Ethereum schwächelt: Ethereum Classic verliert 71 Prozent binnen eines Jahres

Ethereum schwächelt: Ethereum Classic verliert 71 Prozent binnen eines Jahres

Autor: Coinkurier Redaktion

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Kategorie: Nachrichten

Zusammenfassung: Ethereum steht im Juli 2026 zwischen Kursdruck, positiven ETF-Zuflüssen, Wal-Bewegungen und dem geplanten Glamsterdam-Upgrade. Parallel verliert Ethereum Classic stark an Wert, während Ethereum Foundation und Grayscale organisatorische sowie finanzielle Veränderungen vorantreiben.

Ethereum steht im Juli 2026 zwischen Kursdruck, institutionellen Kapitalbewegungen und weitreichenden Veränderungen im Netzwerk. Während Ethereum Classic binnen eines Jahres deutlich an Wert verliert, sorgen bei Ethereum Wal-Transaktionen, ETF-Zuflüsse, das geplante Glamsterdam-Upgrade und neue Staking-Ausschüttungen für gegensätzliche Signale. Der Pressespiegel zeigt, welche Entwicklungen den Markt derzeit bewegen.

Ethereum Classic verliert binnen eines Jahres deutlich an Wert

Eine einjährige Rückschau von Finanzen.net zeigt für Ethereum Classic eine erhebliche Wertminderung. Vor einem Jahr kostete ein ETC 24,23 USD; ein Investment von 1.000 USD hätte damals 41,27 Ethereum Classic umfasst.

Zum 19.07.2026 belief sich der Wert von Ethereum Classic auf 6,944 USD. Das ursprüngliche Investment wäre damit noch 286,61 USD wert gewesen, was einem Rückgang von 71,34 Prozent entspricht.

Im betrachteten Zeitraum markierte ETC am 05.06.2026 bei 6,769 USD ein 52-Wochen-Tief. Das 52-Wochen-Hoch wurde am 22.08.2025 bei 24,48 USD erreicht.

KennzahlWert
Wert vor einem Jahr24,23 USD
Ursprüngliches Investment1.000 USD
Anzahl ETC41,27
Wert am 19.07.20266,944 USD
Aktueller Wert des Investments286,61 USD
Wertverlust71,34 Prozent
52-Wochen-Tief6,769 USD am 05.06.2026
52-Wochen-Hoch24,48 USD am 22.08.2025

Infobox: Ein Investment von 1.000 USD in Ethereum Classic hätte laut Finanzen.net innerhalb eines Jahres 71,34 Prozent an Wert verloren.

Ethereum: Wal-Käufe treffen auf drei Verlustquartale

Wallstreet Online berichtet, dass Wale am 17. Juli 89.396 ETH im Wert von 164 Millionen Dollar von Coinbase Prime abzogen. Der ETH-Kurs fiel an diesem Tag von 1.863 auf 1.832 Dollar, nachdem US-Luftangriffe auf den Iran den Kryptomarkt unter Verkaufsdruck gesetzt hatten.

Der Fear and Greed Index stand bei 22 Punkten und signalisierte damit extreme Angst unter den Marktteilnehmern. Am 19. Juli notierte ETH bei 1.857 Dollar; die Marktkapitalisierung lag bei 224 Milliarden Dollar, während die 24-Stunden-Spanne zwischen 1.834 und 1.858 Dollar lag.

Ethereum verzeichnete laut Wallstreet Online drei aufeinanderfolgende Quartale mit negativen Ergebnissen. Q4 2025 schloss mit minus 28 Prozent, Q1 2026 mit minus 29 Prozent und Q2 2026 mit minus 25 Prozent.

Das Glamsterdam-Upgrade wurde von Juni auf das dritte Quartal 2026 verschoben. Zugleich kürzte die Ethereum Foundation ihr Budget um 40 Prozent und reduzierte ihre Stellen um 20 Prozent.

Auf der positiven Seite standen laut dem Bericht die Spot-ETH-ETFs. In der Woche bis zum 11. Juli drehten sie erstmals seit acht Wochen ins Positive und verzeichneten 84,42 Millionen Dollar frisches Kapital.

Citi senkte das 12-Monats-Kursziel von 3.175 auf 2.240 Dollar und setzte die erwarteten ETF-Zuflüsse auf null. Technisch wurden ein RSI von 63 und ein 50-Tage-EMA bei 1.806 Dollar als unterstützende Faktoren genannt.

Das Juliziel liegt laut Wallstreet Online bei 1.960 Dollar, falls ETH den Monat über 1.800 Dollar beendet. Als nächste Widerstände nennt der Bericht den 100-Tage-EMA bei 1.944 Dollar und den 200-Tage-EMA bei 2.217 Dollar.

AngabeWert
ETH am 19. Juli1.857 Dollar
Marktkapitalisierung224 Milliarden Dollar
Fear and Greed Index22
Abzug von Coinbase Prime89.396 ETH
Wert des Abzugs164 Millionen Dollar
Q4 2025minus 28 Prozent
Q1 2026minus 29 Prozent
Q2 2026minus 25 Prozent
ETF-Zuflüsse bis 11. Juli84,42 Millionen Dollar
Citi-Kursziel zuvor3.175 Dollar
Citi-Kursziel nun2.240 Dollar
Juliziel1.960 Dollar
50-Tage-EMA1.806 Dollar
100-Tage-EMA1.944 Dollar
200-Tage-EMA2.217 Dollar

Infobox: Die Wal-Abflüsse und positive ETF-Zuflüsse stehen einer ausgeprägten Marktschwäche mit drei Verlustquartalen, extremer Angst und einem verschobenen Upgrade gegenüber.

Glamsterdam-Upgrade und Umbau der Ethereum Foundation

FinanzNachrichten.de beschreibt die Ethereum-Prognose für Juli 2026 im Spannungsfeld zwischen technischer Erholung und organisatorischem Umbau. ETH notierte dem Bericht zufolge bei rund 1.880 Dollar, nachdem der Kurs zu Monatsbeginn unter 1.564 Dollar gelegen hatte.

Das Glamsterdam-Upgrade erreichte die letzte Devnet-Phase. Die zentralen Vorschläge EIP-7732 und EIP-7928 sind für die Mainnet-Aktivierung in der zweiten Jahreshälfte 2026 vorgesehen. FinanzNachrichten.de bezeichnete das Vorhaben unter Berufung auf CoinDesk als größte Protokollüberarbeitung seit dem Merge im Jahr 2022.

Das Upgrade soll eine Verdreifachung der Layer-1-Kapazität durch ein Gas-Limit von 200 Millionen ermöglichen. Außerdem soll die sogenannte Enshrined Proposer-Builder Separation die Abhängigkeit von Drittanbieter-Relays reduzieren, die derzeit über 88 Prozent der Blockerstellung kontrollieren.

Ein fester Aktivierungstermin steht laut dem Bericht noch nicht fest. Die Ethereum Foundation strich am 23. Juni 2026 insgesamt 54 Arbeitsplätze, was rund 20 Prozent der Belegschaft entspricht, und kürzte ihr Budget um 40 Prozent.

Vitalik Buterin bestätigte zudem die Budgetkürzung und kündigte den Übergang zu einem Stiftungsmodell an. Dieses soll die jährlichen Ausgaben bis 2030 auf etwa fünf Prozent des Vermögens senken; mindestens acht Führungskräfte verließen die Foundation in den letzten sechs Monaten.

Technisch eroberte ETH laut FinanzNachrichten.de den 50-Tage-EMA bei 1.806 Dollar zurück. Der RSI lag bei 63, der 100-Tage-EMA bei 1.944 Dollar wurde als nächster Widerstand genannt, und das Monatsziel beträgt 1.960 Dollar, sofern ETH über 1.800 Dollar schließt.

EntwicklungAngabe
ETH-Kursrund 1.880 Dollar
Kurs zu Monatsbeginnunter 1.564 Dollar
Gas-Limit200 Millionen
Kontrolle der Blockerstellung durch Drittanbieter-Relaysüber 88 Prozent
Gestrichene Stellen54
Anteil an der Belegschaftrund 20 Prozent
Budgetkürzung40 Prozent
Geplante jährliche Ausgaben bis 2030etwa fünf Prozent des Vermögens
Monatsziel1.960 Dollar

Infobox: Glamsterdam befindet sich in der letzten Devnet-Phase, ein Aktivierungstermin fehlt jedoch noch. Parallel setzt die Foundation auf einen tiefgreifenden Umbau mit 54 gestrichenen Stellen und einer Budgetkürzung um 40 Prozent.

Vitalik Buterin experimentiert mit anonymem Billboard

Yahoo Finanzen Deutschland berichtet über ein anonymes Billboard-Demo von Ethereum-Mitgründer Vitalik Buterin. Das Projekt nutzt Zero-Knowledge-Proofs und entstand laut Buterin als eines seiner „vibe coded“ Spaßprojekte, während er die Frage aufwirft, warum er nicht aktiv für ETH wirbt.

Buterin baute das System auf Aztec auf, einem datenschutzorientierten Netzwerk, das auf der Kryptografie von Ethereum basiert. Die Idee eines anonymen Message Boards mit Moderation hatte er bereits 2022 in einem Essay zu Zero-Knowledge-Proofs für Datenschutz skizziert.

Das GitHub-Repository aztec_experiments enthält drei funktionierende Prototypen: einen Token-Vertrag, ein Voting-Oracle und das Billboard selbst. Das Billboard verwendet kryptografische Nullifier, die mit der Hash-Methode poseidon2 erstellt werden.

Die Nullifier bestätigen das Recht einer Person, einen Beitrag zu veröffentlichen, und verhindern Doppelpostings, ohne die Identität offenzulegen. Eine private Postfunktion prüft die Berechtigung anhand eines verknüpften Token-Vertrags, bevor Daten auf die Blockchain gelangen.

Yahoo Finanzen Deutschland ordnet das Projekt in Buterins fortlaufende Beschäftigung mit Datenschutz und Kryptografie ein. Anfang Juni warnte er dem Bericht zufolge vor einer Wiederauflage der EU-Chatkontrolle und argumentierte, dass private Tools mehr Schutz benötigen.

Ob das Billboard über den Prototypen hinauswächst, bleibt laut Quelle unklar. Buterin habe sich 2026 außerdem mit einer anonymen Autorschafts-Challenge, einem dezentralen Governance-Roman und der Idee eines Fantasyromans unter einem verifizierten Pseudonym beschäftigt.

„Warum macht Buterin immer wieder Spaßprojekte, statt seinen eigenen Coin zu bewerben?“

Infobox: Buterins Billboard-Demo verbindet anonyme Beiträge, Moderation und Zero-Knowledge-Proofs. Das Projekt zeigt seinen Fokus auf kryptografische Experimente, liefert laut Quelle aber keine Aussage über eine konkrete ETH-Kursmaßnahme.

Grayscale plant Barausschüttungen aus Staking-Erträgen

BTC-ECHO berichtet, dass Grayscale regelmäßige Barausschüttungen aus Staking-Erträgen für Ethereum- und Solana-ETPs plant. Die ersten Auszahlungen sollen ab dem 7. August erfolgen.

Betroffen sind zunächst die Ethereum- und Solana-Staking-ETFs mit den Tickern ETHE und GSOL. Die Änderungen sehen vor, dass die durch das Staking erzielten Erträge mindestens einmal pro Quartal in Bargeld umgewandelt und nach Abzug der anfallenden Kosten an die Anteilseigner ausgeschüttet werden.

Die entsprechenden Dokumente wurden laut BTC-ECHO bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht. Anleger müssten dadurch weder Kryptowährungen selbst verwahren noch Validatoren auswählen oder den Staking-Prozess eigenständig organisieren.

Grayscale weist zugleich darauf hin, dass weder die Höhe noch der Zeitpunkt der Ausschüttungen garantiert werden können. Die Auszahlungen hängen von den tatsächlich erzielten Staking-Erträgen und den Kosten der jeweiligen Fonds ab.

Erste Erfahrungen mit dem Ausschüttungsprozess sammelte Grayscale bereits im Januar. Damals erhielten Anleger des Ethereum Staking ETFs eine Dividende.

Das Nettovermögen des Ethereum Staking ETF liegt laut BTC-ECHO bei 1,22 Milliarden US-Dollar und damit ungefähr auf dem Niveau des Spot-Produkts mit 1,55 Milliarden US-Dollar.

KennzahlWert
Beginn der ersten Auszahlungen7. August
Auszahlungsrhythmusmindestens einmal pro Quartal
Ethereum-Staking-ETFETHE
Solana-Staking-ETFGSOL
Nettovermögen Ethereum Staking ETF1,22 Milliarden US-Dollar
Nettovermögen Spot-Produkt1,55 Milliarden US-Dollar

Infobox: Grayscale will Staking-Erträge künftig mindestens einmal pro Quartal in Bargeld umwandeln und ausschütten. Höhe und Zeitpunkt der Zahlungen bleiben abhängig von den Erträgen und Fondskosten.

Weitere Ethereum-Schlagzeilen im Wochenrückblick

Ein weiterer Wochenrückblick von Wallstreet Online stellt die schwache Quartalsentwicklung von Ethereum und die Aktivitäten großer Marktteilnehmer in den Mittelpunkt. Der Bericht verweist darauf, dass Ethereum drei Quartale in Folge im Minus schloss.

Im gleichen Marktumfeld wird BlackRock mit einem Abzug von 100 Millionen in Verbindung gebracht. Die Meldung ordnet diese Entwicklung in eine Woche ein, die von Kursdruck, institutionellen Bewegungen und der Diskussion über die weitere Ethereum-Entwicklung geprägt war.

Die Berichte von Wallstreet Online zeigen damit ein uneinheitliches Bild: Einerseits stehen Abflüsse und negative Quartalsdaten für Zurückhaltung, andererseits deuten Wal-Käufe und positive ETF-Zuflüsse auf selektives institutionelles Interesse hin.

Infobox: Der Wochenrückblick verbindet drei negative Ethereum-Quartale mit institutionellen Kapitalbewegungen. Die Marktstimmung bleibt dadurch zwischen Vorsicht und gezielten Käufen großer Akteure gespalten.

Einschätzung der Redaktion

Ethereum steht trotz technischer Fortschritte und selektiver institutioneller Nachfrage vor einer Bewährungsprobe. Die Kombination aus drei negativen Quartalen, verschobener Upgrade-Aktivierung, Personalabbau und gesenkten Kurszielen signalisiert, dass die operative Erzählung derzeit stärker ist als die kurzfristige Marktunterstützung.

Das Glamsterdam-Upgrade besitzt langfristig strategische Bedeutung, muss seine angekündigten Effizienz- und Dezentralisierungsvorteile jedoch erst im Mainnet beweisen. Die geplanten Staking-Ausschüttungen könnten Ethereum für Anleger attraktiver machen, dürften die bestehenden strukturellen und konjunkturellen Risiken aber nicht allein ausgleichen.

Zusammenfassung: Ethereum verfügt über substanzielle Entwicklungsperspektiven, befindet sich kurzfristig jedoch in einer Phase erhöhter Unsicherheit. Entscheidend sind die termingerechte Umsetzung des Upgrades, eine Stabilisierung der Nachfrage und eine glaubwürdige organisatorische Erneuerung.

Quellen: