mow angenommen.

Das Dokument enthält weitere brisante Details. So wird darin etwa erstmals detailliert aufgeführt, dass Bitmain mehr als 100.000 Quadratkilometer Fläche in der Mongolei und China erworben hat um dort Mining-Farmen aufzustellen. Die Mongolei ist ein beliebter Standort für Bitcoin-Schürfer, da die Stromkosten in dem niedrig besiedelten Land äußerst gering sind.

Weiterhin wird erläutert, dass Bitmain in der ersten Hälfte dieses Jahres 2.594 Angestellte beschäftigte. Davon beschäftigen sich 840 mit Recherchearbeiten, 701 arbeiten im Ressort für Produkt-Management, 535 warten die Mining-Farmen, 235 übernehmen administrative Aufgaben, 209 sind für den Kundendienst zuständig und 74 gehören der Marketing-Abteilung an.

Dem Papier zufolge hält Bitmain aktuell Bitcoin, Bitcoin Cash, Ether, Litecoin und Dash im Wert von 886,9 Millionen US-Dollar. Eine genaue Aufteilung der Coins wurde nicht vorgenommen. In den vergangenen 6 Monaten musste der Hardware-Produzent einen Netto-Verlust von 102,7 Millionen hinnehmen. Angesichts des starken Kurseinbruchs wäre eigentlich von einem deutlich stärkeren Verlust auszugehen. Es ist davon auszugehen, dass die Firma strategisch klug getradet hat und die Position durch weiteres Mining weiter aufgestockt hat.

Kann das Bitmain-IPO jetzt doch noch ein Erfolg werden? Schreib uns deine Gedanken in die Kommentarspalte!

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