US-Ministerium will Anonymität von Monero knacken

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Monero soll durchleuchtet werden. | © Depositphotos

Das US-amerikanische Ministerium für innere Sicherheit startet in Kürze eine Ausschreibung, bei der Krypto-Unternehmen um die beste Lösung wetteifern sollen, die Blockchain von Privacy Coins wie Monero (XMR) zu analysieren. 

Das US-amerikanische Innenministerium (Department of Homeland Security (DHS)) möchte seine Kompetenzen in zahlreichen technischen Feldern ausbauen, darunter auch die Blockchain-Analyse. Zu diesem Zweck wird aktuell eine Vorausschreibung durchgeführt, im Rahmen derer interessierte Kleinunternehmen bis zum 18. Dezember technische Fragen zu den betreffenden Themen stellen können. Am 19. Dezember soll dann die eigentliche Ausschreibung starten, bei der die Firmen ihre Projekte einreichen können.

Privacy Coins entschlüsseln

Wie das beiliegende Dokument ausführt, habe man sich in der Vergangenheit auf die Analyse von Bitcoin konzentriert und somit nur „einen beschränkten Bereich im Gebiet der Kryptowährungen abgedeckt“. Nun wolle man die „forensische Blockchain-Analyse“ auf neuere Coins wie Monero (XMR) und Zcash (ZEC) ausweiten. Diese werden zu der Gruppe der Privacy Coins gezählt, da sie Funktionen zum Schutz von Anonymität und Privatsphäre bieten.

Während das DHS einräumt, dass es sich dabei um wünschenswerte Eigenschaften handle, habe das Ministerium andererseits ein „zwingendes Interesse an der Nachverfolgung und dem Verständnis von Transaktionen und Aktionen auf der Blockchain, die illegaler Natur sind.“

Das gewünschte Analyse-Werkzeug zum Zwecke der Strafverfolgung solle möglichst allgemein oder erweiterbar sein, um mit der stetigen Entwicklung neuer Blockchain-Implementierungen Schritt halten zu können.

Das SBIR-Programm

Der Preisverleih findet im Rahmen der Kleinunternehmen-Innovationsforschung (SBIR) statt. Dieses staatlich-privatwirtschaftliche Partnerschaftsprogramm unterteilt sich in drei Phasen. In der ersten Phase erhalten ausgewählte Projekte bis zu 100.000 US-Dollar, um ein Konzept zu erarbeiten und die Durchführbarkeit zu prüfen.

In der zweiten Phase, werden bis zu 750.000 US-Dollar zur Verfügung gestellt, um weitere Forschung und Entwicklung zu betreiben. Im letzteren Fall soll ein Prototyp der Analyse-Technologie erstellt und an drei vom DHS ausgesuchten Anwendungsfällen getestet werden. Phase drei beschreibt die Vermarktung des fertigen Produktes an staatliche und privatwirtschaftliche Kunden und wird aus anderen Quellen als SBIR finanziert.

Bereits 2015 hatte das Heimatschutzministerium Blockchain-Projekte über SBIR ausgeschrieben. Damals ging es unter anderem um „Privatsphäre respektierendes Identitäts-Management“.

Ob es überhaupt möglich ist Transaktionen von Privacy Coins wie Monero nachzuvollziehen, bleibt abzuwarten. Im März dieses Jahres fand ein Forscherkollektiv aus den USA erstmals Lücken in der robusten Monero-Blockchain, die die Anonymität ihrer Transaktionen erstmals in Frage stellten. Aber selbst wenn es die Möglichkeit gibt Monero wie Bitcoin zu durchleuchten, müssen sich erstmal genug versierte Entwickler finden, die bereit sind Monero-Nutzer für ein bisschen Fiatgeld ans Messer zu liefern.

Sollten sich Nutzer von Privacy Coins nun Gedanken um ihre Anonymität machen? Oder hältst Du die Kryptographie für stark genug, dass kein Grund zur Sorge besteht? Schreib uns Deine Gedanken dazu in die Kommentarspalte!

2 Kommentare

  1. Das wäre nicht der Untergang für die besagten Coins. Monero war sowieso nicht von Anfang an 100% anonym, weshalb richtig gute Blockchain Analytiker durchaus auch heute noch Adressen tracken können. Über 70% der Zcash Nutzer verzichten komischerweise auf die “Privacy features”. Und wenn die Besitzer von Monero und Zcash doch kalte Füße bekommen sollten, stehen bereits andere Entwicklungen wie DAPScoin bereit um das Grundrecht auf Anonymität zu gewährleisten.

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