Gerüchte um Krypto-Trading-Desk von Goldman Sachs laufen ins Leere – Kurse gehen in den Keller

06.09.2018 16:23 213 mal gelesen Lesezeit: 4 Minuten 0 Kommentare

Die große Investment Bank Goldman Sachs wird fürs Erste keinen Krypto-Trading Desk, also eine Handelsabteilung zum direkten Handel von Kryptogeld einrichten. Allerdings arbeitet die Firma weiterhin an einem Verwaltungs-Angebot. Die Kurse der beliebtesten Kryptowährungen stürzten am Tag der Nachricht ein, allerdings gibt es auch eine andere Erklärung für den Wertverfall. Die aus New York stammende Investmentbank Goldman Sachs ist das vielleicht am besten vernetzte Unternehmen der Welt. Der aktuelle US-Finanzminister Steven Mnuchin und Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), sind nur zwei Beispiele von ehemaligen Mitarbeitern des Finanzunternehmens, die es zu weltweiten Spitzenpositionen gebracht haben.

Auch die ZDF-Kabarettsendung „Neues aus der Anstalt“ hat diese Vernetzungen 2012 einmal satirisch aufs Korn genommen. https://www.youtube.com/watch?v=NlIhtb3dIqU Wenn diese Bank eine Entscheidung trifft, kann das weitreichende Schockwellen aussenden. Das musste die Krypto-Gemeinde gestern offenbar am eigenen Leib erfahren.

Doch kein Trading Desk in absehbarer Zukunft

Bereits Ende des letzten Jahres hatte die Nachricht die Runde gemacht, Goldman Sachs plane einen Trading Desk für Kryptowährungen einzurichten, also den direkten Handel mit Bitcoin & Co. aufzunehmen. Damals hieß es, der Start des Projekts sei auf Ende Juni 2018 angesetzt, doch das Datum verstrich ereignislos. Nun kam die Absage: Ungenannten Quellen zufolge habe das Vorhaben keine Priorität mehr und werde in absehbarer Zukunft nicht umgesetzt.

Als Grund wird die weiterhin unklare rechtliche Lage genannt. Auch das allgemein gesunkene Interesse der Öffentlichkeit dürfte eine Rolle spielen.

Kurse brechen ein - Goldman Sachs oder Silk Road schuld?

Der zarte Aufschwung der letzten Tage wurde kurz nach Verbreitung der Nachricht durch die Wirtschafts-Nachrichtenseite Business Insider abrupt beendet.

In den letzten 24 Stunden sank der Wert des Bitcoin um über zehn Prozent, andere beliebte Coins wie EOS oder IOTA büßten sogar über 20% ein. Aber es gibt noch eine weitere Theorie, die den Kurseinbruch erklären könnte. Sie dreht sich darum, dass eine Wallet mit mehr als 111.000 Bitcoin begonnen habe, ihr Vermögen massenweise auf den Handelsplätzen zu verschleudern.

Sie soll mit dem 2013 durch das FBI geschlossenen Online-Schwarzmarkt Silk Road in Verbindung stehen. Sogenannte Wale, Besitzer von gewaltigen Anteilen einer Kryptowährung, werden immer wieder beschuldigt, durch Großverkäufe ihrer Coins Preisstürze auszulösen. Nennenswert wäre dazu Nachlassverwalter der bankrotten Exchange Mt. Gox, Nobuaki Kobayashi. Diesem wird vorgeworfen, für den Wertverlust des Bitcoins seit Dezember 2017 mitverantwortlich zu sein, was dieser jedoch dementiert.

Andere Krypto-Projekte der Investmentbank gehen weiter

Es ist übrigens keineswegs der Fall, dass Goldman Sachs Digitalwährungen völlig den Rücken zukehren würde. Die Bank hat ihre Pläne für ein Krypto-Custody-Angebot, also die sichere Verwahrung des Coin-Vermögens von Großanlegern, nicht aufgegeben. Auch behält sie als Großinvestor des Krypto-Unternehmes Circle, zu der auch die Exchange Poloniex gehört, einen Fuß in der Tür zum Krypto-Markt.

Im Handel mit den im vergangenen Dezember gestarteten Bitcoin-Futures ist Goldman Sachs ebenfalls aktiv. Nüchtern betrachtet bleibt es fraglich, ob die Absage für den Trading Desk wirklich so dramatisch ist. Man kann argumentieren, dass es sowieso schon genug Trader in der Krypto-Sphäre gibt, die mit kurzfristiger Spekulation die tägliche Schwankungsbreite im Markt verursachen. Dagegen könnte die Entwicklung des Verwaltungs-Angebots langfristig denkende institutionelle Investoren anlocken. Zwar hat Coinbase einen entsprechenden Dienst schon Anfang Juli gestartet, aber das alte Geld würde sich sicher besser durch einen altehrwürdigen Namen wie Goldman Sachs anlocken lassen, als durch den vergleichsweise jungen Emporkömmling aus Kalifornien. + + + Ergänzung - 7. September 10:30 Uhr + + + Wenige Stunden nach Veröffentlichung des Artikels machte die Nachricht die Runde, dass es sich bei der Meldung um „Fake News“ handele. So formulierte es Martin Chavez, Chief Financial Officer von Goldman Sachs, auf der TechCrunch Disrupt Konferenz in San Francisco. Das darf allerdings nicht in dem Sinne missverstanden werden, dass die Investmentbank doch weiterhin auf einen Krypto-Trading Desk hinarbeitet. Viel mehr war die ursprüngliche Bloomberg-Meldung vom letzten Dezember, der zufolge ein solches eingerichtet werde, nie von Goldman Sachs bestätigt worden. Genau wie bei dem kürzlich veröffentlichten Business Insider-Artikel hatte sich Bloomberg ausschließlich auf anonyme Quellen berufen.

Wir haben uns telefonisch bei Goldman Sachs erkundigt. Demnach habe die Bank selbst nie mehr gesagt, als dass man einen Trading Desk prüfen werde, von einem genauen Zeitplan sei nie die Rede gewesen. Haben die Märkte in deinen Augen auf die Goldman Sachs Nachricht überreagiert,  ist die Silk Road-Wallet verantwortlich oder war es eine Mischung aus beidem? Schreib uns deine Gedanken dazu in die Kommentarspalte!

Die besten Mining Anbieter auf einen Blick

» Infinity Hash

Aus unserer Sicht aktuell der beste Mining Provider am Markt. Mit dem Community Konzept beteiligt man sich an einem komplett von Profis verwalteten Mining Pool. Ein Teil der Erträge werden für Ausbau und Wartung genutzt. Bisher nirgends so sauber gelöst gesehen wie hier.

» Hashing24

Ein bekanntes und etabliertes Cloud Hosting Unternehmen. Bei gutem Einstieg und in einer guten Marktphase kann mit etwas Geduld sicher auch ein guter ROI erzeugt werden. Leider sehen wir die Laufzeiten als ein großes Manko.

Ihre Meinung zu diesem Artikel

Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Bitte geben Sie einen Kommentar ein.
Keine Kommentare vorhanden

Zusammenfassung des Artikels

Die Investmentbank Goldman Sachs plant vorerst keinen Handelsdesk für Kryptowährungen einzurichten, arbeitet aber weiterhin an einem Angebot zur Verwaltung von Krypto-Vermögen. Die Kurse der beliebtesten Kryptowährungen sanken nach der Nachricht, möglicherweise jedoch auch aufgrund des Verkaufs einer großen Bitcoin-Wallet.

Die besten Bitcoin Mining Anbieter auf einen Blick

» Infinity Hash

Aus unserer Sicht aktuell der beste Mining Provider am Markt. Mit dem Community Konzept beteiligt man sich an einem komplett von Profis verwalteten Mining Pool. Ein Teil der Erträge werden für Ausbau und Wartung genutzt. Bisher nirgends so sauber gelöst gesehen wie hier.

» Hashing24

Ein bekanntes und etabliertes Cloud Hosting Unternehmen. Bei gutem Einstieg und in einer guten Marktphase kann mit etwas Geduld sicher auch ein guter ROI erzeugt werden. Leider sehen wir die Laufzeiten als ein großes Manko.

Top 10 meist gelesenen Beiträge

jpmorgan-chase-nutzt-chatgpt-inspirierte-ki-fuer-die-anlageberatung

JPMorgan Chase nutzt ChatGPT-inspirierte KI für die Anlageberatung

JPMorgan Chase, eine der größten Banken der Welt, unternimmt Berichten zufolge einen bedeutenden Schritt in Richtung KI-gesteuerter Finanzdienstleistungen. Die Bank...

ist-ethereum-vor-dem-aus-die-zukunft-der-kryptowaehrung

Ist Ethereum vor dem Aus? Die Zukunft der Kryptowährung

Einführung in die Welt von Ethereum Die Kryptowährung Ethereum, auch bekannt als Ether, hat seit ihrer Einführung im Jahr 2015 eine...

bitcoin

Bitcoin – eine Analyse

Bitcoin ist die erste dezentrale Digitalwährung. Die auf Kryptographie beruhende Währung wurde 2009 veröffentlicht und gewinnt seitdem von Jahr zu...

dogecoin-steigt-um-2-nachdem-elon-musks-biografie-zeigt-dass-er-doge-finanziert-hat

Dogecoin steigt um 2%, nachdem Elon Musks Biografie zeigt, dass er DOGE finanziert hat

Dogecoin (DOGE) has experienced a notable 3% surge in its value, and the crypto community is buzzing with excitement over...

eilmeldung-bitcoin-bricht-aus

EILMELDUNG: Bitcoin bricht aus!

Just in diesem Moment befindet sich Bitcoin in einem volumengetriebenen Breakout! Wie sieht die unmittelbare Zukunft für Bitcoins Preisentwicklung aus? Vor...

onecoin-konstantin-ignatov-festnahme

EILMELDUNG: OneCoin-Mastermind Konstantin Ignatov festgenommen

Neben BitConnect gilt OneCoin wohl als das prominenteste Beispiel eines Pyramidensystems in der Kryptowelt. Nun wurde der mutmaßliche Kopf der...

elon-musk-bitcoin-und-die-wall-street

Elon Musk, Bitcoin und die Wall Street

Elon Musk hat dazu beigetragen, Kryptowährungen in den Augen der Wall Street-Investoren zu legitimieren. Jetzt machen seine Tweets denselben Investoren Angst! Etwa...

stellar-veroeffentlicht-neue-open-source-auszahlungsplattform

Stellar veröffentlicht neue Open-Source-Auszahlungsplattform

Stellar, das Blockchain-basierte Zahlungsnetzwerk, hat die "Stellar Disbursement Platform" eingeführt, eine Open-Source-Initiative, die darauf abzielt, globale digitale Auszahlungen zu beschleunigen,...

naechster-bitcoin-ausverkauf-btc-guthaben-von-binance-steigt-in-einem-monat-um-15-mrd-dollar

Nächster Bitcoin-Ausverkauf? BTC-Guthaben von Binance steigt in einem Monat um 1,5 Mrd. Dollar

Binance, die nach Handelsvolumen größte Kryptowährungsbörse der Welt, hat laut der On-Chain-Überwachungsressource Coinglass im vergangenen Monat einen Anstieg des Bitcoin...

preisanalyse-wird-bitcoin-weiter-fallen

Preisanalyse: Wird Bitcoin weiter fallen?

Die wohl am häufigsten gestellte Frage diese Woche lautet: Ist BTCs Korrektur vorbei? – Wir schauen mal genauer hin. Um sich...