ByeBye Kinderarbeit – wie dieses Blockchain-Startup dabei hilft Kinderarbeit in Afrika zu reduzieren

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Ein neues Blockchain –Startup hat es sich zur Aufgabe gemacht, Autoherstellern dabei zu helfen sicherzustellen, dass die von ihnen verwendeten Rohstoffe nicht von Kindern hergestellt wurden.

Kürzlich investierten die Venture-Zweige der Firmengiganten Volvo und Total in das Startup-Unternehmen Circulor, das über die Blockchain-Technologie eine Rückverfolgbarkeit der Rohstoffe ermöglicht und so zur Reduzierung von Kinderarbeit in Afrika beiträgt. Das Unternehmen strebt außerdem für die Zukunft eine Zusammenarbeit mit Tesla, GM und Ford an.

Bevor Volvo investierte, testeten sie die Plattform von Circulor über ein Jahr lang. Das Startup half dem Autohersteller dabei, die Herkunft des in seinen Batterien verwendeten Kobalts zu überprüfen. Leider spielen ethische Beweggründe bei der Auswahl der Rohstofferzeuger für Kobalt, sowie für viele andere Rohstoffen, meist keine oder nur eine untergeordnete Rolle. Neben Kobalt verfolgt Circulor auch die Herkunft eines weiteren wichtigen Rohstoffs für die Automobilherstellung: Glimmer, ein Material, dass für die Isolierung in Batteriepacks verwendet wird.

Glimmererde aus Madagaskar oder Russland?

Laut Circulor-CEO Doug Johnson-Poensgen ist das Problem mit Glimmer, dass
„eine verantwortungsvolle Beschaffung, genau wie bei Kobalt, mit enorm hohen Gebühren verbunden ist. Aus Orten wie Russland kann man Glimmer beschaffen, der unter guten Bedingungen hergestellt wird. Dennoch ist die Beschaffung aus Madagaskar viel billiger. Hier wird der Rohstoff jedoch oft von Kindern unter entsetzlichen Arbeitsbedingungen ausgegraben was für einen verantwortungsbewussten Autohersteller eindeutig inakzeptabel ist”.

Durch die Investition wird es Circulor ermöglicht, seine Algorithmen für maschinelles Lernen weiter zu verbessern. Ziel des Unternehmens ist es, dass der Algorithmus zwischen Kindern und Erwachsenen unterscheiden kann und somit in der Lage wäre, anhand von Luftbildern festzustellen, ob ein Unternehmen Kinder in seinem Bergbau beschäftigt.

Elektroautos haben einen größeren CO2-Fußabdruck

Ein weiterer wichtiger Anwendungsfall für Circulor ist die Verfolgung des Kohlenstoff-Fußabdrucks der Automobilherstellung über die gesamte Lieferkette hinweg. Ironischerweise, so Johnson, ist der CO2-Fußabdruck eines Elektroautoherstellers viel höher als der eines mit Treibstoff betriebenen. Die Batterie macht dabei mehr als die Hälfte davon aus:

“Natürlich gleicht sich der Kohlenstoff-Fußabdruck zwischen einem normalen Auto und einem Elektrofahrzeug über die Zeit aus. Dennoch kann durch die Zuordnung des Kohlenstoffs aber der Zweck des Versuchs, Kohlenstoff zuzuordnen, besteht darin, den Autohersteller dazu veranlassen, neben dem Fokus auf Preis und Qualität auch die Nachhaltigkeit der Rohstoffe näher zu betrachten. Deshalb ist in der Pressemitteilung von Volvo auch von CO2 die Rede, denn sie beginnt mit einer Chain of Custody von Materialien”.

Welche Blockchain dient als Grundlage?

Nachdem Circular seine Lösung ursprünglich als Prototyp auf der Ethereum (ETH)-Blockchain entwickelt hatte, wechselte das Unternehmen zu Hyperledger Fabric. Johnson erklärt, dass die Umstellung zumindest teilweise wegen der Vorurteile erfolgte, die in der Unternehmenswelt gegenüber öffentlichen Blockchains bestanden:

“Der Grund, warum wir uns für eine private, genehmigte Blockchain entschieden haben, war zum Teil wegen der Vorurteile unserer Zielkunden, die nicht an eine solche Transparenz in Lieferketten gewöhnt sind. Viele der potenziellen Kunden, mit denen wir in den letzten zweieinhalb Jahren gesprochen haben, sahen einfach nicht, wie eine öffentliche Blockchain so konfiguriert werden könnte, dass ihre geschäftliche Vertraulichkeit gewahrt bleibt.“

Er schließt jedoch nicht aus, dass in den nächsten Jahren viele der Lösungen der ersten Generation möglicherweise auf öffentlichen Blockchains neu aufgebaut werden müssen. Denn selbst wenn zugelassene Blockchains verwendet werden, glaubt Johnson, dass Interoperabilität der Schlüssel ist, da sich wohl keine einheitliche Lösung in der gesamten Automobilindustrie durchsetzen wird.

Kommt nach Tesla auch noch Ford und GM?

Auf die Frage, ob Circulor Pläne habe, seinen Kundenkreis auf Tesla, Ford oder GM auszuweiten, antwortete Johnson:

“Kurz gesagt: Ja, das haben wir. Auch die Autohersteller, die Sie gerade genannt haben, werden ihre Batterien von der Art von Batterieherstellern kaufen, mit denen wir zusammenarbeiten. Wir stehen kurz davor, andere Batteriehersteller mit aufzunehmen. Außerdem haben wir eine Reihe von Batteriefabriken, die sich an uns gewandt haben, weil sie von unserer Arbeit wissen.“

Man hat in den letzten Jahren sehen können, dass sich die Welt immer mehr der ethischen Dilemmas bewusst wird, die mit der Herstellung vieler Rohstoffe verbunden sind. Einen weiteren Schritt in die Nachverfolgbarkeit von Rohstoffen zu gehen ist daher unerlässlich.

Wir sind gespannt, was noch von dem innovativen Startup Circulor kommen wird und welche Kooperationen es noch schließen kann.

©Bild via Pexels / Lizenz

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