IWF über Negativzinsen: Entwerten wir die Spareinlagen der Bürger, flüchten sie „in Kryptowährungen“

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Bislang können sich Bürger durch Nutzung von Bargeld vor negativen Zinsen schützen, doch ein neuer Plan des Internationalen Währungsfonds (IWF) könnte dem ein Ende bereiten. Kryptowährungen bieten einen Ausweg aus der schleichenden Enteignung.

Im althergebrachten Fiatgeld-System verfügen Zentralbanken über die Macht, die Spareinlagen ihrer Bürger nach eigenem Gutdünken wachsen oder schrumpfen zu lassen. Denn sie bestimmen den Leitzins, also den Zinssatz, zu dem sich Geschäftsbanken bei der Zentralbank Geld leihen können. Die Geschäftsbanken wiederum orientieren sich am Leitzins, wenn sie die Konditionen für Sparkonten festlegen. So kommt es, dass sich unsere Spareinlagen auf der Bank kaum noch vermehren, da die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins auf 0,00% gesenkt hat.

Der Leitzins kann sogar unter null fallen. Aktuell ist das beispielsweise in Schweden (-0,50%) und in der Schweiz (-0,75%) der Fall. Zentralbanken erhoffen sich erhöhten Konsum und Investitionen, je mehr sie den Anreiz zum Sparen herabsetzen. Allerdings hatten Bürger bislang immer ein Mittel, Konsumzwang und schleichender Enteignung zu entgehen: Sie konnten ihre Bankeinlagen einfach abheben und als Bargeld verwahren. Der Bürger kann dann zwar keine Zinsen erhalten, aber entzieht sich so auch der kalten Enteignung durch Negativzinsen.

Bargeld von E-Geld entkoppeln, dann abwerten

Zwei Ökonomen des Internationalen Währungsfonds (IWF) veröffentlichten vergangene Woche auf dem Blog der Organisation einen Vorschlag, wie das „Problem“ gelöst werden könnte. Eine Möglichkeit sei es, das Bargeld schlicht abzuschaffen. Doch dies sei nicht so einfach, da Münzen und Scheine immer noch in vielen Ländern eine wichtige Rolle spielten, z.B. in der Schweiz und in Japan. Auch die Deutschen schätzen ihr Bargeld und würden es sicherlich nicht so leicht aufgeben.

Jedoch haben die IWF-Ökonomen einen weiteren Trick auf Lager: Euro, Dollar und Co könnten in jeweils zwei separate Währungen, Bargeld und E-Geld, aufgespalten werden. Das E-Geld würde, wie der Name schon sagt, nur elektronisch existieren. Man hätte dabei keine andere Wahl, als Negativzinsen zu ertragen.

Zwischen Bargeld und E-Geld würde es einen festgelegten Wechselkurs geben, über den der Wert von Scheinen und Münzen den Zinsen für das E-Geld angepasst würde. Soll bedeuten: Wer sich durch die Nutzung von Bargeld dem Negativzins entziehen will, wird über einen entsprechend hohen Wechselkurs enteignet werden. Wer seine Guthaben also nicht geschmälert haben will, könnte geneigt sein, auf alternative Zahlungswährungen zurück zu greifen.

Kryptowährungen als Ausweg

Das dem Blog-Artikel zugrundeliegende IWF-Arbeitspapier vom August 2018 erkennt tatsächlich die Möglichkeit an, dass „ausländische Währungen, Gold oder sogar Kryptowährungen“ eine Alternative bilden könnten.

Allerdings erschienen die Menschen bislang unwillig, sich von ihrer lokalen Währung zu lösen. Eine Untersuchung von 1972 habe gezeigt, dass in der Vergangenheit sogar bei Inflationsraten über 100% die jeweilige Landeswährung weiterhin verwendet worden sei.

Es bleibt zu hoffen, dass in Zukunft mehr und mehr Menschen ihre monetäre Souveränität erklären und zumindest einen Teil ihres Geldes in Kryptowährungen überführen werden, wo es vor der Manipulation durch die Zentralplaner geschützt ist.

Wie lange wird es noch dauern, bis das Bargeld völlig abgeschafft oder entwertet wird? Schreib uns Deine Gedanken dazu in die Kommentarspalte!

© Bild via Marco Verch, Flickr.com, Lizenz

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