Krypto-Evangelist Julian Hosp tritt als Präsident von TenX zurück

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Julian Hosp verlässt das Unternehmen TenX. | © YouTube: Julian Hosp

Julian Hosp hat überraschend seinen Rücktritt als Präsident des in Singapur ansässigen Krypto-Startups TenX erklärt. Der Österreicher ist eines der bekanntesten Gesichter der deutschsprachigen Krypto-Gemeinde. Nun werde Mitgründer Toby Hoenisch die Leitung von TenX übernehmen.

Viele Blockchain-Anhänger kennen den österreichischen Unternehmer Dr. Julian Hosp als unermüdlichen Krypto-Evangelisten: Er tritt auf großen Bühnen auf, leitet die mitgliederstärkste deutschsprachige Facebook-Gruppe zu dem Thema und ist das Aushängeschild des in Singapur beheimateten Blockchain-Startups TenX.

Doch zumindest mit Letzterem ist es nun offenbar vorbei. Am frühen Mittwochmorgen erklärte Hosp in einem kurzen und emotionalen Youtube-Video überraschend, er werde als Präsident von TenX abtreten. Dies sei eine der härtesten Entscheidungen seines Lebens gewesen.

Die Begründung für diesen Schritt blieb wage: „Als wir die TenX-Vision für 2019 und darüber hinaus planten, wurde uns als Gründern klar, dass der einzige Weg nach vorne darin besteht, von nun an getrennte Wege zu gehen“, so Hosp in dem Video. Er werde sich erstmal einige Wochen freinehmen. Auch seine Frau Bettina Hosp gab auf Facebook bekannt, dass sie nun nicht mehr bei TenX arbeiten würde.

TenX ist vor allem für seine kryptogestützten Kreditkarten bekannt, beziehungsweise berüchtigt. Im Januar 2018 verfügte das Unternehmen über ein funktionstüchtiges Produkt, erlebte dann aber einen herben Rückschlag, als sein Kartenanbieter WaveCraft aus dem Visa-Netzwerk ausgeschlossen wurde. Erst letzten Monat wurde die zweite Generation von TenX-Karten gestartet und das auch erst einmal nur in Singapur.

TenX veranstaltete im Juni 2017 ein ICO. Dabei wurden durch den Verkauf eines ERC-20-Tokens PAY rund 80 Millionen US-Dollar eingenommen.

Brodelnde Gerüchteküche

Ein Reddit-Nutzer namens GMGH teilte heute seine Beobachtungen, denen zufolge mit Hosp verbundene Wallets offenbar kurz vor Jahreswechsel über zwei Millionen PAY-Tokens an die Exchange Bittrex schickten. Der Autor des Beitrags vermutet, dass Hosp alle seine PAY verkauft habe. Bestätigt werden konnte diese Meldung bislang nicht.

FinTelegram, eine Nachrichtenseite, die auf Investorenschutz und Warnungen vor Betrug ausgerichtet ist, wiederholte in einem Artikel von heute ihre Vorwürfe gegen den Krypto-Evangelisten: Hosp habe systematisch verheimlicht, dass er in hochrangiger Position für die Multi-Level-Marketing-Firma Lyoness tätig gewesen sei. Außerdem sei er wahrscheinlich gar kein Mitgründer von TenX gewesen. Dafür spricht, dass die Webseite des Unternehmens Hosp nicht mehr in der Kategorie „Gründer“ auflistet.

Wie es mit TenX weitergeht

Das offizielle Twitter-Konto von TenX verkündete etwa zeitgleich mit Hosps Rücktrittserklärung, Mitgründer Toby Hoenisch werde nun „das Geschäft alleine vorantreiben“. Man verstehe, dass es nun viele unbeantwortete Fragen gäbe. Daher werde Hoenisch in einem Livestream Rede und Antwort stehen. Dieser soll allerdings erst nächste Woche stattfinden.

Das Unternehmen möchte in naher Zukunft einen weiteren ERC-20-Token auf den Markt bringen. Dieser soll schlicht TenX-Token heißen. Jeder, der am 30. Dezember um 15:00 Uhr deutscher Zeit PAY-Tokens in einer geeigneten Wallet besaß, wird die gleiche Menge an TenX-Tokens beanspruchen können, sofern man einen Identitätscheck (KYC) besteht.

Der Preis des PAY hat sich seit dem 30. Dezember noch einmal halbiert und liegt aktuell bei rund 0,20 US-Dollar. Das sind gut 96 Prozent Verlust seit dem Allzeithoch im August 2017. Ob der neue Token mehr Erfolg haben wird, bleibt abzuwarten.

Was war in Deinen Augen der ausschlaggebenden Punkt für Hosps Abschied von TenX? Schreib uns Deine Gedanken dazu in die Kommentarspalte!

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