Ist dieses Bitcoin (BTC)-Steuerparadies dem Untergang geweiht?

0
542

Bislang gab es für Südkoreaner keinerlei Besteuerung auf die Gewinne aus Bitcoin (BTC)-Spektulationen. Doch nun soll die Regierung an Plänen für eine Besteuerung von heftigen 20 Prozent arbeiten.

Ein berühmtes Zitat, das dem amerikanischen Staatsmann Benjamin Franklin zugeschrieben wird, lautet: “Nur zwei Dinge auf dieser Welt sind uns sicher: Der Tod und die Steuer.” Bislang stellte jedoch eine erfolgreiche Industrienation in Sachen Kryptowährungen eine Ausnahme dar:

Südkoreaner, die mit Bitcoin (BTC) oder anderen Coins spekulieren und Gewinne machen, müssen diese bis heute nicht versteuern. Wie Bitcoin.com kürzlich berichtete, hat das südkoreanische Ministerium für Wirtschaft und Finanzen diesen Sachverhalt Ende des letzten Jahres noch einmal klargestellt:

“Gewinne aus individuellen Transaktionen mit virtuellen Vermögenswerten stellen kein aufgelistetes Einkommen dar und sind nicht steuerpflichtig.”

Bald 20% Bitcoin (BTC)-Steuer in Südkorea?

Doch mit diesen paradiesischen Zuständen könnte es schon bald vorbei sein. Wie The Korea Times heute unter Berufung auf einen anonymen Mitarbeiter des besagten Ministeriums berichtete, wird dort gerade an Plänen für eine Besteuerung von bis zu 20 Prozent gearbeitet.

Dies würde dann in Kraft treten, wenn Krypto-Gewinne als “sonstiges Einkommen” eingestuft würden, in einer Kategorie mit beispielsweise Preisgeldern oder Lottogewinnen. Laut der Quelle hat das Ministerium allerdings noch keine abschließende Entscheidung getroffen.

Steuerstreit mit Exchange Bithumb

Aktuell tobt in Südkorea ein Konflikt zwischen Bithumb, der führenden Kryptobörse des Landes, und der nationalen Steuerbehörde. Streitpunkt sind 80,3 Milliarden Won (62 Millionen Euro), welche die Exchange auf die Aktivitäten ihrer ausländischen Kunden zahlen soll, da es sich in diesem Fall um zu besteuerndes Einkommen handele.

Bithumb akzeptiert diese Forderung allerdings nicht und hat Beschwerde dagegen eingereicht. Laut Choi Hwoa-in, einem Berater des finanziellen Aufsichtsdienstes, verhält es sich mit der Sache folgendermaßen:

“Bitcoin ist nach dem derzeitigen Gesetz kein Vermögenswert. Es ist klar und einfach. […] Das Wirtschafts- und Finanzministerium hat dies bereits klargestellt. Dass die nationale Steurbehörde diese Steuererhebung vorantreibt, hat keine Grundlage, zumal sie noch immer auf die Stellungnahme des Ministeriums in derselben Angelegenheit wartet, die sie erneut beantragt hat.”

Auch bei uns in Deutschland kann der Gewinn aus dem Verkauf von Kryptowährungen unter gewissen Bedingungen steuerfrei sein: Entweder liegt er innerhalb eines jährlichen Freibetrags von 600 Euro und/oder man hat die Coins zwischen An- und Verkauf für einen Zeitraum besessen, der die Länge eines Jahres überschreitet.

Zählst Du Dich zur “Steuern sind Raub!”-Fraktion oder siehst Du Besteuerung in gewissen Maßen als eine sinnvolle Sache an? Schreib uns Deine Gedanken dazu in die Kommentarspalte!

© Bild via Ray in Manila, Flickr.comLizenz, editiert

Hinterlasse einen Kommentar

Please enter your comment!
Please enter your name here