Mörder-Märkte: Auf Augur kann man jetzt auf den Tod von Donald Trump wetten

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Auf Augur kann nun auf die Ermordung des US-Präsidenten getippt werden | © nypost
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Auf der Ethereum-basierten Wettplattform Augur sind Märkte für die Ermordung von prominenten Persönlichkeiten wie US-Präsident Donald Trump entstanden. Auch das Wetten auf Preise von Wertpapieren wird von amerikanischen Behörden kritisch gesehen. Es käme einem illegalen Optionshandel gleich. Wegen der Dezentralisierung von Augur wäre ein Verbot aber schwer durchzusetzen.

Die Plattform ist keine drei Wochen am Netz, doch schon bahnt sich Ärger für Augur an. Auf der laut Mitgründer Joey Krug „kompliziertesten dezentralen Applikation auf Ethereum“ können Wetten auf zukünftige Ereignisse abgeschlossen werden. Diese können ganz verschieden gartet sein.

Von diesen sogenannten Märkte zur Vorhersage von Ereignissen versprechen sich die Entwickler viele Vorteile. So können sich Nutzer etwa mit geschickten Wetten gegen drohende Ereignisse absichern. Wer z.B. auf einem Inselstaat wie den Kapverden lebt und darum bangt, dass ein Wirbelsturm die eigenen Besitztümer vernichten könnte, kann auf Augur auf genau dieses Ereignis tippen. Damit wäre der Möglichkeit eines Totalverlustes vorgebeugt. Auch auf Wahlausgänge oder sogar das Wetter kann getippt werden. Es sind allerdings auch weniger harmlose Wetten aufgetaucht.

So kann man beispielsweise Geld darauf setzen, dass US-Präsident Donald Trump noch dieses Jahr einem Attentat zum Opfer fällt. Für die Milliardäre Warren Buffet und Jeff Bezos wurden ähnliche Wetten eingerichtet. Auch auf den Tod von John McCain kann gesetzt werden. Sollte ein Auftragsmörder nun sehen, dass die große Mehrheit der Spieler auf das Überleben der betreffenden Person setzt, könnte er theoretisch Geld dagegen wetten, den Unglücklichen umbringen und einen satten Gewinn einstreichen. Eine makabere Vorstellung, aber erschreckend realistisch.

Makabere Wetten prognostizieren ein Attentat auf Donald Trump bzw. den Tod von John McCain. | © Newsweek

Ein weiteres Problem könnte das Wetten auf die zukünftige Entwicklung verschiedener Wertanlagen sein. Vertreter der Amerikanische Commodity Futures Trading Commission (CFTC) äußerten gegenüber Bloomberg, dass damit möglicherweise Regulierungen für den Optionshandel illegal umgangen werden könnten.

Bislang ist Augur vielleicht noch zu unbedeutend, um den Zorn der Mächtigen auf sich zu ziehen. Aktuell stecken gerade einmal 1,5 Millionen Dollar im System. Die bedeutendsten Wetten drehen sich dabei um zukünftige Preisentwicklungen von Kryptowährungen. Gut eine Million Dollar ist in die Fragen investiert worden, ob Ethereums ETH und Augurs REP-Token bis Ende des Jahres auf 500 bzw. 32 Dollar steigen werden.

Die beliebtesten Wetten auf Augur drehen sich um die Preisentwicklung von ETH und REP. | © Coin Kurier

Sollte sich Augur allerdings tatsächlich zu einer Plattform für Wetten auf Gewaltfantasien entwickeln, gibt es wenig, das man dagegen tun könnte. Die Plattform ist nämlich dezentral aufgebaut. Am 24. Juli entfernte das Entwicklerteam sogar den Schalter, der das System im Notfall hätte stoppen können.

Letztendlich treibt Augur die Abschaffung von zentralen Autoritäten auf die Spitze. Noch ist nicht abzusehen, ob das Projekt sich durchsetzen wird oder ob in diesem Falle der freie Markt zu weit gehen könnte und die Nutzer sich letztendlich die alten „Gatekeeper“ zurück wünschen werden. Ungeachtet dessen, wie erfolgreich die Plattform wird. Einfach abschalten kann die Plattform so schnell nun niemand mehr.

Glaubst du der freie Markt geht hier zu weit? Schreib uns deine Gedanken dazu in die Kommentarspalte!

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