Koffer packen! Südkorea lockert Krypto-Regulierungen

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Südkorea lockert Regulierungen für Kryptowährungen | © Depositphotos

Die südkoreanischen Regulatoren scheinen eine freundlichere Haltung gegenüber Kryptowährungen anzunehmen. Der Zentralbank zufolge sei der Krypto-Markt verglichen mit dem Aktienmarkt noch sehr klein und die Risiken verschwindend gering. Die Finanzaufsicht FSC möchte die Regeln für Krypto-Anlagen lockern und der Nationalversammlung wurde ein Plan zur Beendigung des ICO-Verbots vorgelegt. Gleichzeitig kommt es zur Überprüfung der dortigen Krypto-Börsen. Die Frage der Besteuerung bleibt bislang ungeklärt.

Südkoreanische Behörden befassen sich momentan intensiv mit Kryptowährungen. Laut der Zentralbank Bank of Korea (BOK) hielten die Koreaner im Dezember 2017 Krypto-Anlagen im Wert von umgerechnet 1,5 Milliarden Euro. Das wären 8% der von koreanischen Börsenmaklern gehaltenen Werte. Im internationalen Vergleich wirken diese Zahlen beachtlich. Für die BOK sind sie aber immer noch klein im Vergleich zum Aktienmarkt. Daher würden Kryptowährungen nur ein geringes Risiko für die Finanzstabilität darstellen.

Gute Nachrichten kommen auch von der koreanischen Finanzaufsicht FSC. Die Behörde möchte die Regeln für Krypto-Investitionen lockern und damit zu vereinheitlichten Regeln im Rahmen der G20 beitragen. Die Finanzminister dieser Staatengruppe hatten sich im März in Buenos Aires getroffen. Damals war wenig Konkretes beschlossen worden. Die Nationen sollten allerdings bis Juli erste Schritte zur Vereinheitlichung ihrer Regulationen unternehmen.

Auch das im September 2017 beschlossene ICO-Verbot wird auf den Prüfstand gestellt. Der Abgeordnete Hong Eui-rak von der regierenden Demokratischen Partei hat mit gleichgesinnten Kollegen ein entsprechendes Gesetz erarbeitet und dem Parlament vorgelegt.

Aber auch Südkorea hat noch seine Bretter zu bohren. Die Krypto-Börsen des südlichen Teils der koreanischen Halbinsel sind anfällig für Hackerangriffe. Allein im Juni traf es erst Coinrail und nur wenige Tage später Bithumb. Daher sollen diese nun von der koreanischen Kommunikations-Kommission (KCC) vor Ort überprüft werden.

Der Elefant im Raum: Kommt die Krypto-Steuer?

Die große ungeklärte Frage bleibt die Besteuerung von Kryptowährungen. Bislang findet sie schlicht nicht statt. Koreaner dürfen die Gewinne aus ihren Investitionen derzeit in Gänze behalten. Aber ob sich ein Staat eine solche Einnahmequelle auf Dauer entgehen lässt, ist fraglich. Erst letzten Monat machte das Gerücht die Runde, eine Steuer von 10% sei in Planung. Das wurde allerdings von Regierungsseite dementiert.

Die starke Nutzung würde die Besteuerung in Südkorea einerseits besonders lukrativ machen. Andererseits wäre mit einem Widerstand der Krypto-Nutzer zu rechnen. Ein solches Aufbegehren wäre wichtig. Hierzulande schwadroniert man zwar viel von Anonymität und Unabhängigkeit, zahlt dann aber doch kleinlaut der Regierung ihre Steuern.

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