Ethereum-Wale haben im Bärenmarkt kräftig nachgekauft, + 80%

0
3995
Wale bauen ihre Ethereum-Positionen aus. | © Depositphotos

Im Bärenmarkt haben viele ohnehin schon mächtige Ethereum (ETH)-Adressen ihre Einlagen in diesem Jahr um über 80 Prozent erweitert. Analysten glauben, dass dieser Zuwachs aus dem Verkauf von ICO-Tokens finanziert wurde. Gleichzeitig sank aber die absolute Anzahl dieser sogenannten „Wale“.

Die Blockchain-Analysten von Diar haben einen interessanten Trend bei den Einlagen der größten aktiven Ethereum (ETH)-Adressen beobachtet. In der neuesten Ausgabe der wöchentlich erscheinenden Publikation stellten die Autoren fest, dass 500 dieser „Wale“ ihren gemeinsamen ETH-Vorrat seit Januar um gut 80 Prozent gesteigert haben.

Besaß diese Gruppe Anfang des Jahres noch elf Millionen Ether, so war der Wert bis November auf 20 Millionen angestiegen. Damit kontrollieren sie fast 20 Prozent aller im Umlauf befindlichen ETH. Gewisse Personen kauften also auch dann noch weiter ein, als die Kryptowährung nach dem Allzeithoch im Januar Schritt für Schritt über 90 Prozent ihres Wertes verlor.

Wal-Population nimmt ab

Betrachtet man die Besitztümer aller Ether-Wale, so waren sie im Februar 2017 mit 33,3 Millionen ETH am größten und sind bis November dieses Jahres um gut ein Viertel gefallen. Gleichzeitig ist aber auch seit Anfang 2018 die Anzahl der Wale um fast 30 Prozent gesunken, sodass die Verteilung des verbleibenden Digitalgeldes noch zentralisierter wurde.

Mögliche Rückkehr der ICO-Investoren

Die Diar-Autoren mutmaßen, dass vor allem Geld aus ICO-Projekten in Ethereum zurückgeströmt sei. Beim Initial Coin Offering kann man neue Tokens erstmalig erwerben, in der Regel durch Zahlungen in ETH. Nachdem das Konzept in der Vergangenheit Projekten wie EOS Milliardenbeträge eingebracht hatte, ist die Finanzierungsmethode inzwischen hauptsächlich durch schlechte Nachrichten bekannt.

So belegte die US-Börsenaufsicht SEC im November die beiden ICO-Projekte Airfox und Paragon mit einer Strafe von jeweils 250.000 US-Dollar, da sie unregistrierte Wertpapiere verkauft hätten. Einen Monat zuvor hatte die Blockchain-Medienplattform Civil nicht einmal 20 Prozent ihres ICO-Ziels erreicht.

Auch wenn man den Markt als Ganzes in den Blick nimmt, bleibt das Bild düster: Das Wirtschaftsprüfungsunternehmen Ernst & Young veröffentlichte im Oktober eine Studie, laut der 86 Prozent der 2017 gestarteten Projekte aktuell unter ihrem Listungspreis gehandelt würden und 30 Prozent „im Wesentlichen allen Wert verloren“ hätten. Nach den Preisstürzen im November dürfte es noch verheerender aussehen. Gut möglich, dass angesichts dieser Lage viele Investoren zum scheinbar solideren Ethereum zurückgekehrt sind.

Bereitet Dir eine zu große Zentralisierung durch Wale Sorgen oder ist eine ungleiche Verteilung unvermeidlich und unbedenklich? Schreib uns Deine Gedanken dazu in die Kommentarspalte!

Hinterlasse einen Kommentar

Please enter your comment!
Please enter your name here