Ethereum (ETH)-Gebühren explodiert! Netzwerk durch Kurseinbruch völlig verstopft:

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Offenbar wollten kürzlich so viele Ethereum (ETH)-Anleger auf einmal ihre Coins verkaufen, dass das ganze Netzwerk verstopft wurde. Am Donnerstag explodierte die Gesamtmenge der Transaktionsgebühren auf 564,000 US-Dollar und es kam zu Wartezeiten von einer Dreiviertelstunde.

Der Kurssturz am Donnerstag war der schlimmste in Ethereums (ETH) Geschichte. In einem Zeitraum von 24 Stunden sank der Preis der zweitgrößten Kryptowährung um bis zu 33 Prozent. Doch der Wertverlust an sich war nicht die einzige schlechte Nachricht: Der Crash hat auch wieder einmal die Grenzen von Ethereums aktueller Skalierbarkeit aufgezeigt:

Ethereum (ETH)-Netzwerk völlig verstopft

Offenbar wollten mehr Nutzer ihre ETH schnellstmöglich verkaufen, als es die begrenzte Größe der Blöcke zuließ. Die Wartezeit schoss dadurch teilweise auf 44 Minuten hoch, wie Binance-CEO Chanpeng Zhao bemerkte.

Wie die Nachrichtenseite The Block meldete, explodierten entsprechenden die Transaktionsgebühren auf insgesamt 564.000 US-Dollar an diesem Tag. Auch bei Bitcoin (BTC) stieg die Menge der Gebühren, allerdings deutlich weniger stark, und zwar auf 298.000 USD.

Die Webseite Etherscan.io misst die Gebühren in Höhe der gezahlten ETH (also nicht in Dollar). Ihr zufolge waren diese Woche Donnerstag und Freitag die Tage mit den zweit-, bzw. dritthöchsten gezahlten Transaktionsgebühren in der Geschichte von Ethereum. Nur am zweiten Juli 2018 waren sie höher.

Glücklicherweise wird niemand gezwungen, hohe Gebühren zu entrichten. Transaktionen werden auch für einen minimalen Betrag verarbeitet, brauchen dann eben nur länger. Inzwischen hat sich die Lage auch wieder entspannt: Laut Etherscan dauern sie aktuell etwa drei Minuten.

Ethereum 2.0 soll Skalierbarkeit revolutionieren

Es kommt immer wieder einmal vor, dass ein Netzwerk an die Grenzen seiner Kapazitäten gerät, so zum Beispiel auf dem Höhepunkt des letzten großen Bitcoin-Bullenmarkts im Dezember 2017 oder auch erst letzten November, als der EIDOS-Token die EOS-Blockchain verstopfte.

Während Bitcoin die Grenzen seiner Skalierbarkeit durch eine zweite Ebene oberhalb der Blockchain, das Lightning Network, erhöhen, aber ansonsten das Mining-System beibehalten will, plant man bei ETH mit Ethereum 2.0 eine revolutionäre Umgestaltung: Der Konsens-Mechanismus soll von Proof of Work auf Proof of Stake umgestellt werden. Die Entwickler sind sich sicher, dass es noch dieses Jahr so weit sein wird.

Im Grunde könnte man die Skalierbarkeit einer Blockchain ganz einfach erhöhen: Man hebe schlicht jegliche Begrenzung der Block-Größe auf, wie es zum Beispiel Bitcoin SV (BSV) geschehen ist. Das hat allerdings auch gravierende Nachteile: Die Anforderungen an die Nodes in Sachen Speicherplatz und Bandbreite stiegen nämlich extrem. Das würde letztendlich dazu führen, dass nur noch sehr wenige (wahrscheinlich mächtige Unternehmen) eine Node betreiben könnten, womit der Anspruch der Dezentralität ad absurdum geführt wäre.

Glaubst Du, dass Ethereum seine Skalierungsprobleme bald lösen können wird? Schreib uns Deine Gedanken dazu in die Kommentarspalte!

© Bild via GPA Photo Archive, Flickr.comLizenz, editiert

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