Krypto-News: Fogo stoppt Netzwerk nach Token-Diebstahl – Blockchain-Sektor unter Druck
Autor: Coinkurier Redaktion
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Kategorie: Nachrichten
Zusammenfassung: Fogo und Cronos stoppten ihre Blockchains nach Angriffen, während Robinhood Rekordvolumen meldete und die EZB Blockchain-Abwicklungen für Zentralbankgeld vorantreibt.
Von gestoppten Blockchains und Millionenverlusten bis zu Rekordvolumen, EZB-Plänen und milliardenschweren KI-Deals: Der aktuelle Pressespiegel zeigt, wie eng Chancen und Risiken im Krypto- und Blockchain-Sektor beieinanderliegen. Zudem gerät ein deutscher Blockchain-Pionier wegen alter Konflikte weiter unter Druck.
Fogo stoppt Netzwerk nach Diebstahl von 400 Millionen Token
Die Layer-1-Blockchain Fogo hat ihr Netzwerk am 29. August nach einem Sicherheitsvorfall angehalten. Wie BTC-ECHO berichtet, wurden zuvor 400 Millionen FOGO-Token an einen unbekannten Angreifer übertragen.
Die entwendeten Token hatten bei einem FOGO-Kurs von rund 0,0075 US-Dollar einen Wert von rund drei Millionen US-Dollar. Sie entsprachen vier Prozent der beim Start vorgesehenen Gesamtmenge von zehn Milliarden Token und mehr als zehn Prozent der derzeit umlaufenden Menge.
Die Fogo Foundation erklärte, sie sei von einem unbekannten Akteur kompromittiert worden. Die Token seien anschließend an einen „böswilligen Akteur“ übertragen worden; Krypto-Börsen, Strafverfolgungsbehörden und Forensik-Spezialisten seien informiert worden.
Mit dem vorübergehenden Halt soll verhindert werden, dass die betroffenen Vermögenswerte weiterbewegt werden. Validatoren sollen ein Upgrade durchführen, um Beschränkungen einzurichten. Einen Zeitpunkt für den Neustart nannte das Projekt nicht, ebenso wenig sind Details zu den Sicherheitslücken und betroffenen Adressen bekannt.
Bitget setzte Ein- und Auszahlungen von FOGO bereits rund eine Stunde vor der ersten öffentlichen Mitteilung aus und verwies zunächst auf Wallet-Wartungsarbeiten. Später stoppte auch KuCoin Ein- und Auszahlungen vorübergehend.
„In the last hour the Fogo Mainnet has been temporarily halted as a precautionary measure following the detection of unauthorized activity.“
Infobox: 400 Millionen FOGO-Token wurden übertragen. Der damalige Wert lag bei rund drei Millionen US-Dollar; das Netzwerk wurde am 29. August angehalten.
Robinhood Blockchain erreicht DEX-Rekordvolumen von 874,8 Millionen USD
Die Robinhood Blockchain verzeichnete am 30. August ein Volumen von 874,8 Millionen USD auf dezentralen Börsen. Yahoo Finanzen Deutschland berichtet, dass dies der bisher größte Tageswert seit dem Start des Netzwerks am 1. Juli war.
Uniswap wickelte fast 95 % des Gesamtvolumens über drei Versionen ab. Auf Uniswap Version 4 entfielen 432 Millionen USD, auf Version 3 356,9 Millionen USD und auf Version 2 40 Millionen USD.
Das Netzwerk verarbeitete am 30. August 5,5 Millionen Transaktionen. Das Volumen auf Startplattformen für Token erreichte 394,4 Millionen USD und damit ebenfalls einen neuen Höchstwert.
Auch reale Vermögenswerte gewannen an Bedeutung. Die tokenisierte Summe auf dem Netzwerk lag bei 51,81 Millionen USD, angeführt von 40,76 Millionen USD durch Aktien. Das Gesamtvolumen der RWA-Aktivitäten erreichte an diesem Tag 165,5 Millionen USD.
Bei den meistgehandelten Token führte Pons (PONS) mit 67,38 Millionen USD Handelsvolumen, 135.566 Trades und 12.670 einzigartigen Tradern. Cash Cat belegte mit 32,66 Millionen USD den zweiten Platz.
Neun der zwanzig meistgehandelten Token wurden auf ponsfamily.com gestartet. PONS wurde bei 0,328 USD gehandelt, lag damit mehr als 370 % über dem Wert von sieben Tagen zuvor und erreichte am 30. August mit 0,39 USD ein neues Rekordhoch. Die Marktkapitalisierung betrug 233 Millionen USD.
Der Bericht stellt die Frage, ob das tägliche Volumen stabil bleibt, wenn die Begeisterung für Memecoins nachlässt. Als früheres Rekordvolumen werden 846,8 Millionen USD Mitte Juli bei 306.893 aktiven Adressen genannt.
Infobox: Das DEX-Volumen erreichte 874,8 Millionen USD. Memecoins prägten die Handelsaktivitäten, während auch tokenisierte Aktien und weitere RWA-Aktivitäten Rekordwerte verzeichneten.
Cronos pausiert Blockchain nach Angriff auf Tectonic
Cronos hat seine Blockchain am Sonntag nach einem Angriff auf die Kreditplattform Tectonic gestoppt. Laut CoinDesk manipulierte ein Angreifer den dünn gehandelten TONIC-Token und lieh anschließend reale Vermögenswerte gegen die dadurch aufgeblähten Sicherheiten.
Der geschätzte Schaden liegt bei etwa 75 Millionen US-Dollar. Cronos und Tectonic hatten bis Montagmorgen weder einen Zeitplan für die Wiederinbetriebnahme vorgelegt noch die Verluste bestätigt.
Der Gesamtwert der bei Tectonic gebundenen Vermögenswerte sank laut DefiLlama von etwa 121,7 Millionen US-Dollar am 26. August auf rund 3 Millionen US-Dollar bis Montag. Tectonic war damit die größte Kreditplattform innerhalb des Cronos-Ökosystems.
TONIC verfügte über eine Liquidität von etwa 1,34 Millionen US-Dollar und ein tägliches Handelsvolumen von rund 11.000 US-Dollar. Die Dokumentation von Tectonic warnte dem Bericht zufolge, dass Vermögenswerte mit niedriger Liquidität besonders anfällig für Preismanipulationen sein können.
Blockchain-Daten zeigen laut CoinDesk, dass der Angreifer den TONIC-Preis innerhalb von etwa 20 Minuten um das rund 100-Fache nach oben trieb. Anschließend wurden die plötzlich deutlich wertvolleren Token bei Tectonic hinterlegt und reale Vermögenswerte dagegen ausgeliehen.
TONIC hatte einen Sicherheitenfaktor von 20 %. Ein vom Protokoll anerkannter Wert von 100 $ konnte damit etwa 20 $ an Kreditaufnahme unterstützen.
Cronos begrenzt sein Netzwerk auf 100 Validatoren. Dadurch konnte die Blockchain innerhalb von Minuten koordiniert abgeschaltet werden. CoinDesk verweist zugleich darauf, dass bei einem solchen Halt auch die Gelder aller anderen Nutzer nicht mehr bewegt werden können.
Der Angriff folgt auf einen ähnlichen Exploit bei der Kreditplattform Moonwell. Zudem löste eine etwa 3%ige Bewegung auf einem dünnen Pendle-Markt ungefähr 36 Millionen US-Dollar an Liquidationen auf Morpho aus.
Infobox: Der Angriff auf Tectonic wird auf etwa 75 Millionen US-Dollar geschätzt. Der gebundene Gesamtwert fiel von etwa 121,7 Millionen US-Dollar auf rund 3 Millionen US-Dollar.
EZB treibt Blockchain-Abwicklung für Zentralbankreserven voran
Die Europäische Zentralbank treibt die Verlagerung von Euro-Reserven auf die Blockchain voran. Yellow.com berichtet, dass zuvor Abwicklungen im Umfang von knapp 1,6 Mrd. Euro im Rahmen von Tests des Eurosystems erfolgt waren.
EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel erklärte am 28. August beim Jackson Hole Economic Policy Symposium, Zentralbanken sollten ihre Reserven direkt auf Distributed-Ledger-Plattformen bringen. Tokenisierte Finanzmärkte benötigten ein Abwicklungsinstrument, das sicher bleibt und bei steigendem Liquiditätsbedarf ausgeweitet werden kann.
Das Eurosystem will im September mit Projekt Pontes einen ersten praktischen Schritt gehen. Pontes soll marktseitige DLT-Plattformen mit den TARGET Services verknüpfen und ein vom Eurosystem betriebenes Register für Zentralbankgeld hinzufügen.
Die rechtliche Endgültigkeit der Geldabwicklung bleibt zum Start in TARGET2 verankert. Perspektivisch soll Pontes um Smart Contracts und einen 24/7-Betrieb erweitert werden.
„Stablecoins sind am besten als Ergänzung zu Zentralbankgeld zu verstehen, nicht als Ersatz“, sagte Isabel Schnabel.
Schnabel räumte ein, dass Stablecoins den digitalen Zahlungsverkehr unterstützen können. Ihrer Argumentation zufolge kann ein Stablecoin-Emittent selbst bei starken Sicherungsmechanismen in Stressphasen keine Liquidität aus eigener Kraft schaffen.
DefiLlama beziffert die gesamte Marktkapitalisierung von Stablecoins auf rund 304,6 Mrd. US-Dollar. Gleichzeitig baut die EZB eine öffentliche Abwicklungsalternative für tokenisierte Euro-Märkte auf.
Die Tests des Eurosystems liefen in der ersten Jahreshälfte 2024 über sechs Monate. 64 Teilnehmer in neun Jurisdiktionen setzten 58 Anwendungsfälle um und wickelten knapp 1,6 Mrd. Euro in Zentralbankgeld ab.
Die Pilotprojekte flossen in die Ausgestaltung von Pontes ein. Sie bilden außerdem eine Grundlage für das längerfristig angelegte Projekt Appia, das klären soll, ob Europa künftig auf ein gemeinsames Register oder mehrere interoperable Systeme setzen sollte.
Infobox: Projekt Pontes startet im September. Die EZB sieht Stablecoins als Ergänzung zu Zentralbankgeld, nicht als Ersatz.
Riot Platforms baut KI-Geschäft mit 191 Megawatt für Anthropic aus
Riot Platforms verlagert seinen Schwerpunkt vom Bitcoin-Mining auf Infrastruktur für Künstliche Intelligenz. Nach Angaben von AD HOC NEWS soll das Unternehmen in Texas langfristig 191 Megawatt Rechenzentrumskapazität an das KI-Unternehmen Anthropic vermieten.
Die Vereinbarung für den Rockdale-Campus hat eine Laufzeit von 20 Jahren und einen geschätzten Gesamtwert von etwa 9,1 Milliarden US-Dollar. Durch Optionen auf Verlängerung könnte der Wert laut Unternehmensangaben potenziell auf bis zu 16,1 Milliarden US-Dollar steigen.
Riot erwartet, die ersten 96 Megawatt der kritischen IT-Kapazität bis Dezember 2027 bereitzustellen. Die verbleibenden 95 Megawatt sollen bis Juni 2028 folgen.
Die Finanzierung des Umbaus wird auch durch den Verkauf von Bitcoin-Beständen unterstützt. Medienberichten zufolge veräußerte Riot im zweiten Quartal 4.300 Bitcoin; im ersten Halbjahr 2026 summierten sich die Verkäufe auf 9.665 Bitcoin.
Für das zweite Quartal 2026 meldete Riot einen Umsatz von 174,2 Millionen US-Dollar und einen Nettoverlust von 237,2 Millionen US-Dollar. Das Rechenzentrumssegment steuerte 23,2 Millionen US-Dollar zum Umsatz bei.
Ein erster Ausbau wurde mit der termingerechten Fertigstellung eines 25-Megawatt-Leasings für AMD-Systeme erreicht. Eine Erweiterung um weitere 25 Megawatt befindet sich bereits im Bau.
Die strategische Neuausrichtung führte zu höheren Kurszielen durch mehrere Analysehäuser. Morgan Stanley erhöhte am 18. August das Kursziel von 36 auf 43 US-Dollar und behielt die Einstufung „Overweight“ bei. JPMorgan hob das Kursziel am selben Tag von 20 auf 22 US-Dollar an und bekräftigte ebenfalls seine positive Einschätzung.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Vereinbarte Kapazität | 191 Megawatt |
| Laufzeit | 20 Jahre |
| Geschätzter Gesamtwert | etwa 9,1 Milliarden US-Dollar |
| Potenzial mit Verlängerungsoptionen | bis zu 16,1 Milliarden US-Dollar |
| Erste Bereitstellung | 96 Megawatt bis Dezember 2027 |
| Weitere Bereitstellung | 95 Megawatt bis Juni 2028 |
An der Börse wurde die Planung mit einem Kursplus von 1,1 Prozent auf 16,51 Euro quittiert. Damit lag das Papier etwa 2,3 Prozent über seinem gleitenden Durchschnitt der vergangenen 200 Tage von 16,14 Euro. Seit Jahresbeginn verzeichnete der Wert einen Zuwachs von 46 Prozent.
Infobox: Riot Platforms plant 191 Megawatt Rechenzentrumskapazität für Anthropic. Der Vertrag könnte einen Wert von bis zu 16,1 Milliarden US-Dollar erreichen.
Advanced Blockchain bleibt von Altlasten und Vertrauenskrise geprägt
Beim Aktionärstreffen der Advanced Blockchain AG dominierten laut Handelsblatt offene Millionenforderungen, dubiose Deals und verschobene Geschäftsberichte aus der Vergangenheit. Für die Zukunft des Unternehmens blieb dadurch wenig Raum.
Die seit vier Jahren anhaltende Krise hat das Vertrauen vieler Kleinaktionäre erschüttert. Der Aktienkurs fiel seit dem Höhepunkt des Blockchain-Booms im Jahr 2021 von rund 17 Euro auf gut einen Euro, was einem Kursrückgang um mehr als 90 Prozent entspricht.
Auf der im Februar nachgeholten Hauptversammlung für das Jahr 2025 hatten die Aktionäre eine Sonderprüfung beschlossen. Sie sollte die Vergangenheit aufarbeiten und dazu beitragen, Vertrauen wiederherzustellen.
Nach Darstellung des Handelsblatts könnte diese Aufarbeitung jedoch durch eine überraschende Wende gestoppt werden, noch bevor sie begonnen hat. Profitieren dürfte unter anderem der Remscheider Kryptounternehmer Michael Geike.
Die Hauptversammlung stand damit im Zeichen der offenen Forderungen und früherer Geschäftsentscheidungen. Die Auseinandersetzungen überschatten weiterhin den Versuch des Blockchain-Pioniers, die Folgen der Krise aufzuarbeiten.
Infobox: Der Aktienkurs sank seit 2021 von rund 17 Euro auf gut einen Euro. Eine Sonderprüfung zur Aufarbeitung der Vergangenheit könnte nach Angaben des Handelsblatts gestoppt werden.
Einschätzung der Redaktion
Die jüngsten Vorfälle zeigen eine zentrale Schwachstelle vieler Blockchain-Ökosysteme: Hohe technische Geschwindigkeit und große Kapitalbewegungen treffen weiterhin auf unzureichende Sicherheits-, Liquiditäts- und Governance-Strukturen. Netzwerkstopps können Schäden begrenzen, unterstreichen aber zugleich die Abhängigkeit von wenigen Validatoren und zentralen Entscheidungsträgern.
Dem stehen wachsende institutionelle Anwendungen gegenüber. Die EZB und der Ausbau von KI-Rechenzentren signalisieren, dass Blockchain- und digitale Infrastruktur zunehmend in regulierte und wirtschaftlich relevante Bereiche vordringen. Entscheidend wird sein, ob diese Entwicklung mit belastbarer Kontrolle, transparenter Haftung und verlässlicher operativer Stabilität einhergeht.
Kurzfazit: Die Branche gewinnt an wirtschaftlicher Bedeutung, muss aber Sicherheits- und Vertrauensprobleme lösen, bevor breite Akzeptanz nachhaltig möglich ist.
Quellen:
- 400 Millionen Token gestohlen: Diese Blockchain stoppt ihr Netzwerk
- Robinhood Blockchain erreicht Rekordvolumen von 874,8 Millionen USD: Kommen Memecoins zurück?
- Cronos stoppt Blockchain nach $75 Millionen Kreditbetrug, der die Kreditplattform Tectonic trifft
- EZB drängt auf Euro-Reserven auf der Blockchain – Stablecoins bleiben dennoch Teil des Systems
- Riot Blockchain Aktie: Anthropic mietet 191 Megawatt
- Advanced Blockchain: Schlammschlacht bei Deutschlands Blockchain-Pionier