Krypto-News: Harmony-Rollback, TON-Trojaner und neue Regulierungspläne
Autor: Coinkurier Redaktion
Veröffentlicht:
Kategorie: Nachrichten
Zusammenfassung: Der Pressespiegel beleuchtet Blockchain-Sicherheit, Malware-Missbrauch, Regulierung und Governance von Harmony bis Cardano.
Von einem vollständigen Blockchain-Rollback bei Harmony über Trojaner, die die TON-Blockchain als Steuerzentrale missbrauchen, bis hin zu neuen Regulierungs- und Governance-Fragen: Der Pressespiegel zeigt, wie eng technische Sicherheit, politische Kontrolle und die Zukunft digitaler Vermögenswerte inzwischen miteinander verbunden sind.
Harmony setzt nach Token-Exploit auf vollständigen Blockchain-Rollback
Das Harmony-Netzwerk will nach einem Exploit seine Blockchain-Historie um mehrere Tage zurücksetzen. Laut Yahoo Finanzen Deutschland soll die Blockchain auf den Stand vom 11. August um 23:25 UTC zurückgeführt werden. Alles, was danach aufgezeichnet wurde, soll entfernt werden.
Der erste unbefugte Erzeugungsvorgang fand zwei Blöcke nach diesem Zeitpunkt statt. Harmony begründet den früheren Stichtag mit einer zusätzlichen Sicherheitsmaßnahme. Unabhängige Validatoren laden Ersatzdatenbanken für beide Shards, während die Blockchain bis zum Abschluss der Vorbereitungen angehalten bleibt.
Nach Angaben von Yahoo Finanzen Deutschland wurden ohne Genehmigung etwa 4 Milliarden ONE-Token erzeugt. Dadurch stieg das Angebot um etwa 26 Prozent. Eine externe Sicherheitsfirma überprüfte den Vorfall und bestätigte die Ergebnisse des Harmony-Teams.
Harmony hatte zunächst mildere Varianten geprüft. Das gezielte Verbrennen der gefälschten Token in einzelnen Wallets hätte jedoch unschuldige Halter treffen können, während eine Blacklist das zusätzliche Angebot auf der Blockchain belassen hätte. Der gemeinsam festgelegte Stichtag soll für alle Beteiligten dieselben Regeln schaffen.
Der Rollback betrifft allerdings nicht nur die illegal erzeugten Token. Auch legitime Handelsgeschäfte, Swaps und Staking-Aktionen innerhalb des betroffenen Zeitraums werden gelöscht. Harmony arbeitet deshalb mit Börsen und Bridges zusammen, um die Auswirkungen für Nutzer zu verringern.
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Geplanter Blockchain-Stand | 11. August, 23:25 UTC |
| Unbefugt erzeugte Token | etwa 4 Milliarden ONE |
| Anstieg des Angebots | etwa 26% |
| ONE-Kurs am Dienstag | etwa 0,00072 USD |
| Kursveränderung innerhalb von 24 Stunden | 4% |
| Marktkapitalisierung | etwa 10,6 Millionen USD |
Der ONE-Token wurde am Dienstag für etwa 0,00072 USD gehandelt und verlor innerhalb von 24 Stunden 4%. Die Marktkapitalisierung sank auf etwa 10,6 Millionen USD, womit der Token nach Marktkapitalisierung außerhalb der Top 1.000 liegt.
Auch Cryptonews.net berichtet über den Rollback und nennt als Rückkehrpunkt den 12. August um 1.25 Uhr deutscher Zeit. Nach dieser Darstellung verschwinden 109.126 reguläre Transaktionen und 315 Staking-Transaktionen aus der neuen Historie.
Die Abweichung zwischen den genannten Zeitpunkten wird in den vorliegenden Quellen nicht erläutert. Übereinstimmend wird jedoch berichtet, dass der Eingriff auch gültige Nutzeraktivitäten erfasst, weil einzelne Transaktionen technisch miteinander verbunden sind und nicht isoliert entfernt werden können.
Für Nutzer kann dies bedeuten, dass Zahlungen, Überweisungen und Staking-Aktivitäten erneut durchgeführt werden müssen. Harmony verfolgt die gefälschten Token über Wallet-Adressen, Kryptobörsen, Pools und Bridges; eine Rückverfolgung bedeutet laut der Berichterstattung jedoch nicht automatisch eine Wiederherstellung.
Infobox: Harmony entfernt nach einem Exploit einen Teil der Blockchain-Historie. Betroffen sind neben den gefälschten ONE-Token auch legitime Transaktionen und Staking-Aktivitäten.
TON-Blockchain dient Trojaner als Steuerzentrale für Booking.com-Angriffe
Sicherheitsforscher von TrendAI Research, einer Abteilung von Trend Micro, warnen vor einer Malware-Kampagne gegen Partnerunterkünfte von Booking.com. Laut BornCity zielen die Angreifer auf Extranet-Konten von Partnerbetrieben und auf Kommunikationskanäle zu Gästen.
Die Kampagne basiert auf Phishing. Ende Mai 2026 wurde sie gegen Partnerunterkünfte von Booking.com in Japan entdeckt. Die Angreifer verschickten E-Mails mit dem japanischsprachigen Betreff „Important: Guest Stay Review Request“ und wollten die Empfänger zum Öffnen eines schädlichen Anhangs bewegen.
In den untersuchten Fällen enthielten die Nachrichten eine ZIP-Datei. Darin befand sich eine LNK-Datei, die als harmloses Foto getarnt war. Nach dem Ausführen wurde der Remote Access Trojaner TrojanSpy.JS.TONRESOLVER.A installiert.
Der Trojaner ermöglicht den Angreifern weitreichenden Zugriff auf den infizierten Rechner. Besonders auffällig ist laut BornCity, dass die Schadsoftware die TON-Blockchain als Infrastruktur nutzt.
Ein Smart Contract fungiert als Resolver für die Command-and-Control-Infrastruktur. Dadurch können die Angreifer den C2-Server aktualisieren, ohne eine zentrale Infrastruktur in gleicher Weise offenlegen zu müssen. Die dezentrale Kommunikation erschwert die Erkennung und Blockierung durch herkömmliche Sicherheitslösungen.
Die Malware arbeitet als Node.js-Anwendung und verwendet Obfuskationstechniken in virtuellen Maschinen, um Analysen durch Sicherheitstools zu erschweren. Zusätzlich kommen Dead-Drop-Resolver für Updates und eine dauerhafte Keepalive-Verbindung zum Einsatz, mit der die Kontrolle über das infizierte System aufrechterhalten werden soll.
Trend Micro empfiehlt Unternehmen im Reisesektor, den Zugriff auf Blockchain-Plattformen und insbesondere das TON-Netzwerk innerhalb ihrer Unternehmensnetzwerke einzuschränken oder vollständig zu blockieren. Außerdem sollen die Ausführung von Node.js-Anwendungen überwacht und PowerShell-Verbindungen unterbunden werden, sofern sie nicht zwingend erforderlich sind.
- Zugriff auf Blockchain-Plattformen und das TON-Netzwerk einschränken oder blockieren.
- Node.js-Anwendungen streng überwachen.
- PowerShell-Kommunikation unterbinden, sofern sie nicht benötigt wird.
- Proxy-Gateways zur Filterung des Datenverkehrs einsetzen.
- Mitarbeiter für Phishing-Versuche über Buchungskanäle und Partner-E-Mails sensibilisieren.
Infobox: Der Trojaner TrojanSpy.JS.TONRESOLVER.A wird über als Fotos getarnte LNK-Dateien verbreitet. Die TON-Blockchain dient als Resolver für die Steuerungsinfrastruktur.
Blockchain.com nimmt an nigerianischem Regulierungsprogramm teil
Blockchain.com ist in das Accelerated Regulatory Incubation Programme der nigerianischen Securities and Exchange Commission aufgenommen worden. Das berichtet Yellow.com unter Berufung auf eine Mitteilung vom 18. Aug. 2026.
Das Unternehmen hat laut der Quelle die Eingangsvoraussetzungen der SEC erfüllt und darf innerhalb eines definierten Sandbox-Rahmens operieren. Die Teilnahme steht unter laufenden Compliance-Auflagen, Testvorgaben und weiteren regulatorischen Bedingungen der Behörde.
Im Rahmen des Programms arbeitet Blockchain.com direkt mit der SEC zusammen. Die Kommission prüft Geschäftsmodelle für digitale Vermögenswerte, testet Schutzmechanismen und entwickelt einen langfristigen Regulierungsrahmen für den Markt.
„Das Programm gibt uns die Möglichkeit, in einem kontrollierten Umfeld eng mit der SEC zusammenzuarbeiten, unsere globale Erfahrung in den nigerianischen Markt einzubringen und dazu beizutragen, einen Rahmen zu schaffen, der Verbraucher schützt und zugleich verantwortungsvolle Innovation ermöglicht“, sagt Owen Odia, General Manager für Afrika bei Blockchain.com, laut Yellow.com.
Nigeria wird in der Mitteilung als Schlüsselmotor für digitale Vermögenswerte in Afrika bezeichnet. Die wachsende Nutzung digitaler Vermögenswerte beeinflusse, wie Menschen Werte speichern, transferieren und Zugang zu Finanzdienstleistungen erhalten.
Die Aufnahme in das Programm ist Teil der globalen Strategie von Blockchain.com, frühzeitig mit Aufsichtsbehörden zusammenzuarbeiten und innerhalb klar definierter Regulierungsregime zu agieren. In den vergangenen zwölf Monaten erhielt das Unternehmen laut Yellow.com unter anderem die Registrierung bei der britischen Financial Conduct Authority, die Genehmigung im Rahmen von Markets in Crypto-Assets sowie eine VASP-Lizenz der Cayman Islands Monetary Authority.
Blockchain.com gibt an, seit der Gründung im Jahr 2011 über 94 Millionen Wallets, 44 Millionen verifizierte Konten und mehr als 1,1 Billionen US‑Dollar an Krypto‑Transaktionen unterstützt zu haben. Das Unternehmen ist in mehr als 70 Jurisdiktionen aktiv.
Infobox: Blockchain.com darf im Rahmen des ARIP innerhalb eines regulatorischen Sandbox-Rahmens in Nigeria tätig werden. Die SEC will dabei Geschäftsmodelle, Risiken, Anlegerschutz und Geldwäscheprävention bewerten.
Cardano steht vor Abstimmung über den Verfassungsausschuss
Cardano muss bis zum 1. September eine Abstimmung über die Erneuerung des Verfassungsausschusses erfolgreich abschließen. Laut Börse Express droht andernfalls ein weitgehender Stillstand der On-Chain-Governance.
Zum 1. September endet die Amtszeit von vier der sieben Sitze im Constitutional Committee. Werden diese Sitze nicht erneuert, würde der Ausschuss auf drei Mitglieder schrumpfen und damit die erforderliche Mindestgröße von fünf Personen unterschreiten.
Für eine erfolgreiche Wahl werden laut der Berichterstattung die Zustimmung von 67 Prozent der delegierten Repräsentanten und 51 Prozent der Stake Pool Operatoren benötigt. Die aktuellen Unterstützungswerte liegen demnach bei rund 32,46 Prozent bei den DReps und bei 1,95 Prozent bei den SPOs.
Ein Scheitern könnte wesentliche Protokoll-Entscheidungen und Governance-Aktionen blockieren. Bereits am 18. Juli wurde mit dem „Van Rossem“-Hard-Fork die Protokoll-Version 11 aktiviert.
| Governance-Angabe | Wert |
|---|---|
| Frist für die Abstimmung | 1. September |
| Sitze im Verfassungsausschuss | 7 |
| Auslaufende Sitze | 4 |
| Erforderliche Mindestgröße | 5 Personen |
| Erforderliche Zustimmung der DReps | 67 Prozent |
| Erforderliche Zustimmung der SPOs | 51 Prozent |
| Aktuelle Zustimmung der DReps | rund 32,46 Prozent |
| Aktuelle Zustimmung der SPOs | 1,95 Prozent |
Parallel zur Governance-Frage schreitet die technische Entwicklung weiter voran. Das Dijkstra-Upgrade soll in zwei Phasen umgesetzt werden und die Skalierbarkeit sowie die Leistungsfähigkeit der Blockchain erhöhen.
Die erste Phase ist für das vierte Quartal 2026 geplant. Sie soll unter anderem „Ouroboros Linear Leios“ und „Nested Transactions“ einführen. Als Ziel wird eine Steigerung des Transaktionsdurchsatzes um das Fünf- bis Zwanzigfache genannt.
Für November ist außerdem die Inbetriebnahme des „Amaru“-Nodes im Mainnet vorgesehen. Eine zweite Upgrade-Phase mit dem Protokoll „Ouroboros Peras“ für schnellere Transaktionsbestätigungen wird für das zweite Quartal 2027 anvisiert.
Der ADA-Kurs notiert laut Börse Express bei 0,1743 USD und ist um 1,1 % gefallen. Seit dem vergangenen Dienstag haben sogenannte Wale Bestände im Umfang von rund 200 Millionen ADA verkauft. Der Kurs liegt damit rund 82 % unter dem 52-Wochen-Hoch, das im August des vergangenen Jahres markiert wurde.
Die Aufmerksamkeit richtet sich außerdem auf den 23. Oktober. Für diesen Tag wird eine Entscheidung über die Zulassung eines Cardano-Spot-ETFs durch Grayscale erwartet. Die grundsätzliche Förderfähigkeit eines solchen Anlageprodukts wurde laut Quelle am 9. August festgestellt, nachdem die CME-Futures ein sechsmonatiges Beobachtungsfenster abgeschlossen hatten.
Parallel läuft die Verteilung des „Midnight“-Airdrops ($NIGHT). ADA-Halter können Ansprüche auf neue Token geltend machen; die aktuelle Antragsphase dauert noch bis zum 5. September.
Infobox: Cardano muss bis zum 1. September die Ausschusssitze erneuern, um die Governance handlungsfähig zu halten. Gleichzeitig stehen das Dijkstra-Upgrade, eine mögliche ETF-Entscheidung am 23. Oktober und der Midnight-Airdrop im Fokus.
Tokenisierung und sekündliche Zinsgutschrift
Die WirtschaftsWoche führt unter dem Titel „Wie ohne Zwischenhändler eine sekündliche Zinsgutschrift möglich ist“ das Thema Tokenisierung in der Geldanlage. Der vorliegende Quelltext enthält jedoch keinen nutzbaren redaktionellen Artikelinhalt, sondern wiederholt Platzhaltertext.
Konkrete Aussagen zur technischen Umsetzung, zu beteiligten Unternehmen oder zu den wirtschaftlichen Auswirkungen lassen sich daraus nicht verlässlich entnehmen. Deshalb werden zu dieser Meldung keine weiteren Angaben gemacht.
Infobox: Die Quelle nennt Tokenisierung und eine sekündliche Zinsgutschrift als Thema, liefert im vorliegenden Inhalt jedoch keine verwertbaren Fakten.
Einschätzung der Redaktion
Der vollständige Rollback ist zwar technisch konsequent, beschädigt aber die Verlässlichkeit der Blockchain als unveränderliche Abrechnungshistorie. Dass auch legitime Aktivitäten gelöscht werden, macht den Eingriff für Nutzer und Handelspartner besonders folgenreich. Kurzfristig kann er die Token-Integrität sichern; langfristig entscheidet die transparente Entschädigung Betroffener darüber, ob Vertrauen zurückkehrt.
Zusammenfassung: Der Rollback begrenzt den Exploit, verschärft aber das Vertrauens- und Haftungsproblem.
Einschätzung der Redaktion
Die Nutzung der TON-Blockchain als Steuerzentrale zeigt, dass dezentrale Netzwerke zunehmend als schwer blockierbare Bestandteile krimineller Infrastruktur eingesetzt werden. Für Unternehmen reicht es daher nicht mehr, nur klassische Schadsoftware-Muster zu erkennen. Entscheidend sind kombinierte Kontrollen für Phishing, Skriptausführung, PowerShell und ungewöhnlichen Blockchain-Datenverkehr.
Zusammenfassung: Der Angriff verlangt eine mehrschichtige Abwehr, die Blockchain-Kommunikation ausdrücklich einbezieht.
Einschätzung der Redaktion
Die Teilnahme an einer regulatorischen Sandbox ist für Blockchain.com ein strategischer Vorteil, aber noch kein dauerhafter Marktzugang. Nigeria erhält zugleich die Möglichkeit, Verbraucherschutz und Geldwäscheprävention an einem großen internationalen Anbieter praktisch zu erproben. Der Erfolg wird davon abhängen, ob aus der kontrollierten Testphase klare und durchsetzbare Regeln entstehen.
Zusammenfassung: Das Programm kann Innovation und Aufsicht verbinden, bleibt aber zunächst ein bewerteter Testbetrieb.
Einschätzung der Redaktion
Die stark verfehlten Zustimmungswerte machen die Governance-Frage zu einem unmittelbaren Stabilitätsrisiko für Cardano. Ein technischer Ausbau verliert an Bedeutung, wenn zentrale Entscheidungsprozesse institutionell blockiert werden können. Cardano muss deshalb nicht nur Stimmen organisieren, sondern die Beteiligung und Verantwortlichkeit seiner Governance dauerhaft verbessern.
Zusammenfassung: Die kurzfristige Abstimmung ist ein Test für die praktische Belastbarkeit des gesamten Governance-Modells.
Einschätzung der Redaktion
Tokenisierung kann Abwicklungen beschleunigen und Zwischenstufen reduzieren, doch der wirtschaftliche Nutzen hängt von belastbaren Regeln, Liquidität und verlässlichen Rechten der Anleger ab. Eine sekündliche Zinsgutschrift wäre daher weniger eine technische Sensation als eine Frage der rechtlichen und operativen Umsetzung.
Zusammenfassung: Das Potenzial ist erheblich, aber ohne konkrete Modelle bleibt die Aussage vorerst abstrakt.
Quellen:
- Harmony löscht fast eine Woche ihrer eigenen Blockchain-Historie
- Booking.com: Trojaner nutzt TON-Blockchain für Angriffe
- Blockchain.com in beschleunigtes Regulierungs-Inkubationsprogramm der nigerianischen Börsenaufsicht aufgenommen
- Harmony setzt Blockchain nach Hack zurück – 109.000 Transaktionen verschwinden
- Cardano: Verfassungsausschuss-Wahl bis 1. September
- Wie ohne Zwischenhändler eine sekündliche Zinsgutschrift möglich ist