Gründung von Blockchain-Lobby: Krypto-Unternehmen wollen Einfluss auf US-Politik

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Demnächst wird es eine Krypto-Lobby geben. | © Depositphotos

Führende Konzerne der Blockchain- und Krypto-Industrie in den USA haben eine eigene Lobby-Gruppe in Washington gegründet. Die Blockchain Association, an der sich unter anderem Coinbase und die Digital Currency Group beteiligen, will auf angemessene Regulierungen hinarbeiten.

In der US-Hauptstadt Washington D.C. treffen Politiker Entscheidungen von weltweiter Bedeutung. Dabei geht es nicht nur um Krieg und Frieden im Nahen Osten oder auf der koreanischen Halbinsel. Auch Kryptowährungen sind immer wieder Thema in den beiden Kammern des Kongresses oder bei der Zentralbank Federal Reserve (kurz Fed). Bislang standen oft die negativen Aspekte der Technologie, wie ihr Nutzen für Kriminelle, im Vordergrund.

Neue Lobbygruppe für vernünftige Regulierungen

Immer wieder kam die Frage auf, was Unternehmer, die in der Blockchain und Bitcoin-Branche tätig sind tun können, um US-Gesetzgebern in Zukunft auch die vielen Chancen und Vorteile der Blockchain besser zu kommunizieren. Als Antwort auf diese Frage haben nun mehrere Unternehmer und Investoren der Branche eine Lobby-Gruppe gegründet. Die Nachricht war durch die große amerikanische Tageszeitung Washington Post verbreitet worden.

Zu den Gründungsmitgliedern der neuen Blockchain Association werden die namhaften Exchange-Anbietern Coinbase und Circle, sowie das Investment-Unternehmen Digital Currency Group gezählt. Letzteres ist der Mutterkonzern der bekannten Krypto-Nachrichtenseite CoinDesk. Auch das Tech-Startup Protocol Labs sei mit von der Partie. Dabei handelt es sich um die Entwickler hinter Filecoin, einer Kryptowährung zur Dezentralisierung von Datenspeicherplatz.

Für Mike Lempres, bei Coinbase zuständig für Risiko und Rechtliches, geht es darum, gegenüber der Politik die Offenheit der Branche für vernünftige Regulierungen zu vermitteln. „Wir sind keine Unternehmen, die das System austricksen wollen, sondern wir wollen einen regulatorischen und rechtlichen Rahmen schaffen, der die Zeiten überdauert“, erzählte er der Washington Post.

Coinbase registrierte PAC im Juli

Es hatte bereits im Juli Hinweise auf kommende politische Aktivitäten seitens Coinbase gegeben, als die Firma ein eigenes Political Action Commitee (kurz PAC) registrieren ließ. Solche Lobby-Gruppen sind nach dem US-Gesetz erforderlich, um Wahlkampfspenden abzuwickeln.

Der Lobbyismus mag in den Augen vieler ein schmutziges Spiel sein. Aber eine aufstrebende Industrie wie die Krypto-Branche muss wohl daran teilnehmen, wenn sie bei den Mächtigen mitreden will, anstatt immer nur als ein Problemfall von oben herab behandelt zu werden.

Ist Lobbyismus immer etwas Schlechtes oder kann er in diesem Fall auch positive Entwicklungen anstoßen? Schreib uns deine Gedanken dazu in die Kommentarspalte!

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