Inhaltsverzeichnis:
Der Blockchain-Sektor steht vor wegweisenden Veränderungen: Während tokentus seine Beteiligung an Blink Labs verkauft, erhöhen führende Organisationen den Druck auf die SEC. Zugleich soll tokenisiertes Gold Milliardenpotenzial erschließen und DATA nach einer 30-Millionen-Dollar-Investition auf die Sui-Blockchain wechseln. Der Pressespiegel zeigt, wie Regulierung, digitale Vermögenswerte und KI-Infrastruktur die nächste Entwicklungsphase der Branche prägen.
tokentus investment verkauft Blockchain-Beteiligung vollständig
Die tokentus investment AG hat ihre Beteiligung an der BL Research Limited vollständig veräußert. Das Unternehmen betreibt die Blockchain-Plattform Blink Labs und wird im Zuge der Übernahme in die Gattaca-Gruppe integriert, wie 4investors.de berichtet.
Der Kaufpreis wird in bar gezahlt. Eine erste Zahlung hat tokentus bereits erhalten, während weitere Kaufpreistranchen an vertraglich vereinbarte Leistungsziele geknüpft und damit nicht gesichert sind. Angaben zum Gesamtkaufpreis, zur bereits vereinnahmten Zahlung und zu möglichen weiteren Erlösen macht tokentus nach eigenen Angaben aufgrund vertraglicher Verschwiegenheitspflichten nicht.
Tokentus hatte 2023 zunächst 150.000 US-Dollar in BL Research investiert und 2025 weitere 50.000 US-Dollar nachgelegt. Damit beläuft sich der gesamte Kapitaleinsatz auf 200.000 US-Dollar. Ob der Verkauf gegenüber diesem Kapitaleinsatz einen Gewinn bringt, bleibt offen.
Blink Labs bietet Infrastruktur für das Routing und den Schutz von Blockchain-Transaktionen. Nach Unternehmensangaben verarbeitet die Plattform täglich mehr als 15 Millionen Transaktionen über verschiedene Blockchains hinweg. Durch die Zusammenführung mit Gattacas Technologie für Transaktionsausführung und Blockerstellung sollen die Verarbeitungsgeschwindigkeit verbessert, Latenzzeiten reduziert und zusätzliche Schutzfunktionen für Wallets und Anwendungen entwickelt werden.
Mit der Transaktion endet das Engagement von tokentus bei BL Research vollständig. Eine Beteiligung an Gattaca erhält tokentus im Gegenzug nicht. 4investors.de weist zudem auf einen Interessenkonflikt hin, da Personen aus der Redaktion unmittelbar Positionen in Finanzinstrumenten oder Derivaten auf Finanzinstrumente von tokentus investment halten.
„Weitere Kaufpreistranchen sind an vertraglich vereinbarte Leistungsziele geknüpft und damit nicht gesichert.“ – 4investors.de
Infobox: Tokentus hat BL Research vollständig verkauft. Investiert wurden 2023 150.000 US-Dollar und 2025 weitere 50.000 US-Dollar; der gesamte Kapitaleinsatz beträgt 200.000 US-Dollar. Die Höhe des Verkaufserlöses bleibt wegen Verschwiegenheitspflichten offen.
Sechs Blockchain-Organisationen erhöhen Druck auf die SEC
Sechs große Blockchain-Organisationen fordern von der US-Börsenaufsicht SEC klare Regeln für Kryptowährungen. Chainlink Labs, die Cardano Foundation, Hedera, Aptos Labs, Ava Labs und die Stellar Development Foundation wandten sich laut BTC-ECHO in einem gemeinsamen Schreiben an die Behörde.
Die Organisationen wollen erreichen, dass Kryptowährungen wie LINK und ADA rechtlich eindeutig von Wertpapieren unterschieden werden. Das Schreiben wurde am 20. Oktober eingereicht, dem letzten Tag der öffentlichen Konsultation.
Bereits im März hatte die SEC eine neue rechtliche Einschätzung veröffentlicht. Darin wurden bestimmte Kryptowährungen als digitale Rohstoffe und nicht als Wertpapiere eingeordnet. Die Unterzeichner verlangen nun verbindliche Regeln, damit sich die rechtliche Einordnung ihrer Kryptowährungen nicht durch eine spätere Entscheidung der SEC verändert.
Die Einstufung ist für die Ausgabe und den Handel der Token von Bedeutung. Werden Token als Wertpapiere klassifiziert, gelten teilweise strengere Vorschriften. Auch der Weiterverkauf über Krypto-Börsen soll nach dem Wunsch der Organisationen nicht automatisch als Wertpapiergeschäft gelten, nur weil ein Token ursprünglich von einem Unternehmen ausgegeben wurde.
Mehr Rechtssicherheit könnte nach Darstellung von BTC-ECHO Anleger sowie Unternehmen und Handelsplattformen betreffen. Für Anleger in LINK, ADA, HBAR, APT, AVAX und XLM könnten klarere Vorschriften die rechtliche Einordnung übersichtlicher machen. Unternehmen und Handelsplattformen könnten besser einschätzen, welche gesetzlichen Anforderungen für die jeweiligen Token gelten.
Eine Entscheidung der SEC liegt noch nicht vor. Zunächst muss die Behörde die eingegangenen Stellungnahmen prüfen.
- Chainlink Labs, die Cardano Foundation, Hedera, Aptos Labs, Ava Labs und die Stellar Development Foundation fordern klare Regeln.
- Das Schreiben wurde am 20. Oktober eingereicht.
- Im Mittelpunkt steht die Abgrenzung zwischen Kryptowährungen und Wertpapieren.
- Betroffen genannt werden LINK, ADA, HBAR, APT, AVAX und XLM.
Infobox: Sechs Blockchain-Organisationen verlangen von der SEC eine verbindliche rechtliche Unterscheidung zwischen Kryptowährungen und Wertpapieren. Die SEC muss die Stellungnahmen zunächst prüfen; eine Übernahme der Forderungen steht noch nicht fest.
World Gold Council sieht bis zu 700 Mrd. USD Nachfragepotenzial durch Blockchain-Gold
Eine gemeinsame Analyse des World Gold Council und der Boston Consulting Group beziffert das ungenutzte Marktpotenzial digital verbriefter Goldbarren auf bis zu 700 Mrd. USD. Darüber berichten PresseBox und FinanzNachrichten.de in einer am 22.10.2026 veröffentlichten Story von GOLDINVEST Consulting GmbH.
Die Tokenisierung soll demnach neue Finanzanwendungen für Gold erschließen. Im Mittelpunkt steht die Standardisierung des weltweiten privaten Goldvermögens von sieben Billionen Dollar. Das Edelmetall könnte dadurch vom passiven Tresorbestand zu einem hochliquiden Finanzinstrument werden.
Das genannte Potenzial steht laut FinanzNachrichten.de einem ETF-Markt mit einem Volumen von 559 Milliarden Dollar gegenüber. Über das Modell „Gold as a Service“ sollen Banken leichter Zugang erhalten. Der World Gold Council sieht dabei eine hundertprozentige Barrendeckung und das Recht auf physische Auslieferung vor.
Ein weiterer Bestandteil des Modells ist die mögliche Nutzung digitaler Token als Kreditsicherheit. Dadurch könnten Goldbesitzer Liquidität erhalten, ohne das physische Gold verkaufen zu müssen. FinanzNachrichten.de beschreibt dies als einen strukturellen Treiber, der die monetäre Relevanz von Barrengold im modernen Finanzsystem stärken könnte.
| Genanntes Nachfragepotenzial durch Tokenisierung | bis zu 700 Mrd. USD |
| ETF-Markt | 559 Milliarden Dollar |
| Weltweites privates Goldvermögen | sieben Billionen Dollar |
Die Veröffentlichung ist als Story von GOLDINVEST Consulting GmbH gekennzeichnet. In den Hinweisen wird erklärt, dass die Inhalte der allgemeinen Information dienen und keine individuelle fachkundige Anlageberatung ersetzen. Außerdem wird auf mögliche Interessenkonflikte hingewiesen.
Infobox: World Gold Council und Boston Consulting Group sehen bei digital verbrieften Goldbarren ein Potenzial von bis zu 700 Mrd. USD. Genannt werden außerdem ein ETF-Markt von 559 Milliarden Dollar und ein weltweites privates Goldvermögen von sieben Billionen Dollar.
DATA wechselt nach 30-Millionen-Dollar-Deal zu Sui
Das von Andreessen Horowitzs a16z Crypto unterstützte Blockchain-Startup DATA stellt seine eigene Blockchain ein und wechselt zu Sui. Nach Angaben von CoinDesk erfolgt der Schritt nach einer Investition der Sui Foundation in Höhe von 30 Millionen US-Dollar.
DATA war zuvor als Story Protocol bekannt und hatte sich ursprünglich vorgenommen, geistiges Eigentum auf einer Blockchain abzubilden. Der ursprüngliche Plan umfasste unter anderem Musik-Tantiemen, Patente und Marken. Eigentümer sollten ihr geistiges Eigentum registrieren und Bedingungen für dessen Nutzung festlegen können.
CEO Andrea Muttoni erklärte gegenüber CoinDesk, dass sich bestehende Lizenzmärkte nur schwer durchbrechen ließen. Viele Branchen verfügten bereits über etablierte Systeme, während große Rechteinhaber nur geringes Interesse daran gezeigt hätten, ihr geistiges Eigentum für uneingeschränkte Lizenzierungen verfügbar zu machen.
„Wir versuchten, den Ozean zu verdampfen, und es war ein sehr gesättigter und fest verankerter Ozean.“ – Andrea Muttoni gegenüber CoinDesk
Das Unternehmen hatte 140 Millionen US-Dollar eingesammelt und eine eigene Blockchain aufgebaut. Im Juni erfolgte die Umbenennung zur DATA Foundation, verbunden mit einer stärkeren Ausrichtung auf KI-Trainingsdaten. Vier Monate später verengt DATA den Fokus erneut und konzentriert sich auf die Nachverfolgung der Herkunft und Nutzungsrechte von Daten, die zum Training künstlicher Intelligenz verwendet werden.
Im Mittelpunkt steht das Produkt Trace. Das Register dokumentiert, woher Trainingsdaten stammen, wer sie beigetragen hat und welche Rechte Käufer an ihrer Nutzung besitzen. Wenn ein Video oder eine Sprachaufnahme über einen teilnehmenden Datenmarktplatz hochgeladen wird, erstellt Trace eine Quittung für die Datei. Der Eintrag kann den Zeitpunkt der Übermittlung, die vereinbarten Bedingungen des Beitragenden sowie spätere Lizenz- oder Zahlungsvorgänge enthalten.
Der Marktplatz Kled trägt laut Muttoni täglich zwischen 3 Millionen und 4 Millionen Beiträge bei. Diese Zahl beschreibt, wie viele Daten erfasst werden, nicht zwingend, wie viele Datensätze verkauft wurden. DATA gab nicht bekannt, wie viele Datensätze Lizenzumsätze generiert haben.
Der Betrieb einer eigenen Blockchain verursachte nach Darstellung von CoinDesk Kosten für Ingenieure, Validierer, Prüfungen und Infrastruktur-Anbieter. Durch den Wechsel zu Sui kann sich DATA auf das Protokoll und das Produkt Trace konzentrieren, ohne eine eigene Blockchain weiter unterhalten zu müssen.
Der Wechsel eröffnet DATA den Zugang zu Sui-Werkzeugen wie Walrus und Seal. Walrus ist eine dezentrale Speicherplattform, die Kopien der über Trace registrierten Originaldateien speichern kann. Seal kann diese Dateien verschlüsseln und den Zugriff auf Käufer mit den entsprechenden Berechtigungen beschränken.
Bislang zeichnet Trace Informationen über eine Datei auf, speichert aber nicht die Datei selbst. Eine zusätzliche Speicherung würde es Käufern ermöglichen, erhaltene Daten mit der ursprünglichen Einreichung zu vergleichen und Änderungen leichter zu erkennen.
Die Sui Foundation wird durch ihre Investition von 30 Millionen US-Dollar zum größten institutionellen Anteilseigner des DATA Network. Finanzielle Details zu den weiteren Bedingungen wurden nicht bekannt gegeben.
DATA plant außerdem, den bestehenden Token im Verhältnis eins zu eins auf Sui zu migrieren. Die aktuelle Blockchain bleibt bis zum Abschluss der Migration in Betrieb. Bestehende $DATA-Token sollen laut einer Pressemitteilung eins zu eins auf Sui übertragen werden; Rechte und Vesting-Pläne der Inhaber bleiben unverändert.
„Das Hauptziel ist vorerst, die Infrastruktur für, sagen wir, die Nachprüfbarkeit und Herkunft von Daten zu sein.“ – Andrea Muttoni gegenüber CoinDesk
Infobox: DATA beendet den Betrieb der eigenen Blockchain und wechselt nach einer Investition von 30 Millionen US-Dollar durch die Sui Foundation zu Sui. Das Unternehmen konzentriert sich auf Trace zur Dokumentation von Herkunft, Einwilligungsbedingungen und Lizenzierungshistorie von KI-Trainingsdaten.
Einschätzung der Redaktion
Der vollständige Verkauf beendet das Engagement konsequent, lässt wegen des unbekannten Erlöses jedoch keine belastbare Bewertung der Investitionsleistung zu. Strategisch entscheidend ist, dass tokentus nicht an der weiteren Entwicklung von Blink Labs partizipiert. Der Vorgang unterstreicht damit den Charakter eines Liquiditäts- und Exit-Schritts, nicht den einer strategischen Erweiterung.
Kernaussage: Der Exit schafft Klarheit über die Beteiligungsstruktur, sein wirtschaftlicher Erfolg bleibt mangels veröffentlichter Kaufpreisdaten offen.
Einschätzung der Redaktion
Der Vorstoß erhöht den politischen und regulatorischen Druck auf die SEC, ersetzt aber keine verbindliche Regelung. Für die betroffenen Projekte ist vor allem die dauerhafte Rechtssicherheit bei Ausgabe, Handel und Weiterverkauf entscheidend. Bis zu einer Entscheidung bleibt das regulatorische Risiko bestehen und kann weiterhin Innovation, Börsenunterstützung und Kapitalzuflüsse beeinflussen.
Kernaussage: Die gemeinsame Initiative stärkt die Verhandlungsposition der Blockchain-Branche, beseitigt die Rechtsunsicherheit aber noch nicht.
Einschätzung der Redaktion
Die Tokenisierung von Gold könnte die Nutzung vorhandener Vermögenswerte modernisieren, sofern Deckung, Auslieferungsrechte, Verwahrung und regulatorische Kontrolle verlässlich umgesetzt werden. Das genannte Nachfragepotenzial ist daher eher als Marktchance denn als bereits realisierte Nachfrage zu verstehen. Besonders relevant wäre die Entwicklung, wenn tokenisiertes Gold tatsächlich als liquide und rechtlich belastbare Kreditsicherheit akzeptiert wird.
Kernaussage: Der größte Hebel liegt nicht in der bloßen Digitalisierung, sondern in der möglichen Integration von Gold in Kredit- und Finanzmarktprozesse.
Einschätzung der Redaktion
Der Wechsel zu Sui wirkt wie eine notwendige Fokussierung: DATA gibt kostenintensive eigene Infrastruktur auf und konzentriert sich auf einen klar umrissenen Anwendungsfall mit Trace. Ob daraus ein tragfähiges Geschäftsmodell entsteht, hängt jedoch davon ab, ob die dokumentierte Datenherkunft tatsächlich zahlungsbereite Nachfrage bei KI-Entwicklern und Rechteinhabern erzeugt. Die technische Integration allein garantiert weder Lizenzumsätze noch eine breite Akzeptanz.
Kernaussage: DATA reduziert die infrastrukturelle Komplexität, muss den praktischen und wirtschaftlichen Nutzen der Datenrechte-Nachverfolgung aber noch beweisen.
Quellen:
- tokentus investment: Blockchain-Beteiligung vollständig verkauft
- Sechs Blockchain-Größen fordern SEC heraus: Was steckt dahinter?
- Bis zu 700 Mrd. USD neue Nachfrage: World Gold Council forciert Blockchain-Gold
- 700 Mrd. USD neue Nachfrage?: World Gold Council forciert Blockchain-Gold
- Ethereum erzielte im letzten Quartal geringere Einnahmen als die drei Monate alte Robinhood-Blockchain
- Wie das von a16z unterstützte DATA seine Blockchain-Strategie nach einem 30-Millionen-Dollar-Deal mit Sui neu überdenkt



















