Krypto, KI und Blockchain: Neue Anwendungen treiben die digitale Finanzwelt voran

Autor: Coinkurier Redaktion

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Kategorie: Nachrichten

Zusammenfassung: Quantencomputing, KI und Blockchain verschmelzen in Finanz- und Industrieanwendungen, von tokenisierten Vermögenswerten bis zu automatisierten Handelszahlungen. Praktische Projekte zeigen Effizienzchancen, aber auch Risiken durch Spekulation, Sicherheit und Regulierung.

Quantencomputing, KI und Blockchain rücken näher zusammen, während Banken, Konzerne und Plattformen bereits konkrete Anwendungen erproben. Der Pressespiegel zeigt, wie tokenisierte Vermögenswerte, automatisierte Zahlungen und agentische Finanzsysteme die digitale Wirtschaft verändern – und welche Chancen und Risiken dabei entstehen.

Quanten, KI und Blockchain sollen das nächste Technologiejahrzehnt prägen

Das Fraunhofer-Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie FKIE untersucht in einem Whitepaper das Zusammenspiel von Quanten-, KI- und Blockchain-Technologien. Nach Angaben von openPR zählen Quantentechnologien in Deutschland zu den sechs Schlüsseltechnologien der Hightech-Agenda, die die Bundesregierung am 30. Juli 2025 beschlossen hat.

Im Mittelpunkt der Analyse steht der wechselseitige Einfluss der drei Technologien auf ihre Entwicklung, Wirkung und langfristige Bedeutung. Das Whitepaper beschreibt mögliche Potenziale für schnellere Innovation, höhere operative Effizienz, mehr Sicherheit und neue digitale Wertschöpfungsmodelle.

Als zentrale Anwendungsfelder nennt die Analyse Industrie 4.0 und Robotik, Nachhaltigkeit, Energie- und Klimasysteme, Finanzsysteme sowie Weltraumtechnologien. Diese Bereiche seien durch hochvernetzte, echtzeitkritische Systeme, komplexe Optimierungsprobleme, organisationsübergreifende Datenflüsse und hohe Sicherheitsanforderungen geprägt.

„Technologische Entwicklungen wie Quantencomputing oder KI sind keine fernen Zukunftsvisionen mehr, sondern greifen schon heute zunehmend ineinander und bilden so fundamentale Bausteine der strategischen Wertschöpfung von morgen“, sagte Prof. Dr. René Bantes, Leiter der Abteilung „Innovationsforschung und Technologievorausschau“ am Fraunhofer FKIE.

Er warnte zugleich davor, die technologische Konvergenz isoliert zu betrachten oder zu ignorieren. Das Whitepaper soll Entscheiderinnen und Entscheidern aus Wirtschaft, Politik und Forschung Orientierung bieten.

Infobox – Quelle: openPR: Das Fraunhofer FKIE analysiert Synergien zwischen Quanten-, KI- und Blockchain-Technologien sowie deren Einsatz in Industrie, Energie, Finanzen, Nachhaltigkeit und Weltraumtechnologien.

KB Kookmin Bank wickelt Handelszahlungen über JPMorgans Kinexys ab

Die südkoreanische KB Kookmin Bank startet im August einen Blockchain-Zahlungsservice für Im- und Exportunternehmen. Zunächst sollen Zahlungen in USD über das Kinexys-Netzwerk von JPMorgan abgewickelt werden, wie BeInCrypto unter Berufung auf eine Bekanntgabe vom 26. Juli berichtet.

Der Service ermöglicht USD-Überweisungen in 10 Ländern. Dazu gehören Südkorea, die USA, Singapur, Saudi-Arabien, Indien, Thailand, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain und Südafrika.

Kinexys ist die Blockchain-Einheit von JPMorgan und war früher als Onyx bekannt. Die Plattform konzentriert sich auf institutionelle Zahlungen, Tokenisierung und die Abwicklung digitaler Vermögenswerte.

AngabeWert
Start des ZahlungsserviceAugust
Unterstützte Länder zum Start10
Kumuliertes verarbeitetes Volumen von Kinexysmehr als 4 Billionen USD
Durchschnittliches tägliches Transaktionsvolumenüber 7 Milliarden USD

Die koreanischen Filialen und das Singapur-Büro von KB Kookmin sollen den Service anbieten. BeInCrypto berichtet außerdem, dass KB Kookmin wenige Tage zuvor für ein staatlich gefördertes Deposit-Token-Zahlungsprojekt ausgewählt wurde.

Das Programm wird vom Ministerium für Wissenschaft und Informations- und Kommunikationstechnologie sowie der Korea Internet & Security Agency geleitet. Ob weitere koreanische Banken Kinexys einsetzen werden, könnte laut BeInCrypto zeigen, wie weit tokenisierte Einlagen über die Kunden von JPMorgan hinaus genutzt werden.

Infobox – Quelle: BeInCrypto: KB Kookmin verlagert Handelszahlungen in USD auf Kinexys. Das Netzwerk hat seit seinem Start mehr als 4 Billionen USD verarbeitet und unterstützt zum Auftakt Überweisungen in 10 Länder.

POSCO International tokenisiert Handelsforderungen mit LG CNS

POSCO International und LG CNS testen die Tokenisierung von Handelsforderungen auf der Injective-Blockchain. CoinDesk berichtet, dass dabei Live-Handelsrechnungen genutzt werden, um Zahlungen zwischen globalen Tochtergesellschaften von POSCO International zu beschleunigen.

Die Forderungen stammen aus tatsächlichen Geschäften zwischen ausländischen Niederlassungen von POSCO und deren Geschäftspartnern. Es handelt sich laut CoinDesk nicht um simulierte Transaktionen.

Durch die Erfassung der Forderungen auf einem gemeinsamen Blockchain-Ledger soll ein einheitlicher und übertragbarer Datensatz entstehen. In diesen Datensatz sollen Compliance-Vorschriften integriert werden, während sich die Abstimmungszeiten für Käufer, Verkäufer und Banken verkürzen sollen.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bezeichnen Geld, das einem Unternehmen nach dem Versand von Waren geschuldet wird, aber vor dem Zahlungseingang noch offen ist. Gegenwärtig werden diese Forderungen typischerweise von Käufern, Verkäufern und Banken getrennt erfasst; die Abstimmung kann laut CoinDesk mehrere Tage dauern, bevor Zahlungen freigegeben werden.

POSCO International ist nach Angaben von CoinDesk das größte Handelsunternehmen Südkoreas. Das Unternehmen erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 22,2 Milliarden US-Dollar aus Geschäftsbereichen wie Stahl, Energie und Batteriematerialien.

Im Pilotprojekt werden die Forderungen auf der Layer-1-Blockchain Injective ausgegeben, übertragen und abgewickelt. POSCO International will die Initiative nach Abschluss des Piloten später in diesem Jahr in die Live-Produktion ausweiten.

„Dieser Proof of Concept ist bedeutsam, da er die Anwendbarkeit von KI- und Blockchain-Technologie auf der Grundlage realer Handelsdaten und -prozesse bestätigt hat“, sagte ein Sprecher von POSCO International.

CoinDesk ordnet das Projekt in die zunehmende Tokenisierung von Vermögenswerten ein. Der Markt für tokenisierte Vermögenswerte sei in den vergangenen Jahren auf 35 Milliarden US-Dollar gewachsen; Citi schätze, dass er bis 2030 5,5 Billionen US-Dollar erreichen könnte.

Infobox – Quelle: CoinDesk: POSCO International und LG CNS tokenisieren reale Handelsforderungen auf Injective. Ziel sind schnellere Zahlungen zwischen globalen Tochtergesellschaften und eine gemeinsame Sicht auf die zugrunde liegenden Vermögenswerte.

Robinhood Chain erzielt 25 Millionen USD an wöchentlichen Gebühren

Die Robinhood Chain belegte in der Woche bis zum 24. Juli den dritten Platz bei den wöchentlichen Anwendungsgebühren. Laut BeInCrypto erzielten Anwendungen auf dem erst 4 Wochen alten Netzwerk 25 Millionen USD an Gebühren.

Vor der Robinhood Chain lagen Ethereum (ETH) mit 45 Millionen USD und Solana (SOL) mit 39 Millionen USD. CryptoRank bezeichnete den dritten Platz als einen der stärksten Blockchain-Starts der letzten Jahre.

BlockchainWöchentliche Anwendungsgebühren
Ethereum (ETH)45 Millionen USD
Solana (SOL)39 Millionen USD
Robinhood Chain25 Millionen USD

Robinhood hat das Layer-2-Netzwerk für tokenisierte reale Vermögenswerte aufgebaut. Die Handelsaktivität zeigt laut BeInCrypto jedoch eine Kombination aus Memecoins und tokenisierten Vermögenswerten.

Der meistgehandelte Token auf dem Netzwerk war nach Daten von Dune Cash Cat (CASHCAT). Der Memecoin erreichte über die Zeit ein Handelsvolumen von 824,89 Millionen USD und wurde in 1,37 Millionen Händeln gehandelt.

Der tägliche Handel mit realen Vermögenswerten erreichte am 23. Juli 61,1 Millionen USD. Davon entfielen 46,1 Millionen USD beziehungsweise etwa 75 % auf Paare aus Memecoins und tokenisierten Aktien.

Auch der Gesamtwert tokenisierter realer Vermögenswerte auf der Chain stieg. Am 24. Juli erreichte er 25,4 Millionen USD und damit den höchsten Stand seit dem Start; tokenisierte Aktien machten davon 21,9 Millionen USD aus.

AngabeWert
Alter des Netzwerks4 Wochen
Handelsvolumen von Cash Cat (CASHCAT)824,89 Millionen USD
Anzahl der Händel mit Cash Cat1,37 Millionen
Täglicher RWA-Handel am 23. Juli61,1 Millionen USD
Memecoin- und tokenisierte Aktien-Paare46,1 Millionen USD
Anteil dieser Paareetwa 75 %
Gesamtwert tokenisierter realer Vermögenswerte am 24. Juli25,4 Millionen USD
Wert tokenisierter Aktien21,9 Millionen USD

Neben Blockchain-Aktivitäten baut Robinhood sein Engagement bei Prognosemärkten aus. BeInCrypto berichtet von Gesprächen mit Crypto.com über eine mögliche Partnerschaft, durch die Nutzer Ja-oder-Nein-Kontrakte der Börse direkt auf der Robinhood-Handelsplattform handeln könnten.

Robinhood bietet seit Anfang 2025 Kalshi-Kontrakte an. Weitere Partner sind ForecastEx, das zu Interactive Brokers gehört, sowie Rothera, das Robinhood gemeinsam mit Susquehanna International Group betreibt.

Ein Abkommen mit Crypto.com wurde laut BeInCrypto bisher nicht geschlossen. Die Verhandlungen könnten auch ohne Einigung enden.

Infobox – Quelle: BeInCrypto: Anwendungen auf der Robinhood Chain erzielten in der Woche bis zum 24. Juli 25 Millionen USD an Gebühren. Memecoins prägten den Handel, während tokenisierte Aktien und weitere reale Vermögenswerte ebenfalls wachsende Werte verzeichneten.

Coinbase-Chef warnt vor Abkehr von Krypto zugunsten von KI

Coinbase-CEO Brian Armstrong kritisiert Krypto-Unternehmen, die sich als KI-Firmen neu positionieren. Nach Angaben von CoinDesk sieht Armstrong Blockchain als grundlegende Infrastruktur, die künstliche Intelligenz ergänzt, anstatt mit ihr zu konkurrieren.

„Es ist ein ‚und‘, kein ‚oder‘“, schrieb Armstrong in einem Sonntagspost auf X.

Armstrong verglich Krypto mit Elektrizität oder dem Internet. Diese Infrastrukturen würden das nächste große technologische Entwicklungsfeld unterstützen, statt mit ihm in Konkurrenz zu stehen.

Coinbase arbeitet laut CoinDesk an einem Ökosystem, das Armstrong als Agentic Finance beziehungsweise AiFi bezeichnet. Dabei sollen das x402-Protokoll, die Base-Blockchain und der USDC-Stablecoin von Circle Internet eingesetzt werden, damit KI-Agenten in Echtzeit handeln, Zahlungen ausgeben und Zahlungen akzeptieren können.

Das x402-Protokoll wurde von Coinbase entwickelt und wird nun von der x402 Stiftung verwaltet. Coinbase setzte KI-Agenten-Konten ein, die im Juni handeln und Zahlungen ausgeben konnten. In der vergangenen Woche teilte das Unternehmen mit, dass Coinbase-Business-Nutzer KI-Agentenzahlungen über x402 akzeptieren können.

Befürworter argumentieren laut CoinDesk, dass finanzielle Abwicklungen in Maschinengeschwindigkeit eine umfassende Überarbeitung des technologischen Stacks erfordern. KI-Agenten könnten nicht einfach Bankkonten eröffnen oder mehrere Tage auf Überweisungen warten.

Gleichzeitig bestehen Sicherheitsbedenken. Kritiker warnen davor, autonomen Softwareagenten ohne bewährte Schutzmaßnahmen direkten Zugriff auf Kapital zu geben, da dies erhebliche finanzielle Risiken und ein Gegenparteirisiko verursachen könne.

„Agenten brauchen nicht nur Geld, sondern Geld, das sich mit Maschinengeschwindigkeit bewegt“, sagte Tory Green, CEO des dezentralisierten Netzwerks io.net.

Green erklärte, der gesamte Finanzstapel sei für die menschliche Schnittstelle entwickelt worden. Neben Geld müssten auch Rechenleistung, Daten und weitere Bestandteile an die Anforderungen autonomer Agenten angepasst werden.

„Die Infrastruktur aufzubauen ist beeindruckend, aber einem Agenten Kapital ohne nachweisbare Erfolgsbilanz zu geben, ist gewagt“, kommentierte das dezentrale Softwareprojekt NeoSoul AI auf X.

NeoSoul AI verwies auf eine fehlende Ebene aus Reputation und Erinnerung. Einem unbeschriebenen Blatt mit einer Krypto-Wallet könne man nicht vertrauen.

Infobox – Quelle: CoinDesk: Brian Armstrong betrachtet Krypto und KI als sich ergänzende Technologien. Coinbase entwickelt mit x402, Base und USDC ein Umfeld für agentische Zahlungen, während Entwickler vor fehlenden Schutzmechanismen und Gegenparteirisiken warnen.

Einschätzung der Redaktion

Die entscheidende Entwicklung liegt weniger in einzelnen Blockchain-Projekten als in ihrer zunehmenden Einbettung in reale Geschäftsprozesse. Handelszahlungen, Forderungsmanagement und tokenisierte Vermögenswerte zeigen, dass der Nutzen dort entsteht, wo Abwicklung, Compliance und Datenzugriff messbar verbessert werden.

Die hohen Gebühren und Handelsvolumina junger Netzwerke sind dagegen nur eingeschränkt aussagekräftig, solange spekulative Aktivitäten einen großen Teil der Nutzung ausmachen. Dauerhafte Relevanz entsteht erst durch belastbare Anwendungen mit nachvollziehbarem wirtschaftlichem Mehrwert.

Die Verbindung von KI und Blockchain besitzt besonderes Potenzial für automatisierte Zahlungen. Voraussetzung sind jedoch Identität, Haftung, Zugriffsbeschränkungen und überprüfbare Entscheidungsregeln. Ohne diese Sicherungen würde die technologische Beschleunigung vor allem die finanziellen Risiken autonomer Systeme vergrößern.

Zusammenfassung: Der Wandel wird weniger durch Visionen als durch produktive, sichere und regulierte Anwendungen entschieden.

Quellen: