CoinMarketCap reagiert auf gefälschte Handelsvolumina von Exchanges

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Laut einem Bericht der Firma Bitwise von letzter Woche werden 95 Prozent des auf CoinMarketCap angegebenen Bitcoin (BTC)-Handelsvolumens gefälscht. Die Marktdaten-Plattform möchte nun für mehr Transparenz sorgen.

Wer auf der Suche nach Daten zum Kryptomarkt ist, schaut in der Regel auf der Webseite CoinMarketCap.com (CMC) vorbei. Hier findet man nicht nur die aktuellen Preise von über 2.000 Kryptowährungen, sondern auch Informationen zu Exchanges und deren Handelsvolumina. Laut Amazons Alexa-Rangliste gehört CoinMarketCap zu den 500 beliebtesten Webseiten des Internets. Die viertmeisten Besucher der Seite stammen aus Deutschland.

Die meisten Exchanges betrügen beim Handelsvolumen

Letzte Woche hatten Untersuchungsergebnisse der Krypto-Investmentfirma Bitwise ergeben, dass 95 Prozent des offiziell angegebenen Bitcoin (BTC)-Handelsvolumens gefälscht seien. Nur zehn Exchanges würden korrekte Daten liefern. Bitwise führte diese Untersuchung für die US-Aufsichtsbehörde SEC durch, bei welcher das Unternehmen die Zulassung eines Bitcoin-ETFs beantragt hatte.

CoinMarketCap ordnet die Exchanges nach den von ihnen selbst angegebenen Handelsvolumina. Damit haben die Kryptobörsen einen großen Anreiz, ihre Bilanzen zu fälschen, um in der Rangliste ganz oben zu stehen. So werden sie besser von möglichen Kunden gefunden und können höhere Gebühren für die Listung neuer Kyptowährungen verlangen.

CoinMarketCap will für mehr Transparenz sorgen

Als Reaktion auf die Bitwise-Enthüllungen hat CMC auf Twitter die eigenen Nutzer um Vorschläge gebeten, mit welchen zusätzlichen Statistiken Exchanges umfassender abgebildet werden könnten.

CoinMarketCap-Marketingleiterin Carylyne Chan erklärte gegenüber Bloomberg, man plane unter anderem, die Liquidität von Exchanges sowie die Bilanzen ihrer Hot- und Cold-Wallets anzugeben. Es sei die Philosophie des Unternehmens, den Nutzern möglichst viele Informationen bereitzustellen, damit diese sich ein eigenes Bild machen könnten. Daher werde man auch keine willkürlichen Werturteile fällen und Exchanges in „gut“ und „schlecht“ unterteilen.

CMC bietet bereits die Möglichkeit, Exchanges nach „adjustiertem Volumen“ zu sortieren. Dadurch werden alle Anbieter herausgefiltert, die keinerlei Transaktionsgebühren kassieren oder sogenanntes Transaction Mining betreiben. Letzteres ist eine umstrittene Praxis, bei der Kunden die Transaktionsgebühren in der Exchange-eigenen Kryptowährung zurückgezahlt werden.

Auch in anderen Bereichen sind die Zahlen von CoinMarketCap nicht unumstritten. Im Januar hatte beispielsweise das Krypto-Startup Messari erklärt, die Marktkapitalisierung von Ripple (XRP) sei eigentlich nur gut halb so groß wie von CMC angegeben. Es könnten nämlich deutlich weniger XRP frei zirkulieren, als allgemein angenommen werde. Bislang hat sich CoinMarketCap dieser Auffassung jedoch nicht angeschlossen.

Hältst Du die Daten von CMC für vertrauenswürdig? Schreib uns Deine Gedanken dazu in die Kommentarspalte!

© Bild via Depositphotos

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