Blockchain-News: Swift, Riot, Fnality, Arya.ag und Consensys im Fokus
Autor: Coinkurier Redaktion
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Kategorie: Nachrichten
Zusammenfassung: Blockchain-Anwendungen weiten sich auf Konzernzahlungen, KI-Rechenzentren und Agrarkredite aus, während Consensys Verbraucher- und institutionelles Geschäft trennt.
Die Blockchain dringt immer tiefer in traditionelle Finanz- und Wirtschaftsbereiche vor: Swift testet grenzüberschreitende Konzernzahlungen, Riot Platforms baut KI-Rechenzentren aus, und Arya.ag digitalisiert Agrarkredite. Zugleich stellt Consensys die Weichen für eine klare Trennung von Verbraucher- und institutionellem Geschäft. Der Pressespiegel zeigt, wie rasant sich die Anwendungsfelder jenseits reiner Kryptowährungen erweitern.
Swift wickelt erste Siemens-Zahlung über Blockchain-Ledger ab
Swift hat die erste Konzern-Treasury-Zahlung über seinen Blockchain-basierten Shared Ledger abgeschlossen. Nach Angaben von DerTreasurer wickelten BNP Paribas und HSBC dabei eine grenzüberschreitende Zahlung für Siemens ab.
Der Vorgang markiert einen Einsatz der Blockchain-Technologie im Treasury-Bereich über ein gemeinsames digitales Hauptbuch. Beteiligt waren damit Swift als Betreiber des Blockchain-basierten Ledgers sowie die beiden Banken BNP Paribas und HSBC.
Infobox: Erste Konzern-Treasury-Zahlung über Swifts Blockchain-basierten Shared Ledger; grenzüberschreitende Zahlung für Siemens; beteiligt waren BNP Paribas und HSBC.
Riot Platforms bindet 241 MW für KI-Rechenzentren
Riot Platforms treibt nach Darstellung von Börse Global den Wandel von einem reinen Bitcoin-Miner zu einem Anbieter von Infrastruktur für Hochleistungsrechnen und künstliche Intelligenz voran. Das Unternehmen verfügt demnach über 241 Megawatt an vertraglich gebundenen Kapazitäten für KI-Rechenzentren.
Ein zentraler Bestandteil ist ein Mietvertrag mit dem KI-Unternehmen Anthropic über 191 MW am Rockdale-Campus. Dabei handelt es sich um ein maßgeschneidertes Bauprojekt, dessen erste Ausbaustufe planmäßig im Dezember 2027 fertiggestellt werden soll.
Die langfristige Bindung eines Mieters aus dem KI-Sektor soll Riot Platforms stabilere Einnahmen aus der Datenverarbeitung ermöglichen und die Abhängigkeit von der Volatilität des Kryptomarktes verringern. Zugleich rückt laut Börse Global die Integration von KI-Workloads in bestehende Standorte stärker in den Mittelpunkt.
Für die Finanzierung der kapitalintensiven Infrastrukturprojekte prüft Riot Platforms verschiedene strategische Optionen. Medienberichten von Anfang September zufolge wird dabei auch die mögliche Freigabe von Bitcoin-Beständen erwogen, die bislang als Sicherheiten verpfändet waren.
Die Aussicht auf eine veränderte Verwendung der Bitcoin-Reserven führte am 1. September zu einer volatilen Kursreaktion, in deren Folge das Papier um 5,0 % nachgab. Marktbeobachter werteten die mögliche Freigabe der Sicherheiten zugleich als Zeichen für eine höhere operative Flexibilität.
Am heutigen Donnerstag notierte die Aktie von Riot Platforms laut Börse Global bei 18,70 Euro. Seit Jahresbeginn lag das Papier mit 66 % im Plus, zugleich bestand ein Abstand von 30 % zum 52-Wochen-Hoch.
Das Interesse am Optionsmarkt nahm zuletzt spürbar zu. Außerdem hatte Riot Platforms Mitte August seine Quartalsergebnisse für den Zeitraum bis Ende Juni vorgelegt, die laut Börse Global den Transformationskurs des Unternehmens untermauerten.
- 241 MW an vertraglich gebundenen Kapazitäten für KI-Rechenzentren
- 191 MW Mietvertrag mit Anthropic am Rockdale-Campus
- Erste Ausbaustufe für Dezember 2027 vorgesehen
- Aktienkurs: 18,70 Euro
- Entwicklung seit Jahresbeginn: 66 % im Plus
- Abstand zum 52-Wochen-Hoch: 30 %
Infobox: Riot Platforms erweitert sein Geschäftsmodell um KI- und Hochleistungsrechenzentren. Im Mittelpunkt stehen 241 MW gebundene Kapazität, ein Anthropic-Vertrag über 191 MW und die für Dezember 2027 vorgesehene erste Ausbaustufe in Rockdale.
Ehemaliger BoE-Vize Cunliffe wird Fnality-Verwaltungsrat
Der ehemalige stellvertretende Gouverneur der Bank of England, Cunliffe, wird Mitglied des Vorstands des Blockchain-Unternehmens Fnality. Das berichten TradingView und MarketScreener Schweiz.
MarketScreener Schweiz datiert die Veröffentlichung auf den 10.09.2026 um 10:37. Weitere Angaben zu seinen Aufgaben im Verwaltungsrat oder zu den konkreten Blockchain-Projekten von Fnality sind in den vorliegenden Inhalten nicht enthalten.
Infobox: Cunliffe wechselt in den Verwaltungsrat von Fnality; die Meldung wurde am 10.09.2026 um 10:37 veröffentlicht.
Arya.ag bringt kornbesicherte Kredite auf die Blockchain
Das indische Agrarlagerunternehmen Arya.ag nutzt nach Angaben von CoinDesk die Avalanche-Technologie, um Getreideeinlagen, Lagerhausquittungen und Kreditstatus zu tokenisieren. Kreditgeber sollen dadurch landwirtschaftliche Sicherheiten zuverlässiger überprüfen können.
Arya.ag betreibt dafür eine eigene dedizierte Layer-1-Blockchain, die auf der Technologie von Avalanche basiert. Die Blockchain soll zunächst die Lagerhäuser von Arya.ag unterstützen und künftig für andere Lagerhausunternehmen geöffnet werden.
Nandan Nilekani, Mitbegründer des Technologiekonzerns Infosys und Projektleiter des indischen Aadhaar-Identitätssystems, kündigte die Initiative am Donnerstag auf dem Global Fintech Festival in Mumbai an. Eine separate Gruppe namens Finternet arbeitet laut CoinDesk an Regeln für die Kommunikation zwischen Lagerhäusern und Kreditgebern.
Im Mittelpunkt stehen elektronische handelbare Lagerquittungen, sogenannte e-NWRs. Diese sind in Indien bereits rechtlich anerkannt, um Bankkredite gegen gelagerte Ernten abzusichern.
Das zugrunde liegende Problem liegt laut CoinDesk in den häufig getrennten Aufzeichnungen darüber, welche Waren eingelagert sind, ob sie bereits als Sicherheit verpfändet wurden und welcher Kreditbetrag noch aussteht. Ein gemeinsames digitales Hauptbuch, das ein Lagerhaus, ein Kreditgeber und weitere berechtigte Teilnehmer einsehen können, soll diese Prüfung vereinfachen.
Der anfängliche Fokus liegt auf der Infrastruktur hinter lagergestützten Krediten. Schnellere Genehmigungen, niedrigere Kosten oder ein größerer Zugang zu Krediten werden laut einer Stellungnahme als potenzielle Ergebnisse betrachtet, die im Laufe der Implementierung des Systems nachgewiesen werden sollen.
„Schnellere Genehmigungen, niedrigere Kosten oder ein größerer Zugang zu Krediten“ werden als „potenzielle Ergebnisse angesehen, die im Laufe der Implementierung des Systems nachgewiesen werden sollen“.
Arya.ag hält laut der mit CoinDesk geteilten Ankündigung rund 2 Milliarden US-Dollar an Erntegütern in seinen Lagern. Im bestehenden Geschäft vermittelt das Unternehmen jährlich etwa 1,3 Milliarden US-Dollar an Krediten, während Arya Dhan direkt Kredite in Höhe von rund 230 Millionen US-Dollar vergibt.
Ein Teil der Kredite stammt direkt von Arya über Arya Dhan, das eigene Nicht-Bank-Finanzunternehmen. Weitere Kredite werden von Banken und anderen Finanzinstituten vergeben, die gegen in Aryas Lagern gelagerte Ernten finanziert werden.
Nach Angaben von Ava Labs können Banken dem Layer-1-System beitreten; drei große Banken bereiteten demnach bereits ihren Beitritt vor. Wie viel Aktivität bereits auf das Blockchain-System übertragen wurde und wann es skaliert werden soll, wurde nicht offengelegt.
CoinDesk ordnet die Initiative in das Problem der Agrarkreditvergabe in Indien ein. Bauern machen etwa 40 % der Bevölkerung Indiens aus, während nur rund 15 % von ihnen formelle Kredite erhalten können.
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Wert der Erntegüter in Arya-Lagern | rund 2 Milliarden US-Dollar |
| Jährlich vermittelte Kredite | etwa 1,3 Milliarden US-Dollar |
| Direkt von Arya Dhan vergebene Kredite | rund 230 Millionen US-Dollar |
| Anteil der Bauern an der indischen Bevölkerung | etwa 40 % |
| Anteil der Bauern mit Zugang zu formellen Krediten | rund 15 % |
Infobox: Arya.ag tokenisiert Getreideeinlagen, Lagerhausquittungen und Kreditstatus auf einer Avalanche-basierten Layer-1-Blockchain. Das Unternehmen hält rund 2 Milliarden US-Dollar an Erntegütern in seinen Lagern und vermittelt jährlich etwa 1,3 Milliarden US-Dollar an Krediten.
Consensys plant Aufspaltung in MetaMask und institutionelles Blockchain-Geschäft
Consensys Software Inc., das Ethereum-Softwareunternehmen hinter MetaMask, plant die Aufspaltung in zwei unabhängige Unternehmen. Laut Cryptonews.net soll damit das Verbrauchergeschäft vom Betrieb institutioneller Blockchain-Infrastruktur getrennt werden.
Die Trennung soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein. Joe Lubin soll Vorsitzender und CEO von MetaMask sowie Executive Chairman der neuen Consensys werden.
Das neue Consensys soll die Protokolle und institutionellen Infrastrukturgeschäfte des Unternehmens beherbergen. Dazu zählen Linea, Besu und Teku.
Das Unternehmen soll von CEO Mike Kriak und President David Cunningham geleitet werden und sich auf Ethereum-Infrastruktur konzentrieren. Ziel ist es, Finanzinstitute beim Einsatz von Blockchain-Technologie für Tokenisierung, Stablecoins und weitere Onchain-Finanzdienstleistungen zu unterstützen.
MetaMask soll sich weiterhin auf die Selbstverwahrung für Verbraucher konzentrieren und sein Angebot über Krypto hinaus ausweiten. Genannt werden die Bereiche Zahlungen, Sparen, Investitionen und traditionelle Finanzprodukte.
Nach Angaben des Unternehmens verzeichnete MetaMask mehr als 100 Millionen Downloads in etwa 190 Ländern und ermöglichte ein Transaktionsvolumen von Billionen Dollar. Die geplante Umstrukturierung soll die unterschiedlichen Prioritäten des Verbraucher- und des institutionellen Geschäfts widerspiegeln.
MetaMask hatte sich im vergangenen Jahr über seine ursprünglichen Funktionen als Ethereum-Browser-Erweiterung hinausentwickelt. Das Angebot wurde um Produkte in den Bereichen Zahlungen, Rendite und tokenisierte traditionelle Vermögenswerte erweitert.
Im Juni startete MetaMask das Money-Konto. Nutzer können damit auf berechtigte mUSD-Stablecoin-Guthaben eine variable jährliche prozentuale Rendite von bis zu 4 % erzielen und die Mittel über die MetaMask Card ausgeben.
Im Februar erhielten berechtigte Nutzer außerhalb der Vereinigten Staaten über Ondo Global Markets Zugang zu 200 tokenisierten US-Aktien, börsengehandelten Fonds und Rohstoffen. Später im selben Monat führte MetaMask seine Mastercard-gestützte Ausgabenkarte in 49 US-Bundesstaaten ein.
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Geplanter Abschluss der Trennung | Ende 2026 |
| MetaMask-Downloads | mehr als 100 Millionen |
| Länder mit MetaMask-Downloads | etwa 190 |
| Variable jährliche prozentuale Rendite auf berechtigte mUSD-Stablecoin-Guthaben | bis zu 4 % |
| Tokenisierte US-Aktien, ETFs und Rohstoffe | 200 |
| US-Bundesstaaten mit Mastercard-gestützter Ausgabenkarte | 49 |
Infobox: Consensys will bis Ende 2026 zwei unabhängige Unternehmen schaffen. MetaMask bleibt auf Verbraucher und Selbstverwahrung ausgerichtet, während das neue Consensys institutionelle Ethereum-Infrastruktur mit Linea, Besu und Teku bündeln soll.
Einschätzung der Redaktion
Die Entwicklung unterstreicht, dass Blockchain-Anwendungen zunehmend in konkrete Finanz- und Infrastrukturprozesse vordringen. Entscheidend ist weniger die Technologie selbst als ihre Fähigkeit, Vertrauen, Abwicklung und Nachweisbarkeit in bestehenden Geschäftsmodellen messbar zu verbessern.
Infobox: Die strategische Relevanz entsteht durch die Integration in reale Zahlungs-, Kredit- und Rechenzentrumsprozesse – nicht durch den Blockchain-Einsatz allein.
Quellen:
- Erste Siemens-Zahlung über Swifts Blockchain-Ledger
- Riot Blockchain Aktie: Anthropic mietet Rockdale-Campus
- Der ehemalige stellvertretende BOE-Gouverneur Cunliffe wird Mitglied des Vorstands des Blockchain-Unternehmens Fnality
- Indischer Agrarlager-Riese bringt 2 Milliarden US-Dollar an kornbesicherten Krediten auf die Blockchain
- Consensys wird in MetaMask und ein institutionelles Blockchain-Unternehmen aufgeteilt
- Ehemaliger BoE-Vize Cunliffe wechselt in den Verwaltungsrat des Blockchain-Unternehmens Fnality