Blockchain.com plant Börsengang – Tokenisierung gewinnt an Bedeutung
Autor: Coinkurier Redaktion
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Kategorie: Nachrichten
Zusammenfassung: Blockchain und tokenisierte Aktien rücken institutionell vor, doch Regulierung, fehlende Geschäftsmodelle und geringes Kundeninteresse bremsen die breite Nutzung.
Vom möglichen Milliarden-Börsengang von Blockchain.com bis zur SEC-Freigabe tokenisierter Aktien: Der Pressespiegel zeigt, wie Blockchain und digitale Vermögenswerte zunehmend in den institutionellen Finanzmarkt vordringen. Zugleich bremsen Regulierung, fehlende Geschäftsmodelle und verhaltenes Kundeninteresse den breiten Durchbruch.
Blockchain.com prüft Börsengang mit Bewertung von bis zu 6 Mrd. USD
Blockchain.com sondiert laut Bloomberg bei potenziellen Investoren die Möglichkeit eines Börsengangs noch in diesem Jahr. Das Unternehmen strebt dabei rund 500 Millionen US-Dollar an Kapital an, was einer Bewertung von 4 bis 6 Milliarden US-Dollar entsprechen würde.
Die endgültigen Konditionen seien noch nicht festgelegt. Die Unternehmensführung ziehe laut dem Bericht auch ein geringeres Emissionsvolumen in Betracht. Die Angebotsunterlagen wurden Anfang des Jahres vertraulich bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht.
Blockchain.com stützt den Vorstoß auf drei aufeinanderfolgende Jahre bereinigter Rentabilität und will von der allgemeinen Markterholung profitieren. Der Bitcoin-Kurs habe sich seit Mitte August um 33 % erholt.
Ein erfolgreicher Börsenstart würde zugleich das institutionelle Anlegerinteresse an Kryptounternehmen testen. Frühere Börsengänge von Gemini Space Station Inc., Bullish und der Etoro Group Ltd. erfolgten vor den Rekordhochs von Bitcoin; anschließend gaben die Aktien von Gemini, BitGo Holdings Inc. und Etoro um rund 50 % bis 80 % nach.
Für Blockchain.com wäre es ein erneuter Versuch, an die öffentlichen Märkte zu gehen. Das 2011 als Bitcoin-Blockchain-Explorer gegründete Unternehmen erweiterte sein Angebot später um Wallet-Dienste und Börseninfrastruktur und nahm insgesamt 537 Millionen US-Dollar an Eigenkapital auf. Dazu gehörte eine Series-E-Runde über 110 Millionen US-Dollar im Jahr 2023, angeführt von Kingsway Capital, die das Unternehmen mit weniger als der Hälfte seiner Spitzenbewertung von 14 Milliarden US-Dollar bewertete.
Der konkurrierende Börsenbetreiber Payward Inc., die Muttergesellschaft von Kraken, strebt laut Bloomberg ebenfalls einen Börsengang an. Dieses Vorhaben habe sich jedoch verzögert und finde möglicherweise nicht vor 2027 statt.
Zusammenfassung: Blockchain.com prüft einen Börsengang mit rund 500 Millionen US-Dollar Kapitalaufnahme und einer angestrebten Bewertung von 4 bis 6 Milliarden US-Dollar.
Finanzinstitute sehen Blockchain-Potenzial vor allem langfristig
Finanzinstitute sprechen der Blockchain ein hohes Potenzial zu, verschieben ihre breite wirtschaftliche Wirkung jedoch in die ferne Zukunft. Das geht aus dem «Blockchain Pulsmesser 2026» hervor, der von der HSG, PWC, Vision& sowie Mintminds erstellt wurde, wie tippinpoint.ch berichtet.
Die Online-Erhebung fand zwischen dem 18. Juni und dem 28. August 2026 bei 25 Finanzinstituten statt. Die Stichprobe umfasste 11 Retailbanken, 10 Privatbanken, drei spezialisierte B2B-Anbieter sowie eine Universalbank.
64 Prozent der befragten Institute schreiben der Blockchain ein hohes langfristiges Potenzial zu. Kurzfristig erwarten dies dagegen nur 20 Prozent, während 52 Prozent das kurzfristige Potenzial als gering einschätzen.
Im Vergleich zum Vorjahr fiel die Einschätzung zurückhaltender aus. Aktuell erwarten lediglich 20 Prozent innerhalb der nächsten zwei Jahre ein hohes Potenzial, gegenüber 25 Prozent im Vorjahr. Gleichzeitig sehen 52 Prozent im Jahr 2026 nur ein geringes kurzfristiges Potenzial, nahezu doppelt so viele wie die 29 Prozent des Vorjahres. Auch die mittelfristige Einschätzung eines hohen Potenzials ging von 43 Prozent auf 32 Prozent zurück.
Als mögliche Gründe nennen die Studienautoren den Wettbewerb mit künstlicher Intelligenz um ein begrenztes Transformationsbudget, die bislang bescheidenen Vorteile der Blockchain-Einführung und die anhaltende regulatorische Unsicherheit.
Kryptowährungen bilden laut der Erhebung den etablierten Kern des Angebots. 68 Prozent der Institute haben ein entsprechendes Angebot eingeführt, während Verwahrung und Handel jeweils von 64 Prozent angeboten werden.
Bei der Tokenisierung und bei digitalem Geld bleibt die Zurückhaltung größer. 52 Prozent betrachten tokenisierte Fonds als wichtigen Markttrend, aber nur 12 Prozent verfügen selbst über ein Tokenisierungsangebot; 64 Prozent planen kein solches Angebot. Stablecoins und CBDC führen mit 80 Prozent die erwarteten Trends an, doch eigene Stablecoin- oder Settlement-Dienstleistungen bieten erst 20 Prozent an.
Als Gründe für die Zurückhaltung nennen 63 Prozent eine fehlende strategische Priorisierung oder einen unzureichenden Business Case, 58 Prozent ein geringes Kundeninteresse und 46 Prozent regulatorische oder Compliance-Anforderungen. Bei den wichtigsten Treibern entfallen 87 Prozent der Antworten auf Wachstum, Angebotsausbau oder Kundenbindung.
Fast alle geplanten Service-Konfigurationen beziehen externe Partner ein: Ihr Anteil liegt bei 97 Prozent. Für Banken bleiben damit Produktverantwortung, Integration, Risikobeurteilung und Providersteuerung zentrale interne Fähigkeiten.
Das Kundeninteresse an Kryptowährungen ist laut der Erhebung deutlich zurückgegangen. 58 Prozent der Institute deklarieren 2026 ein geringes Kundeninteresse als Hürde, gegenüber 6 Prozent in der Befragung des Vorjahres.
«Die nächste Entwicklungsphase wird nicht durch die Zahl neuer Pilotprojekte entschieden. Massgeblich ist, ob bestehende Angebote wirtschaftlich skalieren, vollständig in den Bankbetrieb integriert werden und gemeinsame Infrastrukturen für tokenisierte Vermögenswerte und digitales Geld entstehen».
Zusammenfassung: Die Institute erkennen langfristiges Blockchain-Potenzial, sehen kurzfristig aber geringe Wirtschaftlichkeit, regulatorische Unsicherheit und nachlassendes Kundeninteresse.
SEC-Ausnahmegenehmigung rückt tokenisierte Aktien in den Mittelpunkt
Die US-Börsenaufsicht SEC hat laut XTB mit einer auf fünf Jahre angelegten „Innovation Exemption“ den Weg für den Handel tokenisierter US-Aktien auf öffentlichen Blockchains geöffnet. Qualifizierte Handelsplätze dürfen die tokenisierten Aktien über Automated Market Maker und Liquiditätspools abwickeln.
Die Token müssen nach Darstellung von XTB vollständige Eigentumsrechte der Originalaktie übertragen. Dazu gehören Dividenden- und Stimmrechte. Synthetische Derivate, die lediglich den Kurs abbilden, erfüllen diese Anforderungen nicht.
Die SEC begrenzt das Handelsvolumen und verlangt öffentlich überprüfbare Smart Contracts. Unternehmen erhalten zudem ein Widerspruchsrecht bei Dritthandeln.
Die Nachricht wirkte sich laut XTB positiv auf mehrere Unternehmen aus. Coinbase stieg um 11,66 % auf 194,25 USD, Robinhood legte um 9,12 % auf 119,82 USD zu und Circle gewann 7,86 % auf 91,78 USD.
| Unternehmen | Kursentwicklung | Wert |
|---|---|---|
| Coinbase | +11,66 % | 194,25 USD |
| Robinhood | +9,12 % | 119,82 USD |
| Circle | +7,86 % | 91,78 USD |
Coinbase profitiert laut XTB durch eigene tokenisierte Aktien, das institutionelle Verwahrgeschäft und die Infrastruktur Coinbase Tokenize. Robinhood muss seine internationalen Stock-Tokens an die SEC-Regeln anpassen; CEO Vlad Tenev plane den Ausbau von Stimmrechten und Token-Rücktausch. Bei Circle könnten steigende On-Chain-Abwicklungen die Nachfrage nach dem Stablecoin USDC für Liquidität erhöhen.
Auch Bitcoin profitierte von der Marktstimmung und durchbrach die Widerstandsmarke von 82.000 US-Dollar. Steigende Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen über 5 % sorgten zum Wochenschluss für einen leichten Rücksetzer.
XTB beschreibt das übergeordnete Bild dennoch als bullish. Mit dem Start des saisonal starken vierten Quartals, dem sogenannten „Uptober“, bleibe ein Vorstoß in Richtung und über 90.000 US-Dollar eine realistische Option.
„Die SEC-Genehmigung für tokenisierte Aktien auf öffentlichen Blockchains ist ein echter Quantensprung für den Finanzsektor. Die direkte Verschmelzung der klassischen Wall Street mit der Krypto-Welt schafft gewaltige neue Anwendungsfälle.“
Die Chartquelle von XTB wurde am 26.09.2026 aufgenommen. XTB weist darauf hin, dass vergangene Ergebnisse kein Indikator für zukünftige Performance sind und das Handelsinstrument in USD notiert.
Zusammenfassung: Die SEC-Ausnahmegenehmigung schafft laut XTB einen fünfjährigen Rahmen für bestimmte tokenisierte US-Aktien. Parallel überschritt Bitcoin 82.000 US-Dollar; XTB nennt 90.000 US-Dollar als mögliches Ziel.
Tokenisierung soll Zugang zu Aktien, Immobilien und Luxusgütern erweitern
Der Markt für tokenisierte Vermögenswerte ist laut Business Insider Deutschland seit Anfang 2025 stark gewachsen. Experten erwarten bis 2035 ein Volumen von drei bis vier Billionen Dollar.
Banken, Börsen und Vermögensverwalter wie JP Morgan, BlackRock und Deutsche Börse investieren dem Bericht zufolge bereits in eigene Blockchain- und Tokenisierungsplattformen. Die Technologie soll Finanzgeschäfte schneller und günstiger machen.
Über Token soll der Handel mit Aktien, Anleihen oder anderen Vermögenswerten rund um die Uhr möglich werden. Der Beitrag stellt dabei auch Investitionen in Immobilien, Gold und Luxus-Uhren wie Rolex in den Zusammenhang mit der Tokenisierung.
Zusammenfassung: Business Insider Deutschland berichtet über starkes Wachstum bei tokenisierten Vermögenswerten und erwartet bis 2035 ein Marktvolumen von drei bis vier Billionen Dollar.
Security Token ergänzen im Mittelstand den Bankkredit
Blockchain-basierte Finanzierungen eröffnen mittelständischen Unternehmen laut BTC-ECHO neue Wege zur Kapitalaufnahme. Neben dem klassischen Bankkredit kommen Unternehmensanleihen und Genussrechte infrage, die klassisch verbrieft oder als tokenisierte Emission ausgegeben werden können.
Als Gründe für die Grenzen des Bankkredits nennt der von Dr. Robert Oppenheim und Lilly Pfaf verfasste Gastbeitrag verschärfte Eigenkapitalanforderungen und die Leverage Ratio für Kreditinstitute. Die Verordnung (EU) 2019/876 steht dabei im Zusammenhang mit der schrittweisen Umsetzung der Basel-III/IV-Standards auf europäischer Ebene.
Die Kreditvergabe an den Mittelstand werde dadurch teurer und aufwendiger. Unternehmen verfügten insbesondere in Wachstumsphasen oder bei größeren Investitionen häufig nicht über die erforderliche Bonität oder ausreichende Sicherheiten. Das gestiegene Zinsniveau nach der historischen Niedrigzinsphase habe die klassische Bankfinanzierung zusätzlich verteuert; von der ersten Anfrage bis zur Auszahlung vergingen nicht selten mehrere Monate.
Als digitale Alternativen beschreibt BTC-ECHO Wertpapier-Token beziehungsweise Security Token sowie elektronische Wertpapiere nach dem Gesetz über elektronische Wertpapiere. Security Token können Genussrechte oder Schuldverschreibungen als digitale Einheiten auf einer Blockchain abbilden.
Die Ausgabe kann über Smart Contracts erfolgen. Diese können Zins- und Rückzahlungen regelbasiert ausführen und den administrativen Aufwand der Emittentin reduzieren. Auch der Zeichnungsprozess lässt sich vollständig digital abbilden.
Tokenisierte Emissionen können ohne Zentralverwahrer und ohne Depotbanken auskommen. Investoren halten ihre Security Token in einem eigenen Wallet. Die Stückelung in kleinere Einheiten senkt die Mindestanlageschwelle und kann den Zugang für eine breitere Investorenbasis erleichtern.
Der regulatorische Rahmen wurde laut Beitrag durch den EU Listing Act und Änderungen im Wertpapierprospektgesetz erweitert. Die prospektfreie Schwelle für solche Emissionen liegt EU-weit bei 12 Millionen Euro. Der EU-Wachstumsemissionsprospekt erleichtert KMU und bei Emissionsvolumina bis 50 Millionen Euro auch anderen Emittenten den Zugang zur Kapitalmarktfinanzierung, sofern keine Wertpapiere dieser Emittenten an einem MTF gehandelt werden und die durchschnittliche Beschäftigtenzahl im letzten Geschäftsjahr höchstens 499 betrug.
Regional verwurzelte Unternehmen können die Tokenisierung mit einem Community-basierten Vertriebsansatz verbinden. Kunden, Mitarbeitende oder lokale Unternehmer können über eine digitale Zeichnungsplattform als Kapitalgeber gewonnen werden.
Spezialisierte Plattformdienstleister stellen laut BTC-ECHO inzwischen technische Infrastruktur für Zeichnungsstrecke, Anleger-Onboarding, Tokenisierung und Verwahrung bereit. Unternehmen müssen daher keine eigene technische Lösung entwickeln.
Am Anfang einer Emission steht ein Term Sheet mit Angaben zu Emissionsform, Volumen, Laufzeit, Verzinsung, Rang und Kündigungsrechten. Je nach Art und Volumen sind anschließend ein Wertpapierinformationsblatt, ein Basisinformationsblatt nach der PRIIPs-Verordnung oder ein Wertpapierprospekt zu erstellen.
BTC-ECHO weist außerdem auf Anforderungen an Werbemitteilungen hin. Diese müssen als Werbung erkennbar sein, dürfen nicht irreführend sein und müssen mit den Informationen im Wertpapierinformationsblatt oder Prospekt übereinstimmen.
Wie eine blockchainbasierte Mittelstandsfinanzierung praktisch funktioniert, soll bei den Berliner Fintech Gesprächen am 15. Oktober 2026 gezeigt werden. Eine Emittentin gewährt dabei Einblick in ihre aktuelle Emission, von der Strukturierung über die Regulatorik bis zum Vertrieb.
Zusammenfassung: Security Token können mittelständischen Unternehmen eine digitale Alternative oder Ergänzung zum Bankkredit bieten. BTC-ECHO hebt dabei schlankere Prozesse, kleinere Stückelungen und einen regulatorischen Rahmen mit einer prospektfreien Schwelle von 12 Millionen Euro hervor.
Tokenisierung erreicht institutionelle Finanzprodukte
Institutional Money berichtet über einen bekannten Milliarden-Fonds, der auf die Blockchain zieht. Der bereitgestellte Quellenausschnitt enthält jedoch keine nutzbaren Angaben zu Fondsname, Volumen, Struktur oder Zeitpunkt.
Zusammenfassung: Institutional Money berichtet über die Blockchain-Nutzung durch einen bekannten Milliarden-Fonds; weitere verwertbare Fakten enthält der vorliegende Quellenausschnitt nicht.
Einschätzung der Redaktion
Die Entwicklung markiert einen wichtigen Übergang von Krypto-Spekulation zu regulierter Finanzinfrastruktur. Entscheidend ist jedoch nicht die Zahl neuer Token oder Börsenpläne, sondern ob daraus dauerhaft rentable, rechtssichere und ausreichend liquide Produkte entstehen. Kurzfristig dürften hohe Erwartungen auf begrenzte Nachfrage, komplexe Regulierung und erhebliche Bewertungsschwankungen treffen. Langfristig besitzt die Tokenisierung dennoch das Potenzial, Kapitalmärkte effizienter und zugänglicher zu machen.
Zusammenfassung: Der strukturelle Trend ist relevant, sein wirtschaftlicher Durchbruch hängt jedoch von Skalierbarkeit, Regulierung, Liquidität und realer Kundennachfrage ab.
Quellen:
- Bloomberg: Blockchain.com strebt Börsengang mit bis zu 6 Mrd. USD Bewertung an
- Banken prokrastinieren bei der Blockchain
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