DEXodus: Handelsvolumen auf dezentralen Exchanges fällt auf Allzeittief

0
714
DEXs erleben nicht gerade den Siegeszug, den Freunde der Dezentralisierung vielleicht erwartet hätten. | © Datafloq.com
⏱ Lesezeit: 2 Minuten

Das Handelsvolumen auf dezentralen Exchanges (DEX) war noch nie so niedrig wie in diesem Januar. Auch die Anzahl der auf DEXs aktiven Adressen ist stark zurückgegangen. 

Klassische Exchanges sind vielen Freunden der Dezentralisierung ein Dorn im Auge. Sie sammeln persönliche Daten ihrer Kunden über Know Your Customer (KYC)-Prozesse, sind anfällig für Hacks und können von Token-Projekten hohe Listungsgebühren verlangen. Ethereum (ETH)-Gründer Vitalik Buterin zufolge sollten zentralisierte Exchanges „so viel wie möglich in der Hölle schmoren“.

Doch trotz aller augenscheinlichen Ablehnung gegenüber den klassischen Kryptobörsen, konnte sich die Alternative in Form von dezentralen Exchanges (DEX) bislang nicht durchsetzen. Die Analyse-Firma Diar hat in einer aktuellen Untersuchung sogar errechnet, dass das DEX-Handelsvolumen in diesem Monat auf ein Allzeittief gefallen sei.

Weniger DEX-Handelsvolumen im Monat als auf Binance pro Tag

Das Volumen betrug im Januar (bis zum 26.) magere 46 Millionen US-Dollar. Seit Anfang der Aufzeichnungen im Juli 2017 war dieser Wert noch nie so niedrig. Die zentralisierte Exchange Binance dagegen hat laut CoinMarketCap aktuell ein Volumen von rund 440 Millionen US-Dollar. Und das am Tag!

Laut Diar gab es im vergangen Mai das bislang höchste Handelsvolumen auf dezentralen Exchanges, 1,5 Milliarden US-Dollar. Die meisten auf DEXs aktiven Adressen gab es dagegen im Januar 2018. Damals waren es 345.000, in diesem Januar aber nur noch 67.000. Dies ist der bislang zweitniedrigste Wert.

Viel Angebot, wenig Nachfrage

Dies scheint verwunderlich, da es doch ein vielseitiges und weiterhin wachsendes Angebot an DEXs gibt. So haben die großen Exchanges Bithump und OKEx bereits ihre eigenen dezentralen Handelsplattformen gestartet. Auch Binance will in Kürze eine DEX auf den Markt bringen.

Möglicherweise wurden Nutzer dadurch verunsichert, dass die US-Marktaufsichtsbehörde SEC im November dem Gründer der DEX EtherDelta eine Geldstrafe auferlegte, da er eine nicht registrierte Wertpapierbörse betrieben habe.

Allerdings war das Handelsvolumen aller DEXs auch schon vorher stark gesunken und EtherDelta ist weiterhin aktiv. Laut DEXWatch ist es aktuell die zweitgrößte DEX. Möglicherweise schätzen einfach noch zu viele Nutzer die Bequemlichkeit zentraler Kryptobörsen und spüren noch nicht genug Leidensdruck, um sich nach Alternativen umzusehen.

Nutzt Du persönlich dezentrale Exchanges? Was hält Deiner Meinung nach ihren Erfolg auf? Schreib uns Deine Gedanken dazu in die Kommentarspalte!

Hinterlasse einen Kommentar

Please enter your comment!
Please enter your name here