Blockchain-News: Vietnam ringt um Regeln, während Märkte und Forks unter Druck stehen
Autor: Coinkurier Redaktion
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Kategorie: Nachrichten
Zusammenfassung: Vietnams Blockchain-Branche verfügt über internationale Erfolge, wird im Heimatmarkt jedoch durch unklare Regeln für Kapitalflüsse, SAFE-Verträge und geistiges Eigentum gebremst.
Der Blockchain-Standort Vietnam ringt um klare Regeln, während internationale Finanzhäuser die Onchain-Abwicklung vorantreiben und XRP sowie Bitcoin an entscheidenden Belastungsproben stehen. Der Pressespiegel zeigt, wo Innovation auf Regulierung, Marktvolatilität und technische Grundsatzfragen trifft.
Vietnamesische Blockchain-Branche zwischen internationalem Erfolg und rechtlichen Hürden
Vietnamesische Blockchain-Technologieunternehmen wollen nach Angaben von Vietnam.vn stärker in ihren Heimatmarkt zurückkehren. Voraussetzung dafür seien klarere Regelungen für ausländische Kapitalzuflüsse, die Gründung von Unternehmen und die Bewertung geistigen Eigentums.
Nguyen Thanh Trung, Gründer von SkyMavis, stellte diese Fragen auf dem am 14. August eröffneten Ho-Chi-Minh-Stadt-Technologiefestival Conviction 2026. SkyMavis gilt als Vietnams erstes Technologie-Einhorn im Web-3-Sektor und wurde 2021 mit einem Wert von fast 3 Milliarden US-Dollar bewertet.
Viele Unternehmen seien zwar in Vietnam entstanden, hätten ihre Hauptsitze jedoch ins Ausland verlagert. Als Gründe nennt der Bericht Schwierigkeiten bei der Kapitalbeschaffung, der Rücküberweisung von Geldern und der Anpassung internationaler Finanzierungsinstrumente an vietnamesisches Recht.
Besonders problematisch sei die Nutzung sogenannter SAFE-Verträge. Diese sehen eine zukünftige Eigenkapitaloption vor, gelten nicht als Fremdfinanzierung, haben kein Fälligkeitsdatum und sehen keine Zinsen vor. Nach Angaben des Berichts werde dieses Finanzierungsmodell vom vietnamesischen Recht derzeit nicht unterstützt, sodass die Vertragsbedingungen im Ausland geprüft und für Vietnam umstrukturiert werden müssten.
Auch die Kapitalüberweisung nach Vietnam sei kompliziert, weil Unternehmen die FDI-Kapitalflüsse durchlaufen müssten. Dadurch würden Firmen im Ausland gegründet, um Kapital anschließend nach Vietnam zurückzuführen. Als möglichen Lösungsansatz nennt Nguyen Thanh Trung ein Projekt der International Finance Corporation. Wenn ausländische Investoren innerhalb von zwei bis vier Wochen direkt in ein IFC-Mitgliedsunternehmen investieren könnten, ließe sich dieses Problem möglicherweise verringern.
Ein zweiter Schwerpunkt ist die Bewertung geistigen Eigentums. Unternehmen, die nach Vietnam zurückkehren, möchten unter anderem Quellcode und immaterielle Vermögenswerte mitbringen. Laut dem Bericht fehlt bislang jedoch ein Mechanismus, mit dem diese Vermögenswerte bewertet und als Grundlage für Finanzierungen genutzt werden können.
Diese Frage gewinnt auch mit Blick auf die von der vietnamesischen Regierung geplante Pilotlizenzierung von fünf Kryptowährungsbörsen an Bedeutung. Im Ausland können Blockchain-Unternehmen dezentrale Austauschmechanismen nutzen, um Vermögenswerte zur Aufnahme von Krediten einzusetzen. In Vietnam werde hingegen ein kontrollierter Prozess verfolgt, bei dem zentralisierte Börsen eine Rolle bei der Bewertung übernehmen könnten.
„SkyMavis ist in vielen Bereichen mit Auslandsmärkten und der Mittelbeschaffung beschäftigt. Wenn es darum geht, nach Hause zurückzukehren, ist die Frage, wie man wieder nach Vietnam kommt, immer ein dringendes Anliegen“, erklärte Nguyen Thanh Trung laut Vietnam.vn.
Infobox – Vietnam.vn: Vietnamesische Blockchain-Unternehmen verfügen über internationale Erfahrung, stoßen in Vietnam aber auf Hürden bei Kapitalzuflüssen und der Bewertung geistigen Eigentums. Genannt werden ein Zeitraum von zwei bis vier Wochen für mögliche IFC-Investitionen und fünf geplante Kryptowährungsbörsen im Pilotbetrieb.
Conviction 2026: KI, Blockchain und digitale Assets sollen praktische Probleme lösen
Das Ho-Chi-Minh-Stadt-Technologiefestival Conviction 2026 stellte nach Angaben von Vietnam.vn die Anwendung von künstlicher Intelligenz, Blockchain und digitalen Vermögenswerten in den Mittelpunkt. Das Festival fand am 14. August unter dem Motto „Echter Wert, echtes Handeln“ statt.
Im Mittelpunkt stand nicht allein die Vorstellung neuer Technologien. Die Veranstalter betonten vielmehr deren Integration in Produktion, Wirtschaft, Verwaltung und Alltag, um Produkte zu entwickeln, die Produktivität zu steigern und neue wirtschaftliche Werte zu schaffen.
Vizepremierminister Ho Quoc Dung erklärte laut Bericht, Vietnam müsse neue Wachstumsmotoren auf Grundlage von Wissenschaft und Technologie, Innovation und digitaler Transformation entwickeln. Technologie sei demnach insbesondere dann sinnvoll, wenn sie konkrete Probleme löse und einen realen Mehrwert erzeuge.
Für die Diskussionen wurden mehrere Leitfragen formuliert: Welche Probleme lösen die Technologien? Welche Produkte entstehen? Wie wirksam sind sie? Wer nutzt sie? Und welchen Nutzen bringen sie dem Land und seinen Bürgern?
Die Debatte findet vor dem Hintergrund eines schrittweise entstehenden Rechtsrahmens für Wissenschaft und Technologie, Innovation, digitale Transformation, künstliche Intelligenz und digitale Vermögenswerte statt. Strategische Technologiepolitiken und kontrollierte Testmechanismen sollen Unternehmen ermöglichen, neue Produkte und Geschäftsmodelle zu erforschen, zu testen und zu vermarkten.
Gleichzeitig wurden Anforderungen an Risikomanagement, Datenschutz sowie den Schutz der legitimen Rechte und Interessen von Bürgern und Unternehmen hervorgehoben. In den Gesprächen ging es unter anderem um die Verwaltung des Kryptowährungsmarktes, Compliance-Anforderungen, Steuerpolitik, grenzüberschreitende Kapitalflüsse, Informationssicherheit und kontrollierte Testmechanismen.
Nguyen Quang Vinh, Vizepräsident der vietnamesischen Handelskammer, stellte die Frage in den Mittelpunkt, welche Position Vietnam in der neuen Wertschöpfungskette digitaler Technologien einnehmen werde. Technologie müsse wirtschaftlichen, sozialen und marktbezogenen Mehrwert schaffen, die Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit erhöhen, bessere Produkte ermöglichen, Kosten senken und die Marktexpansion unterstützen.
Für kleine und mittlere Unternehmen sowie Kleinstunternehmen stellen sich laut Bericht weiterhin praktische Fragen. Dazu gehören der Einstieg in neue Technologien, die Auswahl geeigneter Lösungen, die Schulung der Mitarbeiter und die effektive Nutzung der Technologie.
- Institutionen
- Technologie
- Unternehmen
- Menschen
Diese vier Säulen nannte Nguyen Quang Vinh als zentrale Bereiche. Unternehmen sollten dabei nicht nur bestehende Lösungen übernehmen, sondern Technologien aufnehmen, anwenden, weiterentwickeln und vermarkten.
Conviction 2026 soll rund 40 Sitzungen und Podiumsdiskussionen umfassen. Beteiligt sind Regierungsbehörden, Unternehmen, Investoren, Experten, Forscher sowie nationale und internationale Partner.
Zu den internationalen Aktivitäten zählt die Busan Piranhasin Global Roadshow. Thematisch geht es dort um digitale Authentifizierungsinfrastruktur, KI-integrierte und Blockchain-basierte Smart IDs, die Digitalisierung der Schifffahrt, die Datenökonomie im Gesundheitswesen und Blockchain-Dienstleistungen auf globaler Ebene.
Infobox – Vietnam.vn: Conviction 2026 richtet den Blick auf die Umwandlung von KI, Blockchain und digitalen Assets in Produkte, Dienstleistungen und wirtschaftlichen Wert. Das Programm umfasst rund 40 Sitzungen und Podiumsdiskussionen.
Vietnams Blockchain-Wirtschaft sitzt teilweise im Ausland
Ein Teil der vietnamesischen Blockchain-Wirtschaft ist laut Vietnam.vn außerhalb des Landes angesiedelt. Vietnamesische Teams arbeiten demnach häufig als technisches Zentrum, während operative Rechtseinheiten und Umsätze im Ausland liegen.
Rechtsanwalt Phan Vu Tuan, ständiger Vizepräsident des Verbandes für Kommunikation und Elektronik der Stadt Ho-Chi-Minh-Stadt, stellte diese Einschätzung am Morgen des 14. August auf Conviction 2026 vor. Er verwies auf digitale Ressourcen Vietnams mit einem jährlichen Vermögensfluss von über 100 Milliarden US-Dollar.
Vietnam gehört dem Bericht zufolge beim Index für die Nutzung digitaler Vermögenswerte konstant zu den Top 5 Ländern. Nach Angaben von Chainalysis belegte Vietnam sowohl 2021 als auch 2022 den ersten Platz.
Schätzungsweise 17 Millionen Vietnamesen besitzen digitale Vermögenswerte. Weltweit gibt es dem Bericht zufolge sieben führende Blockchain-Unternehmen, die von Vietnamesen gegründet wurden. Zehn Blockchain-Unternehmen vietnamesischer Herkunft hätten eine Marktkapitalisierung von über 100 Millionen US-Dollar erreicht.
Sky Mavis wird als erstes vietnamesisches Web-3-Einhorn bezeichnet. Das Unternehmen erreichte 2021 eine Bewertung von fast 3 Milliarden US-Dollar, während das Spiel Axie Infinity 2,8 Millionen tägliche Nutzer verzeichnet.
Der rechtliche Rahmen befinde sich jedoch noch in einer frühen Entwicklungsphase. Die Resolution 05, mit der der Kryptowährungsmarkt eingeleitet wurde, wurde im September 2025 erlassen. Die ersten Börsen werden dem Bericht zufolge derzeit evaluiert. Das Dekret 284 zu administrativen Strafen für Verstöße im Bereich Kryptowährungen und Kryptowährungsmarkt tritt am 1. September 2026 in Kraft.
Als eine rechtliche Hürde nennt Phan Vu Tuan die aus seiner Sicht zu weit gefasste Definition von Dienstleistungen im Zusammenhang mit Krypto-Assets. Artikel 7.4a des Dekrets 284 sieht laut Bericht eine Geldstrafe von 180 bis 200 Millionen VND sowie die verpflichtende Entfernung der Software vor, wenn Dienstleistungen im Zusammenhang mit Krypto-Assets ohne Lizenz erbracht werden.
Der Ausdruck „verwandt mit“ lasse Unternehmen im Unklaren darüber, wie sie ihre technischen Angebote einordnen müssen. Als Beispiel wird ein Unternehmen mit Non-Custodial-Wallets und weltweit über 10 Millionen Nutzern genannt. Die Software speichere lediglich private Schlüssel und keine Kundengelder. Trotzdem bereite sich das Unternehmen darauf vor, die Funktion für inländische Nutzer vor dem 1. September zu deaktivieren.
Eine weitere Folge sei die Verlagerung juristischer Personen ins Ausland. Rechtsberater würden Tech-Startups teilweise empfehlen, ihre operativen Gesellschaften außerhalb Vietnams zu gründen, um rechtliche Sicherheit zu schaffen und Anforderungen internationaler Investmentfonds zu erfüllen.
Dadurch könnten Vietnam Steuereinnahmen und hochwertige Arbeitsplätze verloren gehen. Zugleich bleibe das vietnamesische Team häufig als technisches Zentrum im Land, während die operativen Einheiten und Umsätze im Ausland angesiedelt seien.
Auch beim geistigen Eigentum bestehen laut Bericht Hindernisse. Es gebe keine standardisierte Bewertungsmethode und keine einheitlichen Richtlinien für die Verwendung von Blockchain-Daten als Beweismittel in Rechtsstreitigkeiten oder als Sicherheit für Bankkredite.
Phan Vu Tuan schlägt fünf Lösungsansätze vor:
- Technische und finanzielle Bereiche sollen klar voneinander abgegrenzt werden.
- Rechtmäßiges Verhalten soll zunächst durch Ermahnungen und Korrekturmaßnahmen gefördert werden, bevor Strafen verhängt werden.
- Rechtlich zugelassene Börsen sollen frühzeitig in Betrieb genommen und mit einem Bewertungsmechanismus für vietnamesische Projekte ausgestattet werden.
- Geistiges Eigentum und Blockchain-Aufzeichnungen sollen als Anlage- beziehungsweise Beweiswerte stärker anerkannt werden.
- Sandbox-Verfahren und der Zugang zu Bankkonten und Krediten für legal tätige Technologieunternehmen sollen verbessert werden.
Vorgesehen ist außerdem eine Ausweitung der Sandbox auf angewandte Blockchain-Produkte wie elektronische Tickets und Ursprungsauthentifizierung. Erfolgreiche Testergebnisse sollen in den offiziellen Lizenzierungsprozess integriert werden.
„Vietnamesische Technologie-Startups erwarten keine Lockerungen oder Sonderanreize; was sie jetzt am dringendsten brauchen, ist Klarheit und ein Unterstützungsmechanismus für die Entwicklung geistigen Eigentums“, betonte Phan Vu Tuan laut Vietnam.vn.
Infobox – Vietnam.vn: Schätzungsweise 17 Millionen Vietnamesen besitzen digitale Vermögenswerte, die Kapitalflüsse übersteigen jährlich 100 Milliarden US-Dollar. Eine Geldstrafe von 180 bis 200 Millionen VND und die Entfernung der Software werden im Bericht im Zusammenhang mit Artikel 7.4a des Dekrets 284 genannt.
MUFG testet Blockchain-Abwicklung für japanische Staatsanleihen
Die Mitsubishi UFJ Financial Group, kurz MUFG, plant laut CoinDesk einen Proof-of-Concept für Onchain-Transaktionen mit japanischen Staatsanleihen. Zum Einsatz kommen soll das Canton-Netzwerk.
Ziel ist eine schnellere Abwicklung von Transaktionen mit japanischen Staatsanleihen, die im traditionellen Verfahren normalerweise 1–3 Tage in Anspruch nimmt. MUFG erwartet, durch eine Echtzeit-Abwicklung rund um die Uhr die operative und Kapitaleffizienz von Repo-Transaktionen zu verbessern.
Bei Repos werden Wertpapiere gekauft und als Form der kurzfristigen Kreditaufnahme und -vergabe eingesetzt. Japanische Staatsanleihen werden aufgrund ihrer hohen Kreditwürdigkeit und Liquidität von Marktteilnehmern in Japan und im Ausland häufig als Sicherheiten für Repo-Geschäfte genutzt.
CoinDesk verweist auf vergleichbare Entwicklungen in Europa und den USA. Blockchain-basierte Intraday-Repos für US-Staatsanleihen existieren demnach seit mehreren Jahren über JPMorgans Kinexys-Netzwerk, das 2020 in Betrieb genommen wurde.
Das Vorhaben ist Teil einer breiteren Reihe von MUFG-Initiativen zur Untersuchung der Blockchain-Nutzung in traditionellen Finanzfunktionen. Zudem arbeitet MUFG mit der Sumitomo Mitsui Financial Group und der Mizuho Financial Group zusammen, um die Listung eines gemeinsam ausgegebenen Stablecoins bis März 2027 zu prüfen.
„Angesichts ihrer hohen Kreditwürdigkeit und Liquidität werden JGBs von Marktteilnehmern in Japan und im Ausland häufig als Sicherheiten für Repo-Geschäfte verwendet, und die Dynamik zur Onchain-Bereitstellung nimmt zu“, erklärte MUFG laut CoinDesk.
Infobox – CoinDesk: MUFG bereitet einen Proof-of-Concept für Onchain-JGB-Transaktionen im Canton-Netzwerk vor. Die traditionelle Abwicklung dauert normalerweise 1–3 Tage; die geplante Blockchain-Abwicklung soll in Echtzeit und 24/7 erfolgen.
XRP-Derivatemarkt erreicht Monatshoch bei offenen Positionen
Bei XRP-Futures auf Binance haben die offenen Positionen laut Börse Express ein 30-Tage-Hoch erreicht. Der Bestand liegt bei 435,1 Millionen Token, während der Z-Score für diesen Zeitraum auf rund 1,20 gestiegen ist.
Der Spotmarkt zeigt dagegen eine vergleichsweise ruhige Entwicklung. XRP bewegte sich laut Bericht seit Tagen zwischen 1,00 und 1,02 Dollar und notierte aktuell bei 1,01 Dollar.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Offene XRP-Futures-Positionen | 435,1 Millionen Token |
| Z-Score | rund 1,20 |
| Aktueller XRP-Kurs | 1,01 Dollar |
| Handelsspanne | 1,00 bis 1,02 Dollar |
| 50-Tage-Durchschnitt | 1,08 Dollar |
| Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt | rund 6,6 Prozent |
| RSI | 37 |
| 52-Wochen-Tief | 0,9929 Dollar |
Der Aufbau von gehebelten Positionen erhöht nach Einschätzung des Berichts das Risiko scharfer Liquidationen, falls die Volatilität zunimmt. Gleichzeitig notiert XRP unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 1,08 Dollar, was als Zeichen anhaltenden Verkaufsdrucks beschrieben wird.
Die institutionelle Nachfrage ist laut Börse Express ebenfalls zurückgegangen. Spot-XRP-ETFs verzeichneten an 11 der 22 Handelstage im Juli keinerlei Zuflüsse. Im gesamten Monat flossen 27,29 Millionen Dollar in diese Produkte, während im ersten Handelsmonat November 2025 noch 666 Millionen Dollar verzeichnet wurden.
Auch regulatorisch gibt es laut Bericht zunächst keinen Fortschritt. Erste Verfahrensabstimmungen im US-Senat sind für den 8. September angesetzt, die eigentliche Abstimmung im Plenum soll am 15. September folgen. Das betreffende Gesetz würde XRP dauerhaft als Rohstoff einstufen.
Parallel arbeitet die Entwicklung des XRP Ledger weiter. Ein geplantes Upgrade umfasst fünf vorgeschlagene Änderungen und soll das Netzwerk für Finanzinstitute attraktiver machen. Im Mittelpunkt steht mehr Privatsphäre bei komplexen Transaktionen.
Die Technologie Confidential MPT nutzt Zero-Knowledge-Proofs, um Kontostände und Transferbeträge auf der Blockchain zu verschleiern. Eine Batch-Erweiterung soll bis zu acht Transaktionen über verschiedene Konten hinweg als einen einzigen atomaren Vorgang ermöglichen.
Eine Sicherheitsprüfung durch die Community deckte 96 Schwachstellen auf, die nun geschlossen werden. Im Juli wurden laut Bericht bereits kritische Fixes für Vaults, Lending und NFTs ausgerollt.
On-Chain-Daten zeigen zudem eine unterschiedliche Entwicklung bei großen und kleinen Haltern. Wallets mit mehr als einer Million Coins nahmen in den vergangenen drei Monaten um 32 zu, während die Marktkapitalisierung von XRP im gleichen Zeitraum um fast 29 Prozent zurückging.
Beim monatlichen Escrow-Release entließ Ripple am 1. August eine Milliarde XRP. Die Freigabe erfolgte in drei Tranchen zu 500, 300 und 200 Millionen Token, die damals rund 1,08 Milliarden Dollar wert waren. Vor der Freigabe wurden jedoch 700 Millionen XRP wieder in das Escrow zurückgeführt, sodass netto 300 Millionen Token zusätzlich in Umlauf blieben.
Infobox – Börse Express: XRP-Futures auf Binance erreichten 435,1 Millionen Token und damit ein Monatshoch. Der aktuelle Kurs liegt bei 1,01 Dollar, während der RSI 37 beträgt und das 52-Wochen-Tief bei 0,9929 Dollar liegt.
BIP-110-Fork scheitert nach zwei Blöcken
Eine Blockchain-Abspaltung mit dem Ziel, vermeintlichen Spam aus dem Bitcoin-Netzwerk zu entfernen, ist laut tippinpoint.ch gescheitert. Die BIP-110-Blockchain spaltete sich am 8. August ab, kam nach dem Mining von zwei Blocks jedoch zum Stillstand.
Der Name geht auf den „Bitcoin Improvement Proposal 110“ zurück. Der technische Änderungsvorschlag wurde am 3. Dezember 2025 veröffentlicht und sollte verhindern, dass unkontrollierte Bild- und Textdaten das Netzwerk belasten und den ursprünglichen Zweck als Geldinfrastruktur gefährden.
Als Spam werden im Bericht willkürliche, nicht-finanzielle Daten bezeichnet. Dazu zählen Bilder, Texte aus Ordinals-Inscriptions, BRC-20-Token und Runes.
Joël Kai Lenz von der Bitcoin-App Relai erklärte, es gebe durchaus zu viel Spam auf der Blockchain. Er sei jedoch unsicher, ob das Problem mit BIP-110 gelöst worden sei.
„Bitcoin muss Spam begrenzen, um richtig zu funktionieren“, sagte Wolfgang Vitale, Crypto Protocol Experte bei Bitcoin Suisse, laut tippinpoint.ch.
Vitale hält die von BIP-110 vorgeschlagenen Änderungen an den Konsensregeln jedoch nicht für eine gute technische Lösung. Gegen Spam, der ausdrücklich auf einen Angriff auf Bitcoin zielt, wäre der Vorschlag seiner Einschätzung nach wirkungslos geblieben.
Ein BIP ist ein formaler Vorschlag zur Verbesserung des Bitcoin-Protokolls. Damit eine Änderung Wirkung entfalten kann, muss sie von Minern, Nodes und Nutzern breit unterstützt werden. Da BIP-110 nur rund 2,6 Prozent der Miner-Unterstützung erhielt, kam es zu einer Hard Fork statt zu einer Soft Fork.
Die neue Blockchain ist technisch inkompatibel mit dem ursprünglichen Bitcoin-Netzwerk und muss eine eigene Nutzer- und Miner-Basis aufbauen. Da die Chain inaktiv ist, besteht laut Bericht kein ausreichender Anreiz für Miner, dort weitere Blöcke zu suchen.
Bis zur nächsten Schwierigkeitsanpassung müssten noch über 2000 Blöcke auf der BIP-110-Blockchain gefunden werden. In dem beschriebenen Tempo würde dies Jahre dauern.
Hinter BIP-110 steht Luke Dashjr, ein erfahrener Bitcoin-Entwickler. Er kritisierte insbesondere Ordinals und Runes, weil diese Bitcoin nach seiner Auffassung von seiner Kernmission als dezentralisierte digitale Währung abbringen.
Kritiker warnten dagegen vor einer Einschränkung der Netzneutralität und einer erzwungenen Protokollspaltung. Michael Saylor und Adam Back gehörten laut Bericht zu den bekannten Bitcoiner, die erklärten, das Protokoll solle nicht darüber entscheiden, welche Transaktionen erwünscht seien.
In der Geschichte von Bitcoin gab es dem Bericht zufolge mehr als 100 Versuche, das Netzwerk oder den Code abzuspalten. Nur etwa 70 bis 75 Forks bauten jemals eine funktionsfähige Blockchain mit eigenen Nodes und Mining auf; die überwiegende Mehrheit sei heute bedeutungslos.
Wolfgang Vitale wertet kontroverse Forks als Zeichen von Uneinigkeit unter den Stakeholdern. BIP-110 habe praktisch kein ökonomisches Gewicht gehabt, aber wegen der grundsätzlichen und emotional aufgeladenen Fragen zum Zweck von Bitcoin große Aufmerksamkeit erhalten.
Für die Zukunft erwartet Vitale weitere Soft Forks, aber praktisch keine Gefahr eines Chain Splits. Eine mögliche Ausnahme könnten Entscheidungen zur Post-Quanten-Migrationsstrategie sein, insbesondere der Umgang mit unwiederbringlich verlorenen Coins.
Die hohe Hürde für Änderungen an den Bitcoin-Konsensregeln wird im Bericht zugleich als Stärke des Netzwerks beschrieben. Als tatsächlich notwendige Weiterentwicklung nennt Vitale die Quantenfestigkeit, da kryptografisch relevante Quantencomputer ein existenzielles Risiko darstellen könnten.
Infobox – tippinpoint.ch: Die BIP-110-Blockchain erhielt rund 2,6 Prozent der Miner-Unterstützung und stoppte nach zwei Blocks. Auf der abgespaltenen Chain müssten noch über 2000 Blöcke bis zur nächsten Schwierigkeitsanpassung gefunden werden.
Einschätzung der Redaktion
Die zentrale Bedeutung der Nachricht liegt weniger in einzelnen Blockchain-Projekten als in der regulatorischen Anschlussfähigkeit der Technologie. Vietnam verfügt über erhebliche technische Kompetenz und eine große Nutzerbasis, riskiert jedoch wirtschaftliche Wertschöpfung, Steuereinnahmen und qualifizierte Arbeitsplätze, wenn Kapital, geistiges Eigentum und Unternehmenssitze dauerhaft ins Ausland ausweichen.
Entscheidend ist daher ein klarer, abgestufter Rechtsrahmen: Technische Infrastruktur sollte nicht pauschal wie ein Finanzdienstleister behandelt werden, während kontrollierte Sandboxes und belastbare Bewertungsstandards die Rückkehr vietnamesischer Unternehmen erleichtern könnten. Ohne solche Mechanismen bleibt das internationale Potenzial der Branche größer als ihr Beitrag zur heimischen Wirtschaft.
Kernaussage: Vietnams Blockchain-Standort wird nicht an fehlender Innovation, sondern an Rechtssicherheit, Kapitalzugang und der Anerkennung digitaler Vermögenswerte entschieden.
Einschätzung der Redaktion
Der MUFG-Test ist ein wichtiger Hinweis darauf, dass Blockchain im institutionellen Finanzwesen zunehmend als Infrastruktur und nicht mehr primär als Spekulationsinstrument betrachtet wird. Eine Echtzeit-Abwicklung rund um die Uhr könnte insbesondere bei Repo-Geschäften operative Abläufe, Sicherheitenmanagement und Liquiditätssteuerung deutlich effizienter machen.
Der praktische Nutzen hängt jedoch von Interoperabilität, rechtlicher Anerkennung und ausreichender Marktteilnahme ab. Ein Proof-of-Concept ist deshalb noch kein Beleg für eine breite Umstellung, markiert aber einen relevanten Schritt vom Experiment zur potenziell produktiven Finanzmarktanwendung.
Kernaussage: Der institutionelle Mehrwert von Blockchain zeigt sich dort am deutlichsten, wo zeitkritische Abwicklung, Liquidität und Sicherheitenmanagement zusammenkommen.
Einschätzung der Redaktion
Die Entwicklung bei XRP signalisiert vor allem eine wachsende Spannung zwischen gehebeltem Derivateinteresse und schwacher unmittelbarer Marktdynamik. Ein hohes Volumen offener Positionen bei gleichzeitig begrenzter Kursbewegung erhöht die Anfälligkeit für abrupte Liquidationen, ohne daraus automatisch eine nachhaltige Aufwärtsbewegung abzuleiten.
Technische Upgrades und institutionelle Anwendungen können die langfristige Infrastruktur stärken, kompensieren kurzfristig jedoch weder nachlassende ETF-Zuflüsse noch regulatorische Unsicherheit. Für die Bewertung von XRP bleibt daher die Kombination aus Marktstruktur, regulatorischem Fortschritt und tatsächlicher Nutzung entscheidender als einzelne Netzwerkverbesserungen.
Kernaussage: XRP weist derzeit eine erhöhte Marktspannung auf; die strukturellen Chancen sind vorhanden, werden kurzfristig aber von Nachfrage- und Regulierungsrisiken überlagert.
Einschätzung der Redaktion
Das Scheitern von BIP-110 unterstreicht die außergewöhnlich hohe politische und technische Hürde für Änderungen am Bitcoin-Konsens. Selbst ein kontrovers diskutiertes Problem lässt sich nicht durch eine kleine Miner-Minderheit lösen, wenn ein breiter Konsens über Ziel, Mittel und Folgen fehlt.
Diese Trägheit ist zugleich Schwäche und Stabilitätsmechanismus: Sie erschwert schnelle Anpassungen, schützt aber vor einseitigen Eingriffen in die Netzregeln. Künftige Protokolländerungen werden sich daher voraussichtlich nur durchsetzen, wenn sie einen klaren sicherheitsbezogenen Nutzen bieten und die Interessen von Minern, Nodes, Entwicklern und Nutzern ausreichend zusammenführen.
Kernaussage: Der gescheiterte Fork bestätigt, dass Bitcoin Veränderungen nur langsam und auf Basis eines breiten ökonomischen Konsenses übernimmt.
Quellen:
- Wie können vietnamesische Blockchain-Technologieunternehmen „in ihre Heimat zurückkehren“?
- MUFG wird die Echtzeit-Blockchain-Abwicklung für den Handel mit japanischen Staatsanleihen testen
- XRP: 435,1 Millionen Futures-Token auf Monatshoch
- Eine Gruppe will den Bitcoin auf die Kernmission zurückbringen – und scheitert krachend
- Förderung der Anwendung von KI, Blockchain und digitalen Assets zur Lösung praktischer Probleme.
- Ein Teil der vietnamesischen Blockchain-Wirtschaft ist im Ausland ansässig.