Riesiger Betrügerring mit Bitcoin (BTC)-Exchanges zerschlagen, tausende Deutsche geschädigt

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Ein internationaler Betrügerring, der womöglich hunderte gefälschte (Krypto-) Trading-Plattformen betreibt, ist von Polizeikräften verschiedener Länder zerschlagen worden. Auch tausende Deutsche sollen betroffen sein.

Eine kriminelle Gruppierung hat anscheinend eine hohe Millionensumme durch betrügerischen Trading-Plattformen erbeutet. Wie die Tagesschau heute Morgen berichtete, handelt es sich dabei Teilweise auch um Exchanges für Kryptowährungen wie Bitcoin (BTC).

Laut der Staatsanwaltschaft Saarbrücken kam es nun zu 35 Hausdurchsuchungen von Callcentern, Wohnung und Geschäftsräumen. Im Kosovo sollen die Kriminellen sogar ein eigenes Callcenter betrieben haben, um ihre “Kunden” telefonisch unter Druck zu setzen. In Österreich, Deutschland, Bulgarien und Tschechien seien Ermittlungsverfahren im Gange.

Auch Tausende Deutsche sollen zu den Opfern gehören. Bei dem Kopf der international agierenden Bande handele es sich um einen 55-jährigen Deutschen, einen gewissen Carsten L, der aktuell in Wien in Untersuchungshaft sitzen würde.

Fünf Plattformen bestätigt, Dunkelziffer womöglich bei 400

Die Gruppierung soll fünf Trading-Plattformen betrieben haben, auf denen arglosen Opfern das schnelle Geld versprochen wurde, ohne das jemals wirkliche Auszahlungen erfolgten. Es handele sich dabei um “Option888”, “TradeInvest90”, “XMarkets.com”, “ZoomTrader” und “TradoVest”. Trotz des Vorgehens der Polizei ist beispielsweise Option888 zum aktuellen Zeitpunkt immer noch online zugänglich.

Doch diese fünf könnten nur die Spitze des Eisbergs sein. Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken habe bestätigt, dass Hinweise auf über 400 derartige Plattformen vorlägen.

Betrug von gigantischem Ausmaß

Allein in den Datenbanken der bestätigten fünf Plattformen befänden sich Kundendaten von über 200.000 Deutschen. In Saarbrücken seien bereits über 233 Strafanzeigen gestellt worden, wobei die Geschädigten im Durchschnitt über 40.000 Euro verloren hätten. Noch sei die Polizei mit der Auswertung eines fünf Terabyte großen Datensatzes beschäftigt, sodass das gesamte Ausmaß des Falles wohl erst später bekannt werden wird.

Erst kürzlich war die Kryptogemeinde durch den augenscheinlichen Exit-Scam des Wallet-Betreibers PlusToken erschüttert worden. Auch dieser hatte mit exorbitant hohen Renditen Kunden angelockt und soll dabei ganze drei Milliarden US-Dollar erbeutet haben. Ein Zusammenhang zwischen PlusToken und dem aktuellen Fall ist jedoch nicht bekannt.

Warst Du schon einmal von einem solchen Betrug betroffen? Schreib uns Deine Erfahrungen in die Kommentarspalte!

© Bild via Marco Verch, Flickr.comLizenz

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