Kryptomarkt bricht erneut ein. Bitcoin sackt unter 4.500 US-Dollar ab

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Die Krypto-Apokalypse. | © Depositphotos

Bei einem erneuten Crash haben fast alle Kryptowährungen stark an Wert verloren. Der Bitcoin (BTC)-Preis unterschritt kurzzeitig die Marke von 4.500 US-Dollar. Als mögliche Gründe gelten Anti-ICO-Maßnahmen der US-Behörden und Nachwirkungen der Bitcoin Cash-Hard Fork letzte Woche. In der Vergangenheit war der November stets ein guter Monat für BTC gewesen.

Noch vor einer Woche hatte es den Anschein gehabt, der Bitcoin (BTC) sei bei rund 6.400 US-Dollar quasi festgefroren. Doch dann sackte die größte Kryptowährung vergangenen Mittwoch auf rund 5.500 und heute sogar kurzzeitig unter 4.500 US-Dollar. Ein Verlust von fast 30 Prozent.

Wie so oft folgten die Altcoins dem Trend. Laut CoinMarketCap hatten bis auf den Stablecoin Tether (USDT) und XRP alle Top-Zehn-Kryptowährungen zweistellige Verluste zu verzeichnen. Damit liegt die Marktkapitalisierung von Ethereum (ETH) nun rund 4,5 Milliarden US-Dollar unter der von XRP und es wird unwahrscheinlicher, dass sich ETH seinen angestammten zweite Platz hinter Bitcoin zeitnah zurückerobern kann. Die Marktkapitalisierung aller Kryptowährungen sank zudem von rund 210 Milliarden Anfang letzter Woche auf aktuell unter 150 Milliarden US-Dollar.

Mögliche Gründe

Wie immer ist es schwierig, Bewegungen im Markt auf eine einzige Ursache zurückzuführen. Folgende Entwicklungen haben aber vermutlich eine Rolle gespielt: Erstens wäre da die Bitcoin Cash (BCH)-Hard Fork vom vergangenen Donnerstag. Beide Seiten des Konflikts erhalten eine hohe Hashrate aufrecht, auch wenn das Schürfen angesichts der fallenden Preise immer unprofitabler wird. BCH hat laut CoinMarketCap in der vergangenen Woche fast 60 Prozent an Wert verloren und liegt nun hinter Stellar (XLM).

Einerseits wird die BTC-Blockchain unsicherer (und damit weniger wertvoll) wenn Mining-Kapazitäten zum BCH-Hashkrieg umgeleitet werden. Andererseits kündigte Craig Wright, bekanntester Kopf einer der beiden Hard Fork-Konfliktparteien, an, zur Finanzierung der Hashpower große Mengen BTC zu verkaufen. Er suggerierte, dass seine Gegner wahrscheinlich dasselbe tun müssten.

Weiterhin war die amerikanische Börsenaufsichtsbehörde SEC am Freitag gegen zwei ICO-Projekte vorgegangen. Sowohl Airfox, als auch Paragon Coin hätten unregistrierte Vermögenswerte verkauft und mussten eine Strafe von 250.000 US-Dollar sowie Entschädigungen an ihre Investoren zahlen. Es ist zu befürchten, dass die SEC weitere Akteure der Kryptoindustrie ins Visier nehmen wird.

Schließlich ist da noch ein Zusammenhang mit den Aktienkursen großer amerikanischer Tech-Konzerne zu erkennen. Unternehmen wie Apple und Facebook mussten gestern ebenfalls herbe Verluste hinnehmen. Die Aktie des Chip-Herstellers Nvidia, dessen Produkte auch zum Mining verwendet werden, verlor über acht Prozent.

Historischer Trend gebrochen

In den vergangenen sechs Jahren war der Bitcoin-Preis im November stets angestiegen. Die beeindruckendsten Gewinne wurden 2017 (53 Prozent) und 2013 (467 Prozent) verzeichnet. Mit einem Verlust von über 25 Prozent seit Monatsbeginn scheint es mehr als fraglich, ob sich der Trend auch in diesem Jahr fortsetzt.

Ein Blick in die Vergangenheit kann aber auch Trost spenden: Schließlich ist Bitcoins Geschichte voller Crashs, deren Verluste schließlich mehr als kompensiert wurden. Im April 2013 sackte BTC beispielsweise von 233 auf 67 US-Dollar, und damit um mehr als 70 Prozent, ab. Heute können wir über diese Preise nur lachen und vielleicht werden wir das in fünf Jahren mit Blick auf den düsteren November 2018 ebenfalls tun.

Wie sollte man auf den jüngsten Preissturz reagieren? Verkaufen, um weitere Verluste zu vermeiden, nach dem Motto „Buy the Dip“ noch mehr investieren oder einfach erstmal abwarten? Schreib uns Deine Gedanken dazu in die Kommentarspalte!

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