Anklagen gegen BitTorrent-Nutzer auf Rekordhoch: Ein Problem für TRON (TRX) und BTT?

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Die Zahl der Anklagen wegen Urheberrechtsverletzungen gegen BitTorrent-Nutzer erreichte 2018 einen neuen Höchststand. Trotzdem hatte BTT, der neue Token des Filesharing-Dienstes, einen erfolgreichen Start und konnte seinen Wert bislang stark steigern.

Der Filesharing-Dienst BitTorrent hat seit Kurzem einen eigenen Token namens BTT. Dieser existiert auf der TRON (TRX)-Blockchain. Die TRON Foundation hatte BitTorrent Inc. letztes Jahr für rund 120 Millionen US-Dollar übernommen.

BitTorrent wird jedoch nicht ohne Grund häufig mit der illegalen Verbreitung urheberrechtlich geschützter Inhalte in Verbindung gebracht. Die Nachrichtenseite TorrentFreak berichtete, dass allein im ersten Halbjahr 2018 3.300 neue Anklagen wegen illegalen Filesharings erhoben worden seien. Dies sei ein neuer Rekord und das Dreifache des Vorjahreswertes. Könnte dies dem Erfolg von BTT im Wege stehen?

Anklagen gegen Einzelpersonen, nicht gegen BitTorrent

Laut TorrentFreak handelt es sich um Anklagen gegen einzelne „John Does“ (John Doe entspricht in Amerika etwa „Max Mustermann“), nicht etwa gegen BitTorrent oder TRON selbst. Dabei würde meistens eine geringe Anzahl von Individuen angeklagt, höchstens zwei Dutzend.

Allerdings bedeutet eine Zunahme von Anklagen nicht gleichzeitig eine Zunahme von Angeklagten. In der Vergangenheit sei es üblich gewesen, in einer Art umgekehrten Sammelklage hunderte oder tausende Personen auf einmal anzuklagen, doch die Kläger hätten diese Taktik inzwischen aufgegeben.

Auch hat ein US-Berufungsgericht vergangenes Jahr die Verfolgung von BitTorrent-Nutzern erschwert. Der Ninth Circuit Court of Appeals urteilte, dass es keinen ausreichenden Beweis darstelle, wenn eine Urheberrechtsverletzung der IP-Adresse des mutmaßlichen Täters zugeordnet werden könne.

Doch auch wenn Anklagen kein so dramatisches Problem darstellen sollten, zweifeln viele Beobachter am Erfolg des BTT. Schließlich kann man BitTorrent auch weiterhin ohne Token verwenden. Es bleibt fraglich, ob Nutzer sich den Aufwand machen wollen, BTT zu kaufen, wenn man dadurch nur etwas schnellere Downloads erkaufen kann.

ICO ein voller Erfolg

Bislang kann BTT allerdings auf einen äußerst erfolgreichen Start zurückblicken. Die erste Ladung Tokens wurde zu einem Preis von 0,00012 US-Dollar auf der Exchange Binance angeboten und war schon nach wenigen Minuten ausverkauft. Seitdem ist der Preis um knapp 800 Prozent angestiegen und steht nun laut CoinMarketCap (CMC) bei etwa 0,001 US-Dollar.

Bislang hat CMC noch keine Marktkapitalisierung für BTT angegeben, allerdings ist das tägliche Handelsvolumen des Tokens äußerst beachtlich. Aktuell wird es bei CMC auf 275 Millionen US-Dollar beziffert, womit BTT um knapp 40 Million vor Bitcoin Cash (BCH) rangiert. Allerdings ist ein überdurchschnittlich hohes Handelsvolumen bei neu gelisteten Tokens durchaus üblich.

Der Preis des BitTorrent-Tokens zeigte sich auch relativ unbeeindruckt angesichts des Airdrops von knapp elf Milliarden BTT an TRON-Halter am Montag. Es sollen von nun an bis 2025 jeden Monat einige BTT an TRX-Besitzer ausgeschüttet werden. Es wird sich zeigen, welche Auswirkungen diese Politik auf die Preise von TRON und BTT haben wird.

Hast Du einen Verwendungszweck für BTT? Schreib uns Deine Gedanken dazu in die Kommentarspalte!

© Bild via Richard Patterson, Flickr.com, Lizenz

1 Kommentar

  1. Meines Erachtens nach kommt es darauf an, wieviel die Erhöhung der Downloadgeschwindigkeit dann eigentlich kostet. Wenn die Erhöhung recht günstig ist, könnte es durchaus attraktiv werden.
    Außerdem gab es auf BitTorrent ja immer das Problem der Leecher, also der Leute, die gerne kostenlos runterladen, aber ihrerseits nichts hochladen wollen.
    Langfristig schadet das dem Netzwerk. Ich fände es daher durchaus legitim, die Downloadrate für Leecher sukzessive zu drosseln und sie so dazu zu bringen, zumindest Micropayments für ihre Downloads zu leisten.
    Dies käme dann ja den Seedern zu Gute, die Daten bereitstellen und würde daher evtl. mehr Seeder in das Netzwerk bringen, was langfristig für das Netzwerk gut wäre.

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