Unglaublich: Kanadische Exchange „verliert“ ihre Krypto-Reserven

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Einzelpersonen verlieren immer wieder ihre Private Keys, aber gleich eine ganze Exchange? | © Flickr: Sam Maddin
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Die in Kanada ansässige Exchange QuadrigaCX hat einen Antrag auf Gläubigerschutz gestellt, da sie Liquiditätsprobleme habe. Dem Vernehmen nach hat die Exchange den Zugang zu ihren Krypto-Reserven verloren. Bereits am Montag war die Webseite für „Wartungsarbeiten“ offline gegangen.

Exchanges werden immer wieder Opfer von Hacks. Dass sie ihre Einlagen einfach nicht mehr wiederfinden können, kommt dagegen eher selten vor. Doch genau dies scheint der kanadischen Kryptobörse QuadrigaCX passiert zu sein. Nachdem deren Webseite schon am Montag angeblich wegen „Wartungsarbeiten“ offline ging, erwartet jeden Besucher der Seite seit Donnerstag eine „Botschaft des QuadrigaCX-Vorstandes“.

Dieser zufolge habe die Exchange in den vergangenen Wochen versucht, ihre „sehr bedeutsamen Kryptowährungs-Reserven, gehalten in Cold Wallets, zu lokalisieren und sicherzustellen“, um die Liquiditätsprobleme der Plattform zu lösen. Doch die Bemühungen seien leider vergeblich gewesen.

Exchange stellt Antrag auf Gläubigerschutz

Der Botschaft zufolge habe man am Donnerstag gemäß dem Companies Creditors Arrangement Act (CCAA) einen Antrag auf Gläubigerschutz beim Obersten Gerichtshof von Nova Scotia eingereicht. QuadrigaCX möchte sich unter die Aufsicht der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young stellen lassen, um somit einen drohenden Bankrott vielleicht noch abwenden zu können.

QuadrigaCX-CEO kürzlich verstorben

Vor gut zwei Wochen hatte die Twitter-Präsenz von QuadrigaCX den Tod Gerry Cottens, des Gründers und CEOs der Exchange, vermeldet. Der laut Bloomberg gerade einmal 29-Jährige sei „plötzlich“ verstorben. Die Möglichkeit besteht, dass Cotten allein über den Zugang zu den Cold Wallets verfügte und die Private Keys vor seinem Ableben niemandem mehr übertragen konnte.

Im vergangenen Jahr war QuadrigaCX in einen Rechtsstreit mit der Canadian Imperial Bank of Commerce (CIBC) verwickelt. Laut der Bank sei es unklar gewesen, wer der eigentliche Besitzer von 26 Millionen Kanadischen Dollar (gut 17 Millionen Euro) auf einem Konto der Exchange sei. Der Konflikt endete damit, dass das Gericht die fraglichen Gelder vorübergehend einzog, um die Eigentumsfrage zu klären.

Der Januar 2019 war ein Monat voller Hiobsbotschaften für die Kunden kleinerer Exchanges: Erst wurde die neuseeländische Kryptobörse Cryptopia Opfer eines Hacks, dann schloss der ukrainische Handelsplatz Liqui.io plötzlich wegen mangelnder Liquidität, wobei es starke Anzeichen für einen Exit-Scam gab. Wer gehofft hatte, dezentrale Exchanges könnten profitieren, wurde ebenfalls enttäuscht: Deren Handelsvolumen erreichte im Januar einen Tiefststand.

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