Ethereum (ETH): Updates Constantinople und St. Petersburg für heute Abend geplant

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Nach monatelangen Verzögerungen soll heute endlich Constantinople, ein umfangreiches Update für Ethereum (ETH) in Kraft treten. Zeitgleich wird auch St. Petersburg aktiviert, eine Rückgängigmachung von unsicherem Constantinople-Code.

Ethereum-Anhänger mussten sich lange gedulden, doch nun dürfte es endlich soweit sein: Das Constantinople-Update soll heute Abend in Kraft treten. Dabei handelt es sich um eine Hard Fork: Die neue Software wird also nicht mit der bisherigen kompatibel sein. Entsprechend muss man den Code aktivieren oder man kann sich nicht mehr mit dem Netzwerk verbinden.

Wie der Blog der Ethereum Foundation erklärt, muss sich der durchschnittliche ETH-Besitzer allerdings keine Gedanken machen. Sofern man seine Ether auf einer Exchange, Web Wallet, Mobile Wallet oder Hardware Wallet verwahre, brauche man nichts zu unternehmen, es sei denn, der Exchange- oder Wallet-Betreiber fordere dazu auf.

Miner und Betreiber von Nodes sollten dagegen schnellstens die neuste Version ihres jeweiligen Ethereum Clients herunterladen.

Miner-Belohnungen werden gekürzt

Constantinople besteht aus vier Verbesserungsvorschlägen für das Ethereum-Protokoll (Ethereum Improvement Proposal (EIP)). Hier erklären wir diese im Detail. Wie der Entwickler Lane Rettig gegenüber Coindesk erklärte, handele es sich hauptsächlich um „Wartungs- und Optimierungsupdates“, die sich für den durchschnittlichen Nutzer kaum bemerkbar machen dürften.

EIP 1234 ist allerdings für Miner relevant: Es bewirkt, dass die Blockbelohnung von drei auf zwei ETH verringert wird. Bereits das im Oktober 2017 aktivierte Vorgängerupdate Byzantium hatte die ETH pro Block von fünf auf drei gesenkt. Bei Ethereum werden Blöcke deutlich schneller als bei Bitcoin (BTC) gefunden, etwa alle zehn bis 20 Sekunden.

Mit der Senkung der Blockbelohnung wird gleichzeitig die sogenannte Difficulty Bomb verschoben. Dies ist ein Mechanismus im Code, der die Mining-Schwierigkeit stark anheben und somit das Schürfen von ETH unprofitabel machen soll. Dadurch soll der Wechsel des Konsens-Algorithmus von Proof of Work (PoW) zu Proof of Stake (PoS) unterstützt werden. Weil das große PoS-Update Casper jedoch länger braucht als erwartet, muss auch die „Bombe“ verschoben werden.

St. Petersburg räumt mit Sicherheitslücken auf

Zeitgleich mit Constantinople wird heute ein weiteres Update namens St. Petersburg aktiviert. Ursprünglich hatte Constantinople nämlich fünf EIPs enthalten, doch wenige Stunden vor dem damaligen Termin der Hard Fork im Januar war bekannt geworden, dass EIP 1283 Sicherheitslücken enthielt.

Der Verbesserungsvorschlag wurde folglich gestrichen, jedoch hatten einige Testnetzwerke den anfälligen Code bereits installiert. St. Petersburg macht dies nun rückgängig.

Heute Abend ist es soweit

Constantinople und St. Petersburg sollen beide mit dem Ethereum-Block Nummer 7.280.000 in Kraft treten. Nach aktuellen Berechnungen des Blockchaindaten-Startups amberdata dürfte dieser heute Abend gegen 21:00 Uhr geschürft werden.

Der Ether-Preis zeigte bislang keine besonderen Ausschläge in Erwartung der Hard Fork. Aktuell kostet ein ETH laut CoinMarketCap knapp 138 US-Dollar. Das ist ein Prozent weniger als vor 24 Stunden, aber solche Kursbewegungen sind in der volatilen Krypto-Welt nicht mehr als Hintergrundrauschen.

Glaubst Du, dass die Hard Fork diesmal tatsächlich stattfindet? Schreib uns Deine Gedanken dazu in die Kommentarspalte!

© Bild via Depositphotos

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