IWF: Digitalwährungen könnten traditionelles Geld “übertreffen”

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Forscher des IWF behaupten, dass Krypto-Wertanlagen und andere Formen elektronische Geldes eines Tages Bargeld ersetzen und traditionelle Bankeinlagen irrelevant machen könnten.

Ein am Montag durch den Internationalen Währungsfonds (IWF) veröffentlichter Bericht skizziert verschiedene Szenarien zur Zukunft des Geldes und zeigt auf, warum Stablecoins und andere Kryptowährungen zu größeren Umwälzungen führen könnten.

Die aktuell verbreitetsten Geldformen – Bargeld und Bankguthaben – befänden sich in einem harten Wettbewerb und könnten in Zukunft von anderen Zahlungsmitteln an Bedeutung übertroffen werden. Die Rede ist von “E-Geld, elektronisch gespeicherten Geldwerten, die auf eine gemeinsame Rechnungseinheit wie Euro, Dollar oder Renminbi oder einen Korb davon lauten und an diese gebunden sind.” Eine zunehmend beliebte Form von E-Geld seien Stablecoins, z.B. Paxos (PAX).

E-Geld bequemer, aber möglicherweise instabiler

Der IWF räumt ein, dass E-Geld als Zahlungsmittel bequemer sein könnte, dafür sei allerdings die Wertstabilität unsicherer. Man könne es mit privaten Investmentfonds vergleichen, die ebenfalls eine Rücknahme ihres Produktes zum Nennwert garantierten. “Wenn 10 Euro hereinkommen, müssen 10 Euro herauskommen. Der Emittent muss in der Lage sein, dieses Versprechen zu erfüllen”, so der IWF.

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In der Vergangenheit hatte es insbesondere bei dem Stablecoin Tether (USDT) Kontroversen um die Frage gegeben, ob die Coins zu 100 Prozent durch “echtes” Geld gedeckt seien. Schließlich hatte Tether im März zugegeben, dass dies nicht der Fall sei.

Der IWF-Bericht macht darauf aufmerksam, dass E-Geld im Gegensatz zu Bankeinlagen (“B-Geld”) nicht durch eine Einlagensicherung der Zentralbank geschützt wird. Daher könnte es leichter zu einem Zusammenbruch kommen, wenn zu viele Anleger gleichzeitig ihr Digitalgeld abheben wollten.

Kryptowährungen bieten möglicherweise hohe Gewinne

Das Papier geht neben Stablecoins auch auf andere Kryptowährungen wie Bitcoin (BTC) und Ethereum (ETH) ein und bezeichnet diese als “öffentliche Coins”. Dabei wird deren spekulative Natur betont:

“Kryptowährung sind bei weitem risikoreicher, bietet aber möglicherweise höhere Renditen (Kapitalgewinne). Dies gilt insbesondere für öffentliche Coins, deren Wert in Papierwährung stark schwanken kann. Die Standardabweichung der täglichen Veränderungen der Bitcoin-Preise ist etwa zehnmal höher als in den meisten G7-Währungspaaren und sogar etwas höher als im venezolanischen Bolivar zum US-Dollar.”

Trotz der geringeren Stabilität sieht der IWF eine Zukunft für Digitalgeld:

“E-Geld ist im Vergleich zu B-Geld oder Zentralbankgeld besser in unser digitales Leben integriert. Es wird typischerweise von Unternehmen herausgegeben, die benutzerzentriertes Design und Integration mit Social Media grundlegend verstehen. […] Grenzüberschreitende Überweisungen von E-Geld wären schneller und billiger als Bargeld und Bankguthaben.”

Glaubst Du, dass sich unser Geldsystem in naher Zukunft grundlegend ändern wird? Schreib uns Deine Gedanken dazu in die Kommentarspalte!

© Bild via Fam ZooStaff, Flickr.comLizenz

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